Zitat von Mutexia:Die 100.000 haben wir als Dunkelziffer mit leichten oder keinen Symptomen doch bereits längst voll.
Bin da ganz deiner Meinung. Was dann natürlich die Statistik verschlechtert, aber evtl. auch so gewünscht ist. Die reine Tatsache, dass kein Medikament, keine Impfung zu Verfügung steht, ist das Problem und natürlich die Überlastung bzw. drohender Zusammenbruch des Gesundheitssystemes.
Wenn Praxen zumachen müssen, weil Personal infiziert, werden anderen Krankheiten nicht einfach wegbleiben. Und was dann?
Aus sicherer Quelle: Eine Frau war im KKH wegen einer OP, ein ganz normaler Eingriff. Nach Tagen verspürte sie Atemnot. Der Anruf in ihrer Hausarztpraxis ergab: haben Sie Fieber, eine Erkältung, HUSTEN?
Nein, nur Atembeschwerden. Ok, bleiben sie zuhause, melden Sie sich wieder, wenn es schlimmer wird. Es wurde schlimmer, sie rief den Notarzt, kam ins KKH und verstarb an einer Lungenembolie.
Ist kein Fake, hat mir eine Patientin erzählt. Und selbst wenn es Fake wäre, wäre das zur Zeit leider denkbar, denn auch ich würde ähnlich handeln und das hat mich zutiefst erschreckt.
Alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, haben die Hingabe, kranken Menschen helfen zu wollen. Das ist unser Job, unsere Aufgabe, unsere Berufung. Ich konnte den Bericht gestern im Fernsehen so gut verstehen, wo eine Krankenschwester in Italien über die dortige dramatische Situation verzweifelt geäussert hat, dass diese Hilflosigkeit sie an den Rand der Verzweiflung bringt. Wir sind das einfach nicht gewohnt, ertragen es nicht, Menschen wie Fliegen sterben zu sehen.
Ich arbeite nun ja nicht in einer Intensivstation. Allerdings kenne ich dieses Problem noch aus meiner Tätigkeit im Veterinärwesen, wo es zwar um Tiere ging, allerdings mit der gleichen Intensität, dieses Leben retten zu wollen. Und wer sich Stunde und Stunde kümmern muss, kennt diese Erschöpfung, diesen Kampf. Hat man ihn dann gewonnen, war das eine Belohnung, ein so tolles Gefühl, das man schlecht beschreiben kann.
Und jetzt, wenn Menschen feststellen müssen, dass nix hilft, der Kampf täglich verloren wird, tut das etwas mit einem. Man verzweifelt.
Ich hab so mitgefühlt, hab alles so verstanden. Ist einfach nur noch traurig.