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Hallo,

ich habe gerade solche Panik und kann nicht mehr klar denken deswegen. Dazu muss man sagen, dass ich unter Emetophobie leide, also der übersteigerten Angst, auch übergeben zu müssen. Diese Phobie widersetzt sich hartnäckig jeder Therapie und bestimmt mein Leben schon, seit ich denken kann. Eigentlich kann ich aber dennoch ziemlich normal leben. Außer ich gerate in so Situationen wie heute

Logischerweise habe ich richtig Angst vor Menschen, die Magen Darm haben und vermeide Kontakt zu erkrankten Personen. Tja, heute ist mir das nicht gelungen. Und zwar rief mich eine Bekannte an, ich müsse unbedingt etwas bei ihr abholen. War etwas wichtiges, also bin ich hin und da öffnet sie mir kreidebleich und mit einem Eimer in der Hand die Tür, sagt, sie hätte Magen Darm, wäre hoch ansteckend und drückt mir das, was ich abholen sollte, in die Hand. Ich verabschiedete mich total schnell, die Tür war noch nicht ganz zu, da hörte ich sie würgen

Das ist nun etwa zwei Stunden her und ich kann nicht mehr vor Panik, ich bin sicher, dass ich mich angesteckt habe. Wir standen auch kurz ziemlich dicht nebeneinander . Ich habe mir zwar umgehend die Hände desinfiziert, musste aber noch das Teil zur Post bringen, was sie ja nun auch angefasst hatte und wo sicherlich jede Mengen Viren dran klebten. Zu Hause (etwa 45 Minuten nach dem Kontakt) wusch ich mir mehrfach die Hände und zog mich komplett um. Während der Fahrt habe ich mir nicht ins Gesicht gefasst.

Es heißt ja, dass man sich total schnell ansteckt. Ich frage mich, wie genau? Per Schmierinfektion? Dann hätte ich ja eine geringe Chance, Glück gehabt zu haben. Oder reicht schon, wenn die erkrankte Person mich anatmet? Dann war es das. Ich hab solche Angst, da Magen Darm für mich mindestens eine Woche Krankenhaus bedeutet . Hab auch schon Magenschmerzen. Ich weiß nicht, wie ich diese Ungewissheit, ob ich mich angesteckt habe, aushalten soll.

15.10.2018 20:42 • 23.10.2018 #1


15 Antworten ↓


Wie geht es dir denn heute? Ich glaube nicht, dass du dich angesteckt hast, da du ja deine Hände anschließend desinfiziert hast. Sie hätte dich schon anhusetn müssen, so dass eventuell kleine Tröpfen ansteckend gewesen wären. Ich hatte auch immer Angst vor Magen-Darm, nicht wegen des Erbrechens selbst, sondern weil ich immer Pnik hatte, die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren. Und innerhalb des letzten Jahres hatte ich zweimal Magen-Darm. Und im Endeffekt war ich froh, weil meine Angst davor viel schlimmer und belastender war, als die wirkliche Erkrankung.

16.10.2018 08:01 • x 1 #2



Riesige Angst vor Ansteckung mit Magen Darm

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Zitat von Bellini:
Wie geht es dir denn heute? Ich glaube nicht, dass du dich angesteckt hast, da du ja deine Hände anschließend desinfiziert hast. Sie hätte dich schon anhusetn müssen, so dass eventuell kleine Tröpfen ansteckend gewesen wären. Ich hatte auch immer Angst vor Magen-Darm, nicht wegen des Erbrechens selbst, sondern weil ich immer Pnik hatte, die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren. Und innerhalb des letzten Jahres hatte ich zweimal Magen-Darm. Und im Endeffekt war ich froh, weil meine Angst davor viel schlimmer und belastender war, als die wirkliche Erkrankung.


Danke für deinen Post!
Ich denke ähnlich über die Angst davor,
die schlimmer ist,als die Situation an sich...
Kannst du sagen,dass es dir durch die "zweimalige Konfrontation" jetzt deutlich besser geht?

LG,Anny.

16.10.2018 12:45 • #3


Danke für deine Antwort! Noch habe ich zumindest keine eindeutigen Symptome, leichte Magenschmerzen und latente Übelkeit könnten auch von der Psyche kommen, das ist ja der nächste Mist, dass die immer die schönsten Symptome fabriziert. Aber selbst wenn es aktuell die Psyche ist, die Begegnung ist keine 24h her, so schnell geht das ja auch nicht. Noch habe ich also Angst . Direkt angehustet hat sie mich immerhin nicht, aber wir haben eben schon gesprochen, etwa eine Minute lang und waren uns dabei teilweise sehr nahe. Das reicht bestimmt schon aus und wer weiß, ob ich wirklich alle Viren auf meinen Händen erwischt habe.

