Ich wollte mich zwar raushalten, aber das Thema liegt mir doch zu sehr am Herzen...

Ich will auch nix "böses" sagen. Ich lese jetzt nur immer wieder, dass der Ton sich hier so sehr geändert hat und dass auf einmal
alle sagen, dass sie ihren Partner nicht mehr geliebt haben. Bedenkt aber auch vielleicht mal, dass diese spezielle Richtung von OCD bis vor nur ganz kurzer Zeit noch extrem unbekannt war. Die "Hilfe", die man bekam, bestand aus Erfahrungen von wenigen Einzelnen (in Blog-Form o.ä. ... die im übrigen im Kern auch all das sagen, was Efabi und ich hier sagen). Dass man, sobald man von dem Mist befallen ist, erst mal völlig durchdreht, ist klar. Man kann's null einordnen, ging mir doch genauso.
Seht es doch vielleicht als eine größer werdende Sammlung an Erfahrungen? Die trübe Suppe wird nach und nach klarer. Das ist was gutes! Wir lernen alle dazu. In drei, vier Jahren gibt es sicher
wieder neue Erfahrungen und der Ton ist
wieder ein anderer. Fakt ist - aus der Spirale raus kam, als ich mich damals hier angemeldet habe (bereits NACH meiner Akutphase), keiner so richtig. Netter Ton und Köpfchen streicheln war ja immer ganz schön, hat einen aber wirklich nicht weitergebracht. Manchmal ist ein Richtungswechsel nötig. Ich bin "damals", als ich mich hier angemeldet habe, bereits aus dem Gröbsten rausgewesen, konnte wieder klarer denken, aber ich dachte auch lange Zeit noch, dass es besser sei, die Sache "netter" anzugehen, die User hier
nicht ihren Ängsten auszusetzen. Ich war also auch lange noch nicht raus. Das sehe ich mittlerweile so klar wie nichts anderes.
Meine eigenen Erfahrungen über lange Zeit haben mich verändert und ich sehe es mittlerweile so, wie ich es nun mal eben "predige". Denkt aber bitte nicht, dass ich vergessen habe, wie es sich anfühlt, wenn man einfach keinen Halt mehr hat und seinem eigenen Kopf "ausgeliefert" ist. Das weiß ich noch. Das werde ich NIEMALS vergessen. Nur isses doch so, dass man einfach irgendwann mal mit irgendwas anfangen
muss. Das habe ich "damals" in meiner schlimmsten Akutzeit wirklich sehr schnell begriffen. Mir wurde klipp und klar gesagt "Google nicht! Frag' nicht dauernd diese Sachen!" und nein, es hat mir
nicht gepasst, aber ich habe dann tatsächlich relativ schnell angefangen, es umzusetzen. Nichts anders hat geholfen. Ich wollte so nicht mehr leben. Ich war unglücklich, abgemagert und völlig wirr im Kopf und war wirklich bereit,
alles zu versuchen.
Und das sehe ich hier ehrlich gesagt einfach nicht. Dass mal jemand mit irgendwas
anfängt. Dass man Rückschläge hat und nicht von heute auf morgen signifikante Erfolge verzeichnen kann ist völlig klar! Aber wenn man nicht mal
irgendwann mit
irgendwas anfängt, wird man nie von der Stelle kommen. Das ist nicht böse gemeint, das ist leider einfach eine Tatsache.
Schönen Start in die Woche euch allen!