1

Butterfly96
Hallo ihr Lieben,

ich möchte euch fragen (falls ihr auch so wie ich seid), wie geht ihr mit Schuldgefühle wegen einer Krankenschreibung der Arbeit um?

Ich bin zum 1. Mal in 3 Jahre wegen psychische Probleme krankgeschrieben für 2 Wochen lang, und ich fühle mich nur miserabel dabei. Ich schäme mich dafür, dass ich mich so lange krankschreiben ließ und möchte ab morgen wieder arbeiten. Aber dabei wird es mir wahrscheinlich auch nicht besser. Zumindest würde ich die Schuldgefühle los werden?

Soweit ich weiß sind die Kollegen dort mega unterbesetzt. Deswegen geht es mir auch so. Ich habe das Gefühl, ich habe alle dort im Stich gelassen.

Ich danke euch ganz herzlich.

02.07.2019 11:28 • 13.10.2019 #1


17 Antworten ↓


Fabilinschen
Du brauchst keine Schuldgefühle haben
hatte ich auch mal aber jetzt nicht mehr glaubst es Dankt die irgend jemand dafür wenn du auf Arbeit
zusammen klappst glaube nicht mein früherer Chef hat mal zu mir gesagt jeder ist ersetzbar
und er hat recht ich bin jetzt in einem alter wenn ich krank bin bleibe ich zu hause
und kuriere mich aus

02.07.2019 11:43 • #2


Deine Gesundheit ist das aller wichtigste. Selbstverständlich wird es Kolleginnen und Kollegen geben die kein Verständnis entgegen bringen werden.
Aber im Endeffekt ist es egal, was sie denken und sagen. Wenn du krank bist, dann bist du krank.

02.07.2019 11:50 • x 1 #3


Schlaflose
Ich war 1 Mal für 6 Wochen krank geschrieben, einmal für 8 Wochen in der Reha und dann nochmal für fast ein Jahr krank geschrieben. Die ersten 2-3 Wochen hatte ich auch starke Schuldgefühle, aber je länger es ging umso mehr Abstand habe ich gewonnen und fing an, es richtig zu genießen, dass ich frei hatte, zumal es mir jedes Mal schlagartig hervorragend ging, sobald ich nicht zu der verhassten Arbeit musste.

02.07.2019 15:39 • #4


Gleichklang
Nein, Schuldgefühle kannst du getrost ablegen. Wirklich.
Natürlich wird dir suggeriert, dass xy nun mehr Druck/Arbeit hat oder (bei mir damals), wer soll denn deinen Dienst nun ersetzen? Ganz ehrlich, links rein rechts raus. Es hat mich kirre gemacht das zu hören, weil es mich aufwühlte, ABER soll ich dir was sagen, das Haus/die Firma steht und läuft immer noch. Ohhhhhhhh gell? Es ging dort weiter ohne mich und Gesundheit ist wirklich oberste Priorität. Wenn du arbeiten gehst und dann wieder krank bist und das passiert, wenn du zu früh wieder anfängst, dann werden die Krankheitsphasen länger und ein negativer Kreislauf beginnt. Wenn du nach 2Wo noch Zeit brauchst, um richtig fit zu werden, dann hänge noch Zeit an und gehe nicht zu früh zurück. Nutze die Ruhe für dich und werde wieder stabil!

02.07.2019 15:49 • #5


Butterfly96
Vielen Dank für euren Rat und deine Worte! Ja...wenn die Firma auch groß ist, ist jeder ersetzbar. Und das sollte ich auf jeden Fall lernen, und mir nicht alles so sehr zum Herzen nehmen.

Danke @dietraurige_ für deine Worte. Meine Psychologin meinte auch gestern, dass wenn man krank ist, dann ist man krank...aber es ist sehr schwer für mich damit umzugehen, wenn ich schon mein ganzes Leben bisher "gut funktioniert" habe und alles erledigt habe...

@Schlaflose Danke, dass du mir deine eigene Erfahrung mitgeteilt hast. Es ist jetzt mein 3. Tag und ich habe weniger Schuldgefühle...kann aber auch sein dass das so ist, weil ich gehört habe dass mein Chef irgendwelche Lügen von mir gerade erzählt (komischerweise jetzt), und nicht als ich nicht krank war.

@Schmetterling23 danke dir auch! Ja, also das mit "Es ging dort weiter ohne mich und Gesundheit ist wirklich oberste Priorität. " kann ich jetzt total nachvollziehen...das Ding ist, ich habe keine Erfahrungen bisher gemacht und hatte immer Angst, etwas schlimmes passieren wird wenn ich mich krank melde, aber es ist nicht so

Ihr lieben, danke für eure Kommentare!

