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Liebe Leute! Ich leide unter totaler Bindungsangst! Immer wenn eine Beziehung auf mich zukommt finde ich alle möglichen Gründe warum ich meinen Partner nicht lieben könnte!

05.10.2017 18:32 • 13.10.2017 #1


15 Antworten ↓


Das ist ein Fall für @Hoffnungsfroh

05.10.2017 21:12 • x 1 #2



Leide unter totaler Bindungsangst

x 3


Coru
Willkommen im Club

05.10.2017 21:12 • #3


Hoffnungsfroh
@StubenTigerin Danke!

Liebe Mimi,

herzlich willkommen im Forum bei den Bindungsangst Betroffenen!
Den ersten Schritt hast du ja schon mal gemacht: erkannt, dass du ein Problem hast. Kommen denn noch weitere Gedanken oder Fluchttendenzen auf, wenn es näher mit dem Mann Wird? Gehst du gar nicht erst in eine Beziehung mit ihm oder beendest du die Beziehung ziemlich schnell wieder? Wobei "schnell" relativ ist! Manche harren jahrelang in der Beziehung aus. Es gibt auch dann noch genügend Spielraum, um sich nicht richtig tief einlassen zu müssen. Ich empfehle immer wieder gerne die Seite von Bindungsangst Coach Silke Neuschulz in Hannover. Dort findest du viele hilfreiche Informationen rund ums Thema BA und VA (Verlustangst):

http://www.silke-neuschulz.de oder http://www.bindungsangst.coach

06.10.2017 12:18 • #4


Ich möchte gerne eine Beziehung eingehen aber ich suche alle möglichen Gründe es nicht zu tun. Zb hat mein Freund eine leichte Gehbehinderung und die hat mir nie Angst gemacht. Aber jetzt aufeinmal wo es ernster wird habe ich große Angst. Ich habe immer wieder das Gefühl ausbrechen zu müssen da es ernst wird. Ich drehe mich immer wieder im Kreis mit meinen Gedanken

06.10.2017 15:21 • #5


Hoffnungsfroh
Hast du in der Kindheit nicht "Nein" sagen dürfen oder dich für deine Mutter/Vater/Oma verantwortlich gefühlt? Dürftest du dich abgrenzen und gut für DICH Sorgen? Oder hast du Gefühle zurück stecken müssen, um Mama oder Papa glücklich zu machen?

06.10.2017 15:32 • #6


Zitat von Hoffnungsfroh:
Hast du in der Kindheit nicht "Nein" sagen dürfen oder dich für deine Mutter/Vater/Oma verantwortlich gefühlt? Dürftest du dich abgrenzen und gut für DICH Sorgen? Oder hast du Gefühle zurück stecken müssen, um Mama oder Papa glücklich zu machen?


Das trifft auf mich zu. Inwiefern hat das mit Bindungsangst zu tun?

06.10.2017 16:17 • #7


Hoffnungsfroh
Das Gefühl zu haben, sich nicht abgrenzen zu dürfen und für die Gefühle der anderen verantwortlich zu sein, führt oft dazu, dass sich diese Menschen zu anpassungsfähigen, hilfsbereiten und gleichzeitig hohe Ansprüche an andere habende entwickeln. Wenn ICH ständig im Unterbewusstsein verankert hätte, dass ich für das Gefühl (Glück der Mutter, Ärger des Vater, Kummer der Schwester nach unfairer Behandlung durch die Eltern...) meiner Lieben verantwortlich bin, dann wäre ich im Dauerstress! Ich würde garantiert jede Nähe/Liebe zu einem Menschen boykottieren, um nicht in dieses Stressgefühl zu kommen. Das nennt sich Bindungsangst durch Co-Abhängigkeit in Beziehungen. Gilt als No. 1 Ursache für BA. Ein anderer Begriff dafür ist Beziehungsvermeidung.

06.10.2017 16:27 • x 1 #8


Das macht mich wütend

06.10.2017 16:38 • #9


Hoffnungsfroh
Meine Antwort oder dass es so sein könnte und zur BA geführt hat?

