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Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier. Bin mehr oder weniger durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und möchte nun einfach nur einen Rat haben!

Ich versuche mal meine Situation kurz zu beschreiben: Vor einigen Monaten lernte ich einen Mann im Internet kennen. Wir schrieben uns unzählige Nachrichten und verstanden uns von Anfang an prächtig. Die Gespräche mit ihm waren einfach herrlich. Ich fühlte mich so verstanden und konnte mein Glück kaum fassen, so einen tollen Menschen kennengelernt zu haben.

Irgendwann war es dann wohl passiert: Ich hatte mich ein wenig verguckt. Ich teilte ihm das auch mit. Dachte, dass ich mit Ehrlichkeit am weitesten komme. Seine Antwort darauf schockte mich, aber im positiven Sinne. Ihm ginge es ganz genauso. Er würde fast nur noch an mich denken. Doch er schrieb auch, dass er Angst hat, wieder verletzt und betrogen zu werden (so wie in seiner Vergangenheit). Genaueres wollte er dazu nicht schreiben. Und ich fragte auch nicht nach. (Vllt. hätte ich es tun sollen?!)

Jedenfalls trafen wir uns irgendwann endlich, konnten es beide kaum erwarten. Auch im echten Leben verstanden wir uns sehr gut. Doch nach dem Treffen wurde alles anders. Der Kontakt ging deutlich zurück. Ich hatte das Gefühl, er wolle mich von sich weisen. Es gab ein großes Hin und Her und ganz viele Missverständnisse. (Das ist halt leider der Nachteil des Internets).

Irgendwann kam dann eine Nachricht von ihm, dass er es leid wäre, er so nicht mehr weitermachen wolle, es aber nicht an mir, sondern an seinem gestörten Vertrauensverhältnis gegenüber anderen Menschen liegen würde.

Ich war einfach nur perplex und schrieb darauf nichts mehr. Bis ichs irgendwann nicht mehr ausgehalten habe und wieder den Kontakt zu ihm suchte. Doch es kommt einfach nichts mehr von ihm zurück. Ich bin fast am Verzweifeln. Ich habe erst überhaupt nichts verstanden. Bin immer noch ziemlich ratlos… dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich nach Enttäuschungen nur noch sehr schwer anderen ggü. öffnen können und wollen. Stattdessen dann, wenns ernster wird, lieber einen Rückzieher machen, ohne es wirklich probiert zu haben. Ich kannte so etwas bisher noch nicht und brachte erst kein Verständnis dafür auf, da es in meinen Augen irgendwie feige war. Ich selber wurde auch schon mal von anderen verletzt, enttäuscht oder ausgenutzt. Habe mich aber deshalb nicht gleich anderen ggü. Komplett verschlossen?!

Aber dieses Forum hat mir ein wenig die Augen geöffnet und ich würde jetzt so gerne einen Rat von jemanden haben, der mir das alles vielleicht ein wenig genauer erklären könnte.

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, mit dieser Sache abzuschließen, so unendlich weh es momentan auch noch tut. Aber jetzt gerade denke ich wieder, dass ich vielleicht doch nicht locker lassen sollte. Ich würde ihm am liebsten helfen und ihm zeigen, dass er mir vertrauen kann!

Oder hat das keinen Zweck und ich würde nur gegen eine Wand reden? Irgendwie muss man doch helfen können?! Will er sein ganzes Leben lang Angst vor Enttäuschungen haben etc.? Das kann doch nicht ewig so weitergehen?

Was meint ihr? Soll ich kämpfen oder ihn gehenlassen? :‘(

05.05.2011 02:15 • 12.06.2011 #1


8 Antworten ↓


ohman, ich bin grad wieder total verzweifelt
dachte bis vor wenigen Wochen, dass ich eigentlich über ihn hinweg wäre. Das bin ich aber keinesfalls.
Ich denke immernoch tagtäglich an ihn, es erinnert mich soo vieles an ihn.
Ich war wirklich auf einem guten Weg ihn zu vergessen. Aber seit Tagen schwirrt er mir wieder immer hüufiger durch den Kopf und irgendwie kann und will ich ihn doch nicht vergessen...

Ich weiß ganz genau, dass er auch wollen würde. Aber anscheinend ist seine Angst, wieder verletzt zu werden, um ein Vielfaches stärker und er verschließt sich deshalb.
Gibt es denn keine verdammte Lösung? Kann ich denn überhaupt gar nichts tum, um sein Vertrauen zurückzugewinnen? Ich bin am Verzweifeln...
mir geht es so mies. Irgendetwas hält mich davon ab, ihn zu vergessen, irgendetwas sagt mir, dass da doch noch ein minmaler Funken Hoffnung ist...

Ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine Nachricht von ihm. Nur dann würde ich endlich wieder glücklich sein können, habe ich das Gefühl... :'(

04.06.2011 19:34 • #2




Hallo,

ich glaub,ich kann Dich gut verstehen.
Vor ein paar Jahren hab ich mich noch einmal heftig verliebt, mit 52.
Er war 6Jahre jünger,als ich, und unglaublich schön.
Es ging mir,wie Dir:ich konnte mein Glück kaum fassen, als es so aussah,als swenn es ihm ähnlich ging. Es begann eine ungeheuer aufregende Zeit.
Obwohl,ich merkte auch von Anfang an,dass hier irgendwas vollkommen anders war.
Es klingelten ständig "Alarrmglocken",er "machte"mich ständig an,aber er unternahm nichts.
Ich war völlig kirre. Ein elender Junkie.
Wir hatten dann auch eine "Beziehung",etwa 1Jahr lang.
Es war eine totale Achterbahnfahrt.
Es war wahnsinnig schön. Aber er war in sich verschlossen,er hatte eine unüberwindbare
Mauer um sich.
Ich habe es nicht begriffen,dass er gleichzeitig gaanz kalt und furchtbar unnahbar war.
Dann bin ich durch Zufall im Inet auf das Thema "Borderline" gestoßen.
Für mich war es eine Offenbarung.
Ich weiß nicht, ob er daran litt,aber irgendeine schwere Personlichkeitsstorung war es,da bin
ich sicher. Gleichzeitig fand ich dadurch heraus,das ich zumindest auch am "Helfersyndrom" leide,was auch nicht "ohne" ist.
Also,vllt. guckst Du mal bei "Persönlichkeitsstorungen",vllt. hilft es Dir weiter.
Alles Gute!
Nelly.

04.06.2011 21:36 • #3


Hallo Nelly,

vielen Dank für deine Antwort!
Magst du erzählen, wie es "ausgegenagen" ist? Anscheinend habt ihr wohl auch keinen Kontakt mehr, oder? :/ Ich finde sowas unfassbar traurig...

Und auch vielen Dank für den Tip mit der "Persönlichkeitsstörung", ich habe gegoogelt und bin auf "Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung" gestoßen. Das könnte wirklich bei "meinem" der Fall sein. Darüber zu lesen hat mir ein Stückchen weitergeholfen, aber dennoch wünschte ich mir nichts sehnlicher, als man darüber reden könnte :/ Er verletzt mich ja auch so unendlich verletzt mit dem plötzlichen Kontaktabbruch (auch wenn ich da nicht ganz unschuldig bin, das weiß ich. Ich wünschte wirklich, man könnte die Zeit zurückdrehen).

Manchmal denke ich mir, wenn ich ihm immer und immer wieder schreiben würde, dass ich evtl. so sein Vertrauen wiedergewinnen könnte. Aber andererseits habe icha uch Angst, ihn so wirklich ganz und für immer zu verlieren. Und wenn sowieso keine Antwort von ihm käme, das würde mich noch mehr verzweifeln lassen...

Ich verstehe nur nicht, wieso es mir so unendlich schwerfällt loszulassen. Ich war doch fast soweit.. doch nun stehe ich wieder am Anfang...

05.06.2011 11:21 • #4


Hallo Du,

tja,wie es ausgegangen ist...
irgendwie so,wie es anfing, ich wollte noch, er scheinbar auch,aber durch die vielen
Abbrüche der Vergangenheit,hatten wir den Mut verloren,ich jedenfalls.
Ich hatte immer das Gefühl,wenn ich ihn nochmal "anmache",dann ist das zuviel,
und wenn ich gar nichts mache,ist er traurig,fühlt sich nicht mehr geliebt.
Es war irgendwie traurig.
Ich hatte mal,längere Zeit davor,in einer Zeitung gelesen,über Typen,mit Angst
vor Nähe,da wär immer Vorsicht geboten.
Ich habe immer seine tiefe Traurigkeit gefühlt, das war fürchterlich,ich hatte immer
irgendwie Sorge um ihn.
Ich fühlte seine starken Stimmungsschwankungen, es war total anstrengend,
aber es war meine intensivste Erfahrung,und,wie gesagt,auch wahnsinnig schön.
Ja, ich hab dann aufgegeben,nachdem er sich nicht meldete.
Ich war ja auch irgendwie zur Klette geworden, was ich vorher nie war.
Diese starken,negative,wie positiven Gefühle, das war zu anstrengend.
Ich war auch bei den ängstlich,vermeidenden,bzw.hab darüber gelesen,
ich weiß nicht,genau,was er hatte,aber,für mich war es zu schwer.
Ich war nur froh, mit Hilfe dieses Wissens diese Sache verarbeiten zu können,
und ihn letztendlich loslassen zu können. Aber,es braucht Zeit.
Was Du so schreibst,kommt mir SEHR bekannt vor.
Pass gut auf Dich auf,
LG, Nelly.

