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201803.01




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Hallo zusammen,
ich würde euch gerne mal nach euren Erfahrungen fragen.
Ich bin 20 Jahre alt, bin seit drei Monaten in einer neuen Beziehung und habe mit furchtbaren Verlustängsten zu kämpfen. Diese äußern sich so, dass ich mir ständig Gedanken mache, welche Gründe es gibt, dass unsere Beziehung kaputt gehen kann. Es reichen winzige Kleinigkeiten aus, die mich verrückt machen. Wenn er mir nicht schreibt, denke ich, er hat keine Lust auf mich. Wenn er mit anderen unterwegs ist, zerbreche ich mir den Kopf darüber, was alles passieren könnte. Auch wenn wir zusammen sind, wenn er sich ein bisschen anders verhält macht mir das schon viel mehr Angst als es eigentlich sollte.
An manchen Tagen geht das so weit, dass ich einfach nur noch weine und mich total hilflos fühle, weil ich meine Gedanken nicht mehr im Griff habe. Ich habe dann gar keine Antriebskraft mehr, fühle mich total leer und frage mich, ob ich vielleicht einfach nicht dafür geschaffen bin, eine Beziehung zu führen. .
Denn ich weiß, dass ich meinem Freund eigentlich vertrauen kann, er würde mich nie betrügen, ist ein sehr ehrlicher Mensch und kümmert sich toll um mich. Ich habe auch schon öfter mit ihm darüber geredet, da er so etwas jedoch noch nie erlebt hat, fällt es ihm schwer meine Gefühle nachzuvollziehen, was es für mich nicht wirklich einfacher macht. Ich habe ihm zum Beispiel schon gesagt, dass es mir wirklich helfen würde, wenn er mir etwas öfter schreibt, vor allem wenn er unterwegs ist, weil mir das ein Gefühl von Sicherheit gibt und ich merke, dass er an mich denkt. Bis jetzt hat sich aber nichts geändert und ich will ihn damit nicht schon wieder "nerven". Andererseits kann ich nicht verstehen, wieso es für ihn so schwer ist mal eine Minute das Handy rauszuholen und mir eine kurze Nachricht zu schicken, das ist für ihn ja wirklich keinen Aufwand und für mich würde es wirklich viel bedeuten. Ich habe Angst, dass ich die Beziehung irgendwann durch meine eigene Angst kaputt mache, da er oft spürt, dass es mir deswegen schlecht geht und ihn das natürlich auch belastet, nur weiß ich nicht, was ich dagegen tun soll.
Ich habe mich über Verlustängste informiert und ich denke, ich weiß auch was sie ausgelöst hat. Dass mein Vater nie Kontakt zu mir wollte und ich alleine bei meiner Mutter aufgewachsen bin (auch, wenn ich trotzdem eine tolle Kindheit hatte), ist mit Sicherheit ein Grund. Jedoch habe ich in den letzten Jahren mit vielen Verlusten zu kämpfen gehabt, ich habe den Kontakt zu einem großen Teil meiner Familie verloren, habe meinen Vater kennengelernt und auch der Kontakt brach wieder ab. Ich habe erfahren, dass meine Mutter seit Jahren sehr krank ist, was immer noch ein harter Kampf ist. Meine letzten beiden Beziehungen waren der reinste Horror, ersterer Ex-Freund hat mich nur belogen, ist irgendwann sogar handgreiflich geworden, ich war emotional jedoch so abhängig von ihm geworden, dass es mich viel zu viel Zeit gekostet hat, mich zu trennen. Wesentlich mehr Zeit, als für mich gut war. Mein letzter Ex-Freund, war der erste, dem ich mich wirklich anvertraut habe, er wusst alles über mich und zu Anfang war es die schönste Beziehung, die ich mir hätte vorstellen können. Bis er diese plötzlich beendete, aus dem nicht, weil sich seine Ex-Freundin wieder gemeldet hatte. Seine Gefühle für mich sind also scheinbar von der einen auf die andere Sekunde verschwunden. Dass mein Ex-Freund mich so verletzt hat und mir das Sicherheit nimmt, habe ich ihm auch erzählt, was dazu geführt hat, dass er denkt ich wäre noch nicht darüber hinweg.
Aus allen diesen Gründen fällt es mir wirklich schwer, mich in meiner neuen Beziehung fallen zu lassen und mich sicher zu fühlen. Ich mache mich damit selbst kaputt, fresse das meiste in mich hinein, weil ich meinen Freund damit bloß nicht belasten möchte.
Habt ihr sowas auch schon durchgemacht und die Angst überwunden? Ist ein Besuch beim Psychologen sinnvoll, beziehungsweise notwendig? Ich würde es gerne alleine schaffen, weiß aber nicht wie, denn positive Gedanken machen hilft nicht mehr viel, da mich die Angst immer wieder einholt. Ich war vor ca. 4 Jahren schon wegen Depressionen beim Psychologen, diese habe ich mittlerweile überwunden. Aber ich weiß dadurch, was für eine Herausforderung es ist sich seinen Ängsten und Problemen zu stellen, dagegen anzukämpfen und dass das wirklich kein einfacher Weg wird.

