Das mit dem "Klettenverhalten" kenne ich jetzt ausnahmsweise mal gar nicht. :/ Bevor sich dieses Monster in mir losgerissen hat, mochte ich natürlich gerne seine Nähe, manchmal auch gerne VIEL mehr davon. Je nach meiner Verfassung, bzw auch der Situation. Permanent aneinandergeklettet waren wir aber auch in unseren Anfängen schon nicht. Klar, immer zusammen, wann es nur ging, unendlich fröhlich und glücklich und auch nah, aber eigentlich nie permanent ineinander verhakelt.

Ich war dafür einfach noch nie der Typ, allerdings grundsätzlich immer irgendwie dafür zu haben. In meiner Verlustangstphase wollte ich dann gerne wieder mehr Aufmerksamkeit, klar. Selbst wenn mir selber eigentlich gar nicht nach Knuddeln war.
Nach Ausbruch dieses ganzen Theaters wollte ich nur Abstand, Abstand, Abstand. Am besten nicht mal umarmen. Wenn ich es doch getan, bzw zugelassen habe, schwang immer diese leise Stimme in meinem Kopf mit (
"Das meinst du alles nicht ernst, du willst das doch gar nicht wirklich! Du liebst ihn eben nicht mehr, so ist das.")... ich hatte in solchen Momenten das Gefühl, ich würde ihn betrügen. :/ Das hat mich beinahe in den Wahnsinn getrieben, ehrlich. Mein Kopf hat mir eingeredet, dass ich das nicht will; ich habe das Gefühl gehasst, das ich dabei hatte, also habe ich die Situationen weitgehend gemieden. Und immer soooo ein schlechtes Gewissen gehabt (was meines Erachtens nach immer noch das Hauptproblem in dem ganzen Thema ist). Wochenlang habe ich mir 'nen Kopf darum gemacht, warum ich auf einmal nicht mehr von Herzen wollte, dass er mich anfasst. Futter für meine Angst, für die Zweifel. Das Monster ist in der Zeit stetig und schnell gewachsen.
"Wenn man jemanden liebt, fühlt man sich in seinen/ihren Armen IMMER wohl." ... blaaaaaaah. Damit fing bei mir auch übrigens dieses pausenlose Überprüfen der Gefühle und Situationen an.
Auch heute bin ich (noch) nicht immer empfänglich für Berührungen und Umarmungen. Das sind meist die Momente, in denen ich ohnehin genervt/unzufrieden mit mir (oder auch sauer auf ihn) bin. Dann mag ich das einfach irgendwie überhaupt nicht. Und selbst wenn ich gut drauf bin, ist dieses Umarmen für mich zwar sehr schön und auch angenehm, aber genauso gut ist es dann auch, wenn wir uns wieder loslassen. Es sind wirklich nur noch Momente, wie zum Beispiel gestern Abend, in denen ich wirklich
unbedingt Nähe haben will. Das klingt für euch jetzt vielleicht total lieblos, aber so ist es bei uns gar nicht. Ich fühle mich mittlerweile ehrlich gesagt sogar ganz wohl mit dieser Routine. Als wären wir gerade dabei, unsere Mitte zu finden!
Total offtopic, aber irgendwie auch nicht: Ich hab' auch eine totale Abneigung gegen die Worte "schmusen"/"kuscheln". Ich weiß nicht warum. Das war irgendwie schon immer so. Liegt vielleicht daran, dass ich da halt allgemein nicht so sehr drauf stehe. Keine Ahnung. Whatever, weiter im Text.
