Zitat von Gretel:
Sehr schön, du hast wirklich verstanden was ich meinte.
Aber schon vor der flower-power zeit, sogar buddhistische gedichte 1000 jahren vor geschrieben, hatten diese einstellung "zufällig uns treffen ist authentische göttliche liebe"...wie gesagt, in den letzten jahren war ich auch einverstanden, bis mein psychiater gesagt hat ich leide unter bindungsangst seit immer, wahrscheinlich.
So, die enzige erklärung die ich finde ist diese: alle diese menschen hatten bindungsangst aber sie waren nicht bewusst, weil damals es nicht so viele kenntnis gab, wahrscheinlich.
Ich habe alle diese bücher weggeschmissen auf jeden falls, Osho vor allem, er war sehr krank...
Auch wenn die fernöstliche Spiritualität ein paar gute Seiten hat, mich hat schon immer dieses "man ist erst frei, wenn man frei von jeglichem Sehnen, Wünschen, Brauchen ist" gestört. Der Mensch ist nun mal ein Wesen, was nicht nur Verstand sondern auch Gefühle hat und beides für ein gesundes, ausgeglichenes Leben braucht.
Der Buddhismus - so meine Einschätzung - führt seine eigene These ad absurdum, da er
anstrebt (und hinter jedem Streben steckt ja wieder ein starker Wunsch), sich von Gefühlen wie Wünschen und Sehnen und Brauchen zu distanzieren, um Leid zu vermeiden. Da steckt eine Vermeidungshaltung dahinter. Solange der Mensch hofft, leidet er. Solange der Mensch sehnt, kann er enttäuscht werden. Solange der Mensch etwas/jemanden braucht, ist er verletzlich. - All das will der Buddhismus vermeiden, indem der Mensch sich von Sehnsüchten und Wünschen entkoppelt. Aber in meinen Augen ist dies kein guter Weg. Mit diesem "Deal" kippt man das Kind im Bade aus, denn was wären wir Menschen ohne unsere Hoffnungen, Träume, Sehnsüchte? Die Liebe, die der Buddhismus praktiziert, ist in meinen Augen absolut kopflastig, aber Liebe findet im Herzen statt. Oftmals ohne Vernunft, was mitunter zu derben Problemen führt, aber es ist etwas dran am "Das Herz will was es will". Sicherlich sollte man, wenn man immer wieder über ein bestimmtes Muster ("Beuteschema") in schwierigen Partnerschaften landet, mal genauer hinschauen, warum das so ist und ob es wirklich Liebe ist, die einen dahinführt oder nicht eher der unbewusste Versuch, eigene Defizite auszugleichen. Dennoch gehört zum Menschsein das Fühlen dazu, wäre unsere Welt kopflastig, wäre sie nicht mehr lebenswert. Mit dem Begriff der "göttlichen Liebe" wäre ich übrigens etwas vorsichtig, weil diese Begrifflichkeit sehr gerne benutzt wird, um die eine oder andere Form von Liebe oder was auch immer hervorzuheben und anderes zurückzustellen.
Was hilft es Dir nun aber zu wissen, dass es noch viele andere Menschen gibt, die unter Bindungsängsten leiden? Das dürfte Dir nicht weiterhelfen. Wenn nicht nur ich ein Parkknöllchen kriege sondern auch die drei anderen Autos, die mit mir im Parkverbot stehen, dann muß ich trotzdem mein Knöllchen bezahlen, es wird nicht billiger dadurch, dass ich nicht die einzige Parksünderin bin.
Du solltest Dich nicht auf solche Bücher fixieren, denn sie werden Dein Problem nicht lösen, im Gegenteil.