LG

Auf das Thema antworten


  07.01.2018 23:13  
Hallo "travelenthusiast"


Zitat:
ich würde euch gerne mal nach euren Erfahrungen fragen.
Ich bin 20 Jahre alt, bin seit drei Monaten in einer neuen Beziehung und habe mit furchtbaren Verlustängsten zu kämpfen. Diese äußern sich so, dass ich mir ständig Gedanken mache, welche Gründe es gibt, dass unsere Beziehung kaputt gehen kann.

Warum "jetzt" schon sich drüber sorgen? Oder möchtest Du das dass geschieht? Bestimmt nicht! Genieße deine Zeit mit deinem Partner und denke nicht so negativ daran denn du gibst deinen Gedanken negative Schwingungen hinzu die eventuell dazu gebracht werden können, das genau das eintrifft was dich umsorgt, so Meine Meinung.

Zitat:
Es reichen winzige Kleinigkeiten aus, die mich verrückt machen. Wenn er mir nicht schreibt, denke ich, er hat keine Lust auf mich. Wenn er mit anderen unterwegs ist, zerbreche ich mir den Kopf darüber, was alles passieren könnte. Auch wenn wir zusammen sind, wenn er sich ein bisschen anders verhält macht mir das schon viel mehr Angst als es eigentlich sollte.

Du bist eifersüchtig, das kann auch sehr Krankhaft sein. Du musst darauf "aufpassen" denn wenn er das bemerkt, ... könntest du ihn verlieren. Es ist nicht gut, einen Partner so in die enge zu treiben, verstehst du was ich dabei meine? Wie würdest du dich fühlen, wenn er so über dich denken würde, voller Eifersucht dich so einengen würde? Würde dir bestimmt auch nicht gefallen, oder?

Zitat:
An manchen Tagen geht das so weit, dass ich einfach nur noch weine und mich total hilflos fühle, weil ich meine Gedanken nicht mehr im Griff habe. Ich habe dann gar keine Antriebskraft mehr, fühle mich total leer und frage mich, ob ich vielleicht einfach nicht dafür geschaffen bin, eine Beziehung zu führen. .

.. du laugst dich selber damit AUS!

Zitat:
Denn ich weiß, dass ich meinem Freund eigentlich vertrauen kann, er würde mich nie betrügen, ist ein sehr ehrlicher Mensch und kümmert sich toll um mich. Ich habe auch schon öfter mit ihm darüber geredet, da er so etwas jedoch noch nie erlebt hat, fällt es ihm schwer meine Gefühle nachzuvollziehen, was es für mich nicht wirklich einfacher macht.

Wenn du mich fragst, und das tust du ja nicht, ... Pass auf das dass mit dir nicht "durchgeht"! Sonst verlierst du ihn noch und das willst du aber auch nicht oder? Ich würde das nicht wollen aber wenn ich eine Partnerin, so eine wie dich die mir auf schritt und tritt nicht vertraut, mich ggf., noch unter Beobachtung stellen würde, mich täglich, stündlich anruft,.... würde ich das auch nicht hin nehmen wollen. So eine hatte ich auch mal außer das Sie mich zu überwachen begann, aber es ging schon langsam in diese Richtung. Ich war derjenige der Schluss machte nicht Sie. Ich finde das dass was Sie mir da an tat, nichts mehr von Liebe war, eher schon "Besessenheit".

