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Guten Abend zusammen,

Meine Krankheitsangst hat mich seit ein paar Wochen wieder total im Griff. Und jetzt habe ich folgende Angst.

Ich war vor ca 3-4 Jahren wegen dauerhafter Sehstörungen beim Neurologen. Es wurde ein MRT gemacht (unauffällig) und eine Sehnervuntersuchung. Ich musste auf einen Bildschirm mit Karos und einer Mickey Maus schauen. Ob ich noch etwas weiteres machen musste wie Knöpfchen drücken oder ob ich verkabelt war, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls war diese Untersuchung laut Ärztin "leicht auffällig aber nicht pathologisch". So hat sie es gesagt. Habe mir keine weiteren Gedanken dazu gemacht. Bis gerade. Ich hörte gerade einen Podcast (der nichts mit Krankheiten zu tun hat) und dort ging es um dieses Thema, um die Untersuchung. Der Sprecher sagte, dass man daran schon ALS oder MS (da war we nicht so sicher) untersuchen könnte auch wenn noch keine anderen Symptome vorliegen. Und bäm, Panik. Hatte ich mir wie gesagt vorher keine Gedanken gemacht, kommt jetzt die Angst, ob dieses "leicht auffällig aber nicht pathologisch" nicht doch etwas zu bedeuten hat.

Ich möchte auf keinen Fall googeln. Eigentlich habe ich beschlossen, der Ärztin zu vertrauen. Wenn es bedenklich gewesen wäre, hätte sie sicher weitere Untersuchungen veranlasst oder zumindest gesagt, dass man das kontrollieren soll. Aber das mit dem Vertrauen klappt gerade nicht.

Kann es sein, dass manche Sachen etwas außerhalb der Norm sind und es einfach nichts bedeutet? Habe Angst, dass es vielleicht eine sehr frühes Anzeichen für irgendeine dieser Krankheiten ist, wobei mir ALS sehr viel mehr Angst macht als MS.

Ich weiß auch nicht, ob eine auffällige Sehnervuntersuchung zwangsläufig eine diese Krankheiten bedeutet oder es auch Leute gibt, die auffällige Untersuchungen haben aber keine dieser Krankheiten.

Ich halte diese Krankheitsängste nicht mehr aus. jedes mal was Neues.

Achja, bei meinen Sehstörungen handelt es sich meiner Meinung nach um Visual Snow und andere.

31.12.2020 00:17 • 31.12.2020 #1


3 Antworten ↓


Wenn deine Ärztin gesagt hat, dass es nicht pathologisch ist und auch keine weiteren Untersuchungen veranlasst hat, dann vertraue auf ihre Urteilsfähigkeit.

Dass ALS an Veränderungen des Sehnervs erkannt werden kann, habe ich noch nie gehört. Bei MS kann durchaus eine Sehnerventzündung mit Sehstörungen als Erstsymptom auftreten, aber dann hätte deine Neurologin das auch diagnostiziert. Im MRT wären MS-Läsionen ebenfalls sichtbar gewesen.

Ich finde die Aussage deiner Neurologin irgendwie unsensibel. Ich hatte vor einem Jahr ebenfalls ein MRT und bekam vor der Besprechung mit meinem Neurologen die Befundung des Radiologen zugeschickt. Ich bekam einen Schock. Es waren Läsionen und vergrößerte Virchow-Räume beschrieben, aber ohne Bewertung. Ich dachte auch, ich habe bestimmt MS, weil ich auch immer wieder mit "schrägen" Symptomen zu tun habe. Als ich dann mit meinem Neurologen sprach, war für ihn der Befund überhaupt nicht bedrohlich, denn die Läsionen waren nicht MS-typisch und sind mit meiner Aura-Migräne vereinbar. Die Virchow-Räume sprach er gar nicht an. Er erklärte mir, dass viele "Veränderungen" nicht pathologisch sind und dass er sie deshalb Angstpatienten gegenüber gar nicht erst erwähnt, weil sie das ggf. verunsichern könnte. Das fand ich sympathisch.

Ich habe übrigens auch Visual Snow und diverse andere die Augen betreffenden Symptome. Mir hat Escitalopram geholfen, die Angst zu überwinden und die Symptome abzuschwächen.

31.12.2020 09:55 • x 1 #2



Sehnervuntersuchug leicht auffällig

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Hallo Cola,

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe mich wieder beruhigt. Ganz tief in meinem Inneren bin ich sogar davon überzeugt, dass ich "gesund" bin, abgesehen vom Hashimoto. Trotzdem lässt sich meine Angst so schwer kontrollieren. Ätzend diese Angststörungen.

Das kann ich mir gut vorstellen, dass Du da einen Schrecken bekommen hast. Leidest Du selbst denn auch an Krankheitsängsten oder andere Angststörungen? Gut, dass nichts dabei raus gekommen ist.

Ich hatte eben Deinen Beitrag nur kurz überflogen und gelesen, dass Du auch Visual Snow hast und wollte Dich fragen, ob Du auch an Migräne mit Aura hast, und dann hattest Du es schon selbst geschrieben. Nach meiner Recherche scheint es da einen Zusammenhang zu geben. Meine Ärzte konnten allesamt mit meinen Sehstörungen (die ich übrigens gut "übersehen" kann) nichts anfangen.

31.12.2020 11:51 • #3


Es freut mich, dass du dich wieder beruhigen konntest!

Ja, ich leide auch unter einer generalisierten Angststörung und Krankheitsängsten. Es gibt Monate/Jahre, in denen komme ich gut zurecht, und andere, in denen alles durchkommt. Kommt immer auf meine Lebensumstände an. Dabei kommen dann manchmal die verrücktesten Symptome zum Vorschein, die meine Krankheitsängste besonders triggern. Die Augen sind besonders betroffen.

Ich war vor 3,5 Jahren sogar mal im KH und habe mich komplett auf MS durchchecken lassen. Laut Internet hätte es von den Symptomen her gepasst - zumindest laut meiner eigenen Einschätzung Es konnte von den Spezialisten jedoch nichts gefunden werden, was auch nur ansatzweise konkret auf diese Krankheit hindeutete. Aber ja, hin und wieder kommt die Furcht trotzdem noch durch

Ich habe auch schon gelesen, dass Visual Snow mit Aura-Migräne assoziiert zu sein scheint. Schade, dass man so wenig darüber weiß. Ich habe aber den Eindruck, dass Escitalopram die Symptome etwas gelindert hat. Nimmst du auch etwas ein? Und wie oft hast du Migräne? Ich inzwischen glücklicherweise nur alle paar Monate mal.

31.12.2020 12:20 • #4




Dr. Matthias Nagel