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w23

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Viele Interessen Ansichten und Punkte hier.
Ich glaube, es gibt kein richtig oder falsch und Meinungen, werden sich eben immer unterscheiden.
Ich bin ja echt so ein Mensch, wenn ich eine Beziehung eingehe, dann bedeutet dieser Mensch mir so viel, die Brille ist extrem rosarot und ich bin unsterblich verliebt. Ich liebe eben "extrem."
Ich möchte viel Zeit mit meinem Partner verbringen, was teilweise eine ungesunde Beziehung herbeigeführt hat, da ich dann natürlich auch immer an erster Stelle stehen möchte und wehe, er trifft sich jetzt mit nem Freund.

Ich weiß, Leute, bitte lasst ab von negativen Kommentaren, ich weiß, dass das nicht normal ist / war. Mittlerweile bin ich auch nicht mehr so, das ist meist anfänglich in einer Beziehung.
Jetzt ist es eben eigentlich genau das Gegenteil, was auch bei mir immer Standard ist und war. Entweder liebe ich so extrem, oder "verabscheue" Nähe, Liebe und Zuneigung.


Ach so und was für mich damals ein Desaster war, erfahre ich heute am eigenen Leib.
Monogamie gibt es nicht, war ein Satz, der mir immer so wahnsinnige Angst gemacht hat.
Meine Mutter hat immer gesagt, man darf auch andere toll finden & sollte man irgendwann mal Fremdgehen, (wenn man zB auch Kinder hat) trennt man sich nicht unbedingt einfach oder direkt immer.
Für mich war klar: der, der mir fremdgeht, den verlasse ich sofort. Mich haben heftige Eifersuchtsprobleme geplagt, teilweise sehr extrem. Liegt wohl alles irgendwo an meiner Persönlichkeit und ich nenne es mal "Krankheit."
Seit Monaten sehe ich das alles viel entspannter und lockerer.
Ich brauche die Anziehung von und für andere Männer. Ich flirte auch was das Zeug hält und lasse da auch alles raus. Irgendeiner meinte oben im Beitrag, dass sie sich ständig gefühlt in andere "verliebt."
Das hab ich auch, glaub noch mehr, als so mancher hier. Ich hab ständig das Gefühl, ich verknalle mich in andere, schwärme für andere, denke an Abwechslung und Sex mit anderen (würde es manchmal gern testen).
Ich frag mich auch erst gar nicht mehr, ob das schlimm ist, ich ändere ja nichts an meinen Gedanken.
Sie sind halt so. Ich werde das Leben einfach genießen. Ich denke manchmal, wären die anderen Männer nicht, wär ich eventuell auch nicht mehr mit meinem Freund zusammen. Das flirten, die Auszeit, das "andere" einfach, lassen auch oft die Gefühle und Zuneigung für meinen Freund wieder zu.
Das gehört doch eben dazu. Wir dürfen es nicht zu eng sehen.

Und unter uns: ich hatte auch schon Herzklopfen, während der Beziehung mit meinem Freund, bei anderen Männern.
Eigentlich Männer, in die ich mich komischerweise nie verlieben würde. Meist ist es dann auch nach paar Tagen wieder futsch.

11.01.2019 17:35 • #14981


L und L


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Zitat von w23:
Viele Interessen Ansichten und Punkte hier.
Ich glaube, es gibt kein richtig oder falsch und Meinungen, werden sich eben immer unterscheiden.
Ich bin ja echt so ein Mensch, wenn ich eine Beziehung eingehe, dann bedeutet dieser Mensch mir so viel, die Brille ist extrem rosarot und ich bin unsterblich verliebt. Ich liebe eben "extrem."
Ich möchte viel Zeit mit meinem Partner verbringen, was teilweise eine ungesunde Beziehung herbeigeführt hat, da ich dann natürlich auch immer an erster Stelle stehen möchte und wehe, er trifft sich jetzt mit nem Freund.

