@Schnuffi: Ich sage nur: das kenne ich! Und ich habe mit meinem Freund auch schon drüber geredet. Jeder, wirklich jeder, denkt schon mal "Oh man, was er/sie da gesagt hat, war blöd/peinlich". Als mir das das erste mal auffiel, bekam ich Panik+Schuldgefühle. Aber wenn Du mal richtig überlegst, hast du dieses Denken auch bei anderen Personen, die dir nahe sind. Wenn Du z.B. mit deiner Mutter unterwegs bist und sie sagt in deinen Augen was "peinliches", dann denkst du dir deinen Teil, fnidest es doof und dann war es das. Auch dahinter steckt was vollkommen anderes. Du willst nämlich, dass dein Freund von allen gemocht wird und er lustig gefunden wird. Und dann sagt er was, was DU komisch findest und ebenso denkt man dann unterbewusst "was denken die Leute von ihm". Das geht sehr vielen Menschen so und es ist OK. Mein Freund hat mir mal gesagt, dass auch er manchmal Äußerungen von mir mal peinlich fand oder als unangemessen eingestuft hat. Also völlig normal

Und weißt du was? Du darfst andere Menschen attraktiv und anziehend finden. Auch das ist normal. Wir laufen nicht mit Scheuklappen durch das Leben. Ich bin wirklich ein Anhänger der Theorie, dass wir tief in uns drin noch Primaten sind. Früher ging es darum unser Erbgut schnellstmöglich zu verbreiten und das können wir heute nun einmal nicht vollkommen abstellen. Schlimm würde ich es finden, wenn wir den Trieben nachgeben. Aber etwas Kopfkino mit einer uns fremden und attraktiven Person finde ich nicht schlimm. Wir sind doch Jahre mit unseren Partnern zusammen und da is es doch normal, dass man nicht immer denkt "wow, der sieht aber toll aus" etc. Trag einen neuen Pulli, der dir mega gut gefällt eine Woche nonstop. Er wird dir weiterhin gefallen, aber nach einer gewissen Zeit denkst auch nicht mehr "man, der sieht ja phänomenal aus". Wir gewöhnen uns an alles und das Neue, das Unbekannte ist immer aufregend. Glaub ja nicht, dass dein Freund nicht auch andere Frauen attraktiv findet. Gerade Männer sind sehr visuell ausgerichtet. Aber hey, das ist OK. Lebe getreu dem Motto "Appetit darf man sich holen, aber gegessen wird Zuhause". Du bist wirklich gaaaaaaaaaanz normal

@Hopy: Auch da ist das Problem, dass man falsche Ideale hat. Viele Menschen definieren das Funktionieren eine Beziehung über das Sexualleben. "Hat man nicht mehr so oft Sex, dann stimmt etwas nicht". Auch das ist Blödsinn. In einer funktionierenden Beziehung lässt die Quantität des Sex einfach nach. Andere Dinge werden wichtiger. Nimm dir den Druck, indem du es einfach auf dich zukommen lässt. Hast du keinen Bock, dann ist es eben so. Aber ich kenne dein Problem sehr gut. Mich hat es stellenweise auch sehr belastet. Bei mir war es immer so, dass wenn ich z.B. durch eine bestimmte Phantasie erregt war, die nicht mir meinem Freund zu tun hatte, dann habe ich mich mies gefühlt. Ich habe unterbewusst immer gedacht, dass ich nur durch meinen Freund sexuell erregt sein darf. Da kam so viel Druck auf. Aber auch das ist echt Schwachsinn. Liebe ist viel, viel mehr als Sex.
Übrigens werde ich in 2-3 Monaten mit meinem Freund zusammenziehen. Wir haben gestern die Zusage für eine Wohnung bekommen. Jahrelang hatte ich solche Ansgt davor, aber nun freue ich mich.Endlich in unser eigenes Reich ziehen und den Alltag meistern. Wirklich, da freue ich mich drauf

Natürlich spielen Ängste mit. Aber ich weiß, dass es nichts mit meinem Freund zu tun hat, sondern damit, dass es was Neues ist was auf mich zukommt und alles Neue macht mir erstmal Angst. Aber trotzdem freue ich mich auf die schönen Dinge. Immer nebeneinenander einschlafen, abends auf dem Balkon sitzen, gemeinsam kochen etc. Ja, es ist der richtige Weg und ich freue mich