03.07.2019 15:04 • #6


Gleichklang
@Butterfly96 Darf ich fragen, was du beruflich machst?

03.07.2019 15:25 • #7


Butterfly96
Zitat von Schmetterling23:
@Butterfly96 Darf ich fragen, was du beruflich machst?


Ja, klar
Ich arbeite im Einzelhandel. Habe aber ein Bachelor in Naturwissenschaften, mit dem ich leider nichts finde. Ab Oktober fange ich mein Master Studium an, und hoffe danach einen passenden Job zu finden (Umweltschutz oder ähnliches).

03.07.2019 16:40 • #8


Gleichklang
Zitat von Butterfly96:
Ja, klar
Ich arbeite im Einzelhandel. Habe aber ein Bachelor in Naturwissenschaften, mit dem ich leider nichts finde. Ab Oktober fange ich mein Master Studium an, und hoffe danach einen passenden Job zu finden (Umweltschutz oder ähnliches).


Oki!

Wie gesagt krank ist krank.
Hauptsache dir geht es gut!
Lass dich da vom AG nicht stressen (wenn du da doch sowieso wahrscheinlich nur vorübergehend bist)!

03.07.2019 17:51 • #9


Butterfly96
Zitat von Schmetterling23:
Oki!Wie gesagt krank ist krank.Hauptsache dir geht es gut! Lass dich da vom AG nicht stressen (wenn du da doch sowieso wahrscheinlich nur vorübergehend bist)!


Hallo nochmal Dass das nur vorübergehend ist, weiß ich schon. Nun will ich erstmal keinen schlechten Eindruck bei keinem Arbeitgeber bei dem ich mal gearbeitet habe machen, und zweitens, habe ich Angst, dass das wieder vorkommt wenn ich in meinem Bereich arbeiten werde, oder sogar schlimmer? Wobei eine Freundin von mir meinte, es kann nicht schlimmer werden, als das was ich momentan durchmache.

04.07.2019 10:29 • #10


Arbeite seit 13 Jahren im Büro meines Vaters. War ne dumme Idee. War früher auch oft krank geschrieben hatte damals auch immer wieder alle möglichen gesunheitlichen Problemchen. Nur jetzt weiss ich lag auch an der Arbeit denn nicht nur in einem grossen Betrieb ist irgendwie jeder ersetzbar. Auch in so einem 3-4 Leute Büro. Mittlerweile is das so geklärt ich komm einfach wenn's für mich ideal ist und spätesten Anfang nächsten Jahres bin ich da raus. Such mir was anderes hoffe ich Pack das endlich. Also meinte damit werd "einfach" wieder ganz fit, das muss für deine Kollegen die grösste Freude sein! Sonst sind es keine guten Kollegen. Und dann gesund werden und alles dafür tun oder tun lassen das du gesund und glücklich bleibst! Lieben Gruß Rimmo

06.07.2019 12:13 • #11


Berggeist
Geht mir gerade genauso. Bin seit 10.9.19 krankgeschrieben, weil mich die Angst fest im Griff hatte und ich nix mehr in die Reihe bekam. Hab nur noch herumgeheult.
Seitdem geht es mir noch mieser, weil ich weiß, daß ich keine richtige Vertretung habe, der AG (Ev. Pfarramt) nichts unternimmt um das irgendwie zu ändern und eine liebe Freundin (76) für mich ehrenamtlich einspringt, damit der Laden minimal weiterläuft.
Nun habe ich ihr gegenüber Schuldgefühle und möchte gern wieder arbeiten um sie zu entlasten.
Geht aber nicht, weil es mir noch nicht gut geht. Alle 2 Tage Panikanfälle, Herzangst (hatte 2014 schon Infarkt) und Grübeln wie es weitergeht.

Die Tips meiner ehrenamtlichen Mitstreiter: laß es mal so richtig zusammenkrachen, damit die merken was Du eigentlich alles machst.

Meine Hausärztin und die Psychologin wollen mich nach 4 Jahren durchwursteln dauerhaft krankschreiben. Da bekomme ich erst recht Schuldgefühle von wegen Sozialschmarotzer und so. Rente ist erst frühestens Okt. 2020 mit Abschlägen möglich.
Bin ziemlich ratlos.

Mein Job macht mir im gesunden Zustand zu 90% Spaß. Es ist also eine üble Zwickmühle.
Achja: ich wohne auch noch am Arbeitsplatz!

29.09.2019 18:19 • #12


Lara1204
Ich hatte auch immer ein schlechtes Gewissen wegen der AU, war letztes Jahr 5 wochen am Stück krank.

