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Cat

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Hallo,

wie Titel bereits beschreibt leide ich gerade unter Schlaflosigkeit. Seit Sonntag habe ich deutchlich weniger Std. geschlafen. Erst hat mich das garnicht beunruhigt. Bis vorgestern nur 3 Std. und gestern garnicht geschlafen habe. War gestern total aufgedreht und konnte natürlich garnicht schlafen. Hinzu kommt dass ich leicht Durchfall hatte die Woche und auch mein deutchlich schneller schlägt und auch ab und an rast. Habe Angst heute Nach nicht wieder schlafen zu können Kann sowas tödlich enden? Habe von Computersüchtigen gelesen die einfach nach einer Nacht tot umgefallen sind. Heute habe ich mich so erschöpft gefühlt, dass ich einfach den ganzen Tag liegen geblieben bin. Geschlafen habe ich nur ein Std. vielleicht.. und ab und leicht weggenickt. Mein Puls erhöht.
aber tief war es nicht, denn habe schon alles um mich herum wahrgenommen.

Sonst schlaf ich immer gut. Selten mal ne Durchschlafstörung, aber nicht der Rede wert. Das jetzt macht mir Angst.

Was meint ihr dazu?

LG an alle

24.04.2015 16:51 • 26.04.2015 #1


13 Antworten ↓


Schlaflose

Schlaflose


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Dann wäre ich schon längst tot Ich leide seit 25 Jahren unter Schlafstörungen. Es gab Zeiten , wo ich wochenlang durchschnittlich 3 Stunden pro Nacht schlief. Der Körper holt sich so viel Schlaf wie er für die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen braucht. Dafür reichen 2-3 Stunden. Klar fühlt man sich damit beschissen, abe r sterben tut man nicht. Du wirst im Forum eine Menge Beiträge von Leute finden, die auch nicht schlafen können.

24.04.2015 17:57 • #2


Cat


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Hallo Schlaflose,

vielen Dank für deine Antwort. Echt, so lange? Gab es auch kürzere Nächte?
ich merke mein Immunsystem ist geschwächt dadurch, Halsschmerzen, Darmprobleme, Herzrasen, Schüttelfrost und das nach nur ein paar Tagen Schlafstörung.. Versuch mich echt nicht reinzusteigern und möglichst entspannt in die Nacht zu gehen, aber klappt nicht so. Diese Woche hatte ich auch ein wenig Diät gehalten, vielleicht etwas zu strikt, könnte vielleicht auch Auslöser sein oder? Wenn ja, dann ist mir das ein Lehre...


LG

24.04.2015 19:04 • #3


sevens


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Die Diät kann sich tatsächlich auf das Schlafverhalten bzw. das Schlafbedürfnis auswirken. Gerade Menschen, die fasten oder nur sehr wenig Nahrung zu sich nehmen, geraten nach einer Weile in einen leicht euphorischen Zustand, in dem sie deutlich weniger Schlaf zu brauchen scheinen.
Das liegt auch daran, dass der Körper weniger Energie für die Verdauung aufwenden muss und so signalisiert, dass mehr Reserven zur Verfügung stehen. Nicht ohne Grund werden die meisten Leute nach einem gediegenen, ausgiebigen Mittagessen müde und halten ein Mittagsschläfchen: Der Körper braucht viel Energie für die Verdauung. Hat er nix zu verdauen und schaltet er dann noch auf Hunger-Stoffwechsel um, wie beim Fasten regelmäßig der Fall, scheint plötzlich ein Überangebot an Energie vorhanden zu sein.
Zweitens gibt es einen evolutionären Zusammenhang zwischen Hunger und Wachheit: Der Hungrige kann durchaus bessere körperliche und geistige Leistungen vollbringen als der Satte, denn vor ein paar Tausend Jahren war er auf diesen Mechanismus angewiesen. Auf der Jagd zählen Schnelligkeit und taktisches Geschick. Wer beim Jagen einschlief, geriet schnell in die Gefahr, des Hungers zu sterben.

