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BergziegeOnFire

BergziegeOnFire
Mitglied

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Hallo ihr Forianer,

ich habe heute das erste Mal einen Antrag auf Gleichstellung beim Landessozialamt gestellt.
Angegeben habe ich: Angststörung, Depression, Burnout, Migräne und diverse Arthrose Leiden im Schultergelenk und einer Hand.
Ich arbeite 30 Stunden pro Woche im Büro und erhoffe mir erstmal einen steuerlichen kleinen Vorteil.

Mein Gefühl sagt mir und die Erfahrungswerte, dass ich mit Glück erstmal eventuell einen GdB von 20 bekomme.
Arztberichte und Diagnosen, Rehabericht habe ich beigelegt.
Ich weiß, dass es länger dauern wird mit der Bearbeitung.
Mir war der erste Schritt wichtig.
Versuchen kann man es einfach mal.

Was habt ihr für Erfahrungen beim Erstantrag einer Gleichstellung gemacht?

Welche Vorerkrankungen/Beeinträchtigungen habt ihr angegeben?

Wie schnell ging die Bearbeitung bei euch?

Ich freue mich über eure Erfahrungen.

VG Bergziege

13.03.2026 #1


54 Antworten ↓


Schlaflose
Zitat von BergziegeOnFire:
Mein Gefühl sagt mir und die Erfahrungswerte, dass ich mit Glück erstmal eventuell einen GdB von 20 bekomme

Du meinst bestimmt einen Antrag auf Schwerbehinderung. Einen Gleichstellungsantrag kann man erst stellen, wenn man mindestens 25GdB vom Landesdozialamt schon bekommen hat. Den Antrag auf Gleichstellung muss man dann über das Arbeitsamt stellen. Mit 20GdB hat man, glaube ich, keinerlei Vorteile.
Bei mir ist es schon über 15 Jahre her, wo ich den Antrag auf Schwerbehinderung gestellt hatte. Ich bekam 30GdB für Soziale Phobie und Depressionen. Das ging damals ziemlich schnell, aber inzwischen dauert es, zumindest bei uns, viel länger. Es war von 6 Monaten die Rede.

x 2 #2


A


GdB Erstantrag Erfahrungen

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Moelli80
Bei mir hat es 8 Monate gedauert die Bearbeitung.

Sie nehmen die schlimmste Krankheit von allen und rechnen mit der, soweit ich weiss.
Bringt wohl nichts wenn man ganz viele Krankheiten hat, sondern nur nach schwere.

Ich hatte 50 bekommen.
Da ich aber in Rente bin, aufgrund das ich nicht mehr als 15 Std die Woche mehr arbeiten darf/kann.
Bringt der mir nicht viel. Hab hier in der Gegend gar keine Vorteile damit.
Also hab ich ihn gar nicht erst verlängern lassen.

x 1 #3


BergziegeOnFire
@Schlaflose
Ok.
Ja, genau.
Ich war mir nicht so sicher.
Also einen Schwerbehinderten Antrag.

Hier ein Auszug, man kann tatsächlich einen Pauschbetrag steuerlich von 384 Euro beim GdB ab 20 geltend machen als Arbeitnehmer beim Finanzamt. Das staffelt sich dann je höher der GdB ist.

https://lsth.bundesfinanzministerium.de...nhalt.html

Dann warte ich mal geduldig ab, wann ich Post vom Amt zurück bekomme.

#4


Burn
Ich möchte in deinem Thema gar nicht großartig reinpfuschen aber ich bin da auch am überlegen aber noch total unsicher was mir ein Gdb bringen soll.
Steuerlich oder Vergünstigungen etc. interessieren mich jetzt erst mal nicht.

Ich habe eher bedenken wegen Arbeitgeber. Im Moment habe ich einen ganz kleinen Arbeitgeber mit grad mal 10 Leuten. Also keine Behörde, kein Tarifvertrag und keinen Betriebsrat.
Ich weiß jetzt nicht genau ob es nicht eher ein Risiko darstellt einen GDB zu haben, denn Kündigung geht ja sowieso ratz fatz und los werden die einen sowieso wenn sie wollen würden. Bei so mini Firmen sowieso.

