Weisst du Puschel, ich denke, damit hat jeder hier im Forum zu kämpfen. Man hat so seine Grundstruktur. Piepsegal jetzt, welche.
Wenn jetzt alles in Ordnung wäre, müsste man darüber überhaupt nicht nachdenken. Aus irgendeinem Grund heraus leiden wir aber an dieser Struktur. Wir sind ängstlich, unzufrieden, traurig, usw., was bedeutet, etwas läuft doch schief.
Nur, wenn's uns belastet, dann doch , weil wir nicht klarkommen.
Zitat von puschel1990:Ich habe keine Lust mehr, ständig gegen diese Mauer anzurennen, ich würde am liebsten aufgeben. Und oft kommt dann, den Sündenbock in ihm zu suchen. Und sauer und traurig und enttäuscht zu sein dass er mich wieder mal vernachlässigt.
Hier hast du es. Hier steckt dein Problem. Und du wirst noch lange damit zu tun habe, wenn du deine Ansprüche weiterhin so hoch halten tust. Ich sage dir, manchmal ist weniger total ausreichend. Es lebt sich damit viel besser. Allerdings heisst das auch, manchmal Abstriche machen zu müssen. Und diese Abstriche kannst du selbst definieren. Musst es sogar, denn nur so gelangst du zur Zufriedenheit.
Ich denke wir sind hier alle ein bisschen auf dem Extremmodus unterwegs. Daraus resultieren dann unsere Probleme. Zuviel Ehrgeiz, zu wenig Selbstbewusstsein, zu grosse Erwartungen, zu wenig Durchsetzungsvermögen, zuviel Angst, zu wenig Selbstvertrauen.
Hier ist nix, das ein Mittelmass beschreibt. Und das Mittelmass wäre, Ehrgeiz auf das beschränken, das erreichbar ist, ohne sich zu sehr zu stressen. Ein gesundes Selbstbewusstsein zu erlernen, indem man sich seiner selbst überhaupt mal bewusst wird. Erwartungen daran knüpft, was tatsächlich zu erwarten ist, Dinge durchzusetzen, die es auch wirklich wert sind, Ängste reduziert man, indem man sie benennen kann, und wenn man darüber wirklich schlüssig und ehrlich nachdenkt, kommt automatisch, Schritt für Schritt,das gesunde Selbstvertrauen.
Und weisst du was? Dieses Arbeiten an sich selbst wird dann dein ständiger Begleiter werden, denn unsere Grundstruktur will uns immer wieder rückfällig machen. Sonst würdest du hier im Forum nicht von so vielen Rückschlägen lesen.
Merkst du ja selbst. Zwischenzeitlich kannst du schon gut reflektieren und dann krachst du wieder in dein altes Schema und bist verzweifelt.
Glaub nur nicht, dass ich nicht ähnliche Situationen durchmachen muss. Nur hab ich über die langen Jahre Techniken erlernen können, die mich auf dem Seil halten. So stell ich mir das immer vor. Mein Drahtseilakt, den ich zu bewältigen habe. Wanken ist ok, abstürzen bitte nicht.
Vorher leg ich mal eine Pause ein um das Wanken auszugleichen. Und Pause bedeutet bei mir, Situationen ganz klar zu bewerten und klare Entscheidungen für mich zu treffen.
Bei dir würde das als Beispiel bedeuten, Hirn einschalten um dir ernstlich klarzumachen, dass deine Befindlichkeiten zwar empfunden werden, die aber bei jedem anderen Partner auch zu Tage treten würden. Und ein echter Gewinn nur daraus besteht, mit denselben deinen Frieden zu schliessen. Sprich, eine Realität zu akzeptieren, die nicht immer das ist, was man sich wünscht.