Ich weiß, Leute, bitte lasst ab von negativen Kommentaren, ich weiß, dass das nicht normal ist / war. Mittlerweile bin ich auch nicht mehr so, das ist meist anfänglich in einer Beziehung.
Jetzt ist es eben eigentlich genau das Gegenteil, was auch bei mir immer Standard ist und war. Entweder liebe ich so extrem, oder "verabscheue" Nähe, Liebe und Zuneigung.


Ach so und was für mich damals ein Desaster war, erfahre ich heute am eigenen Leib.
Monogamie gibt es nicht, war ein Satz, der mir immer so wahnsinnige Angst gemacht hat.
Meine Mutter hat immer gesagt, man darf auch andere toll finden & sollte man irgendwann mal Fremdgehen, (wenn man zB auch Kinder hat) trennt man sich nicht unbedingt einfach oder direkt immer.
Für mich war klar: der, der mir fremdgeht, den verlasse ich sofort. Mich haben heftige Eifersuchtsprobleme geplagt, teilweise sehr extrem. Liegt wohl alles irgendwo an meiner Persönlichkeit und ich nenne es mal "Krankheit."
Seit Monaten sehe ich das alles viel entspannter und lockerer.
Ich brauche die Anziehung von und für andere Männer. Ich flirte auch was das Zeug hält und lasse da auch alles raus. Irgendeiner meinte oben im Beitrag, dass sie sich ständig gefühlt in andere "verliebt."
Das hab ich auch, glaub noch mehr, als so mancher hier. Ich hab ständig das Gefühl, ich verknalle mich in andere, schwärme für andere, denke an Abwechslung und Sex mit anderen (würde es manchmal gern testen).
Ich frag mich auch erst gar nicht mehr, ob das schlimm ist, ich ändere ja nichts an meinen Gedanken.
Sie sind halt so. Ich werde das Leben einfach genießen. Ich denke manchmal, wären die anderen Männer nicht, wär ich eventuell auch nicht mehr mit meinem Freund zusammen. Das flirten, die Auszeit, das "andere" einfach, lassen auch oft die Gefühle und Zuneigung für meinen Freund wieder zu.
Das gehört doch eben dazu. Wir dürfen es nicht zu eng sehen.

Und unter uns: ich hatte auch schon Herzklopfen, während der Beziehung mit meinem Freund, bei anderen Männern.
Eigentlich Männer, in die ich mich komischerweise nie verlieben würde. Meist ist es dann auch nach paar Tagen wieder futsch.



Deine Einstellung ist gut. In manchen Dingen erkenne ich mich wieder. Z.b. dass ich auch gerne flirte, aber eben nicht übertreibe.

Ich habe da auch schonmal mit meinem Freund drüber gesprochen und er findet flirten völlig ok, einfach weil es auch Spaß macht. Seine Meinung war, "Wir wollen ein Leben lang zusammen bleiben, wie soll das funktionieren, nicht mal mit anderen rumzuflirten." Dazu muss man sagen, dass die Grenze bei uns gelegt ist, wenn man jemanden anderen küsst, ist das für uns fremdgehen, aber auch da, muss jede Partnerschaft selber schauen was geht und was nicht. Ich war froh als er das so "locker " gesehen hat mit dem Flirten und es nicht schockierend fand, dass ich schon ab und zu mal flirte.

Aber ich muss ehrlich sagen, mich verlieben möchte ich nicht und selbst wenn ich jemanden iwie gut finde, weiß ich, ich will das nicht und somit kann ich es auch wieder beeinflussen. Ich möchte auch auf keinen Fall Sex mit einem anderen haben oder sonst was, darüber denke ich tatsächlich nicht nach und das reizt mich absolut null... Ich verurteile aber auch niemanden der solche Gedanken hat!


Ich hab mal sowas geträumt und empfand es als ganz schlimm. Mittlerweile sind mir Träume "egal". Sind halt Träume.

Das einzige was mich reizt beim flirten ist zu schauen, ob der Typ mich toll findet, egal wie eklig das klingt... aber so ist es. Wenn ich merke, der findet mich wirklich toll,ist das Interesse auch ganz schnell wieder weg. Bitte verurteilt mich nicht dafür, so ist es aber...

