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Hallo zusammen,

ich bin an einem Punkt, an dem ich wirklich nicht mehr weiter weiß. vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mich etwas beruhigen.

Es geht darum:
Ich habe eine sehr schwere Zeit hinter mir. Nachdem es mir 2 Jahre körperlich sehr schlecht ging und es ewig für eine Diagnose gedauert hat, habe ich Anfang des Jahres erfahren, dass ich Endometriose (gynäkologische Krankheit) habe. Ich wurde seit März 3x operiert.
Der Weg bis zur Diagnose war für mich sehr leidvoll und es war zwischenzeitlich sogar soweit, dasss mir meine Eltern nicht mehr geglaubt haben, dass ich wahnsinnige Schmerzen habe und mich in eine psychosomatische Reha geschickt haben, da vermutet wurde, dass ich mir die Schmerzen nur einbilde. Zwischenzeitlich entwickelte ich auch eine Angststörung mit Panikattacken, da ich dachte, ich bin todsterbenskrank.

Da ich vorher auch noch nie ernsthaft krank war oder operiert wurde, war die Zeit der Operationen für mich natürlich auch sehr belastend und mit großen Ängsten verbunden.

Die Operationen sind jetzt vorerst einmal gut überstanden und ich bin in sehr guter ärztlicher Behandlung. Allerdings geht es mir trotzdem sehr schlecht: ich wache Nachts oft auf und habe das Gefühl keine Luft zu bekommen. Wenn ich dann wieder versuche einzuschlafen, habe ich so ein komisches Gefühl im Körper (ich kann es gar nicht richtig beschreiben), so ein Entfremdungsgefühl, als ob der Körper nicht meiner wäre und es kribbelt überall, ausgehend von der Magengegend, also ganz komisch. Die Atmung wird dabei auch ganz flach und ich habe wieder das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Manchmal wache ich auch auf und bin völlig neben mir und hab Kreislaufprobleme, Schwitze, habe das Gefühl die Wände hochzugehen oder gleich zu sterben.
Als ich im Aufwachraum nach der OP lag, wurde mir auch gesagt, dass die Sauerstoffsättigung immer wenn ich eingeschlafen bin abfällt.
Ich hab schon alles mögliche untersuchen lassen:
Belastungs-/Langzeit EKG, Herzultraschall, Magen-/Darmspiegelung, Etliche Blutbilder, Schilddrüse (Blut und Ultraschall), Lungenfunktionstest, MRT HWS+BWS+LWS+ Becken, letztes Jahr MRT Kopf, Ultraschall Bauchorgane -alles ok! Schlafapnoetest hab ich auch gemacht, Ergebnis steht noch aus.

Trotzdem hab ich das Gefühl, dass etwas nicht stimmt und Angst, dass ich einen bleibenden Schaden durch die schlechte Sauerstoffversorgung behalte.

Seit der OP hab ich auch wahnsinnige Probleme mit der HWS und hab oft Kopfweh vom Nacken aus und Schwindel. Außerdem bin ich ein nächtlicher Knirscher und hab eine Kieferfehlstellung (hab ich aber schon immer) und jeden Morgen wenn ich aufwache hab ich wahnsinnige Kieferschmerzen, Rückenschmerzen und der Brustkorb tut weh, so als ob ich mich die ganze Nacht angespannt hätte oder mega viel geatmet und bin total gerädert. Tagsüber bin ich oft innerlich Angespannt und Unruhig, so als ob alles überreizt wäre, also das ganze Nervensystem.

So, ich glaube, das war erst alles. Vielen Dank, wenn ihr euch den langen Text durchgelesen habt. Vielleicht kann mir ja jemand helfen und meine Angst nehmen. Ich weiß nämlich nicht mehr, zu welchem Arzt ich noch gehen soll. Ich würde einfach nur mal wieder gerne gut und ohne Angst schlafen.

18.12.2019 09:27 • 18.12.2019 #1


8 Antworten ↓


FredM
Hallo Rosalie,

körperlich bist du ja bestens untersucht worde, und es sieht so aus, als wärest du in dieser Beziehung topfit.

Die Symptome, die du während der Nacht hast, passen alle ganz prima zu einer Angststörung. Dazu gehört das Gefühl, schlecht Luft zu bekommen. Das "komische Gefühl im Körper" kann eine Depersonalisation sein, ebenfalls ein Symtom der Angststörung. Dass du dann ganz flach atmest, bewirkt zusätlich eine Hyperventilation, was die ganze Symptomaik nochmals verstärkt.

Rücken- und Brustschmerzen kommen genau daher, wie du es vermutest: Die übermässige Anspannung nachts und auch tagsüber, wo du sie sogar zusätlich zur Unruhe bemerkst. Und da hast du vollkommen recht: Es ist das vollkommen überreizte Nervensystem. Die Ursache ist meiner Meinung nach aber nichts körperliches. Für mich sieht es so aus, als ob die Operationen irgendwie die Angststörung ausgelöst oder verstärkt haben, und jetzt leidest du an deren Symptomen.


lg


18.12.2019 10:48 • #2



Seltsame körperliche Symptome beim Einschlafen

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Hallo FredM,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.