Sorry aber so war das eben.



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  09.01.2018 20:12  
Ich (männlich) habe genau das gleiche Problem. Und mir damit zwei Beziehungen ruiniert. Habe noch keine Strategie dagegen gefunden, obwohl ich es weiß kann ich nichts gegen die überwältigenden Emotionen und dieses Ziehen im Bauch, diese Spannung machen und dieses Gefühl der Unsicherheit was fast schon in Paranoia übergeht.



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  22.01.2018 17:04  
3 Monate Beziehung sind nicht viel. Ihr seid mitten in der Kennenlernphase, es fehlt noch die Beständigkeit, das Vertrauen und eine gemeinsame Routine. Es ist der falsche Weg die eigenen Ängste auf den Partner zu übertragen denn "er könnte sich ja schließlich öfter melden, ihm tut es nicht weh und mir würde es viel bedeuten", wie du selbst schreibst. Nicht dein Partner ist von Ängsten geplagt sondern du und es ist deine Aufgabe zu erforschen woher das kommt, in welchem Verhältnis du zu dir selbst stehst. Ängste haben immer auch etwas mit dem Selbstwert zu tun. Wenn du derart unter Druck stehst brauchst du zu deinem Freund gar nichts sagen um dennoch Unsicherheiten, Eifersucht etc. zu übertragen. Du machst damit nicht nur dir selbst Druck, sondern auch ihm und der Beziehung. Das wird auf Dauer kein normaldenkender Mensch mitmachen.

So wie du deine Vorbeziehungen beschreibst waren das auch schon keine gesunden Strukturen. Ich denke, du solltest lernen mehr bei dir selbst zu bleiben, auf deine Wünsche und Bedürfnisse zu achten und dich nicht von einer Beziehung so abhängig zu machen. Eine Beziehung sollte eine nette Beigabe sein aber nicht Lebensinhalt. Du schreibst, dass du bereits therapeutisch begleitet wurdest. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Therapie nicht wirklich abgeschlossen war in dem Sinne das du neue und gute Bewältigungsstrategien erlernt hättest ansonsten würdest du mit diesen Situationen auch anders umgehen. Sicherlich wäre es nicht verkehrt erneut einen Therapeuten aufzusuchen.



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  31.01.2018 16:30  
Liebe travelenthuisast,
Ich weiß leider wovon du sprichst.
Als ich deinen Text gelesen habe...war es als würdest du mir aus der Seele sprechen.
Du vertraust ihm, aber wirst von diesen schrecklichen Gefühlen und Gedanken geplagt...
Ich hab wirklich schön vieles versucht, um das los zu werden. Aber es ist sehr tief verwurzelt in meinen Gedanken.
Ich weiß was du meinst mit die Gedanken nicht mehr im Griff zu haben.
Und alle sagen immer...Suche den Fehler bei dir...Du bist schuld...Du hast Probleme
Aber ich sehe das nicht ganz so in schwarz weiß.
Es gibt einfach Menschen die sind sehr freiheitsliebend und sehen keinen Grund sich mal zu melden oder was mit dir so viel zu Unternehmen. Und für diese Personen ist Eifersucht ein Fremdwort.
Und dann gibt es Menschen wir und die das was sie haben so sehr lieben...und sich nicht vorstellen könnten ohne den anderen zu leben.
Wir bemühen uns, machen kleine Überraschungen, nehmen hin, versuchen uns zu verbessern...Für unseren Partner
Aber wir vergessen ganz oft auch mal was für uns zu machen!
Und gibt der Partner manchmal das Gefühl, nicht wesentlich in seinem leben zu sein, oder nucht begehrenswert und so fällt unser Selbstwertgefühl...das ist Nährboden für Eifersucht
Wenn du zu einer Therapie gehen willst denke ich dass das gut wäre...vllt eine Gruppentherapie
Dort trifft man Menschen denen es ähnlich geht und dann kann man das gemeinsam bewältigen...
Ich hoffe dass ich dir irgendwie weiter helfen konnte!
Gruß Melli


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