Bei mir ist es nicht in erster Line die Angst vor dem Kontrollverlust, sondern vor dem Erbrechen selbst. Ich hatte es auch schon ab und zu und jedes Mal danach war die Angst viel, viel schlimmer. Bei mir kommt aber auch noch dazu, dass mein Stoffwechsel bei Magen Darm komplett entgleist und ich deswegen immer, wenn ich es habe, mindestens eine Woche ins Krankenhaus muss.

16.10.2018 13:12 • #4


@lisa93: Da gibt es leider so viele verschiedene Formen dieser Angst.Dann müsste man an deine Angst sicher anders rangehen,als z.B.an meine...
LG!

16.10.2018 13:21 • #5


Ja, das stimmt. Bisher hat leider noch kein Therapeut überhaupt einen Ansatz gefunden, wie man gegen diese Angst vorgehen kann . Nummer eins meinte, da könnte man nichts machen, weil das jaa keine irrationale Angst, sondern durch den Krankenhausaufenthalt berechtigt wäre. Nummer zwei meinte, Konfrontation hilft, ich müsse mich übergeben. Ja nee, eher nicht, siehe mein vorheriger Beitrag. Und Nummer drei stochert auch im Trüben, hab ich das Gefühl.

16.10.2018 13:34 • #6


Zitat von Lisa93:
Ja, das stimmt. Bisher hat leider noch kein Therapeut überhaupt einen Ansatz gefunden, wie man gegen diese Angst vorgehen kann . Nummer eins meinte, da könnte man nichts machen, weil das jaa keine irrationale Angst, sondern durch den Krankenhausaufenthalt berechtigt wäre. Nummer zwei meinte, Konfrontation hilft, ich müsse mich übergeben. Ja nee, eher nicht, siehe mein vorheriger Beitrag. Und Nummer drei stochert auch im Trüben, hab ich das Gefühl.


Dass es bei dir jedes Mal schlimmer geworden ist,wenn du dich übergeben musstest,ist echt furchtbar...
Aber die Psychologen sind ja eigentlich die Fachleute dafür! Wirklich traurig,dass da keiner eine Lösung hat...
Da gibt es doch bestimmt viele Patienten mit diesem Problem!

Und,es muss doch auch irgendwo Menschen geben,die es überwunden haben.Die sollte man finden und fragen können!

Bei mir ist es eher die Angst vor Brechdurchfall,den ich vor 2 Jahren einmalig hatte.
Der ist mir als so schlimm in Erinnerung geblieben...
Habe sonst eigentlich nie mit Durchfall und Erbrechen zu kämpfen,außer,wenn ich etwas gegessen hatte,was ich nicht vertragen habe.
Kam sehr selten vor!
Aber dann habe ich 1-2 Mal spucken müssen und mir ging es danach sogar besser!

Bei mir ist es diese Angst vor dem einmaligen Brechdurchfall...

Könnte mich da so über mich selber ärgern!

16.10.2018 13:48 • #7


Zitat von Anny36:

Danke für deinen Post!
Ich denke ähnlich über die Angst davor,
die schlimmer ist,als die Situation an sich...
Kannst du sagen,dass es dir durch die "zweimalige Konfrontation" jetzt deutlich besser geht?

LG,Anny.


Also ich habe schon das Gefühl, dass meine Angst vor Magen-Darm dadurch weniger geworden ist. Ich hatte das vor den beiden Malen zuletzt als Kind und gar keine Erinnerung mehr daran. Als es dann kam, war zunächst die Panik da, aber nach ein paar Stunden dachte ich, dass es sicherlich alles andere als schön ist, aber im Endeffekt auch nichts, wovor man Todesängste haben muss. Und bei beiden Malen, wo ich erkrankt war, kenne ich die Quelle nicht. Ein anderes Mal saß ich im Auto mit einer Bekannten, die ein paar Stunden später Brechdurchfall hatte und da habe ich mich auch nicht angesteckt. Die Inkubationszeit ist ja bei Magen-Darm recht kurz (etwa maximal 48 Stunden). Du hast dich bestimmt nicht angesteckt!