11.01.2019 18:56 • #14982


Sabsi89


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Zitat von L und L:

Genau das ist der Punkt. Es fängt ja schon damit an, dass es 100000 Menschen gibt, die sagen fremdgehen fängt im Kopf an. WAS FÜR EINE GROßE schei.! Zumindest in meinen Augen.
Ich würde dafür meine Hand ins Feuer legen, dass jeder, der in einer langjährigen Beziehung ist auch mal an andere denkt, selbst wenn es einem nicht bewusst ist, aber man läuft ja nicht blind durch die Welt. Zumindest mache ich das nicht

Und wie gesagt Gedanken sind Gedanken und bedeuten erst einmal gar nichts.

Ich würde sogar so weit gehen, dass es vielen passiert sich mal in jemanden zu vergucken und trotzdem bleiben sie bei ihrem Partner, weil sie ihn lieben oder sowas ist es ihnen nicht wert wegen einer Schwärmerei das gemeinsame Leben aufzugeben und da sind wir an dem Punkt, du sitzt am Lenkrad! Du bestimmst selbst in welche Richtung es geht, Du kannst dich immer wieder aufs Neue für den Partner entscheiden!

Die Welt ist nicht schwarz/weiß. Es gibt so viele Grauzonen und jeder muss selbst für sich wissen, wo die Grenzen sind.

Ich habe eine Freundin, die ist superglücklichin ihrer Beziehung und trotzdem löst sich manchmal das Band zwischen ihr und ihrem Freund und sie flirtet wie eine Weltmeisterin. Am nächsten Tag ist wieder alles beim Alten und sie würde ihren Freund nie hergeben. Der Punkt ist, sie flirtet, aber auch nicht so, dass man denken würde, ohje da passiert gleich was. Nein, sie flirtet weil die die Bestätigung braucht und ich finde auch in einer Beziehung darf man das! Aber da hat jeder eine andere Meinung. Sie flirtet ohne schlechtes Gewissen und ich will nicht damit sagen, geht los flirtet und geht fremd, nein! Ich will sagen, man darf das!

Vielleicht kommen jetzt böse Kommentare und Unverständnis, aber das ist ok. Ich stehe zu meiner Meinung, die ich übrigens auch erst erlernen musste!


Meiner Meinung nach ein Super Beitrag!
Danke dafür

11.01.2019 20:15 • #14983


Klausto


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also gibt es noch mehr so Leute hier die so Abstandsgefühle spüren und so Druck Spannungen und was weiß ich?

12.01.2019 23:57 • #14984


Skade

Skade


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Zitat von Klausto:
also gibt es noch mehr so Leute hier die so Abstandsgefühle spüren und so Druck Spannungen und was weiß ich?

Was sind Abstandsgefühle?

