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Uhtred

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Guten morgen, Ich Frage mich die ganze Zeit: wie habe ich es geschafft mich in diese Situation zu bringen und wie schaffe ich das immer und immer wieder. Ich lebe als 21 jähriger bei meiner Mutter in einer Abstellkammer, weil wir sonst keinen Platz haben. Ich wollte eigentlich meinen Führerschein dieses Jahr machen aber immer wenn ich genug Geld hatte habe ich es irgendwie geschafft alles auszugeben. Jetzt habe ich eine Ausbildung in Aussicht und die glauben daß ich da dann meinen Führerschein habe. Ich sollte eigentlich noch Geld von einem Typen bekommen für den ich nen bisschen privat gearbeitet habe aber der zählt mich einfach nicht aus. Ansonsten hasse ich meine Arbeit und mein Leben. Ich habe keine Freunde, kein Geld und keine Zukunft. Gestern war ich wieder mit ein paar Leuten unterwegs ich hatte eigentlich überhaupt keine Lust und dachte das wir nur schwimmen gehen wollten aber dann haben wir gesoffen und ich vertrage sowieso nichts mehr und hab auch an dem Tag nichts richtig gegessen. Also müsste ich kotzen. Dann wollte ich nach Hause habe aber meine letzte Bahn verpasst und müssten dann meine Mutter fragen ob sie mich abholt.

Ich komme mir vor wie ein kleiner Parasit der seine Mutter total ausnutzt, weil er selbst im Leben einfach nichts auf die Kette kriegt. Alle Leute von Früher verlassen mich einfach. Meine alten Klassenkameraden haben mich nicht einmal zum Klassentreffen eingeladen obwohl ich 200 m. Von der Schule entfernt wohne. Ich habe das dann von einer Mutter erfahren.

09.07.2018 08:30 • 09.07.2018 #1


9 Antworten ↓


Bauer-Jani

Bauer-Jani


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Moin!

Deine beginnende Ausbildung wird dir Kraft und Selbstvertrauen geben und dann machst du den Führerschein
Du bist noch jung, noch ist es nicht zu spät, um mit dem Leben anzufangen

Viel Erfolg!

09.07.2018 09:32 • x 1 #2


Luna70

Luna70


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Für die Ausbildung braucht er doch den Führerschein, Bauer-Jani, wenn ich das richtig verstanden habe. Wann soll die Ausbildung denn losgehen? Wenn es zum 1. September schon beginnt, dann wird das natürlich sportlich.

Gibt es jemanden, der dir nochmal ein paar Euro gibt, damit du zumindest anfangen kannst? Natürlich nicht dir in die Hand geben, sondern direkt an die Fahrschule zahlen. Wenn du die Grundgebühr zahlst, kannst du zumindest die Theorie schon anfangen. Anfangen würde ich auf jeden Fall, wenn es irgendwie geht. Das ist allemal besser, als mit völlig leeren Händen in die Ausbildung zu starten.

Der Führerschein sollte für dich erstmal oberste Priorität haben. Jetzt im Sommer solle es doch irgendeinen Job geben, mit dem du ein paar Euro verdienen kannst. Damit kannst du dann immer wieder die Fahrstunden bezahlen. Vielleicht bist du ja ein Naturtalent und brauchst nicht so viele.

Hat dein Tag wenigstens halbwegs Struktur? Vermutlich nicht. Damit würde ich anfangen, wenigstens ein paar Sachen jeden Tag zu festen Zeiten machen. Deine Mutter ist vermutlich begeistert, wenn du jeden Tag eine gewisse Zeit für den Haushalt investierst. Frage sie, was du tun kannst und dann machst du das zu einer bestimmten Tageszeit. Und wenn es nur eine halbe Stunde ist, egal. Hauptsache, mal ein Anfang gemacht.

Du hast ein Abitur geschafft, ohne zu lernen. Also hast du auch genug Grips, zu kapieren dass es nun an der Zeit ist, was zu ändern. Leider wird keiner kommen, der das für dich macht, du wirst schon deinen Allerwertesten selbst heben müssen. Aber du hast immerhin Familie, die an deiner Seite ist, das ist mehr als bei vielen anderen. Auch wenn sie gerade sauer auf dich sind, sie sind ja trotzdem da.

Wie hast du deine Finanzen denn organisiert? Hast du nur ein Girokonto? Dann würde ich ein zusätzliches Tagesgeldkonto anlegen, wo du mal Geld parken kannst, das du als Reserve hast. Dann hast du schon mal eine zusätzliche Hürde, weil man dafür keine EC-Karte hat.

09.07.2018 09:43 • x 2 #3


kalina

kalina


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Hi willkommen hier

Ja, das ist so ein Alter .... Da haut es einen oft rum. Hormone, Übergang zum Erwachsen werden, da ist im Gehirn und auch im Leben einiges am Umbauen. Es dauert oft einige Jahre, bis man seinen Weg und den Platz im Leben gefunden hat. Der Auszug aus dem Elternhaus ist notwendig, macht aber auch Angst, weil man noch nicht so recht weiß wohin.