16.10.2018 16:33 • x 1 #8


Zitat von Bellini:

Also ich habe schon das Gefühl, dass meine Angst vor Magen-Darm dadurch weniger geworden ist. Ich hatte das vor den beiden Malen zuletzt als Kind und gar keine Erinnerung mehr daran. Als es dann kam, war zunächst die Panik da, aber nach ein paar Stunden dachte ich, dass es sicherlich alles andere als schön ist, aber im Endeffekt auch nichts, wovor man Todesängste haben muss. Und bei beiden Malen, wo ich erkrankt war, kenne ich die Quelle nicht. Ein anderes Mal saß ich im Auto mit einer Bekannten, die ein paar Stunden später Brechdurchfall hatte und da habe ich mich auch nicht angesteckt. Die Inkubationszeit ist ja bei Magen-Darm recht kurz (etwa maximal 48 Stunden). Du hast dich bestimmt nicht angesteckt!


Vielen Dank für deine Antwort!
Hast du bei beiden Malen davor schon gemerkt,dass es dir nicht gut geht,bzw.hast du es nachhause geschafft?
Das ist meine wirkliche Angst...

Danke! LG, Anny.

16.10.2018 19:16 • #9


Jadala
Ich kenne die Angst auch. Als Jugendliche hatte ich es so schlimm, dass ich monatelang kaum noch das Haus verlassen habe. Therapie hat nicht geholfen. Besser wurde es erst, als meine große Tochter geboren wurde. Ich musste mich da irgendwie zusammen reißen, hab auch 2-3 MD Erkrankungen überstehen müssen. Ich habe festgestellt, dass das Schlimmste wirklich die Übelkeit ist.

Dennoch neige ich zu Übervorsicht, sobald Magen darm rumgeht. Sobald das Schild im Kindergarten unserer Kleinen hängt, lege ich vorsichtshalber Handtücher ins Bett etc. Interessanterweise komme ich damit klar, wenn die Kinder es haben, darüber bin ich sehr froh. Aber ich hätte auch gern ein Patentrezept, wie man da wirklich gelassen wird.

16.10.2018 19:38 • #10


Zitat von Anny36:

Vielen Dank für deine Antwort!
Hast du bei beiden Malen davor schon gemerkt,dass es dir nicht gut geht,bzw.hast du es nachhause geschafft?
Das ist meine wirkliche Angst...

Danke! LG, Anny.


Ja, ich war beide Male zuhause. Beim ersten Mal fing es an einem Sonntagnachmittag an und das zweite Mal bin ich aufgewacht und es fing an. Ich kenne aber auch die Angst, dass so etwas passiert, wenn man unterwegs ist. Normalerweise gibt es aber eigentlich überall eine Toilette, auch wenn es nicht schön ist.

16.10.2018 20:33 • x 1 #11


Jetzt ist es bei mir rund 30 Stunden her, dass ich den Nahkontakt hatte. Und ich hab solche Angst vor der Nacht, denn bei mir geht es meistens nachts los. Und ich liege auch noch voll in der Inkubationszeit. Dieses untätige warten, dass die Zeit vergeht oder dass es losgeht, das ist gerade am schlimmsten für mich.

Mittlerweile habe ich zum Glück nicht mehr solche Angst, dass es unterwegs passiert, außer in so Situationen wie aktuell. Heute musste ich mich echt überwinden das Haus zu verlassen. Und bei jedem gluckern im Bauch denke ich, jetzt ist es so weit. Ich hab mir zwar nach dem Kontakt die Hände desinfiziert, aber das war garantiert schon zu spät. Wobei ich peinlich genau drauf geachtet habe, mir nicht ins Gesicht zu fassen. Aber atmen musste ich ja leider...

16.10.2018 21:09 • #12


Wie geht es dir denn heute morgen? Die 48 Stunden müssten ja bald vorrüber sein.

17.10.2018 09:15 • #13


Und, bist du verschont geblieben?

21.10.2018 15:17 • #14


Bis jetzt scheinbar ja, was mich sehr erstaunt. Aber theoretisch könnte ich mich wohl immer noch anstecken, die Bekannte kam wieder zur Arbeit, obwohl sie noch keine 48h symptomfrei war und somit könnte sie wohl noch ihre Keime verteilen. Aber das Risiko dürfte immerhin deutlich geringer sein!

21.10.2018 21:18 • #15


Gut, dass du dich nicht angesteckt hast, da kommt jetzt bestimmt nichts mehr. Ich hatte auch mal eine Kollegin, die an einem Mittwoch an Magen-Darm erkrankt war. Anstatt dass sie bis Montag fern von der Arbeit geblieben wäre, musste sie unbedingt am Freitag kommen, obwohl sie Donnerstagabend noch erbrochen hatte. Das schlimmste aber war, dass wir nur eine Toilette hatten. Ich habe mich damals furchtbar aufgeregt und fand das Verhalten total unkollegial. Die Toilette habe ich immer stark desinfiziert und mich zum Glück nicht angesteckt.

23.10.2018 09:34 • #16



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