13.01.2019 00:07 • #14985


Claudi86


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Hallo ihr Lieben,
ich bin so froh, dass ich euch gefunden habe. Es geht mir echt schei. und ich weiß nicht mehr weiter. Ich halte mich für vollkommen verrückt und bin froh, dass ihr das gleich auch durchmacht.
Ich habe im Jahr 2006 eine Bankasúsbildung gemacht. Schrecklich. Ich wusste seit dem ersten Tag, dass ich das eigentlich nicht will, hab es aber mit Mühe und Not durchgezogen, da ich auch so Angst hatte zuzugeben, dass ich es nicht geschafft hab. Nach der Ausbildung ging es mir abgrundtief schlecht und ich habe gemeinsam mit AD und Therapie mich wieder ins Leben gekämpft. Habe Lehramt studiert und bin nun soooo froh in meinem Job. Genau das Richtige. Nach dem Referendariat habe ich meinen Freund kennengelernt. Habe erst einen Rückzieher gemacht, mich beim zweiten Versuch aber dann doch drauf eingelassen ( ich war 28 und es war mein erster richtiger Freund). Habe es vorher nie geschafft mich zu binden und hatte das Gefühl mich auf niemanden einlassen zu können. Nach Außenhin war ich immer die coole, aber sobald sich jemand etwas festeres gewünscht hat, hab ich alles beendet.
Nunja, endllich hatte ich meinen Freund und wir sind nach 6 Monaten auch zusammengezogen. Ich war schwer verknallt und mir sicher, dass ich nun endlich alles in meinem Leben erreicht habe und ich einfach nur glücklich sein konnte. Es war ein tiefes Vertrauen da und zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich mit gutem Gewissen sagen, dass das der Mann ist mit dem ich alt werden wollte. Ich konnte mir vorstellen Kinder zu bekommen. Er gab mir so eine große Sicherheit. Als wir dann zusammengezogen waren kamen dann plötzlich die Gedanken: "Ist er wirklich der richtige? Um den nächsten Schritt zu machen musst du dir schon 100% sicher sein." Also hab ich angefangen zu überlegen, ihn mit anderen verglichen und im Prinzip nur auf die schlechten Seiten geschaut. Hinzukommt, dass ich ein großer Sparfuchs bin und er halt nicht. Das hat mich immer ein wenig geärgert.
Der Gedankenkreis ging los und ich war kurz davor nach einem Panikanfall die Sache zu beenden. Ich habe wieder Kontakt mit meiner Therapeutin aufgenommen, da ich der ansicht war, dass ich die Beziehung beenden muss, um nicht wieder in ein Loch wie bei meiner Ausbildung zu fallen, in dem ich alles nur aushalte. Sie sagte mir es liegt nicht an meinem Freund, sondern an den Ängsten und der Art und weise wie ich mit meinen Gedanken umgehe. Der Arzt, dem ich mein Problem geschildert habe hat die Gedanken der Therapeutin bestätigt.
Nunja, es folgte die nächste Panikattacke. Und zack war das Gefühl weg. Ich fühlt mich von einer auf die andere Minute distanziert und dieses "ein leben lang zusammen bleiben" machte mir nur noch Angst.
Nun sind wir 4,5 Jahre zusammen und ich habe das Gefühl ich dreh durch. Therapie bringt nichts und ich bin kurz vor der Trennung, da ich es nicht mehr aushalte. Er liebt mich immer noch soooo sehr und würde alles für mich tun. Wir wollten ein Haus bauen, waren beim Architekten, aber dann ging wieder nichts mehr. Ich sehe mich nicht in der lage ein Haus zu bauen. Alle sagen, dass wir so gut zusammenpassen. Ich weiß zwar, dass ich nicht auf andere hören sollte, sondern auf mich, aber das ist schwierig. Wenn ich ihn sehe, dann denke ich manchmal einen besseren Papa für meine Kids kann ich mir nicht wünschen. Aber ich schaff es einfach nicht.
Sorry, dass ich soooooo lange geschrieben habe, aber es musste mal raus. Vlt mag ja jmd antworten. Ich würde mich freuen.
Bin echt verzweifelt, LG

13.01.2019 20:10 • #14986


Rosenroth_

Rosenroth_


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Willkommen hier! Das klingt nach einem großen Stück Leben (Neuorientierung mit Studium, Freund, Zusammenziehen), das du geschafft hast! Gelingt jetzt auch nicht jedem. Du hast diverse Anfänge gewagt, bist an deine Grenzen gegangen.

Das Tückische an der Krankheit (weißt du sicher selbst) ist das Gefühl, dass man nicht selbstbestimmt handelt. Wenn alles stimmen würde, würde man sich ja gut fühlen und weil man sich nicht gut fühlt, immer wieder Zweifel an Partner, etc. Hat, kann es nicht das Richtige sein.

Verabschiede dich probehalber mal davon, dass es dieses Gefühl gibt, dass alles perfekt ist. Du möchtest einen Zustand, das Leben kennt aber nur Wandel. Viel cooler wäre es doch, Strategien zu finden, die dich aktiv mit Veränderungen umgehen lassen.

