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portugal
Ihr Lieben,

ich bin Ende vierzig und leide seit langem an Depressionen.

Wenn ich so zurueckdenke, denke ich, dass ich schon lange depressiv bin aber frueher habe ich es nicht gewusst, weil ich eben nicht wusste, dass es eine Depression sein koennte.

Ich habe seit ich Anfang dreizig bin, so ca. 5 depressive phasen gehabt, die erste war nicht so schlimm, und die naechsten wurden schlimmer, die letzte war ganz schlimm (vor 6 Jahren), ich wollte nicht mehr die Wohnung verlassen und bin nicht zum Arzt gegangen, ich konnte kaum was machen. Kochen ging nicht, Schreibkram ging nicht, ich war innerlich tot.

So, die letzten 6 Jahre ging alles gut, bis ich langsam wieder abgerutscht bin. Wie viele das wohl wohl auch kennen, hab ich es gar nicht gemerkt, weil ich weiterfunktioniert habe und keine koerperlichen Beschwerden hatte.

Ich hatte zuletzt auch nur 25mg Sertraline genommen und dachte, es geht mir gut. Und weil ich durch das AG zugenommen hatte, und es mir gutging, dachte ich, ich lass das jetzt ausschleichen.

Gemacht, getan und ploetzlich erzaehlt mir eine Bekannte, das sie Eheprobleme hat etc. und ich fang an zu weinen. Obwohl mich das, was sie erzaehlt hatte, gar nicht so traurig machte, weinte ich dennoch.

Die naechsten 2 Tage blieb ich im Bett, konnte erst nachmittags aufstehen. Zum Glueck bin ich dann zum Arzt und sie meinte, nein, Du haettest das nicht absetzen duerfen. Das hat mir aber nie jemand so richtig erklaert - jemand meinte nun, dass ich das AD benoetige, wie ein Diabetiker das Isulin.

Wenn ich so nachdenke, hab ich das Gefuehl, dass ich immer schon, solange ich denken kann, etwas depressiv war aber ich konnte das nicht zuordnen.

Ich braeuchte im Moment etwas Aufmunterung, ich habe das Gefuehl, nichts geht mehr und ich werde nie wieder gesund. Moechte gerne Kontakt zu gleichgesinnten, die mit Depressionen Erfahrung haben, denn denen, denen ich das erzaehle, versuchen es zu verstehen, aber sie koennen es natuerlich nicht, weil sie es nie erfahren haben und es schmerzt, weil ich mich so anders fuehle.

Und kennt Ihr das auch, dass der Koerper wie taub ist und man keinen Zugang hat?

Nehme 75 mg, habe Antrieb (natuerlich nicht 100 prozent) aber fuehle nichts mehr. Ich weiss aus vorherigen Depressionen, dass wenn ich anfange zu weinen, das schlimmste ueberstanden ist, weil sich dann irgendetwas geloest hat.

Aufmunterung bitte,

danke
Katja

27.03.2018 14:53 • 27.03.2018 #1


16 Antworten ↓


Hallo Katja,

ich hoffe, dass es dir bald wieder gut geht. Das hört sich traurig an. Ich hatte bis jetzt eine depression und momentan habe ich es wieder. Es ist wieder aufgetaucht. An manchen Tagen denke ich mir, dass es mir besser geht aber dann rutsch ich wieder plötzlich ab.
Es ist schwer, dass das andere Menschen verstehen und das ist auch das schwierigste An der situation

27.03.2018 15:54 • x 1 #2



Angst, dass die Depressionen nie wieder verschwinden

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portugal
Danke ja, ich hoffe auch, dass es wieder besser wird. Im Moment kann ich mir das leider gar nicht vorstellen, dass ich mal wieder lachen kann. Hast Du das auch, dass Dein Koeper taub ist und sich alles so unwirklich anfuehlt?

27.03.2018 16:00 • #3


Zitat von portugal:
Hast Du das auch, dass Dein Koeper taub ist und sich alles so unwirklich anfuehlt?


