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Ich hatte (habe) eine schwere agitierte Depression und Angststörung. Am meisten habe ich unter der Unruhe gelitten. Dieses ständige Angespannt sein zermürbt einen und nimmt einem jegliche Lebensfreude.
Aktuell habe ich das (hoffentlich) unter Kontrolle und befinde mich in der Wiedereingliederung. Natürlich bin ich vorsichtig mit Heilungsbekundungen, da ich es auch schon erlebt habe, dass es mir zwischendurch ein paar Rage gut ging, bevor die Unruhe brutal zurückgeschlagen hat.
Mein Leid hat im Juni mit schweren Angstzustände angefangen (obwohl, davor waren auch schon Anzeichen).
Es hat also knapp 5 Monate gedauert, bis ich halbwegs verstanden habe, was in mir passiert.
Kurz zusammengefasst, mein Weg bis dato:
Eine wichtige Erkenntnis ist, dass das "nur" (sehr schmerzhafte) Gefühle sind und man nicht daran stirbt. Mein Körper bzw. mein Nervensystem war durch Stress und unterdrückte Emotionen in einem permanenten Alarmzustand. Jeglicher Stress oder auch nur Situationaänderungen (woanders übernachten) haben die Alarmanlage ausgelöst. Dazwischen hat die Alarmanlage, also mein Nervensystem, die Umgebung nach Gefahren abgescannt. Aus diesem Scannprozess entspringt diese Unruhe/ Angespanntheit.
Um aus diesem Scanmodus zu kommen, musste ich meinem Nervensystem für eine gewisse Dauer zeigen, dass es sich beruhigen kann. Ich habe mich also für eine Zeit von ALLEN Verpflichtungen entledigt und mir liebe Menschen rangezogen. Wichtig ist auch, dass man die nachfolgenden Übungen weiter macht, auch wenn es einem gut geht. Es ist wie Schwimmen lernen. Wenn man bereits am Ertrinken ist, wird es schwer das Schwimmen zu lernen.
Also, die beiden wichtigsten Stützen zur Gesundung waren liebe Menschen und SPORT! Ich boxe und spreche viel mit verständnisvollen Menschen. Wenn die Agitiertheit richtig schlimm ist, man mit einem verständnisvollen Mensch reden kann sowie dabei weinen kann, geht es einem danach viel besser.
Weitere gute Methoden sind (so banal es klingt, aber verdammt, es funktioniert) ATEMTECHNIKEN. Atmen kann in uns Stress auslösen oder uns beruhigen. Im Forum gibt es genug Hinweise dazu und auch zum Summen! Macht das!
Ich hatte beispielsweise letzte Woche auf Arbeit eine unruhige Zeit. Die Unruhe und die Panik kamen langsam näher. Also habe ich mich zurückgezogen und für 5-10 Minuten geatmet/ gesummt. Danach MUSS dein Körper ruhiger werden! Das ist ganz einfach Biochemie. Bei mir hat es auch geklappt.
Als letztes möchte ich interessierten noch eine systemische Therapie ans Herz legen. Es gibt das Buch IFS von Schwartz, dass diese Therapieform sehr gut beschreibt. Für mich ein Lebensretter!