Zitat von Claudi86:

dass ich nun endlich alles in meinem Leben erreicht habe und ich einfach nur glücklich sein konnte


Das ist was ich oben meine. Das wird in der Form niemals eintreffen. Und selbst wenn es sich so anfühlt: Da ist wenig Platz für Veränderung. Ich will nicht sagen, das gute Leben gibt es nicht, sondern nur: Offenheit für Veränderung ist gut.

Zitat von Claudi86:

da ich auch so Angst hatte zuzugeben, dass ich es nicht geschafft hab.


Vor wem? Wer macht den Druck? Du kannst deine Vergangenheit verteufeln, dass du das alles nicht wolltest, aber es wird nicht viel bringen.

Du hast bestimmt schon einige Bedenken hinter dir, die sich in Luft aufgelöst haben. So wird es weitergehen. Es werden immer mal neue kommen, aber andere gehen. Und du wirst sie immer ungefährlicher finden.

Ps: das mit dem perfekten Papa Gedanken kenne ich auch total. Wie waren denn deine Eltern?

14.01.2019 09:14 • #14987


Claudi86


7
Hey danke für die Antwort. Es beruhigt so enorm, dass mich mal jemand versteht. Meine Eltern wollten immer nur das Beste für mich. Allerdings war IHR bestes leider auch nicht immer MEIN Bestes (siehe Ausbildung). Papa war sehr liebevoll, konnte mich gut trösten und hat mir Halt gegeben. Mama hingegen war immer unsicher und hat auch viel in Frage gestellt. Man muss dazu sagen, dass sie ihren ersten Mann verloren hat durch einen Autounfall und somit auch sehr ängstlich war. Aber auch generell hatte ich bei Mama immer das Gefühl ich muss mich rechtfertigen (schaffst du das überhaupt alles? wird dir das nicht zu viel? Überleg dir das doch nochmal...) Wenn ich schlechte Noten geschrieben habe kam dann schnell "wie konnte das denn"? Papa hingegen hat ständig gesagt, dass er super stolz auf mich ist. Mama war es auch, aber sie konnte es halt nicht so rüber bringen oder zumindest ist es so bei mir angekommen. Mein Bruder hat immer krass sein Ding durchgezogen ohne Mama und Papa danach zu fragen. Ich habe dann oft mitbekommen, dass Mama das nicht so toll fanden bzw. dass sie sehr enttäuscht waren, als er verkündet hat, dass er weit weg zieht. Ich wollte Mama und Papa das nie antun. Somit hab ich mich immer sehr angepasst, aber andererseits war ich auch sauer auf sie. Obwohl sie nie diese Anpassung von mir erwartet haben. Irgendwie hab ich auch schonmal gedacht, dass ich jetzt durch meinen Freund wieder das Gefühl der Anpassung habe und deshalb alles weg schiebe. Keine Ahnung, ob das so ist. Quasi so als Scchutzmechanismus.

14.01.2019 15:34 • #14988


Frozen93

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Zitat von Claudi86:
Hey danke für die Antwort. Es beruhigt so enorm, dass mich mal jemand versteht. Meine Eltern wollten immer nur das Beste für mich. Allerdings war IHR bestes leider auch nicht immer MEIN Bestes (siehe Ausbildung). Papa war sehr liebevoll, konnte mich gut trösten und hat mir Halt gegeben. Mama hingegen war immer unsicher und hat auch viel in Frage gestellt. Man muss dazu sagen, dass sie ihren ersten Mann verloren hat durch einen Autounfall und somit auch sehr ängstlich war. Aber auch generell hatte ich bei Mama immer das Gefühl ich muss mich rechtfertigen (schaffst du das überhaupt alles? wird dir das nicht zu viel? Überleg dir das doch nochmal...) Wenn ich schlechte Noten geschrieben habe kam dann schnell "wie konnte das denn"? Papa hingegen hat ständig gesagt, dass er super stolz auf mich ist. Mama war es auch, aber sie konnte es halt nicht so rüber bringen oder zumindest ist es so bei mir angekommen. Mein Bruder hat immer krass sein Ding durchgezogen ohne Mama und Papa danach zu fragen. Ich habe dann oft mitbekommen, dass Mama das nicht so toll fanden bzw. dass sie sehr enttäuscht waren, als er verkündet hat, dass er weit weg zieht. Ich wollte Mama und Papa das nie antun. Somit hab ich mich immer sehr angepasst, aber andererseits war ich auch sauer auf sie. Obwohl sie nie diese Anpassung von mir erwartet haben. Irgendwie hab ich auch schonmal gedacht, dass ich jetzt durch meinen Freund wieder das Gefühl der Anpassung habe und deshalb alles weg schiebe. Keine Ahnung, ob das so ist. Quasi so als Scchutzmechanismus.

