Zitat von Freedom138:Hallo an alle,
ich bin neu hier und möchte mich erstmal vorstellen. Mein Name ist Marlen und ich bin 29 Jahre alt. Seit vielen Jahren habe ich Depressionen. War bereits 2x in einer Psychosomatischen Klink (4 Wochen Stationär, 9 Wochen Teilstationär). Bereits als Kind war ich beim Kinder- und Jugendpsychologen wegen der Trennung meiner Eltern. Durch meinen jetzigen Partner habe ich vieles meiner Erkrankung in den Griff bekommen. Doch leider kamen mir während unserer Beziehung inzw. 3-4 x schon der Gedanke ich könnte ihn nicht mehr lieben, bzw. dass ich nicht weiss ob ich ihn noch liebe. Das äusserte sich mit totaler Panik, ein schreckliches Unwohlsein in der Brust, Heulanfälle, Nervosität und solche Sachen. Ich habe jede Gelegenheit genutzt um zu "testen" ob da nicht doch noch Gefühle sind. Wenn er mich umarmt, küsst, mir schreibt. Wenn ich in seinen Armen war, war es häufig dann besser. Nach einer Weile hat sich das alles dann wieder gelegt und alles war gut. Aber es kam eben immer mal wieder. Nach dem zweiten mal ist mir aufgefallen, dass das immer ausbricht, wenn in meinem Leben gerade etwas passiert ist. Eine große Veränderung war oder bevorstand. Diesesmal (es geht aktuell schon eine Woche so) ist mir jetzt kein so großes Ereignis aufgefallen wieso ich gerade wieder so Zweifle.
Wir hatten in unseren 4 Jahren schon eine schwere Zeit zusammen. Er hat mich oft verletzt und auch ein paar mal sehr gelogen. Nach der letzten "Aktion" von ihm, habe ich ihm klargemacht, dass ich das kein weiteres mal mehr mitmache. Seither lief es wirklich gut. Wir haben uns toll verstanden, ich habe ihm vertraut, wir haben wirklich endlich eine "Ruhige Beziehung" genossen. Und plötzlich kam mir das Gefühl ich könnte ihn nicht mehr lieben. Auch dieses mal habe ich wieder jede Gelegenheit genutzt zu testen ob ich noch etwas spüre. Aber dieses mal ist es doch irgendwie anders. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass es mir langweilig wird. Wir waren die letzten Wochen viel zuhause und waren kaum aus, ausser 2-3 zusammen, ansonsten auch mal getrennt voneinander. Aber wir haben nichts mit anderen gemacht.
Ich weiss auch nicht wieso es sich diesesmal nicht schon reguliert hat (nach einer Woche). Wir haben im April Urlaub in der Karibik gebucht und ich habe jetzt schon Angst, dass das in die Hose geht, weil ich ihn vielleicht nicht mehr lieben könnte. Ich habe mich so sehr auf den Urlaub gefreut, aber aktuell ist meine Freude so gedämpft. Ich freue mich über nichts mehr, habe wenig zu erzählen. Und diese Situation erdrückt mich irgendwie.
Ich weiss einfach nicht weiter, wie ich da wieder rauskomme, denn eigentlich möchte ich ihn nicht verlieren. Wir sind ein so gutes Team und funktionieren inzwischen wirklich toll miteinander

LG
Marlen
Hey Marlen,
Willkommen bei uns

auch wenn ich es dir anders wünschen würde.
Ich kann dich sehr gut verstehen.
Ich finde es echt gut,dass du erkennst,dass diese Zweifel immer stark werden,wenn etwas großes ansteht oder Veränderungen im Leben.Das merke ich bei mir auch immer sehr heftig.
Ich erkläre mir das so,dass wir versuchen Kontrolle zu erlangen,Sicherheit,denn Veränderung birgt ja auch Risiken mit sich.
Außerdem finde ich es doch toll,dass ihr zwei miteinander gearbeitet habt und du jetzt eigentlich eine stabile Beziehung genießen könntest...meinst du nicht,dass es auch damit zusammenhängt?
Stabilität ist ja auch Bindung und viele hier im Forum haben (ich auch) damit Schwierigkeiten und Ängste....Ich kann nicht beurteilen,ob das bei dir auch so ist,aber ich denke,dass du hier rein schreibst,zeigt schon,dass ein inneres Gefühl dir sagt,dass da was nicht ganz läuft...
Sicherlich weißt du schon manchne Dinge aus deiner ersten Therapie.
Außerdem erwähnst du euren wirklich tollen Urlaub,der sicher schön wird!
Du sagst,es gab keinen direkten Auslöser,aber du scheinst ja auch Angst vor dem Urlaub zu haben (kennen hier auch viele).Ihr geht auf Reisen,ihr seid dann "nur" zu zweit.Deine Ängste beziehen sich ja auf die Beziehung und ihn (auch wenn ich aus meiner Erfahrung sagen kann,es liegt nicht am falschen Partner),da ist es irgendwie logisch,dass die Freude da gedämpft ist.
Vielleicht kommen die Gedanken jetzt vermehrt auf,weil du auch an diesen Urlaub denkst,der ja auch ein Schritt in einer Beziehung ist,der Nähe bring bzw.eine neue Erfahrung ist.
Versuche zunächst einmal den Zustand zu akzeptieren und dir vllt aufzuzeigen,dass es irrational ist.In erster Linie willst du ihn nicht verlieren und alles andere musst du jetzt nicht wissen.Wenn du dir mal Beiträge durchliest,wirst du auch einige Einsichten bekommen.
Bist du denn in Therapie bzw.planst eine zu machen?
Liebe Grüße!