Für die Zukunft hätte ich dann eher bedenken das man mich erst gar nicht einstellt usw.

x 1 #5


BergziegeOnFire
@Burn
Ok, verstehe deine Bedenken.
Auch weil du in einer kleineren Firma arbeitest. Da hat man manchmal als Arbeitnehmer Nachteile.

Ist deine Denkweise vielleicht durch deine Erfahrungen etwas negativer?

Bei der Firma wo ich arbeite, haben wir einen Tarifvertrag. Allerdings keinen Betriebsrat.
Wir haben 550 Beschäftigte.
Es gibt einen Betriebsarzt.
Ich bin jetzt Ü-50 und 10 Jahre in der Firma.
Sorry, dass ich das jetzt so sage, aber ich kenne den Geschäftsführer auch privat und da glaube ich mal ausnahmsweise an das Gute.
Das mir nicht wegen sowas gekündigt wird.
Denn ich bin zuverlässig und in vielen Fachbereichen einsetzbar.
Da ich auch für diverse Vertretungen von Fachabteilungen eingearbeitet wurde.
Da wären die echt doof.
Wenn die mich kündigen, würde das teuer werden.
Ich weiß, jeder ist ersetzbar…
Mein Vorgesetzter hat mich bei meinen Kündigungs Gedanken immer abgehalten und mir mehrfach gesagt, wie wertvoll ich bin.
Mein Chef ist wirklich eine kompetente Führungskraft. Das erlebe ich tatsächlich das erste Mal in über 32 Jahren Berufszeit.
Ab 10 Jahren Betriebszugehörigkeit und ü-50 verlängert sich auch die Kündigungsfrist, falls der AG mich rauschmeissen würde.
Wegen meiner derzeitigen Situation, bin ich eher optimistisch.

#6


BergziegeOnFire
@Burn
Für mich würde diese Gleichstellung, auch wenn ich einen GdB von 30 bekommen würde, gerade nicht relevant sein und die Voraussetzungen wären sowieso nicht erfüllt, denn
das habe ich auf der Seite der Agentur für Arbeit gefunden.

Ich habe keine Abmahnungen oder Gespräche wegen zu vieler Fehlzeiten bekommen und mobil bin ich auch, also freue ich mich gerade, dass es mir gesundheitlich gerade einigermaßen „okay“ oder „normal“ geht, sowie es aussieht.

Arbeitsplatz gilt als gefährdet
Eine Behinderung kann am Arbeitsplatz vielfältige Auswirkungen haben. Sie kann zum Beispiel verursachen, dass …
Sie häufig fehlen,
Sie dauerhaft wenig belastbar sind,
Sie nicht so mobil sind wie Ihre Kolleginnen oder Kollegen,
Sie fortwährend Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen benötigen.
Treffen eine oder mehrere dieser Einschränkungen auf Sie zu, kann das bedeuten, dass Ihr Arbeitsplatz gefährdet ist. In manchen Fällen wird dies durch eine Abmahnung oder ein Fehlzeitengespräch deutlich.

#7


Burn
Zitat von BergziegeOnFire:
@Burn Ok, verstehe deine Bedenken. Auch weil du in einer kleineren Firma arbeitest. Da hat man manchmal als Arbeitnehmer Nachteile. Ist deine ...

