Zitat von Alina-Sophie:Hallo Zusammen. Mir gehts wieder total schrecklich.. Mir ging es die ganze Woche nicht gut, ich hatte total viel Stress und ich war gar nicht richtig bei mir. Ich war auf einer Studienfahrt und konnte nicht zu meinem Partner. Den Stress habe ich dann glaube ich auf ihn bezogen und während alle um mich herum total im stress waren, war ich ganz ruhig, dachte aber das mit mir was nicht stimmt. "Bin ich zu kindisch für meinen Partner? Nerve ich ihn? Stimmt was nicht mit mir?". Jetzt wo ich wieder zuhause bin hat es nicht aufgehört, ich habe immer noch Stress, nehme diesen aber dauerhaft mehr wahr. Dazu kommen die Gedanken "warum streiten wir uns immer? Ist das ein zeichen? Entliebe ich mich von ihm? Werde ich mich trennen müssen? Halte ich es nicht mehr aus? Was soll ich tun?" und daran verzweifle ich wirklich sehr schlimm. Jetzt habe ich mit meinem Partner gesprochen und ihn um Hilfe gebeten, weil ich normalerweise immer zu ihm kann wenn ich nicht mehr kann. Er weiß dann immer die richtigen worte und kann mich sehr schnell beruhigen, so dass der Schmerz und die Angst nach lässt. Aber er sagte ich müsste mal mit ihm schluss machen um zu sehen ob es dann nicht besser ist. Vielleicht wäre ich ohne ihn ja glücklicher. Das hat mir jetzt den boden unter den Füßen weg gerissen und ich habe schrecklich weinen müssen. Ich habe gesagt "ich dachte du verstehst mich ich dachte ich kann dir vertrauen!." und "für dich ist das ja nicht schlimm wenn ich gehe, dann wäre das ja sogar gut, weil du dann weißt, wenn ich gehe bin ich nicht die richtige" ich habe ihn gegen die Brust geschubst und musste mich zusammen reißen nicht laut zu schreien vor schmerz. Er sagte er verstehe mich doch. Es würde ihm weh tun würde ich gehen. Er spielt meine Gedanken immer so sehr runter und nimmt mich nicht ernst. Manchmal mag ich es aber heute war es schlimm für mich. Ich habe auch meinem Therapeuten geschrieben aus not heraus, er meinte dass es nur Gedanken seien und nicht die Realität. Ich solle etwas unternehmen. Sport oder rad fahren, damit ich schöne Gedanken sammel. Es tut so schrecklich weh. Die Verzweiflung nagt an mir und ich weiß nicht wohin. Egal wohin ich will, es fühlt sich an als würde mich niemand ernst nehmen wollen. Es gibt mir so sehr das Gefühl, das ich bekloppt bin. Aber keine versteht das ich wirklich schmerzen erleide. Das macht mir schwer zu schaffen.......
Sei dir einer Sache sicher: es hat relativ wenig mit ihm zu tun. Ich weiß genau wie du fühlst. Es ist furchtbar und unangenehm. Aber es ist ein Aufruf, dich auf dich zu konzentrieren.
Ich will jetzt nicht dumm rum analysieren, aber du hast Gedanken, über die sich ein Analytiker fast freut: Du sagst, eventuell gefällst du ihm nicht mehr, deshalb musst du dich trennen, bevor es noch mehr weh tut.
Irgendwann als Kind hast du vielleicht mal gelernt, dass man sich benehmen muss, um zu überleben. Als Kind saugt man alles auf wie ein Schwamm. Du warst abhängig. Selbst wenn dir nichts konkret schlimmes passiert ist, hast du mal das Gefühl gelernt etwas stimmt nicht mit mir. Und das kann dein Kopf auch im Erwachsenenalter spüren, besonders, wenn es von jemand Nahestehendem getriggert wird.
Deshalb mein Rat: wenn dein Freund nüchtern betrachtet dein Bestes will, bleib bei ihm. Er reagiert wie ein Fels in der Brandung. Soll er lieber selbst zusammenbrechen? Es geht um etwas Intimes, er muss sich doch auch schützen! Wenn er gesund gut mit dir kann, dann fokussiere dich auf dieses Ziel von euch, unter Umständen mit dem Wunsch, dass er empathischer reagiert. Aber ansonsten musst du nicht mehr verlangen von ihm, sondern die ansprüche an dich portionieren und deine Ziele erreichbar machen.
Ich sage das deshalb, weil ich auch sehr anspruchsvoll an mich und andere bin und gemerkt habe, dass weder ich noch die andern das erfüllen können, was mein crazy Kopf sich denkt. Er möchte bitte einen Partner, der alle Löcher stopft, die manchmal in mir klaffen, alle Verletzungen der Welt. Aber wenn das einer macht, stopfe ich ja nur etwas rein, betäube, hoffe, es nicht zu spüren. Dann wird es sich wieder melden wie du weißt.
Trau dich Schritt für Schritt an die großen unangenehmen Löcher heran, dann verlieren sie ihren Schrecken und du integrierst diese unangenehmen Gefühle und kannst sie heilen. Und wirst ein viel reflektierterer Mensch mit Kraft und Stärke. Dann kann dir gar nichts was? Kennst du die Menschen, bei denen man das Gefühl hat, auf einem Minenfeld unterwegs zu sein? Die versuchen noch um die Löcher zu segeln...
