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Liebes Forum,

ich bin 59, lebe in Hannover, und seitdem ich vor 2 Jahren meinen Job verloren habe, werde ich immer depressiver. Ich fühle mich einsam und würde gern neue Leute Kennenlernen.
Mein Halt ist noch der Deutschunterricht für Flüchtlinge, was ich schon seit 2 jahren mache. Sonst sind meine sozialen Kontakte seit meiner Arbeitslosigkeit sehr geschrumpft. Manchmal weiß ich nicht mehr, welchen Sinn mein Leben noch hat.
Ich würde mich gern mit Leuten in meinem Alter, die ähnliche Probleme haben austauschen.
Liebe Grüße
Amelia

14.09.2017 13:23 • 19.09.2017 x 1 #1


16 Antworten ↓


Willkommen im Clun der Einsamen Manchmal weiss man nicht, ob die Einsamkeit durch die Depression oder die Depression durch die Einsamkeit kommt.

14.09.2017 13:52 • #2



Depression und Alter

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Hallo, ich freue mich über deine Antwort. Ja, ich glaube, es hängt alles zusammen. di bist anscheinend auch einsam. Darf ich fragen, wie alt du bist?
Liebe Grüße
Amelia

14.09.2017 13:56 • #3


Hi, gern antworte ich dir. Meiner Erfahrung nach ist Einsamkeit eine Begleiterscheinung von vielen psychischen Problemen/Krankheiten. Hab selten jemanden gesehen, der Depressionen hat und sich nicht oft einsam fühlt. Das Henne-Ei Problem, was war zuerst da? Die Depression oder die Einsamkeit? Es ist mutig, das zuzugeben. Es betrifft viele, aber die wenigsten reden darüber. Wenn man so etwas öffentlich sagt, wird mal schnell als Verlierer abgestempelt. Ich bin 43.

14.09.2017 17:26 • #4


Bei mir war ganz klar zuerst die Depression da. Aus meiner Stimmung und meinem Verhalten als schwer Depressive folgte, dass sich meine Freunde allesamt von mir abwandten. Und die Depression erschwert bzw. verhindert den Aufbau neuer Kontakte.

@amelia57 Herzlich Willkommen im Forum! Ich wünsche dir einen guten Austausch.

14.09.2017 17:29 • x 2 #5


Liebe Juwi,

ich weiß, wovon du sprichst. Wenn da erst mal die Depression ist, dann ist alles schwer. Ich habe nur eine gute Freundin, und die hält mir Gottseidank die Stange.

Aber ich weiß, ich muss mich aufraffen, neue Dinge machen, neue kontakte knüpfen, aber es ist so schwer.

Liebe Grüße
Amelia

14.09.2017 17:35 • x 1 #6


Genau wie bei mir. Sogar die besten Freunde haben sich irgendwann nicht mehr bei mir gemeldet. Das macht echt traurig. Jetzt sitz ich zuhause und rede meistens mit mir selbst. Ich glaub man geht den Leuten auch auf den Geist, weil man in sich in Gedankenspiralen verliert. Sie wollen helfen, wissen aber nicht wie und dann geben sie irgendwann auf. Ich hab auch sehr wenig Energie und wenn ich mit jemanden treffe geht das höchstens für ein zwei Stunden.

Letztens hat sich eine alte Freundin über Facebook bei mir gemeldet und wollte sich mit mir treffen. Ich habe aber irgendwie abgelenkt, weil sie mich noch mich noch so kennt, wie ich früher war. Damals hatte ich noch als Informatiker gearbeitet, war sportlich und sie fand mich attraktiv, denk ich. Die vielen Jahre Depression haben ihre Spuren hinterlassen. Hab immer Medikamente bekommen, dann wurde ich dick. Danach wurden sie abgesetzt und dann wurde ich wieder dünn. Jetzt nehm ich sie wieder und hab wieder zugenommen. Das raubt Energie. Immer wieder von vorne anfangen.

Ich habe einfach Schiss, wenn ich sie treffe, dass sie ablehnend reagiert oder sich denkt Man sieht der fertig aus

14.09.2017 17:41 • x 2 #7


Lieber FabBin, bist du berufstätig?

14.09.2017 19:17 • #8


Hi, leider nicht. Ich kann nicht, weil mein Zustand totaler Horror ist. Ich leider total darunter, dass ich nicht arbeiten kann. Bin Ingenieur. Das Gemeine ist, dass ich mal gut im Geschäft war und immer noch Anrufe und Emails bekomme wo die Leute gut bezahlte Projekte anbieten. Du kannst als Freiberuflicher echt ein gutes Geld verdienen. Ich kenne auch die andere Seite, als es noch gut lief, hab ich Reisen gemacht und ein gutes Leben gehabt.

15.09.2017 15:52 • x 1 #9


Oh, das verstehe ich. Als ich noch gearbeitet habe, hatte ich auch ein Leben mit Reisen und Erfolgserlebnissen. Machst du Therapie gegen deine Depressionen?

16.09.2017 06:10 • #10


Hallo amelia57,

herzlich Willkommen hier im Forum, alleine das Durchlesen einiger Themen, zeigt dir auf, dass es hier viele Leidensgenossen gibt.

Ich arbeite seit 11/2016 nicht mehr und musste in der letzten Woche Erwerbsminderungsrente beantragen, da ich von der Krankenkasse nicht länger unterstützt werde, und ich mir noch nicht zutraute wieder zu arbeiten.
Bin 58, weiblich und versuche in guten Phasen, Kontakte zu pflegen und neue aufzubauen, was immer schwieriger wird!
Während der Woche gehe ich an einigen Tagen in ein SozialPsychiatrisches Zentrum, so eine Art Begegnungsstätte, weiß nicht, ob es das in Hannover auch gibt?