06.10.2017 16:45 • #10


Dass ich wegen meines Elternhauses so sehr leiden muss

06.10.2017 16:53 • #11


Hoffnungsfroh
Ja, das kann ich so gut nachempfinden! Ich war während der Therapie mal an einem Punkt, an dem ich RICHTIG wütend auf meine Eltern war und losgebrüllt habe. Mein Therapeut hat mich anschließend dazu beglückwünscht, dass ich nun endlich "an meine Wut gekommen bin" und sie dorthin gelenkt habe, wo sie hin gehört. Ich war nach meinem Wutausbruch völlig erschöpft. An diesem Tag habe ich begriffen, dass es bei uns zuhause nicht erwünscht war, dass wir Kinder wütend wurden. Da gabs dann als Kind Abwertungen, Strafen, Demütigungen und immer wieder die Emotionsdruckkeule wie: "schäm dich!" oder emotionale Druckauslöser wie "Nimm dir doch ein Beispiel an Katrin! Die benimmt sich IMMER gut!"

Dass du aus einem Elternhaus CoDa mitbringst, ist zwar tragisch, aber nicht unüberwindbar. Ich habs ja auch geschafft

06.10.2017 17:18 • #12


Ich hab leider kein Geld für Beziehungs-Coachings.

Was ich tun kann, ist mich selbst beim Anbandeln zu beobachten, zu analysieren und aus Fehlern zu lernen.

Ich habe morgen ein Date mit einem Mann, der mich vor vier Tagen auf der Straße angesprochen hat. Mal sehen, was dabei rauskommt

06.10.2017 17:23 • #13


Hoffnungsfroh
Wenn du mit CoDa zu tun hast, dann möchtest du dem anderen gefallen und willst gewollt werden. Ein Anfang wäre, wenn du morgen immer wieder einmal während des Dates inne hälst und in dich hinein fühlst, wie es DIR geht. Ob du dich (noch) spürst und was du in dir spürst. Dass du nicht darauf angewiesen bist, ob er dich toll, attraktiv oder liebenswert findet. Denn DU findest dich wunderbar so wie du bist.

Wenn das Geld für BA Therapie oder Coaching fehlt, kannst du ganz bestimmt einiges für dich tun. Wahrnehmen und analysiere, hast du ja bereits gesagt. Positive Affirmationen (positive Glaubenssätze entwickeln) wie

"Ich bin goldrichtig mit all meinen Gefühlen!"
"Ich bin liebenswert!"
"Ich bin verletzlich und ich sorge gut für mich!"
"Einen schei. muss ich!"

Einstellsätze: mit dem ersten beginnen. Und den bis zu 300 mal am Tag hörbar zu dir sagen.
Dein Unterbewusstsein weiß nicht, ob du mit der Wand oder einem Menschen oder der Pflanze sprichst. Es benötigt jedoch ein hörbares Auseinandersetzen. Immer raus damit!


Auf der Seite von Bindungsangst Coach Silke Neuschulz findest du Literatur zu BA / Co Abhängigkeit. Ist auch ein Einstieg.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du morgen ein schönes Date und vor allem eine gute, wahrnehmbare Zeit mit DIR hast!