Ich habe das alles durch grosser Konzern , Betriebsarzt, Betriebsrat usw. 16 Jahre Betriebszugehörigkeit , lange Kündigungsfrist. Letztendlich hat sich die Firma für den teuren Weg entschieden. War ein langer Prozess.
Die Narben die ich aber habe von dem ganzen Psychoterror den ich jahrelang hatte kann man mir gar nicht bezahlen!
egal es ist jetzt vorbei.
Ich bin dort weg und für mich wahrscheinlich sogar besser.
da hatte meine Psychiaterin eben jetzt gemeint, jetzt könnten wir es nach der Probezeit bei diesem AG mit dem Schwerbehinderung und Antrag probieren damit ich da besser geschützt bin.
bin mir aber nicht sicher ob das wirklich ein Schutz ist, wie gesagt wenn Firmen wollen das man geht, dann geht man auch oder die weiteren Jahre werden sowieso erneut der Horror.
natürlich gibt es Kündigungsschutz usw. Aber der Preis ist emotional echt hoch.

darum bin ich am hadern was mir das bringen sollte.

jetzt werde ich hoffentlich woanders wieder glücklich und kann heilen.
psychisch krank geworden bin ich durch meinen alten Arbeitgeber

x 1 #8


BergziegeOnFire
@Burn
das tut mir echt leid.

Es ist ein Armutszeugnis für deinen Ex Arbeitgeber.
Echt daneben.
Ich wünsche dir von Herzen, dass du einen Arbeitsplatz findest, wo du gesehen wirst und wert geschätzt wirst.
Es ist echt hart geworden in der Arbeitswelt.
Ich arbeite in der Logistik und bekomme immer Job Angebote vom Hamburger Hafen, ob ich im Container Shipping arbeiten möchte.
Das ist eine Spur zu groß für mich und das lehne ich dankend ab. Da würde ich zwar viel mehr Geld bekommen, das bringt mir allerdings nichts, die Branche ist knallhart.

Deine Vorgehensweise kann ich gut nachvollziehen.

Man wird wirklich gebrandmarkt, was sich manche Firmen so erlauben…

Du bist die erste Priorität und vor allem deine Gesundheit!

#9


Burn
Zitat von BergziegeOnFire:
@Burn das tut mir echt leid. Es ist ein Armutszeugnis für deinen Ex Arbeitgeber. Echt daneben. Ich wünsche dir von Herzen, dass du einen ...

Och wie lieb von dir 🥰danke!
Ja ich hoffe das auch sehr.

x 1 #10


Peekay
Hallo zusammen,
mein Sohn arbeitet als EUTB. Er hat selber auch einen Schwerbehinderten Ausweis. Jetzt hilft er denen die dazu Fragen haben, oder Probleme mit Ämtern usw.
Daher mein Tip. Schaut mal bei euch im Wohnort ob es da eine ergänzende unabhängige Teilhabeberatung gibt.

x 2 #11


BergziegeOnFire
@Peekay
Alles klar.
Was bedeutet EUTB?
Das ist bestimmt ein erfüllender Job, wenn man anderen auf diese Art helfen kann.

#12


Peekay
@BergziegeOnFire
Ergänzende unabhängige Teilhabe Beratung
Ja, der Job ist toll sagt mein Sohn, aber geht oft an die Substanz, weil er trifft oft auf Menschen die ganz unten sind.

x 1 #13


R
Den GdB, zumindest im höheren Bereich gibt es nur für Menschen, die im Zeitraum der Antragstellung ziemlich weit unten sind.
Mir ging es nicht besonders gut, Depression und Ängste, als ich den Antrag online ausfüllte, den behandelnden Arzt angab, der hat ein Gutachten geschrieben und schon hatte ich einen GdB von 60. Als EU-Rentner kann ich damit nicht viel anfangen. Es gilt den Alltag so selbstständig wie möglich zu gestalten, egal wie hoch der Grad der Behinderung ist. Bei dieser Alltagsbewältigung fragt niemand nach der unsichtbaren seelischen Behinderung. Das ist bei körperlicher Behinderung mit einem Rollstuhl etwas anderes. Wenn jedoch der GdB von 20 schon bei der Arbeit einen steuerlichen Vorteil bringt, dann kann man das ja im Falle der Einstufung mitnehmen.

x 1 #14


Violetta
Zitat von Burn:
Ich habe eher bedenken wegen Arbeitgeber.