Grundsätzlich würde ich an Deiner Stelle die Schlafstörungen nicht überbewerten. Vielleicht hast Du gerade eine stressige, anstrengende Situation in Deinem Leben? Das kann einem schon mal den Schlaf rauben.
Versuch Dir einen Rhythmus zu schaffen, achte auf die Signale Deines Körpers. Iss regelmäßig und versuch dich zu bewegen. Schon ein straffer einstündiger Spaziergang kann Wunder wirken, wenn Du abends nach Hause kommst.
Als Beruhigungsmittel ist Baldrian zu empfehlen, das wirkt sanft und haut nicht so rein wie Schlaftabletten.

24.04.2015 19:16 • #4


Kirsuber


Das war meine absolute erste Angst, die ich hatte. Als ich neun Jahre alt war konnte ich mal eine Nacht kaum schlafen, als ich bei einer Klassenkameradin übernachtet habe und da entwickelte ich die Angst, dass ich sterben müsste, wenn ich nicht schlafen kann. Heute habe ich diese Angst nicht mehr (dafür andere Ängste). Glaub mir, ich habe so viel darüber nachgedacht und Ängste gehabt, dass ich sterbe, wenn ich mal nicht schlafe und es ist nie passiert. Der Körper holt sich das, was er braucht. Und manchmal ist es so, dass man Zeiten hat, in denen man nicht gut schlafen kann, das ist nervig, aber auf keinen Fall gefährlich.

24.04.2015 19:20 • #5


Schlaflose

Schlaflose


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Zitat von Cat:
vielen Dank für deine Antwort. Echt, so lange? Gab es auch kürzere Nächte?


Bei mir gab (und gibt) es immer wieder Nächte mit gar keinem Schlaf oder nur 1-2 Stunden. Das hatte ich schon als Kind. Das Extremste war vor meiner ersten Staatsexamensprüfung, wo ich ca. 72 Stunden am Stück überhaupt nicht schlief. Dennoch habe ich die 5-stündige Klausur geschrieben und sogar mit der Note "gut" bestanden. Später haben sich die Schlafstörungen auf immer mehr Situationen übertragen und chronifizert.
Zitat von Cat:
ch merke mein Immunsystem ist geschwächt dadurch, Halsschmerzen, Darmprobleme, Herzrasen, Schüttelfrost und das nach nur ein paar Tagen Schlafstörung..


Schwindel, Übelkeit, Zittrigkeit, Herzrasen, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen habe ich auch immer nach mehreren schlechten Nächten, aber davon stirbt man nicht, das ist nur sehr unangenehm. Krank war ich schon immer ganz selten. Also mein Immunsystem hat nie darunter gelitten.
Du brauchst keine Angst zu haben, der Körper ist sehr widerstandsfähig und auf das Überleben ausgerichtet.

25.04.2015 06:47 • #6


Mich84

Mich84


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Hi Cat,

bitte halte uns auf dem Laufenden, wie sich das weiter entwickelt.
Das kann durchaus ein erhöhtes Alarmsignal des Körpers sein, wenn das konstant so über ne Woche bleibt mit dem erhöhten Puls, überlautem Herzpochen, das Dich nicht/unzureichend einschlafen lässt.
Wenn die bewährten "Hausmittelchen" wie Baldriantropfen, Johanniskraut, Schäfchenzählen, Entspannungsmusik zum/vor dem Einschlafen oder nochmal ein Spaziergang vor der Heia nichts bringen, solltest Du überlegen, dem Hausarzt oder dem Neurologen Bescheid zu geben.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Intervenieren durch ein Neuroleptikum diese Spirale der sinkenden Lebensqualität durch Nicht-/ unzureichend Schlafen- Können durchbrochen hat

Gute Besserung

25.04.2015 09:23 • #7


Schlaflose

Schlaflose


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Zitat von Mich84:
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Intervenieren durch ein Neuroleptikum diese Spirale der sinkenden Lebensqualität durch Nicht-/ unzureichend Schlafen- Können durchbrochen hat


Ich nehme seit 16 Jahren schlafanstoßende Antidepressiva. Die sind viel besser verträglich als Neuroleptika. Für kurzfristige Schlafprobleme sind normale Schlaftabletten am besten.