Ich bin 13 Jahre im Betrieb war oft krank auf der Arbeit.. Und hat es mir jemand gedankt? Nö.
Wenn ich jetzt mal krank bin, dann bin ich auch krank und ohne schlechtes Gewissen. Es dankt mir eh niemand. Mir ist es echt wurscht was die dann denken. Ich muss die ja nicht heiraten. Es sind eben nur meine Kollegen und ein Chef.

29.09.2019 18:22 • #13


Berggeist
Zitat von Lara1204:
Ich bin 13 Jahre im Betrieb war oft krank auf der Arbeit.. Und hat es mir jemand gedankt? Nö.

Ja, das ist wohl wahr! Ich bin 18 Jahr bei dem AG. Einen Dank gab es nie wenn ich mich krank auf Arbeit geschleppt habe.
Zu Ostern, als ich mit Notarzt ins KH kam, wurde mir danach vorgerechnet wieviele Stunden die Chefin für mich Dinge erledigt hat!
Die Arbeitsbedingungen sind immerhin auch ein erheblicher Auslöser meiner Ängste.

29.09.2019 18:30 • #14


Lara1204
Ja, der Druck wird immer mehr und wer leidet? Die Angestellten. Zum würgen. Aber da spiele ich nicht mehr mit. Ich bin da total abgebrüht geworden. Die due gesund sind, können es eh nicht nachvollziehen. Was auch nicht schlimm ist. Aber sie sollten es akzeptieren und respektieren.

29.09.2019 18:35 • #15


Hab echt den größten Respekt für die die keine Angst haben vor AG. Ich kann Ratschläge geben, aber kann die nicht selber folgen
Naja, versuche morgen wieder zu arbeiten, war 2 Wochen krankgeschrieben. Das erste mal für dieses Jahr. Hatte Bauchschmerzen, mit Magenspiegelung und Co., was aber alles in Ordnung war. Hab mir dann die 2.Woche geholt und mich etwas zu erholen, weil mein Arzt sagte das ich wieder an meine Grenzen stoße. Hab mich auch was ausruhen können und seit heute morgen hab ich wieder Bauchschmerzen. Warum wohl?!?! Weil ich den Tag morgen vor mir sehe. "Was war looooos?".
Jedes mal nehme es mir vor mir eine Auszeit zu nehmen wenn ich das Gefühl habe das ich durch bin und nie schaffe ich das. Ich bin kein schlechter Mensch, bin nicht unkolegial, aber man muss und soll nbißchen an sich denken. Wenn man krank ist, ist man krank. Egal ob es die Psyche ist oder Grippe. Manchmal wünsche ich jedem AG der Welt einmal so eine tiefe Krise um uns zu verstehen. Aber naja, es ist wahrscheinlich ein sehr unmöglicher Wunsch.

29.09.2019 23:08 • #16


monika69
Hallo
Ich habe auch ein riesiges Problem mit meiner Krankmeldung, bin jetzt 4 Wochen Zuhause.

Ich arbeite in einem Familienbetrieb mit ca. 15 Mitarbeiter. Da muß es Hand in Hand gehen.
Und nun fehle ich wegen Schluckangst und Depression. Ein Beinbruch wäre mir lieber , warum?
Da sieht man sofort die Krankeit, Verletzung.....
Schluckangst? das kennen doch die meisten nicht, essen, kauen und schlucken. Fertig !
Ich hab doch die seltsame Blicke gesehen ....
Und nun dürfen die meine Arbeit für mich machen....
Und mein Chef darf die Auszeit auch noch bezahlen....

Solche Gedanken! So oder ähnlich wird es ablaufen.

Ich sage mir zwar ständig, meine Gesundheit ist wichtiger! Denk nur mal an Dich! Werde wieder stabil.

Klar, ist das nur der Chef und die Kollegen. Aber man verbringt eben auch viel Zeit auf Arbeit. Und man muß auch seinen Lebensunterhalt verdienen. Und mit 50 Jahre, ist der Arbeitsmarkt überschaubar......

Ich werde jetzt trotz allen Ängste und Sorgen diese Auszeit nehmen, versuche sie möglichst ausschalten.
Diesmal nur für mich !

Hoffe ich denke morgen noch das gleiche......

01.10.2019 11:31 • #17


Soulclaw90
Ich hab da auch oft ein schlechtes Gewissen.
Hab manchmal das Gefühl die vorgesetzten werden darauf getrimmt kranken Arbeitnehmern druck zu machen... Damit man noch ein schlechteres gewissen hat...
In diesem System sind kranke fehl am Platz, psychisch kranke erst recht... Traurig wie die Menschlichkeit immer mehr verloren geht
Aber da man das Geld zum Leben braucht kommt man nicht drumherum

13.10.2019 10:05 • #18