05.06.2011 11:57 • #5


Oh Gott, das was du schreibst kommt mir auch sehr bekannt vor. Viele Abbrühe, Mut verloren. Bis dann irgendwann nichts mehr kam. Wenn ich das so lese, könnte ich fast schon wieder losheulen. Ich finde das einfach megatraurig
Man will doch eigentlich... aber da ist eben diese Blockade...

Ich ärgere mich nur leider immer wieder, dass ich seine "Zeichen" nicht so ernst genommen habe. Aber wie schon geschrieben, damals war mir das gar nicht bewusst, dass es so etwas wirklich gibt.

Ich bin nun auch etwas erleichtert, die Sache mittlerweile etwas besser verstehen zu können. Bin aber leider immernoch der felsenfesten Überzeugung, dass man solchen Menschen doch irgendwie helfen sollte und auch könnte. Wenn diese es denn zuließen. Es ist ein Teufelskreis...

Ich hoffe, dass ich dich jetzt nicht mit meinen Posts durcheinander bringe und die alten Wunden bei dir wieder aufgehen. Das möchte ich auf keinen Fall.

Also vielen Dank nochmal, liebe Nelly! Deine Antworten haben mir wirklich ein wenig die Augen geöffnet!

05.06.2011 12:40 • #6


Hallo,
...alte Wunden?
Nein, mach Dir keine Sorgen.
Natürlich behält dieser Mensch immer einen Platz in meinem Herzen,
ich werd ihn nie vergessen,
ABER: ich bin wahnsinnig froh, das alles vorbei ist.
Es war eine "süchtige" Liebe,und da gibt es nur die absolute Abstinenz.
Weißt Du, Du darfst nicht denken..."ach hätt ich das mal nicht gemacht,und dies,usw..."
Solchen Menschen mit solch einer tiefen Amnivalenz in sich,denen kann man es nie Recht
machen.
Ich finde, Du hast insofern etwas Glück,dass Du nicht ganz so blauäugig wie ich in
so eine Sache schlitterst.
Den "Bordies" sagt man diese unglaubliche Faszination nach,ich war praktisch,von Anfang an,
als ich ihn zum ersten Mal sah, ja,abhängig.
Es ging mehreren Frauen aus meinem Bekanntenkreis wie mir,nur die waren/sind älter als ich,
sodass ich das Vergnügen hatte,ihn näher kennenzulernen.
Aber,wie bei Dir, ich wollte,ich MUSSTE ihn haben,er "ließ mich nicht mehr los".
Ich hab dann zum verarbeiten auch längere Zeit in einem Borderline-Forum geschrieben.
Also der Austausch hat viel geholfen,aber,da siehst Du,wie ich arbeiten mußte, vllt. ist das gut,wenn es Dir erspart bleibt!
Ich kenn auch diesen Satz von Dir so gut,und von den anderen,aus dem besagten Forum:
"wenn wir doch bloß über das alles reden könnten....."
Nein, wenn es Dir irgendwie hilft, dann schreib,und schreib.......

05.06.2011 13:51 • #7


ich vermisse ihn gerade soo unendlich doll.. würde am liebsten einfach anrufen, um einfach nur seine schöne stimme zu hören oder am liebsten direkt zu ihm hinfahren :'(
habe heut schon wieder von ihm geträumt und davon, dass alles wieder gut wird..
ohman,wieso lässt es mich einfach nicht los? ich kann mich auf gar nichts mehr konzentrieren :'( ich zerreisse innerlich

11.06.2011 22:25 • #8


Hallo,

na,wie gehts Dir denn heute so?
Bin grad selbst etwas (sehr) neben der Spur.
Vorhin hat mir aber eine liebe Frau hier a.d. Forum wieder
etwas a. d. Beine geholfen.

Weißt Du,es ist okay,wenn Du ihn belagerst,
ich hab das damals auch gemacht.
Bin mal spät abds. zu ihm gefahren,weil er auf meine Nachrichten auf seinem AB
einfach nicht reagierte,und ich mir wieder einbildete,
ich müsse mir ja,ach soo Sorgen machen....
Als ich bei ihm vor der Tür stand,war er ziemlich herablassend.
Ich durfte aber rein,und noch eine Zig. bei ihm rauchen.
Danach hätt ich mich sooo i.d. A...... beißen können.
Weil ich noch so erbärmlich süchtig war.
Heute hab ich mir das längst verziehen, er sowieso,weil,danach sind
wir ja noch ne Weile umeinander rumgeschlichen,sinnlos.....

Also,was Du jetzt auch tust,es ist okay,solang Du Dir nicht schadest,
LG, Nelly.

12.06.2011 20:34 • #9




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