Hey das mit deiner Mutter kommt mir sehr bekannt vor. Aber das Gefühl der Anpassung bei meinem Mann habe ich nicht

14.01.2019 16:02 • #14989


Rosenroth_

Rosenroth_


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Ich teile deine Ansicht total. Wenn man ein sehr instabiles Elternhaus hatte, wird man wahrscheinlich stark nach Stabilität suchen, sich aber nicht gut binden können. Wenn man zu viel Anpassung ertragen hat, wird man vielleicht zu einem Teil ausbrechen wollen, zum anderen Teil ein schlechtes Gewissen haben.

Bei mir ist die Verteilung von Papa und Mama genauso wie bei dir. Ich mag sie wirklich, aber ich habe das Gefühl, an einer Stelle überträgt meine Mutter eigene Probleme auf mich, für die ich nichts kann. Sie hat es aber noch nie so formuliert und würde es auch nicht zugeben.

Selbstständigkeit und Unabhängigkeit sind bekanntlich das größte Verbrechen, das man (als Einzelkind) an den Eltern verüben kann, die aus Ihrem Kind einen Großteil ihres Sinns schöpfen.

Hast du dahingehend bei deinen Eltern schon einmal das Gespräch gesucht?
Habe die Erfahrung gemacht, dass meine Mutter komplett zumacht, wenn ich sie direkt auf etwas anspreche. Vielleicht mache ich es auch zu indiskret. So kann ich nur im Witz, extrem distanziert, ein paar Worte aus ihrer Erfahrung entlocken und mir selbst meinen Reim drauf machen. Habe sogar schon einmal so getan, als sei mein Problem das eines Freundes, der nicht weiter weiß. Ihre Reaktion: extrem empathisch und loyal. Warum kommt das von ihr für mich nicht so an?

14.01.2019 20:11 • #14990


Frozen93

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Zitat von Rosenroth_:
Ich teile deine Ansicht total. Wenn man ein sehr instabiles Elternhaus hatte, wird man wahrscheinlich stark nach Stabilität suchen, sich aber nicht gut binden können. Wenn man zu viel Anpassung ertragen hat, wird man vielleicht zu einem Teil ausbrechen wollen, zum anderen Teil ein schlechtes Gewissen haben.

Bei mir ist die Verteilung von Papa und Mama genauso wie bei dir. Ich mag sie wirklich, aber ich habe das Gefühl, an einer Stelle überträgt meine Mutter eigene Probleme auf mich, für die ich nichts kann. Sie hat es aber noch nie so formuliert und würde es auch nicht zugeben.

Selbstständigkeit und Unabhängigkeit sind bekanntlich das größte Verbrechen, das man (als Einzelkind) an den Eltern verüben kann, die aus Ihrem Kind einen Großteil ihres Sinns schöpfen.

Hast du dahingehend bei deinen Eltern schon einmal das Gespräch gesucht?
Habe die Erfahrung gemacht, dass meine Mutter komplett zumacht, wenn ich sie direkt auf etwas anspreche. Vielleicht mache ich es auch zu indiskret. So kann ich nur im Witz, extrem distanziert, ein paar Worte aus ihrer Erfahrung entlocken und mir selbst meinen Reim drauf machen. Habe sogar schon einmal so getan, als sei mein Problem das eines Freundes, der nicht weiter weiß. Ihre Reaktion: extrem empathisch und loyal. Warum kommt das von ihr für mich nicht so an?

