Willkommen @Zeycid, Grüße nach Franken...

und erstmal herzliches Beileid. Ich kannte mal eine Frau, die mit ca. 30 ebenfalls eine Fehlgeburt hatte. Vorher war sie ein sehr stabiler Mensch mit immensem Urvertrauen ins Leben - danach fiel sie in eine schwere Krise. Leider habe ich keinen Kontakt mehr zu ihr und kann nicht sagen, ob sie darüber hinweg kam. Damals war ich überrascht wie doch solch eine Erfahrung einen Menschen destabilisieren kann, doch heute verstehe ich das etwas besser. Es ist ja bereits ein Teil von uns, der da "ging, bevor er kam".
Ich glaube jedoch, dass wir darüber hinweg kommen können. Nichtsdestotrotz ist jede existenzielle Krise eine Möglichkeit, endlich mal über das Wesentlichste nachzudenken, nämlich
uns. Vielen Menschen macht die Vorstellung Angst, "sich" zu nahe zu kommen. Wir schauen lieber in die Zukunft, machen Pläne oder denken über Vergangenes nach; schauen somit nach außen statt nach innen.
Der Ca nnabisentzug dürfte für die Schlafstörungen mitverantwortlich sein. So gut ich es finde, wenn man dieses Laster ablegt - Du musst dabei bedenken, dass damit ein Dir vertrauter "Downer" wegfällt, für den Du erst mal "Ersatz" finden musst. Dich hier mit Sucht
generell zu beschäftigen, kann sehr hilfreich sein - auch bezüglich Deiner Ängste und somit der Panikattacken. Ein guter Einstieg ist "Die Suchtfibel" (auch wenn sich diese vorwiegend auf Alk. bezieht - strukturell ist es ein und dasselbe). Außerdem sämtliche Suchtambulanzen der Caritas - m. E. die am meisten unterschätzten, niederschwelligsten Anlaufstellen in Deutschland.
Denn genau genommen ist Sucht lediglich ein Symptom, wie Ängste oder Depressionen auch. Du brauchst also eine gewisse "vollständige Draufsicht" auf Deine Lage, dann kannst Du alles besser zuordnen. Ohne diese Komplettschau verliert man sich in den einzelnen Aspekten der Krise und alles schaukelt sich gegenseitig auf.
Zitat von Zeycid: Ich hoffe mir kann jemand Tipps geben wie ich diese Angst einstelle Bzw. Akzeptiere ?
Das A und O ist zu Beginn,
Verständnis für das Wesen von Panikattacken und ihren Bezug zu Ängsten und deren Entwicklung zu bekommen. Das ist schon mal die halbe Miete.
Als Konsument von Ca nnabis oder Alk., haben wir außerdem "gelernt", dass wir über das Suchtmittel unsere Wahrnehmung
nach Belieben beeinflussen zu können. Und zwar sowohl situativ als auch - ungefähr - per Zeitbereich. Man könnte also meinen, dass wir mit PAs eigentlich klarkommen müssten. Das ist ein großer Irrtum, denn PAs sind eine (bislang lediglich noch nie erlebte) Schutzfunktion des Körper-Geist-Gefüges. Wer das erstmals durchmacht, erlebt durchaus etwas ähnliches wie ein Trauma, das sich im Unterbewusstsein einnistet und die Wahrnehmung mitunter maßgeblich verändert. Irgendwann wird
alles bedrohlich, doch wir "wissen" nicht, warum.
Um das besser zu verstehen, möchte ich das Buch "Wenn plötzlich die Angst kommt" von Roger Baker empfehlen. Für viele Menschen, die zum ersten Mal Ängste und Panik erleben, ist dies ein ausreichender Leitfaden zurück in einen sicheren Hafen. Allerdings solltest Du
in diesem Zuge grundsätzlich lernen, wie Du durch gewisse Lebensveränderungen diese Schutzfunktionen künftig nicht mehr benötigst.