25.04.2015 09:41 • #8


Cat


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Guten Morgen,

vielen Dank für eure Antworten. Fühle mich heute etwas platt mit Kopfschmerzen, aber wichtig ich habe geschlafen.

sevens, sehr interessant was du geschrieben hat. Gestern habe ich auch wieder mehr gegessen, eher etwas "reingehauen" und konnte wieder gut schlafen. Kann sein, dass es auch daran lag. War schon etwas überdreht. Habe sicherlich den Körper gestresst. Obwohl gegessen habe ich schon, aber eher weniger.

Schlaflose, 72 Std. ist schon folter oder? Wie hast das nur durchgestanden?

Was ich mich eben frage ist, der Körper findet keine Zeit zu regenerieren.. Herzschlag, Blutdruck.. Ist das nicht auch gefährlich?
Mein Puls ist zwischen 80-100. Normal ist er niedriger..
Wenn dies tatsächlich der mit ein Grund war, dann ist mir das eine Lehre, denn nochmal durch diesen Zustand möchte ich nicht. War schön übel


LG

25.04.2015 10:14 • #9


Schlaflose

Schlaflose


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Zitat von Cat:
Schlaflose, 72 Std. ist schon folter oder? Wie hast das nur durchgestanden?


Ja, das war echt heftig. Der Witz war, dass ich nach der Klausur (die von 14.00-19.00 Uhr dauerte) so aufgedreht war, dass ich dann zuerst wieder nicht einschlafen konnte. Erst nach Mitternacht bin ich eingeschlafen und um 6.00 war ich wieder wach. Mein erster Weg war zum Arzt um mir Schlaftabletten geben zu lassen, denn am folgenden Tag gingen die Klausuren weiter.
Aber durch solche Erfahrungen wird einem bewusst, was der Körper alles leisten kann, wenn er muss.

Zitat von Cat:
Was ich mich eben frage ist, der Körper findet keine Zeit zu regenerieren.. Herzschlag, Blutdruck.. Ist das nicht auch gefährlich?


Nein, das ist nicht gefährlich.

25.04.2015 10:29 • #10


sevens


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Zitat von Cat:
Was ich mich eben frage ist, der Körper findet keine Zeit zu regenerieren.. Herzschlag, Blutdruck.. Ist das nicht auch gefährlich?
Mein Puls ist zwischen 80-100. Normal ist er niedriger..


Der Körper kann immens viel leisten. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir heutzutage in einer sehr komfortablen Situation leben, in der wir ihn nur sehr selten wirklich fordern müssen. Arbeitsteilung, Maschinen, Telekommunikation, Heizung, Jahresurlaub, geregelte Arbeitszeiten etc. pp. haben innerhalb der letzten 200 Jahre als massive zivilisatorische Fortschritte zu einer hohen Lebensqualität geführt (zumindest in den so genannten Industrieländern). Unser Körper jedoch ist noch an die ursprüngliche Situation angepasst: Kälte, Nahrungsmangel, Sammeln und Jagen, Verteidigung der Gruppe, harte körperliche Arbeit. Er kann viel wegstecken, und auch drei Tage fast ohne Schlaf bringen uns nicht gleich um.

Wichtig ist, dass die Belastung nicht zum Dauerzustand wird. Gelegentliche Stress-Situationen lassen sich abfedern. Ständige Belastung über Monate und Jahre wird Spuren hinterlassen.

25.04.2015 18:21 • #11


Cat


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Du hast schon recht. Nur wenn ich in dieser Situation stecke, dann vergesse ich alles und denke z.B. jetzt was ist wenn noch so eine Nacht kommt, ich niemals Schlaf finden werde. Was ja blöd ist, zuvor habe ich auch gut schlafen können und gestern Nacht ging es auch. Es sind die Gedanken die Kreisen. Gerade weil ich erlebt habe wie es ist, habe ich ziemliche Angst dass es noch mal passiert.
Die Quittung für den Raubbau am Körper kriegt man im Alter, wenn man nicht vorher abdankt...