Irgendwie vermute ich auch, dass es zur Angststörung passt, mich macht nur eins stutzig: sobald ich mich hinlege, auch nur zum TV schauen fängt dieses Gefühl an und wenn ich mich aufsetze ist es wieder vorbei. Ich hab's eben nochmal getestet. Also ist es anscheinend auch nicht ganz abhängig vom Schlaf, sondern der Position. Und ich denke weil ich nachts am längsten liege, ist dieses Symptom noch ausgeprägter. Dann passt das ja auch wieder nicht so ganz zur Angststörung. Ach ich bin einfach so verunsichert...

18.12.2019 10:53 • #3


Unruhe_in_Person
Hallo Rosalie89!

Ich weiß nicht,ob ich Dir weiter helfen kann,aber ich versuche es mal.

Zitat von Rosalie89:
so ein Entfremdungsgefühl, als ob der Körper nicht meiner wäre und es kribbelt überall, ausgehend von der Magengegend, also ganz komisch. Die Atmung wird dabei auch ganz flach und ich habe wieder das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Manchmal wache ich auch auf und bin völlig neben mir und hab Kreislaufprobleme, Schwitze, habe das Gefühl die Wände hochzugehen oder gleich zu sterben.



Das erste was ich fragetechnisch im Kopf hatte:Gab es Komplikationen bei den OP´s?
Bei mir passiert es,dass ich aufwache-und ganz heftig nach Luft schnappe,so als sei ich tauchen gewesen und habe es gerade so noch rechtzeitig geschafft wieder aufzutauchen.Der Kreislauf spinnt rum und ich hab erstmal Schnappatmung...Ist das bei Dir ähnlich?Mir wurde gesagt,dass es sich dabei um Atemaussetzer handelt,ärztlich untersucht wurde es nicht,weil ich es nicht immer habe (und auch gar nicht weiß wann das auftritt). Es klingt bei Dir sehr ähnlich.

Ich versuche mich dann immer zu beruhigen,ruhig zu atmen und seit einiger Zeit habe ich neben meinem Bett immer eine Packung Dextrose (Traubenzucker,geht serh schnell ins Blut und stabilisiert den Kreislauf) liegen.Vielleicht wäre das was für Dich?

Zitat von Rosalie89:
Außerdem bin ich ein nächtlicher Knirscher und hab eine Kieferfehlstellung (hab ich aber schon immer) und jeden Morgen wenn ich aufwache hab ich wahnsinnige Kieferschmerzen, Rückenschmerzen und der Brustkorb tut weh, so als ob ich mich die ganze Nacht angespannt hätte oder mega viel geatmet und bin total gerädert. Tagsüber bin ich oft innerlich Angespannt und Unruhig, so als ob alles überreizt wäre, also das ganze Nervensystem.



Knirscher bin ich auch,das der Kiefer weh tut,ist denke ich darauf zurück zu führen.Das kommt durch die Anspannung,denke ich.
Kieferschmerzen können auch in andere Bereiche des Körpers (Rücken,Brustkorb) ausstrahlen,ist ja alles miteinander vernetzt.Ich denke,dass bei Dir tatsächlich alles überreizt ist.
Mein Tipp:
Schaffe Dir Hilfmittel.Entspannende Musik,Bonbons etc.,jedenfalls geschmacksintensives,etwas zum Kuscheln (Kuscheltier,das Du magst) ,einen Film,bei dem Du genau weißt,das es Dir besser geht.Was auch helfen könnte ist,dass Du 5 Dinge aufzählst,die Du hörst,siehst,fühlen kannst und wie Du heißt und wo Du bist.Damit lenkst Du Deinen Geist ab.Ich empfehle Dir auch ne kleine Taschenlampe unter Dein Kopfkissen zu legen,das Du direkt eine Lichtquelle anschalten kannst.Warmes Licht beruhigt.

Zitat von Rosalie89:
Schlafapnoetest hab ich auch gemacht, Ergebnis steht noch aus.


Okay,ich hoffe,dass es Dir bald besser geht oder Du einen Weg findest damit zurecht zu kommen.Es klingt insgesamt sehr nach Angststörung.

Vielleicht hat noch jemand Tipps?

Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

18.12.2019 11:04 • #4


Hallo Unruhe-in-Person,

Komplikationen gab es eigentlich keine bei der OP, eben nur im Aufwachraum dieses Problem mit der Sauerstoffsättigung und dass ich dann eben auch nach Luft geschnappt habe.
Wobei das kein richtiges Schnappen nach Luft ist, sondern ich einfach unbewusst merke, dass ich gar nicht mehr atme und dann aufwache...

Danke für die vielen Tipps, vieles davon hab ich auch schon ausprobiert. Ich bin auch in psychiatrischer Behandlung gewesen, doch dort hat man mir nicht wirklich weiter geholfen und mir nur Antidepressiva verschrieben, die ich überhaupt nicht vertragen habe. Ich fühle mich so gefangen in meinem eigenen Körper...