Du musst deinem Arbeitgeber gar nichts von einem GdB sagen. Erst wenn du einen von 50 hast, solltest du ihm das sagen. Dann steht dir mehr Urlaub zu, und fu bist erstmal unkündbar

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Violetta
Wer einem auch gut beraten kann beim Ausfüllen des Antrages, das ist der VdK.

x 1 #16


Burn
Zitat von Violetta:
Du musst deinem Arbeitgeber gar nichts von einem GdB sagen. Erst wenn du einen von 50 hast, solltest du ihm das sagen. Dann steht dir mehr Urlaub zu, ...

Ok erst ab 50% unkündbar?
und neuen AGs muss man das nicht mitteilen…hmm also ich war jetzt lange krank gewesen wegen Ängste Depression burnout. Bin jetzt wieder vollzeit am arbeiten.
meine Psychiaterin meinte halt, dann schauen wir dass sie einen GdB bekommen auch damit ich in Teilzeit arbeiten kann und man mit mir nicht alles machen kann, man müsste seine Rechte kennen. Ich bin mir da aber nicht so sicher ob es nicht eher ein Nachteil ist bzw für die Arbeitswelt gar nichts nutzt.

x 1 #17

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Violetta
Zitat von Burn:
erst ab 50% unkündbar?
und neuen AGs muss man das nicht mitteilen

Genau, klar, wenn du einen GdB von 50 hast, solltest du ihm das mitteilen, weil du ja mehr Urlaubstage bekommst.
Man kann bei einen GdB von 40 einen Gleichstellungsantrag beantragen. Aber ich weiß leider nicht, welche Vorteile du dann hast.
Ich habe einen GdB von 50, habe steuerliche Vorteile, bekomme bei einigen Veranstaltungen oder im Schwimmbad usw Vergünstigungen. Ich konnte mit 62 in Frührente gehen, weil ich meine Arbeitsjahre voll hatte und aufgrund des GdB's von 50 kaum Abzüge.

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Islandfan
Zitat von Burn:
Ok erst ab 50% unkündbar?

Nee, das ist in der Praxis nicht immer der Fall, es ist schwerer jemanden mit einem GdB ab 50 zu kündigen, aber nicht unmöglich. Da muss der Arbeitgeber erst mit der Schwerbehindertenvertretung sprechen und ggf noch das Integrationsamt einschalten. Wenn aber die Leistung dauerhaft nicht mehr schaffbar ist und festgestellt wird, dass sich nichts ändert, dann kann man auch gekündigt werden. Ist mir damals bei einer Stelle passiert (das erste und einzige mal, dass man mir gekündigt hat) und das ging auch trotz der Schwerbehinderung. Die finden Wege, wenn sie wollen.

Zitat von Burn:
meine Psychiaterin meinte halt, dann schauen wir dass sie einen GdB bekommen auch damit ich in Teilzeit arbeiten kann und man mit mir nicht alles machen kann, man müsste seine Rechte kennen. Ich bin mir da aber nicht so sicher ob es nicht eher ein Nachteil ist bzw für die Arbeitswelt gar nichts nutzt.

Ich habe es meinen nachfolgenden Arbeitgebern seit der Erfahrung verschwiegen, aktuell weiß es nur die Personalabteilung, da ich im ÖD bin. Ich werde es niemals offenlegen, denn das eine ist das Recht, das andere die Realität. Der Mehrurlaub beträgt 5 Tage bei Vollzeit.

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Burn
Zitat von Islandfan:
Nee, das ist in der Praxis nicht immer der Fall, es ist schwerer jemanden mit einem GdB ab 50 zu kündigen, aber nicht unmöglich. Da muss der ...

Ich danke dir für den ehrlichen Einblick ja so ähnlich dachte ich mir das auch schon. Ich hab es auch am eigenen Leib erfahren, wenn der AG will finden sie Mittel und Wege , zur Not halt mit langem Psycho Druck, letztlich haben sie den längeren Atem. Und der unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen, habe ich ebenfalls schmerzlich erfahren

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