06.10.2017 18:03 • x 1 #14


Rosenroth
Liebe @Hoffnungsfroh danke für diese wichtigen Beiträge. Mir geht's genauso, ich habe mich so vor 2 Jahren an die Arbeit gemacht und bin immer wieder furchtbar wütend auf meine Eltern gewesen. Auf die narzisstischen Tendenzen, die ich wahrnahm, auf das In-Watte-gepackt-Werden, auf das Gefühl, ein ganz liebenswertes Kind zu sein, solange ich auch das mache, was man von mir erwartet.
Erst als ich eine Art depressiven Zusammenbruch bei meinem Freund hatte, der sicher ein toller Schwiegersohn etc. wäre, habe ich gemerkt, dass ich länger irgendwie fremdbestimmt war. Meine Mutter würde das alles abstreiten, würde mich als zu empfindlich abtun etc.
Daher meine Frage: Wie geht ihr das mit den Eltern an? Denn ich fühle mich ja als Opfer dieses Elternhauses und schiebe meine Unfähigkeit in Beziehungen u.a. darauf, aber ich sehe natürlich auch ihre Unfähigkeit, sonst muss man ja keine derartige Macht auf das eigene Kind ausüben. (Ich versuche jetzt immer mal Gespräche mit meiner Mutter zu führen, wo ich ihr "wahres" Gefühl abfrage, Wut, Trauer etc. konnte sie vorher nie zeigen.)
Meine andere Frage: Mir geht es wiegesagt genauso. Ich bin überfordert mit Menschen, die sich mir gegenüber abhängig verhalten und trotzdem wünsche ich mir natürlich (nicht zuletzt um wieder mal alles richtig zu machen hehe) eine Beziehung ohne ungesunde Verhaltensweisen. Da ich gemerkt habe, dass ich keine Lust auf Partner habe, die mich schlecht behandeln, habe ich jetzt einen, der mich wunderbar behandelt. Nur, weil die Distanz eben abnimmt und wir immer mehr zusammen wachsen, wächst mit der Nähe auch der Druck. Und das nährt natürlich wieder das CoDa-Problem. Wie geht ihr damit um?

13.10.2017 14:12 • #15


Hoffnungsfroh
Das Eltern Thema ist für mich eines der schwierigsten. Es ist ja so, dass CoDa in Beziehungen ein von den Eltern übernommenes, erlerntes Verhaltensmuster ist. Die Generation meiner Eltern hat sich jedoch niemals mit psychologischen Themen oder Problem ernsthaft auseinandergesetzt. Deshalb kann ich nur bedingt gut klären, was ich für mich eigentlich noch zu klären habe. Wenn ich mit ihnen zusammen bin, fallen mir die typischen CoDa Verhaltensmuster sehr auf und so kann ich für mich feststellen, wie weit ich in meiner Entwicklung bin. Zu beobachten, wie die ihr eigenes System pflegen und sich Bilderbuchmäßig co-abhängig in ihrer eigenen Beziehung verhalten, lässt mich manchmal tatsächlich schmunzeln. Es geht gar nicht mehr darum irgend jemandem eine Schuld zuzuweisen. Unsere Eltern sind ja aus eigenen kranken Systemen gekommen und daraus erwachsen. Ich bin inzwischen überzeugt, dass sie ihr Leben miteinander gut arrangiert haben. Etwas, dass mir eben immer sehr schwer gefallen ist. Ihre Verhaltensmuster, die dazu geführt haben, dass ich mich minderwertig und ungenügend und nicht liebenswert fühle, die machen mir allerdings auch heute noch sehr zu schaffen. Ich bemühe mich dann, ihnen eins zu eins im Augenblick des Geschehens klar zu verdeutlichen, was der Satz, den sie gerade gesagt haben, an Gefühlen in mir auslöst. Manchmal sind sie betroffen, ein anderes Mal lassen sie es gar nicht an sich ran und tun es ab. Mir ist wichtig, dass ich Verhaltensmuster als co-abhängig typisches Verhaltensmuster erkennen und entsprechend entgegengesetzt handeln kann. Meine Eltern mache ich heute für meine Gefühle nicht mehr verantwortlich. Da ist eben das Motto: eigenverantwortlich mit meinen Gefühlen leben. Ich bin die Gestalterin meiner Gefühle. Ich bin der Mensch, der für sein Leben verantwortlich ist.
Da es nicht mehr viel mit meinen Eltern zu klären gibt, ich mich nicht mehr andauernd rechtfertigen möchte, ihnen nichts mehr erklären möchte und sie auch nicht mehr bekehren möchte, lässt der CoDa Druck entsprechend nach.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenige Menschen, die co-abhängig sind, die typischen Verhaltensmuster ihres Wesens überhaupt kennen. Denn wie kann ich etwas konsequent wahrnehmen, entschlüsseln und verändern, wenn ich gar nicht weiß, welche typischen Verhaltensmuster ein Co-Abhängige Mensch hat? Auch da finde ich die Infoseite http://www.bindungsangst.com sehr hilfreich. Dort gibt es auf einer Seite die Leitsymptome von CO-Abhängigen.

13.10.2017 19:43 • #16



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