Zitat von suekre:Zitat von L und L:
Also doch, der Zwang kann auch superviel Müll reden und einen grundlos in den Wahnsinn treiben.
Ich hab' nicht gesagt, dass der Inhalt der Zwangsgedanken immer goldrichtig ist.
Finde es nur extrem kontraproduktiv, wenn hier dauernd drauf beharrt wird, dass der Partner bzw die Beziehung grundsätzlich, auf gar keinen Fall, im Leben nicht, absolut NIEMALS das Problem ist. Denn er/sie KANN es sein. Muss nicht, aber kann.
Eine Unsicherheit, die man ertragen muss, bis man wieder klar denken kann. ;D
Es geht hierbei auch weniger um diese kleinen Sachen, die einem das Hirn so zuflüstert: "Mein Partner kaut sein Essen so komisch, weiß nicht ob ich damit auf Dauer leben kann!" ist meistens Blödsinn, ja. Bzw nix kriegsentscheidendes und kein Problem, wenn man einfach normal gesund vor sich hinlebt.
Geht mehr ums große Ganze. In einer Beziehung können sich Muster eingeschlichen haben, die man auf Dauer tatsächlich nicht so hinnehmen will und an denen man arbeiten sollte, sobald man gesund ist. Dazu muss man aber erst mal gesund werden. Das heißt ja nicht, dass man nicht liebt, sondern lediglich, dass man unzufrieden ist. Kommt vor.
Es kann auch sein, dass man nicht mehr liebt. Auch das kommt vor. Muss nicht, aber kann. Mit Kopfkarussell auf 180 bringt es allerdings nichts, die Beziehung analysieren zu wollen. Das kann man, sobald man wieder einen Überblick hat.
Ja aber Suekre, ich meine es nicht böse, aber laut meinem Zwang ist mein Partner ein Unmensch, wenn ich ZG habe. Er ist nicht lieb genug, nicht liebevoll genug, ist nicht so empathisch, ist nicht intelligent genug, ist nicht witzig genug, ist nicht abenteuerlustig genug blablabla.
Mal abgesehen davon, dass meine Trigger immer wieder die Gleichen sind, nämlich in gewissen Situationen, kann ich wenn ich bei klarem Verstand bin, die Dinge richtig sortieren. Ich rede hier nicht von "Mir passt seine Nase nicht". Mein Zwang fixiert sich seit geraumer Zeit auf den Charakter meines Partners und beobachtet ihn in den Phasen permanent. Das geht schon so weit, dass ich bei Gesprächen, die er führt zuhöre, obwohl ich selber gerade ein Gespräch mit einer anderen Person führe, nur um zu schauen, zu prüfen, ob er nicht irgendetwas "doofes, peinliches oder keine Ahnung was sagt". Sorry, aber das ist NUR der Zwang und nichts anderes. Natürlich ist es meine Bewertung. Mein Freund darf auch mal was doofes, peinliches etc. sagen, ohne dass ich gleich meine Liebe anzweifeln muss, tue ich aber, da ich immer noch nicht ganz geheilt bin anscheinend. Ist aber mittlerweile gar nicht mehr mein Ziel, ich möchte einfach ein lebenswertes Leben führen können, das sollte reichen.
So und wie genau, soll ich es jetzt verstehen, wenn du sagst, es kann an dem Partner und an der Beziehung liegen, wenn ich, sobald es mir besser geht, super glücklich mit ihm bin? Das geht nun seit 4 Jahren so, 5,5 Jahre sind wir zusammen... ich hatte schon die sonderlichsten Zwangsgedanken. Aber es sind immer die gleichen Themen, die mich quälen. Warum? Keine Ahnung, versuche ich auch nicht mehr herauszufinden.
Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll, aber ständig dieser Satz es kann mit der Beziehung zu tun haben und mit dem Partner... Ja das stimmt, natürlich gibt es die Ausnahmen. Es gibt hier welche im Forum (damals auch schon), die wirklich Probleme hatten. Mein einziges Problem ist, dass ich Angst davor habe, er könnte nicht gut genug sein... tja.
Ich kann diesen Satz einfach nicht mehr hören, vielleicht kommt es deshalb etwas forsch rüber. Ich meine es aber nicht böse. Ich sage auch gar nicht, mein Partner wäre perfekt, das habe ich damals immer wieder gesagt, ist er nicht. Kein Mensch ist perfekt und ohne Fehler. Ich kenne seine Fehler und die kritisiere ich auch manchmal zu recht, aber ich akzeptiere sie, genauso wie er meine Fehler akzeptiert. Das fühlt sich aber dann ganz anders an und nicht voller Angst.
Für mich hat sich folgendes herausgestellt. Wenn mein Freund echt etwas gemacht/gesagt hat, was mich wütend/traurig gemacht hat, dann kann ich das ansprechen, OHNE Angst und ZG, ich spreche es dann an und bin wütend und bin traurig.
Wenn ich etwas anspreche, weil mein Zwang mir einredet, dass es ein Problem gibt, in der Beziehung oder an meinem Partner, dann tue ich das nur, damit mein Zwang dann "beruhigt" sein kann, dass es geändert wird. Und ich spreche es verzweifelt, weinend und wütend an mit gaaaanz viel Angst. Da ist kein rationales Denken und Handeln mehr möglich. Ich fühle mich vollkommen gefangen und übermannt von dieser Krankheit! Sich diesen Unterschied bewusst zu machen, hilft mir, nicht jeden Mist, den mein Zwang da dramatisieren möchte, anzusprechen.