Und das hier ist für mich auch immer noch so unverständlich:
Wenn ich mich hinlege, egal ob ich nur TV schaue oder chillen, geht dieses komische Gefühl direkt wieder los. Wenn ich mich dann aufsetze, ist es wieder verschwunden. Dann hat das doch auch nix mit einer Angststörung zu tun oder?!

18.12.2019 11:18 • #5


Unruhe_in_Person
Huhuu.^^

Zitat von Rosalie89:
Ich bin auch in psychiatrischer Behandlung gewesen, doch dort hat man mir nicht wirklich weiter geholfen und mir nur Antidepressiva verschrieben, die ich überhaupt nicht vertragen habe. Ich fühle mich so gefangen in meinem eigenen Körper...


Dann war das der falsche Ansatz..leider neigen die meisten dazu,ausschließlich Medis zu verschreiben,statt gezielt nach ner Methode zu schauen...Wurden Diagnosen gestellt?Einfach so AD verschreiben geht nämlich meines Wissens nicht.

Zitat von Rosalie89:
Wenn ich mich hinlege, egal ob ich nur TV schaue oder chillen, geht dieses komische Gefühl direkt wieder los. Wenn ich mich dann aufsetze, ist es wieder verschwunden.


Hm nun ja,der Körper hat nicht soo viele Möglichkeiten zu sagen,dass er nen Problem hat,weißt Du.Ich bin keine Ärztin,wie gesagt,es KANN sein,dass es ne Angststörung ist,es kann auch was anderes sein.Ich kann mir vorstellen,dass Du unterbewusst Angst vorm Schlafen haben könntest,eben,weil Du diese Luftprobleme hast.Das würde erklären,wieso Du beim Chillen oder überhaupt im Liegen dann diese Zustände bekommst.Dein Körper hat ein sog.Schmerzgedächtnis,wo alles negative abgespeichert wird,alles was Schmerzen beinhaltet,alles wo es Dir nicht gut ging-und das meldet sich dann unterbewusst.Jedenfalls kann ich es mir so erklären.Deswegen hatte ich die Idee,dass es ne Angststörung sein könnte.


Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

18.12.2019 11:26 • #6


rosebud42
Hallo Rosalie,
wurde denn bei den 3 OPs in einem Bereich operiert der nicht mehr nur Gebärmutter etc ist?
Endometriose-Herde können ja wohl überall im Körper verstreut sein...
meine Frage zielt in die Richtung: Wurde da vielleicht irgendwas berührt/verletzt zb Nerven oder so?
(Ich selbst hab das leider bei einer völlig anderen Geschichte erlebt und am Anfang hat mir das keiner geglaubt .. Meniskus-OP am Knie mit anschließend gefühlloser Fußsohle)
Nur weil Du sagst dass das alles erst nach den OPs auftrat.

Allerdings muss ich auch sagen: was Du durchgemacht hast ist ja geradezu traumatisch. Die Schmerzen bei endometriose müssen grausam sein, eine Freundin von mir hat das und sie wird wenn sie ihre Regel hat und nicht rechtzeitig Schmerzmittel nimmt, wirklich ohnmächtig vor Schmerzen. Und dann auch noch nicht ernst genommen zu werden ist brutal. In Kombination mit den 3 OPs würde ich fast von einem Trauma sprechen das Du erlitten hast und das Du nun verarbeitest. Und das passiert halt leider oft durch extrem unruhigen Schlaf und Verspannungen und Atemprobleme..

18.12.2019 11:26 • x 1 #7


Hallo Rosebud,

Oh ja, es wurde am Darm, der Blase, den Sakralnerven, im Genitalbereich operiert. Ich war ein ganz komplizierter Fall.
Es hat aber ein wirklich kompetenter Arzt, der beste Spezialisiert in Deutschland auf dem Gebiet, operiert. Und ich denke, dann hätte ich auch tagsüber diese Probleme...

Ja es war traumatisch. Ich muss auch wirklich immer weinen, wenn ich dran denke und es hat mir viel von meiner Lebensfreude genommen. Aber die Situation jetzt macht mir fast noch mehr zu schaffen.

Ja es wurde eine Diagnose in der Reha gestellt und der Psychologe hier vor Ort hat das dann so übernommen, nachdem er mir das Diagnosegespräch geführt hat. Ergebnis: Angststörung mit depressiven Episoden.
Ich weiß auch, dass ich unter einer Angststörung leide, aber das ja schon länger und diese Symptome im Liegen sind erst jetzt aufgetreten und eigentlich war ich ja schon auf dem Weg der Besserung mit der Angst...

18.12.2019 11:46 • #8


rosebud42
Naja, eine Angststörung verläuft ja nicht gradlinig. Das tückische ist ja, dass sie sich immer neue Ecken sucht. Dieses Aufschrecken und um Luft ringen in der Einschlafphase hatte ich auch eine Zeit lang. Wie so viele andere Symptome auch. Habe zig Tests machen lassen, dachte immer an Lungenembolie oder sowas... am Ende war es alles nur die Angst.
Und das dauert bis die sich wieder verabschiedet...

18.12.2019 12:25 • #9




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