Aber die Einsamkeit ist trotzdem immer present und macht sich immer mehr in meinem Leben breit!
Kann manche Unternehmungen gar nicht richtig genießen, da ich ja genau weiß, dass ich danach wieder in die leere Wohnung zurückkehren muss.
Bin einem kleinen Chor beigetreten, da genieße ich die Zeit und kann davon zehren. In kleinen Schritten versuche ich, mir ein wenig Normalität zurückzuerobern!
Häufig jammer ich so vor mich hin, dass ich mein altes Leben wiederhaben möchte, muss mich aber wohl damit abfinden, dass nichts mehr so sein wird, wie es mal war und es akzeptieren!

Herzliche Grüße aus Hamburg

16.09.2017 07:52 • #11


Liebe Tona,

es gibt in Hannover 2 sozialpsychiatrische Kontaktstellen, da könnte ich mal hinfahren. Konnte mich bislang aber noch nicht aufraffen.

Das mit dem Chor würde mich auch interessieren. Kannst du denn richtig singen? Ich nur durchschnittlich, kann aber wenigstens den Ton halten, aber ich weiß nicht, ob ich gut genug für einen Chor wäre.

Ich habe vor einem halben Jahr auch Erwerbsminderungsrente beantragt, hoffe, dass das klappt.

Ja, ich möchte auch mein altes Leben wiederhaben, aber da ist schon seit ein paar Jahren vorbei.

LiebeGrüße aus Hannover

16.09.2017 11:47 • #12


Hallo amelia57,

habe ziemliches Glück mit dem Chor gehabt. Eine Nachbarin hat mich mal mitgenommen und als sie mich dort fragten, welche Stimmlage ich denn habe, musste ich eingestehen, dass ich außer auf Autofahrten, unter der Dusche....noch nicht wirklich gesungen habe! Also auf gut Glück zwischen Sopran und Alt platziert und nach einigen Einstimmübungen ging es gleich mit einem 3 stimmigen Kanon auf italienisch los.
Die Mädels sind schon seit Jahren dabei, haben mir aber zum Glück nie gezeigt, dass ich Anfängerin bin und helfen mir, besonders dann, wenn es darum geht, vom Notenblatt zu singen!

Im Freundeskreis habe ich zwei, auch an Depressionen erkrankte Freundinnen, die auch in ihren schlechtesten Phasen immer zur Chorprobe gegangen sind, auch wenn nichts anderes mehr ging, ich kann sie gut verstehen!

Evtl. schaffst du ja mal denn Weg in eines der sozialpsychiatrischen Zentren, ich habe auch drei Anläufe gebraucht, bis ich mich hinein getraut habe, wurde aber auch dort herzlich aufgenommen. Leider habe ich während meines letzten Klinikaufenthaltes verlernt , wie Tagesstruktur ging, das habe ich mit der Hilfe im Zentrum wieder gelernt.

Ich wünsche dir noch einen angenehmen Restsonntag und sende herzliche Grüße aus dem leider total verregneten Hamburg

17.09.2017 16:12 • #13


Hallo Leute, was macht Ihr denn da in diesen sozial-psychiatrischen Zentren? ist das wie so 'ne Art Tagesklinik, oder mehr so eine Art Café wo immer jemand da ist, man sich zusammensetzt und unterhält ? Wohne auch in einer Großstadt, habe aber davon nie gehört.

18.09.2017 18:46 • #14


Hallo Gnomenreigen,

hier in Hamburg gibt es,glaube ich, 9 SPZentren. In dem Zentrum, in das ich gehe, gibt es eine Art Begegnungsstätte, Wohneinheiten und an einigen Tagen einen Mittagstisch, an einem Abend einen Imbiss, an einem Tag Frühstück und das zu moderaten Preisen und unter mithilfe der Klienten und Betreuer.
Es gibt Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, Yoga, Handarbeit, einen Flipper...um sich die Zeit zu vertreiben.Kaffee, Tee, Computernutzung... ( SPZ Niendorf ),kannst ja gerne mal googeln.

Einen schönen Tag wünsche ich dir

19.09.2017 07:28 • #15


@tona4711 Danke Dir! dann könnte das vielleicht auch mal was für mich sein, ich brauche zwar keinerlei Hilfe, habe aber keine Kontakte mehr und etwas Angst, in der Großstadt (Berlin) zu vereinsamen. Ich lebe leider in einer Gegend (mitten in der City) , wo ich keinen einzigen Nachbarn mehr kenne, die Gegend hat sich extrem sozial verändert, ist sehr teuer geworden, schon längst gentrifiziert und wenn ich mal irgendwo einen Kaffee trinken gehe oder was essen, habe ich die Wahl zwischen sehr teuren Restaurants oder anderen Lokalen, wo nur Touristen sind. Beides sind keine Orte, wo man ins Gespräch kommen kann. Was Du beschreibst hört sich da recht kommunikativ an.
Grüße in die Hansestadt

19.09.2017 09:00 • #16


Hallo Gnomenreigen,

habe auch mal für 2 Jahre in Berlin gelebt, dagegen ist Hamburg ja fast ein Dorf!Da ich dort eine Umschulung gemacht habe, hatte ich viel Schreibtischarbeit und habe mich nur selten ins Nachtleben gestürzt!

Worüber ich auch Kontakte geknüpft habe, ist nebenan.de, manche finden das Portal zu durchsichtig, da die Adresse abgefragt wird, aber wie sonst könnten sie erfahren, welche Nachbarschaft an deine grenzt?!

Ich drücke dir die Daumen, dass du motiviert an das Projekt-neue Leute kennenlernen-herangehst und Erfolge verbuchen kannst.

Sonnige Grüße von der Elbe an die Spree

19.09.2017 15:25 • #17



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser