Hallo, ich muss mich (leider) hier auch wieder melden. War hier zuletzt 2013 aktiv. Nun hat es mich irgendwie wieder erwischt. Ich bin mittlerweile mit meiner Frau verheiratet und es waren, nachdem ich wieder in der Spur war, sehr schöne Jahre. Es gab immer mal wieder kleine Zweifelanfälle bzw. depressive Kurzphasen, welche ich aber alleine überstanden habe. Das letzte Jahr war richtig super. Wir haben uns einen großen Traum erfüllt und es hätte nicht besser sein können.
Nun gab es aber viel Stress in unserem Umfeld, wegen der Erkrankung ihrer Mutter. Dieses Thema hat plötzlich unser Leben bestimmt. Es ging nur noch darum. Meine Frau ist fast wahnsinnig geworden deshalb und ich bin leider kein großer Redner. Tue mich schwer damit über Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen. Ich wollte einfach für sie da sein. Sie unterstützen. Leider ist unsere Beziehing völlig in den Hintergrund getreten. Es gab keinen Ausgleich mehr. Fast keine gemeinsamen Unternehmungen mehr. Meine Frau hatte damals schon gesagt, dass sie Angst davor habe, dass ich wieder abrutschen könnte. Doch ich fühlte mich da noch stark und sah es nicht so.
Dann waren wir im Auto unterwegs und unser Kind schlief ein. Wir hatten also Zeit zu reden. Aber ich fühlte plötzlich eine Leere. Was soll ich sagen? Es war, als hätten wir nichts mehr, über was wir uns unterhalten könnten. Außer den Gesundheitszusatnd der Mutter. Das hat mir schon ein wenig Angst gemacht. Dann bin ich ein paar Tage später nachts wach geworden und hatte einen Angstanfall. Konnte mich dann nicht beruhigen und habe gefühlt, dass es sich wieder so anfühlt, wie damals. Kein Hunger mehr. Nicht richtig einschalfen/durchschlafen können. Hatte einfach nur Angst, war nervös. Nur am grübeln. Ohne aber überhauot zu wissen, worüber ich grübele. Ich fühle nicht mehr viel. Es tut mir so leid. Vorallem für meine Frau und meinem Kind. Ich weiß das ich sie liebe. Aber irgendwie fühle ich es nicht. Habe mit ihr auch darüber gesprochen. Leider ist sie ausgerastet. Auf Grund der damaligen Vorfälle, als ich sagte, ich fühle nichts mehr für sie. Heute betrachtet war das sehr dämlich. Wer kann schon mit so etwas umgehen. Das hat sie sehr mitgenommen und sie hatte auch immer gesagt, dass sie so etwas nicht mehr mitmachen können. Daher war für mich die Angst vor einem erneuten Absturz die größe Angst überhaupt.
Nun sitze ich wieder hier und höre ständig in mich rein. Wo sind die Gefühle für sie? Was mich etwas "beruhigt" ist die Tatsache, dass ich auch für alles andere keine großen Gefühle aufbringen kann.
Ich schwanke also zwischen Depression, Angsterkrankung und ROCD. Hier zu lesen beruhigt mich zwar auf der einen Seite, aber auf der anderen bin ich "abhängig" davon. Eigentlich müsste ich jetzt arbeiten. Kann mich aber nicht konzentrieren. Verbringe Stunden damit im Netz alles über Depressionen und ROCD zu lesen. Wenn ich mich mal nicht darauf konzentriere spüre ich eine Erleichterung. Allerdings hält das nichtlange. Es ist wie ein Zwang im Netzt nachzulesen. Nur bringen tut es mir eigentlich nichts.
Das andere Thema ist die Therapie. Ich kann mich nicht dazu durchringen. Immer wenn ich denke, ja mach eine Therapie, kommt die Angst. Wenn ich mir das alles nur einrede, ist es doch am besten, es einfach zu ignorieren und mich nicht auch noch direkt zu konfrontieren. Wie soll es denn dann weggehen? Außerdem weiß ich, dass meine Frau dafür nicht viel Verständnis aufbringt. Ich würde also eine Therapie machen und irgendwie würde diese "zwischen uns stehen". Sie hält davon nicht viel.
Wenn ich an Therapie denke, werde ich eigentlich direkt panisch. Wenn ich mir dann sage, du musst da ja nicht hin gehen, beruhige ich mich direkt wieder. Dann lese ich aber immer und überall von Therapie und denke, ohne schaffst du es doch nicht.
Allerdings habe ich es damals auch ohne geschafft. Wie? Weiß ich leider nicht!
Eigentlich kenne ich meine Probleme: Geringes Selbstwertgefühl (dadurch Eifersucht), große Unzufriednehit im Beruf (Sackgasse und keine Lust mehr darauf), Ängstlich Mutter (dadurch auch sehr ängstlich), ständige Angst vor dem Tod (im Moment nicht, da gefühlskalt), Zwänge (wenn ich das nicht mache, passiert etwas schlimmes). Wie kann ich, ohen Therapie dagegen angehen? Es muss doch auch so gehen, oder? Im Prinzip "zaubert" der Therapeut ja auch nicht,. sondern gibt mir nur Verhaltstipps, welche ich alleine umsetzen muss.
Ich würde so gerne die Uhr drei Monate zurückdrehen, um dagegensteuern zu können.