Nein. Ich habe dafür ständige Selbstmordgedanken. Manchmal verschwindet es. Meistens stelle ich mir vor
Von einem Hochhaus runterzuspringen. Ich habe es auch schon versucht, aber das Fenster war geschlossen an dem Tag

27.03.2018 16:10 • #4


portugal
Das ist sehr traurig.

Wie lange hast Du diese Phase der Selbstmordgedanken schon?

Ich hatte das auch schon, aber dann hat mein Lebenswille gesiegt. War ganz komisch, ich lag im Bett und auf einmal dachte ich, dass ich Italien nochmal sehen will. Nimmst Du Antidepressiva?

27.03.2018 16:17 • #5


Sahbum-Nim
Zitat von Ronuldasymi:

Nein. Ich habe dafür ständige Selbstmordgedanken. Manchmal verschwindet es. Meistens stelle ich mir vor
Von einem Hochhaus runterzuspringen. Ich habe es auch schon versucht, aber das Fenster war geschlossen an dem Tag

Was hältst du davon, fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen, noch einmal hast du nicht das Glück, dass das Fenster geschlossen ist.

27.03.2018 16:18 • x 1 #6


Zitat von Sahbum-Nim:
Was hältst du davon, fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen, noch einmal hast du nicht das Glück, dass das Fenster geschlossen ist.


Ich war bei einer psychologin. Sie könnte mir nicht weiterhelfen. Dann war ich jetzt bei einer Psychotherapeutin und sie meinte ich soll in die Tagesklinik aber von dort habe Ich keine Antwort bekommen. Ich weiß nicht mehr weiter

27.03.2018 16:26 • #7


portugal
Geb die Hoffung bitte nicht auf, ich hatte mal so schwere Depressionen, ich dachte, ich kann nie wieder irgendetwas machen. Dann war ich 5 Jahre oka, hab' normal gearbeitet, in den Urlaub gefahren etc. So koennte es bei Dir auch wieder sein, wirklich.

27.03.2018 16:39 • #8


Das schlimme ist, dass ich auch anderen Menschen damit Schaden zugefügt habe. Ich habe Schuldgefühle und das ist das Einzige, was mich umbringen kann. Verstehst du, was ich meine. Manchmal habe ich Hallutinationen. Oder ich denke und sage Dinge, die nicht existieren. Nachts kann ich nicht schlafen und bin ständig aggressiv. Hast du das auch
Außerdem habe ich auch soziale Ängste. Ich will ner ma in den Supermarkt. Ständig habe ich das Gefühl dass mich jmd. mies anguckt

27.03.2018 16:46 • #9


portugal
Ich schaetze mal, wir haben alle etwas mitgemacht, was uns im unterbewusstsein beschaeftigt bzw dann irgendwann mal in die Depression bringt. Ich habe keine Selbstmordgedanken, weil ich mich an die schonen Dinge im Leben versuche zu erinnern und dass ich sie mal wieder machen kann.

Und ja, dass mit dem nicht rausgehen kenne ich. Ich bin 4 Monate mal in der Wohnung geblieben, weil ich dachte, jeder guckt mich doof an, aber das macht keiner. Es sieht Dir keiner an, dass Du Depressionen bzw Selbstmordgedanken hast. Und glaube mir, ich weiss, wie schwer das ist, sich ueber diese Angst hinwegzusetzen. Ich habe dann Medikamente genommen, damit die Symptome der Angst runtergefahren werden und letztendlich hatte das geklappt und ich konnte wieder leben. Nimmst Du denn Antidepressiva?

27.03.2018 17:09 • #10


Nein

27.03.2018 17:21 • #11


portugal
Die psychologin haette aber sehen muessen, dass Du depressiv bist. Du musst mal googeln, was bei einer Depression im Gehirn fehlt und das versuchen, die Tabletten wieder auszugleichen, es ist quasi, als wenn ein Diabetiker kein Insulin nimmt. Und darauf wird dann aufgebaut. Ich bin kein Freund von Tabletten aber bei Depressionen wuerde ich immer zu den greifen, weil das bisher immer gut funktioniert hat.

Was meinst Du mit Schuldgefuehlen, warum hast Du die, wenn ich fragen darf?