Ich kenne es von meiner Mutter. Sie hat da ihre bestimmte Richtigkeit und nur so findet sie es richtig. Meinen Therapeutin meint auch das sie wahrscheinlich selbst ein unsicherer Mensch ist und das so versteckt. Von meinem Vater gar keine Rede. Der hat sich nicht wirklich um uns gekümmert habe ja noch 3 ältere Geschwister

15.01.2019 04:28 • #14991


marzipankuchen


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Kennt das hier irgendwer?
Man hat das Gefühl und die Angst, nicht mehr zu lieben, aber ist trotzdem viel abhängiger als vorher. Ich könnte weinen, weil mein Partner mich zu einer Veranstaltung nicht mitnimmt, zu der ich nicht mal eingeladen bin. Irgendwie macht mich das fertig. Auf eine sehr unangenehme Art und Weise. Ich bin auch sehr eifersüchtig und manchmal sogar schnippisch. Kennt jemand dieses Verhalten, das gar nicht mit dem Abstandsbedürfnis zusammenpasst? Ich kann mir gar keinen Reim auf meine Gefühle machen...

16.01.2019 16:44 • x 1 #14992


melody75

melody75


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Wenn man versteht dass die Angst, nicht zu lieben, ja eigentlich aus Verlustangst entsteht, passt beides total logisch zusammen.

17.01.2019 10:38 • x 5 #14993


Frozen93

Frozen93


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Zitat von melody75:
Wenn man versteht dass die Angst, nicht zu lieben, ja eigentlich aus Verlustangst entsteht, passt beides total logisch zusammen.

Ja genau .

17.01.2019 17:17 • #14994


Frozen93

Frozen93


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Zitat von marzipankuchen:
Kennt das hier irgendwer?
Man hat das Gefühl und die Angst, nicht mehr zu lieben, aber ist trotzdem viel abhängiger als vorher. Ich könnte weinen, weil mein Partner mich zu einer Veranstaltung nicht mitnimmt, zu der ich nicht mal eingeladen bin. Irgendwie macht mich das fertig. Auf eine sehr unangenehme Art und Weise. Ich bin auch sehr eifersüchtig und manchmal sogar schnippisch. Kennt jemand dieses Verhalten, das gar nicht mit dem Abstandsbedürfnis zusammenpasst? Ich kann mir gar keinen Reim auf meine Gefühle machen...

Kenne ich auch sehr gut. Muss man leider lernen auszuhalten.

17.01.2019 17:56 • #14995


L und L


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Zitat von melody75:
Wenn man versteht dass die Angst, nicht zu lieben, ja eigentlich aus Verlustangst entsteht, passt beides total logisch zusammen.


Es gibt allerdings diverse andere Gründe, warum diese Angst entwickelt wird. Verlustangst ist nur eines der vielen Gründe.

Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber ich bin der Meinung, Bindungsangst kann auch seinen Beitrag leisten, genauso die falsche Vorstellung von "Liebe, Partnerschaft etc." Auch kann es daran liegen, dass jemand erst mal lernen muss, was eine erwachsene und reife Beziehung ausmacht.

Ich nehme ein mal das Beispiel Eifersucht. Wenn es nötig ist, dann spüre ich Eifersucht und das ist bei mir und meinem Partner eigentlich nie der Fall. Als ich noch gedankenfrei durch die Welt gelaufen bin, hatte ich eine äußerst falsche Vorstellung von einer Beziehung. Ich war wirklich aus absolut lächerlichen Gründen eifersüchtig, habe meinem Freund die Hölle heiß gemacht, eigentlich kann ich nicht nachvollziehen, wie er das ausgehalten hat.

