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Hallo ihr Lieben,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich hoffe bei euch auf Verständnis zu treffen und ihr mir Tipps geben könnt.

Mittlerweile glaube ich, dass ich entweder gaga bin oder einfach nur masslos übertreibe.

Zu meiner Situation:
Ich bin geschieden, habe ein Kleinkind von 2,5 Jahren und bin berufstätig.
Mein Ex-Mann und ich sind seit Jan 11 geschieden.
Nun haben wir uns im Aug 11 dazu entschieden es nochmal miteinander zu versuchen. Die Scheidung basierte auf Fremdgehen seinerseits. Das hat mich damals in ein tiefes Loch gerissen. Ich habe über ein Jahr gebraucht um das ganze zu verarbeiten.
Das Problem ist einfach, dass ich ihm im Bezug auf Internet und andere Frauen überhaupt nicht mehr vertrauen kann. Er ist zur Zeit arbeitslos und betreut unser Kind in seiner Wohnung, wenn ich arbeite. Wir wohnen getrennt, ich mit meiner Tochter und er hat eine Wohnung.

Sobald ich Morgens das Haus verlasse, habe ich Angst, dass er wieder Mist macht. Wenn ich zu Hause bin und er geht alleine weg, dann habe ich Schweißausbrüche, Beine zittern, Heulattaken. Ich liege nachts wach und mache mir Gedanken über das vergangene und die Zukunft.

Trennen kann und will ich mich nicht von ihm, dafür ihn zu sehr. Wer sowas schonmal durchgemacht hat, der wird mich verstehen.

Ich habe ihm vorgeschlagen eine Paartherapie zu machen, aber das lehnt er strickt aber, weil er es für schwachsinnig ansieht.

Meine Schwester sagt zu mir ich sei doof, ich soll einfach die Vergangenheit vergessen und muss lernen damit zu leben. Sie hat alles mit ihrem Mann auch schon durchgemacht. Schön wenn sie das kann, ich kann es aber nicht einfach!

Zu den Beziehungsproblemen kommt noch, dass ich keine schöne Kindheit hatte. Ich kenne es nicht als Kind von der Mutter in den Arm genommen zu werden oder gesagt zu bekommen, ich hab dich lieb. Ich habe also keinen Liebesbezug zu meiner Mutter, mein Vater ist verstorben als ich Kind war.

Ich weiß nicht wo ich ansetzen soll. Soll ich eine Psychotherapie machen oder zu einem Psychiater gehen?

Wäre für Tips dankbar!

LG

07.12.2011 13:19 • 13.12.2011 #1


3 Antworten ↓


Hallo KeinPlan...

Was für eine Frage - selbstverständlich. Vielleicht sind Deine Ängste und Sorgen einfach unberechtigt. Deine Verlustangst und Dein fehlendes Selbstbewusstsein machen Dir das Leben schwer...

Es gibt keine Garantie für die Liebe. Das weißt Du doch. Aber, Du solltest lernen, mit diesem Gedanken umgehen zu können. Genieße lieber die Zeit... Sich Gedanken um ungelegte Eier machen, bringt Dich nicht weiter - sondern es quält Dich. Rede mit Deinem Partner darüber, damit er weiß, was in Dir vorgeht. An Deiner Stelle würde ich tatsächlich einen Therapeuten aufsuchen, damit Du Dich von diesen "Krampfgedanken" lösen kannst. Es soll Dir schließlich besser gehen mit einem Mann und nicht schlechter...

Ganz liebe Grüße

Marie

10.12.2011 17:51 • #2



Ängste wegen Partner

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Ja, die Frage stellt sich, ob es dir mit so einem Mann je besser gehen wird.

Ich würde an deiner Stelle auch einen Therapeuten aufsuchen. Verlustangst ist schrecklich, und das scheint ja bei dir durch deine Biographie zu kommen. War bei mir übrigens auch so, ich kenne auch keine Mutterliebe, und habe auch Verlustangst. Aber ich würde mir - im Gegensatz zu dir - solch einen Mann, wie du es beschreibst, nicht mehr antun, eben weil ich zuviel Angst hätte. Ich stehe halt zu meiner Angst. Jemand, der einmal fremdgeht, ist bei mir auf immer unten durch, weil solch ein Mensch keine Schranken, keine Hemmungen hat, zu betrügen. Sowas kann aus diesem Grund, weil eben diese Hemmungen nicht vorhanden sind, bei solch einem Menschen immer wieder passieren, meine ich.

Vielleicht könntest du da versuchen, ob du das auch kannst - zu deiner Angst stehen. Damit fängt ja alles an: Sich selbst incl. der Angst akzeptieren. Denn deine Angst ist begründet!
Wenn du deine Angst leugnest oder bagatellisierst, tust du dir nichts gutes. Du bagatellisierst damit einen Teil deiner Persönlichkeit.

v.Grüße kügeli

10.12.2011 18:13 • #3


Hallo ihr beiden und danke für eure Antworten.

Ich war vergangene Woche bei meinem Hausarzt und habe mit ihm über meine Probleme gesprochen. Er hat mich nun an einen Psychologen überwiesen, wo ich am 3.1.12 meinen ersten Termin haben werde.
Ich freue mich auf den Termin, aber irgendwie habe ich auch Angst davor, warum kann ich gar nicht sagen. Ich weiß, dass ich jetzt den ersten Schritt getan habe, damit es mir besser geht.

Zu meinem Partner kann ich sagen, dass ich denke er hat mich verstanden. Er fand es nicht witzig als ich mit der Überweisung zum Psychologen nach Hause kam und dann haben wir uns hingesetzt und gesprochen. Er weiß dass er damals einen Fehler gemacht hat, aber man kann es nun nicht mehr gerade biegen. In seinem Verhalten merke ich aber, dass er es bereut und bereit ist auch an sich zu arbeiten.

Ich liebe ihn eben und habe mich entschlossen ihm eine zweite Chance zu geben.

Könnt ihr mir sagen wie so ein Termin abläuft beim Psychologen?

LG

13.12.2011 13:06 • #4




Dr. Reinhard Pichler