27.03.2018 17:31 • #12


Zitat von portugal:
Die psychologin haette aber sehen muessen, dass Du depressiv bist. Du musst mal googeln, was bei einer Depression im Gehirn fehlt und das versuchen, die Tabletten wieder auszugleichen, es ist quasi, als wenn ein Diabetiker kein Insulin nimmt. Und darauf wird dann aufgebaut. Ich bin kein Freund von Tabletten aber bei Depressionen wuerde ich immer zu den greifen, weil das bisher immer gut funktioniert hat.

Was meinst Du mit Schuldgefuehlen, warum hast Du die, wenn ich fragen darf?


Aber ich weiß nicht zu wem ich gehen soll. Die Therapeutin meinte ich hätte eine Psychose und ich weiß nicht was das ist. Sie meinte ich soll erst in die Tagesklinik. Was mich sehr traurig gemacht hat,; sie hat mich nicht sofort bei sich aufgenommen in die Therapie und ich wollte doch Hilfe eigentlich. Ich würde immer aggressiver und habe ein Familienmitglied angegriffen

Ich bin unglücklich. Ich will das alles gut wird und mich meine Familie mag.

27.03.2018 17:36 • #13


portugal
Du hattest in einem anderen Thread geschrieben, dass Du im moment viel Liebe brauchst. Da ich auch depressiv bin, weiss ich, was Du meinst. ich habe einen Mann, aber er kann halt nicht nachvollziehen, wie sich das genau anfuehlt und dass man sich dann auch so alleine fuehlt.

Deine Familie versteht das mit der Depression wahrscheinlich nicht, weil ihr es noch nie in der Familie hattet und sie nicht aufgeklaert sind. Wieso denkst Du, das sie Dich nicht moegen?

27.03.2018 17:43 • #14


Ich habe sie sehr schlecht behandelt und für alles verantwortlich gemacht, was vorher schlecht war in meinem Leben. Ich glaube ich habe es so weit getrieben dass ich Ihnen mittlerweile nur noch egal bin. Am liebsten würde ich meine Koffer nehmen und wieder abhauen
Ich weiß nicht wie ich meine Fehler reparieren soll

27.03.2018 17:57 • #15


portugal
Als Kind will man immer Anerkennung von den Eltern. Das ist bei mir auch so. Ich weiss ja nicht, was Du angestellt hast, so kann ich das nicht beurteilen, aber die Eltern praegen einen fuer das ganze Leben und es kann ja auch sein, dass sie was verkehrt gemacht haben, was sich nun bemerkbar macht. Wieso sollst Du Deine Eltern fuer etwas verantwortlich machen, wenn sie nichts gemeines gemacht haben? Du kannst mir auch gerne persoenlich schreiben, wenn Du das nicht im Forum ausbreiten willst. Gibt es hier sowas wie eine persoenliche Nachricht?

27.03.2018 18:22 • #16


Husqvana
Gedanken an das Unaussprechliche

Wo die Liebe sich nicht fand, verliert die Lust an Kraft,
mit Euch zu lachen war so schön.
Weder kümmert noch habt Bewußt, was gesucht auf Erdenrund.
Nutzlos ist nun Weh zu klagen, euch ins Herz zu schließen bleibt.

Der Mama war und ist der Dank, die Tochter hält mein Herz danach,
nun hab dein Teil im Weltensein, das Rädchen dreht sich weiter fort.
Die Erde ist für viele bleibt, der wiederkommend gleiche Ort.

Die Sehnsucht schafft ein Durst nach Sein, doch weder Ruh noch Augenblick,
Verzweiflung hüllt dein Letztes ein.
Im Hoffen und im Beten, versprochen war und ist es uns,
uns bleibt nur jetzt zu dieser Zeit, die Finsternis und Todesdunkel.

Wer jetzt bereit und dennoch springt, aus aller stärke Angstgefühl,
vor Einsamkeit kein Niemand hier, braucht Glaube, Mut und Hoffnung.
Von Ferne her das schöne Licht, Musik ertönt, Behaglichkeit,
die Seelenkräfte teilen sich, ab jetzt die Umkehr ohne Sinn,
da niemand hier für den's gewesen, wichtig mehr als sich zu sein.

27.03.2018 18:26 • #17



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser