Zitat von knowitzki:Schonmal drüber nachgedacht Psychologie zu studieren?

Wie süß bist du denn?

Wollte ich tatsächlich immer gerne machen. Leider reichte mein Abischnitt nicht dafür. War immer zu faul und hätte so ein leistungsorientiertes Studium mit dieser Einstellung wohl nicht geschafft. Manchmal ärgere ich mich noch tierisch darüber, um ehrlich zu sein. :/
@Meli19
DAS denke ich mir auch so oft.
Es ist so ungerecht. Wir alle sind wohl von Haus aus sehr sensible, unsichere Menschen (vermute ich einfach mal so). Und anstatt dass uns das Leben einfach mal eine Pause davon gönnt, werden wir gefühlt auch noch mit krankhaften Zwangsgedanken "bestraft".
In vielen Momenten, in denen ich total am Verzweifeln war und diese Gedanken hatte, war ich auch oft in Wahrheit "nur" traurig/verzweifelt darüber, dass ich nicht einfach wie meine Freunde sein kann. Klar haben die auch ihre Sorgen und machen sich Gedanken um Dinge, aber eben auf eine ganz andere Art. Ich wäre
so gerne mal dauerhaft unbeschwert, würde
so gerne mal dauerhaft schätzen können, was ich habe, anstatt immer wieder drüber zu lamentieren, was ich
nicht kann und was ich
nicht habe. Einfach mal Entscheidungen treffen, ohne sie wochen- oder monatelang im Kopf immer wieder durchzuspielen, bis ich mich selber völlig wahnsinnig gemacht habe.
Daher bin ich nach all den Monaten voller Angst und Panik mittlerweile auch so felsenfest davon überzeugt, dass es für uns alle das Beste ist, in erster Linie an
uns, als ganze Person, zu arbeiten. Ich weiß nicht mehr, wer das ein paar Seiten vorher geschrieben hat - aber ich glaube auch, dass wir alle gestärkt aus dieser Sache hervorgehen werden! Und dass nichts mehr so sein wird, wie es vorher war. Unsere Beziehungen werden halten, aber sie werden sich verändern. Gefühle ändern sich sowieso immer mal wieder und das ist nichts schlechtes. Aber oft machen Veränderungen eben auch Angst. Mir auf jeden Fall, immer und immer wieder. In allen Bereichen des Lebens, weil ich eben schon immer unsicher war und immer (unbewusst) nach Bestätigung gesucht habe. Oft gibt es die aber einfach nicht.
Und der Grübelzwang wird immer wieder auftauchen, wenn man ihn nicht endlich packt und an sich als Ganzes arbeitet.
Ich hab' mir bis vor gar nicht so langer Zeit auch sooo oft gewünscht, dass einfach alles wieder so wird wie es vorher war:
"Lieber will ich wieder Angst haben, IHN zu verlieren, damit konnte ich viel besser umgehen!" - die Wahrheit ist aber, dass ich es
nicht konnte. Ich hab' mich manchmal vor lauter Verlustangst in den Schlaf geweint. Aber ist das wirklich gesund und erstrebenswert? Möchte ich WIRKLICH eine Beziehung führen, in der Angst eine
so große Rolle spielt? Und so langsam dämmert es mir: Sowas KANN man nicht wollen. Ich will ehrlich lieben, ich will freiwillig lieben und geliebt werden, ohne dieses Leid. Ich will Freude an meinem Freund haben und nicht dieses blöde Gefühl, dass ich ohne ihn nicht leben kann. Ich will mit ihm zusammen sein, weil ich es
will. Und dazu gehört eben, sich selber anzunehmen und sich nicht auf Aussagen anderer Leute zu verlassen und sich immer daran orientieren zu wollen, was in einer Beziehung "normal" ist und was nicht. Alles Ermessenssache.
Was mir vor ein paar Tagen bewusst wurde ist, dass mein Freund und ich gerade ganz toll miteinander reden können. Wir lernen immer besser, uns einfach mal zu öffnen und noch viel ehrlicher zu sein. Sowas schafft Nähe. Aber eine andere Nähe als die, die wir uns vielleicht im Moment noch so sehr zurückwünschen. Ich bin wirklich gespannt, wohin diese Reise gehen wird. Da hat mir ein Kommentar einer anderen Userin vor ein paar Seiten sehr viel Mut gemacht.
"Wir sind uns heute, nach dieser Sache, sehr viel näher als je zuvor!" (sinngemäß)
Eins weiß ich: Mein Freund ist der beste Mensch, den ich kenne. Der Gedanke daran, ihm wehzutun und dass er mal nicht mehr in meinem Leben sein könnte, tut mir sehr weh. Und zwar nicht dann, wenn ich sowieso in der Grübefalle hänge. Dann fühle ich meistens gar nichts (was natürlich dann wieder verunsichert, blablablubihrkenntdasja). Er tut
dann weh, wenn er mich schlagartig überfällt. In Momenten, in denen ich völlig losgelöst bin. Diese Momente kann man leider nicht akut herbeizwingen.
Aber wir können die Voraussetzung für sie schaffen, indem wir uns Gutes tun, jeden Tag das Beste aus unserem Leben machen, auf uns achten und nett zu uns sind und mit der Zeit lernen, uns so anzunehmen wie wir sind. Es gibt kein "falsch" oder "richtig". Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Es gibt unendlich viele Farben und Nuancen. Alles ist legitim. Solange es uns gut geht.
(Sorry, dass ich immer solche Romane schreibe. Hin und wieder werd' ich dann mal mitgerissen. xD)