Ich will gar nicht erst sagen, was ich da alles für einen Mist gemacht habe. Mit 22 war das dann schlagartig vorbei. Aus verschiedenen Gründen, u.a. Partner verlassen.

Verurteile Dich nicht dafür, dass Du im Moment noch nicht so klar kommst. Fange an, so ganz allmählich ein Steinchen nach dem anderen in Deinem Leben aufzubauen.

Wirklich von Vorteil wäre es wenn es Dir gelänge möglichst wenig Alk. oder so zu konsumieren. Denn das behindert Dich körperlich, geistig und in der Aktivität.

Täglich mit ein bisschen Sport (Joggen oder so) anzufangen, würde Dir psychischen und körperlichen Aufschwung geben.

Dann pack als erstes die Ausbildung oder den Job an!

Das ist der erste Stein. Dadurch wirst Du etwas Geld zur Verfügung haben. Damit kannst Du erstmal den Führerschein machen. Wenn Du finanziell dann ein bisschen Boden unter den Füßen hast, kannst Du Dich auf Wohnungssuche machen.

Das mit den Freunden ist im Leben oft ein Auf und Ab. Wenige aber echte Freunde sind schon wichtig. Das kann man nicht übers Knie brechen. Such Dir Menschen, die es gut mit Dir meinen. Das ergibt sich aber erst mit der Zeit.

Mach Dich selbst nicht schlecht. Lieber in der Abstellkammer der Mutter leben, als auf Schulden. Wenn Du langsam in die Arbeitswelt reinkommst, gelingt Dir auch der Auszug von zuhause.

Alles Gute wünsch ich Dir.

09.07.2018 09:57 • x 1 #4


kalina

kalina


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Zitat von Uhtred:
Mein Brüder der immer irgendwie mein Vorbild war ist auch richtig von mir angepisst weil ich zu Beispiel auch das Geld das er mir gegeben hat um meinen Führerschein zu machen rausgeschissen hab.



Dieses Zitat von Dir ist aus einem anderen Thread. Ich hab nochmal ein paar andere Beiträge von Dir gelesen.

Das mit dem Geld von Deinem Bruder find ich ehrlich gesagt, schon recht bescheuert.

Aber aus seinen Fehlern kann man auch lernen.

Ich kenne einige Menschen, die in jungen Jahren so ähnlich drauf waren wie Du; heute leben sie ein geregeltes normales Leben mit Arbeit, Partner usw.

Trotzdem kommt der Zeitpunkt, wo man selbst das Ruder rumreißen muss. Früher oder später. Je länger man wartet, desto mehr verpasst man aber auch.

Oft ist man in einer Spirale: keine Arbeit, keine Wohnung, keine Freundin, Unzufriedenheit, Alk. usw. Diese Spirale funktioniert aber genauso andersrum: wenn man einmal anfängt, sich was aufzubauen, z. B. Geld verdienen, Führerschein, Sport, Wohnung suchen, dann läuft alles andere oft von selbst.

Man muss nur anfangen einen Weg zu gehen; man kann vorher oft gar nicht wissen, was zu einem passt. Das merkt man oft erst wenn man die Dinge tut. Such nach Deinem Weg, der zu Dir passt. Fang einfach erstmal an. Dadurch bewegt sich was.

09.07.2018 10:21 • x 1 #5


aldia249

aldia249


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Hallo @uhtred,

du bist noch jung. Dafür gehst du ziemlich hart mit dir ins Gericht. Gleichzeitig bist du alt genug, um verstehen zu müssen, dass ab jetzt DU für dein Leben verantwortlich bist und nicht mehr Eltern etc. Insofern passt "alles ist schlecht in meinem Leben" nicht wirklich. DU hast es in der Hand.

Dass du von deiner Schwarzarbeit nicht ausgezahlt wurdest/wirst ist zwar kacke, aber viel machen kannst da net. Also konzentriere dich auf das, was in der Hand liegt und machbar ist.

Wenn du deinem künftigen Arbeitgeber erzählt hast, dass du da dann deinen Führerschein haben wirst, dann gib jetzt dein Bestes, dass du zumindest soweit bist, zu sagen : hey es hat zwar ein bisschen länger gedauert, aber ich habe bald meine Prüfung. Such dir doch einen vernünftigen Nebenjob (gibts an jeder Ecke, Kellnern, Lager etc.) Da hast dann eine Tagesstruktur und wirst Geld bekommen. Falls die Fahrschule eine Anzahlungssumme möchte, könntest du auch nochmal deine Mutter fragen. Klar ist das alles jetzt dumm gelaufen, aber ein offenes Gespräch mit einer Entschuldigung ist bestimmt eine gute Möglichkeit. Jeder hat doch im Leben mal eine kleine Phase, bzw. Quarterlife-Krise oder ähnliches. Du könntest dich gut mal mit deiner Mutter zusammensetzen (vielleicht indem du ihr was kochst oder so?) und dann mal offen über alles sprechen und Lösungen erarbeiten.