25.04.2015 19:25 • #12


sevens


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Das ist jetzt die Angst vor der ungewohnten Situation. Du fürchtest Dich wahrscheinlich vor dem, was da mit dir passiert. Ich kenne das sehr gut von den Krankheitsängsten. Plötzlich dreht sich alles nur noch darum. Man kommt in Gedankenstrudel, in denen man sich immer tiefer verlieren kann, bis man tatsächlich zweifelt, den nächsten Tag noch zu erleben. Das endet manchmal in der Notaufnahme (wo man dann gesagt bekommt, dass man nichts hat und nach Hause gehen kann) oder in einer durchwachten Nacht, nach der man gerädert dasitzt und sich fragt, was eigentlich los ist.
Das ursprüngliche Problem rückt in den Hintergrund, und man scheint nur noch aus Angst zu bestehen. Eine solche Fixiertheit kostet viel Kraft, und trotzdem hält man sich panisch wach, wie einer, der weiß, dass etwas Schlimmes passieren würde, wenn er einschläft.

Ich weiß, dass das ein recht lächerlicher Tipp ist in Deiner derzeitigen Lage. Aber versuch dich irgendwie zu entspannen. Versuch Abstand zu gewinnen. Jeder muss für sich selbst einen Weg finden, sich zu entspannen, es gibt da wahrscheinlich kein Patentrezept. Mir persönlich helfen in diesen Extremsituationen (Panik-Attacken) meistens monotone Beschäftigungen, wohingegen Ablenkungsversuche via Fernsehen/YouTube gar nicht helfen.
Versuch dir auch vor Augen zu führen, dass Du Dich derzeit in einer Ausnahmesituation befindest, die - ganz wichtig! - wieder vorbei gehen wird. Eine Krise. Es wird ein Danach geben, und Du wirst Dich wieder besser fühlen, auch wenn Du Dir das jetzt vielleicht nicht vorstellen kannst.

Dein Körper ist in Extremsituationen weit stärker als Deine Psyche. Wenn es knapp wird, wird er Dir das unmissverständlich zu verstehen geben, und er wird sich den Schlaf nehmen, den er braucht.

Versuch nicht in den Kategorien "immer" oder "niemals" zu denken. Diese Kategorien gelten im Allgemeinen für Lebewesen nicht. Lebewesen verändern sich, kein Zustand hält ewig an. Wichtig ist, dass Du zu einer Entspannung findest und Dir gut zuredest. Versuch Vertrauen zu Deinem Körper zu finden. Er wird sich so verhalten, wie es für ihn am besten ist. Und je weniger Du Dich einmischst, desto zuverlässiger wird er das tun.

25.04.2015 19:50 • #13


Cat


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Vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag, der hat mir so sehr geholfen.
Oft habe ich mir gesagt, dass es auch anders geht und nur eine Ausnahmesituation ist aus der ich mir Geduld wieder rauskomme.
Aber wenn ich mitten in dieser Situation, werd ich ungeduldig und erwarte, dass es sich schnell wieder normalisiert. Wie der Fall mit dem Schlaf. Ich habe wieder geschlafen, 2 Nächte durch und einen Mittagsschlaf heute.
Aber das liegt auch an meiner Erkältung habe mich sehr geschwächt.
Nun bin ich ungeduldig was die Erkältung betrifft. Habe mich gestern und heute kaum geschont. Haushalt und etwas raus bin ich trotzdem genauso wie am PC sitzen. Mein Brustkorb tut weh, vor allem beim Niesen
Ich weiss, davon stirbt man nicht und habe/werde diese und viele andere Erkältungen überleben.. nur bis zur Genesung mach ich mich immerverrückt. Darf ich mich belasten? Darf ich arbeiten gehen.. vor allem eine neue Arbeitsstelle hab ich in einer Woche. WErd ich bis dahin gesund? All sowas macht mich dann "verrückt".

LG

26.04.2015 18:47 • x 2 #14



Dr. Matthias Nagel