Als unsere Beziehung dann immer besser, immer schöner und ruhiger wurde, eben wenn die Verliebtheitsphase vorbei war, merkte ich auf ein mal, dass ich nicht mehr eifersüchtig war. Das hat mich in Angst und Schrecken versetzt... die Gedanken liefen dann.

Jetzt könnte ich ernsthaft darüber lachen, denn ich habe angefangen meinem Partner und meiner Beziehung komplett zu vertrauen, da habe ich keinen Grund eifersüchtig zu sein. Das ist doch schön, oder?

Damals hat es mir Angst gemacht, aber naja. So ist es eben.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

18.01.2019 11:21 • #14996


Claudi86


7
Zitat von L und L:
genauso die falsche Vorstellung von "Liebe, Partnerschaft etc." Auch kann es daran liegen, dass jemand erst mal lernen muss, was eine erwachsene und reife Beziehung ausmacht.


ich glaube so ist es bei mir Bin die ganze Zeit auf der Suche nach dem Gefühl....umso mehr ich suche, umso mehr werde ich vogelig

18.01.2019 12:28 • #14997


L und L


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Zitat von Claudi86:

ich glaube so ist es bei mir Bin die ganze Zeit auf der Suche nach dem Gefühl....umso mehr ich suche, umso mehr werde ich vogelig


Nach Gefühlen suchen bringt rein gar nichts
Außer dass du dich noch mehr unter Druck setzt und Angst bekommst wenn du nicht das fühlst was du möchtest. Da kommt nie das bei raus was du möchtest

Lass es wirklich... bringt nichts. Das kann ich dir nur sagen. Sobald du nicht mehr analysiert, wirst du merken das es besser wird. Und im übrigen ist es völlig ok auch mal nichts zu fühlen oder negative Gefühle zu haben etc

18.01.2019 13:04 • #14998


Claudi86


7
Zitat von L und L:
Außer dass du dich noch mehr unter Druck setzt und Angst bekommst wenn du nicht das fühlst was du möchtest.

Genauso war/ist es bei mir.
Aber das geht nun schon zu lange so. Ich bin kurz vor der Trennung. Ich spüre mich selbst nicht mehr und merke, dass ich irgendwas ändern muss.
Ich vegetier nur noch rum und mir wird alles zu viel.
Hab auf nichts mehr Lust. War gestern beim Allgemeinmediziner (wegen ner Mandelentzündung) und bin in Tränen ausgebrochen. Er hat sich mein Leid angehört und sagte ich muss mir klar werden was ich will. Entweder ne Partnerschaft oder Alleine sein. Ich kann ihn voll verstehen. Komme seit 3 JAhren weder vor noch zurück, aber ich will es irgendwie nicht wahr haben. In Gedanken red ich mir es immer noch schön. Aber die Realität sieht leider anders aus.
Ich weiß, dass ich nun endlich was tun muss...aber nur leider nicht was....

18.01.2019 13:46 • #14999


melody75

melody75


95
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H
Zitat von L und L:
aber ich bin der Meinung, Bindungsangst kann auch seinen Beitrag leisten, genauso die falsche Vorstellung von "Liebe, Partnerschaft etc." Auch kann es daran liegen, dass jemand erst mal lernen muss, was eine erwachsene und reife Beziehung ausmacht

Ja, da hast du recht. Wobei Bindingsangst auch oftviel mit Verlustangst zu tun hat. (Sich gar nicht auf etwas einlassen aus Selbstschutz)

Zitat von Claudi86:
Er hat sich mein Leid angehört und sagte ich muss mir klar werden was ich will. Entweder ne Partnerschaft oder Alleine sein.

Boa, kann man in einer Akutphase überhaupt wissen was man will? Das sagen Außenstehende gerne mal, wenn sie ROCD nicht kennen. Mir würde so ein Spruch Angst machen. Denn natürlich will man die ganze Qual im Kopf nicht, aber den Partner will man ja trotzdem, also was will man nun?

18.01.2019 13:51 • #15000




Dr. Reinhard Pichler

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