Deine Situation fühlt sich vielleicht grad ziemlich blöd und ausweglos an, ist sie aber keineswegs. Alles liegt in deiner Hand!

LG

09.07.2018 10:39 • x 1 #6


Uhtred


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Ein bisschen Struktur habe ich schon. Ich habe auch einen Nebenjob und gehe etwa 2x die Woche laufen. Die Theorie habe ich fertig und ein bisschen Geld hab ich auch. Ist alles nicht so super schlimm aber trotzdem irgendwie auch nicht lebenswert so wie's Grade läuft. Vor meinem Abitur war ich sogar ein halbwegs disziplinierter Junge ich habe jeden Tag Sport gemacht und mich am Wochenende auch oft mit Leuten getroffen und es hat mir Spaß gemacht. Heute habe ich keine Lust irgendwem zu sehen. Bis gestern hatte ich auch das Gefühl, dass alles ganz gut läuft. Ich halte mein Zimmer so gut es geht ordentlich und lasse es nicht mehr so vermüllen, ich laufe wie gesagt ab und zu Mal und Arbeite. Aber ich habe nichts mehr mit Freunden zu tun gehabt meine Freizeit hab ich in meinem Zimmer am PC verbracht ich hab einfach keine Lust irgendjemanden zu sehen und jetzt das: ich stehe da völlig betrunken am Bahnhof und lasse mich von meiner Mutter abholen. Ich fand mich so ekelhaft. Ich glaube alles was mir dieses Jahr passiert ist lässt sich auf eine wirklich dumme Entscheidung zurückführen: ich hatte während meines Föjs eine eigene Wohnung und ich hätte niemals wieder zurückkommen sollen. Da in dieser Rümpelkammer zu wohnen und keine vernünftige Arbeit zu haben hat mich einfach so runtergezogen. Ich habe mich immer als einen sportlichen Jungen gesehen und jetzt wo ich annehme und mein Leben nicht auf die Kette kriege da sehe ich, dass dieses Selbstbild nicht mehr der Wirklichkeit entspricht. Ich kann mich selbst nicht mehr im Spiegel sehen. Früher war die Welt so groß und frei und jetzt sind da nur noch Probleme. Ich hab mich selbst enttäuscht.
Sry. für das rumgeheule aber ich glaube es hilft mir das alles Mal loszuwerden. Danke für eure Antworten ihr helft mir wirklich sehr.

09.07.2018 11:14 • #7


kalina

kalina


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Du schaffst das schon, das Ruder wieder rumzureißen.
Solche Tiefpunkte gehören auch mal zum Leben dazu. Umso mehr freut man sich, wenn es wieder besser läuft.

Gerade wenn Du schon mal sportlich warst, findest Du auch wieder dahin zurück. Sport oder auch andere Hobbys können einen immer wieder Auftrieb geben und in schlechteren Zeiten helfen. Sport ist wie ein leichtes Antidepressivum.

Manchmal ist man eben auch gefrustet und genervt und dann tut es gut sich das von der Seele zu schreiben.

Geht mir auch manchmal so.

PS:Dass Dich Deine Mutter abgeholt hat, als Du betrunken warst, find ich jetzt ehrlich gesagt überhaupt nicht schlimm. Besser, als wenn Du sonst wo gelandet wärst. Das find ich sogar gut, weil es wichtig ist, sich Hilfe zu holen, wenn man sie braucht.
Das mit dem Ausziehen kriegst Du auch wieder hin!

09.07.2018 12:40 • x 1 #8


EinZopf1

EinZopf1


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Zitat von Uhtred:
Ich habe keine Freunde, kein Geld und keine Zukunft. Gestern war ich wieder mit ein paar Leuten unterwegs ich hatte eigentlich überhaupt keine Lust und dachte das wir nur schwimmen gehen wollten aber dann haben wir gesoffen und ich vertrage sowieso nichts mehr und hab auch an dem Tag nichts richtig gegessen. Also müsste ich kotzen.

Also @Uhtred irgendwie verstehe ich es nicht so ganz. Du schreibst, dass du keine Freunde hast und dann kommt was, wo du mit Leuten unterwegs warst. Wie es sich anhört, hast du anscheinend doch Freunde, aber so irgendwie keine Lust drauf. Und da haks. Willst du eigentlich jemanden bei dir haben, oder nicht? Oder sollen es gute Leute sein die zb nicht saufen? Also das würde mich vllt noch etwas genauer interessieren

09.07.2018 16:29 • #9


Uhtred


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Die würde ich als Kumpels bezeichnen aber nicht als Freunde. Wir machen halt ab und zu Mal was zusammen aber mehr ist da nicht.

09.07.2018 16:38 • #10



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser


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