Bevor das anfing hatte ich auch schon Panikattacken weil ich dachte, ich hätte einen Herzfehler. Außerdem hatte ich schon Rheuma und damit Angst, ganz früh sterben zu müssen und kein lebenswertes Leben mehr führen zu können, hatte Leukämie bereits als 8 Jährige, einen Hirntimor und schizophren war ich auch schon
Ich hatte nach dem extremen Ausbruch außerdem auch Angst vor Depressionen und einer Psychose.
Das war alles nicht schön. Sagt aber doch über uns alle einiges aus.
Wir hören einfach zu stark in uns rein und fangen an zu grübeln weil wir Angst davor haben, nie wieder gesund und glücklich sein zu dürfen.
Weil uns das so wichtig ist. Ebenso wie unsere Beziehungen.
Interessant finde ich auch, dass sich jede dieser Krankheitsängste auch so angefühlt hat als hätte man tatsächlich alle passenden Symptome, die aber alle nur der Angst entsprungen waren.
Da kann man auch Parallelen erkennen zu dem reinen rocd.
Achja: das mit dem grübeln kenne ich auch. Ich denke, das ist was der gemeine Mensch unter Akzeptanz bezeichnet. Habe dieses Wort lange nicht verstanden, aber im Endeffekt ist es doch genau das: Hingabe und merken, dass es keine Lösung gibt, woraufhin man einfach keinen Sinn mehr sieht, weiter zu grübeln.
Das ist immer der Anfang vom Ende einer besch***enen Phase.
Und die Gefühllosigkeit entsteht aus der reinen Verunsicherung. Der Kopf schaltet alles erst einmal alle Gefühle ab bis er sich wieder neu geordnet hat.
Diese Phase fand ich auch ganz mies. Aber sie hörte auch auf.
Die schlimme Phase mit abwechselnder Panik, kurzer Gefühllosigkeit, Unsicherheit, Trauer, Zuversicht dauerte mein mir länger als ein Jahr. Erst dann wurde es gaaaanz langsam stabiler.
Nach der Stabilität kam dann die Besserung und ich konnte mich und meine Definitionen von Liebe, Leben etc.neu für mich erarbeiten.
Diese Anfangsphase war wirklich schlimm. 2 Tage gut, 2 Tage schlecht, 2 Tage Angst vor irgendwas anderem, 2 Tage traurig und hoffnungslos... und immer wenn ein gutes Gefühl dem Partner gegenüber kam, hat man versucht es festzuhalten - und weil man dann so enttäuscht war, wenn die nächste Angstphase kam und alle Gefühle im Keim erstickt hat, kamen die depressiven Episoden.
Und bei jedem dieser Zustände denkt man, dieser bleibt jetzt für immer. Zumindest fühlt es sich so an. Aber das stimmt nicht.
Man wird irgendwann wieder stabil und wird nicht mehr wie ein Blatt durch den Wind gewirbelt.
Bilbo, ich musste etwas schmunzeln als ich deine Beiträge gelesen habe weil ich mich daran erinnert habe, wie wir, die "alten Hasen" uns hier früher bei diesen Gedanken im Kreis gedreht haben. An dir sieht man, dass man auch trotz negativer Phasen noch ziemlich reflektiert bleibt wenn man diese Krankheit erstmal kennengelernt hat

Augen zu und durch...