... und ob ihr es jetzt glaubt oder nicht: ich habe exakt das gleiche gestern nach dem Zusammenbruch beschlossen. Ich habe es selbst gemerkt, als ich nur zögernd und voller Angst was ihr dazu sagt, ins Forum gelinst habe. Ich mache mich vieeel zu sehr abhängig von dem, was andere sagen. Klar, ich glaube es ist viel Hilfreiches dabei hier. Aber ich muss lernen, weniger drauf zu geben, was andere sagen. ICH bin in MEINER Beziehung und ICH muss auch aus meiner Krankheit wieder ALLEINE raus am Ende
Bedanken für euren lieben, auch zum Nachdenken anregenden Beiträge möchte ich mich trotzdem. Ich hatte kurz darauf noch eine Stunde bei meiner Therapeutin, was einfach gut tat, die mich auch aufgebaut hat und ich wieder lachen konnte und zu dem "mir was Gutes tun": ob ihrs glaubt oder nicht- ich bin mit meinem Verlobten in eine Eisdiele gegangen, dann waren wir in einem Café und weils plötzlich Abend war gabs dort direkt noch Flammkuchen. Von dort aus waren wir im Kino (war sonst niemand da und es war so so witzig!

) und als krönender Abschluss WOLLTE ICH trotz einiger doofer Gedanken mit zu ihm und es war wie immer das schönste Gefühl der Welt einfach in seinem Arm zu liegen und langsam einzuschlummern

)
Es ist wirklich auch Teil der Krankheit sich das, was man "entdeckt" hat an "Problemen", noch so riiichtig schön weiter reinzuwürgen und einzureden. Wenn man das schafft, zu ignorieren, kanns echt schnell bergauf gehen.
Bevor auch ich mich zumindest von häufigem Reinschauen hier ausklinke noch die 4 wichtigsten Punkte laut mir und meiner Therapeutin zum IMMER WIEDER ins Gedächtnis rufen:
1) Gedanken, Gefühle und Situation in der wir uns gerade befinden ANNEHMEN. Sie ist im Moment so. Oft vielleicht auch erschreckend
seltsam. Aber ganz im Ernst: unsere Krankheit ist auch seltsam. Alles ist im Moment seltsam. ANNEHMEN. Punkt.
2) NICHT mit "normalen" Menschen/Paaren vergleichen. Wir haben zur Zeit erschwerte Bedingungen und es hat auch mit Punkt 1) zu
tun, das zu akzeptieren. Ja, wir handeln zur Zeit vielleicht teilweise nach außenhin "beziehungsfeindlich", oder tun Dinge, die
man ohne Troll im Hirn nicht tun würde. Aber ganz genau: OHNE TROLL. Wir haben ganz andere Sachen durchzumachen.
Unser ganzer Kopf, unser Alltag, unser Denken, unser Fühlen, alles, ist verändert zur Zeit. Wieso darf es unser Verhalten im
Moment nicht auch sein? Vergleichen ist IMMER ungesund, und in unserem Fall gilt das vermutlich doppelt

Und was wir von
anderen "tollen Paaren" sehen sind oft auch nur einzelne Situationen. Keiner weiß wie sie alleine miteinander umgehen, was sie sich
verschweigen, ob nicht einer vielleicht eine Affäre hat, sind nur Beispiele. Aber es gibt sowieso KEIN perfektes Paar!
3) im Hier und Jetzt leben. Was war, war eben so. Was kommt wissen wir nicht. Nur die Gegenwart haben wir noch, und die ist in ner
Sekunde schon wieder Vergangenheit. Deshalb: je mehr wir grübeln und negativ sind, desto schlimmer wird Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft.
4) in unserer Phase sollten wir ALLES Negative UNS, dem PARTNER und der BEZIEHUNG gegenüber erstmal ausblenden. Ignorieren.
Eiskalt. Weil wir im Moment oft denken, die Partnerschaft oder der Partner wäre z.B. das Problem. Ist erstens oft gar nicht so,
sondern der Zwang, der es uns so erzählt. Und zweitens: selbst WENN wir was Wahres entdecken, kommt es wenn es wichtig ist,
SICHER nochmal irgendwann hoch. und dann kann man es immer noch anschauen und evtl. dran arbeiten. Grübeln kann also
ruhig erstmal beiseite geschoben werden

Mir hilft das immer mal wieder (Zugegeben, bei solchen Extremen wie gestern ist es dann schwer, noch irgendeinen positiven Hoffnungsschimmer zu sehen und dafür was zu tun) aber sobald ein kleines Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, helfen mir DIESE Punkte hier oft Schritt für Schritt weiterzugehen.
Vielleicht hilfts ja dem Ein oder Anderen

Seid herzlich gegrüßt und kämpft weiter!
