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Es reißt einfach nicht ab. Jetzt kommt das nächste Problem. Wir haben seit einiger Zeit in der Firma einen Praktikanten (Flüchtling aus Afrika).
Der in den letzten Wochen schon immer ein bisschen gehustet hat. Jetzt ist uns bekannt geworden, dass er mit offener Tuberkulose im Krankenhaus liegt. Jetzt haben natürlich alle Angst, dass wir uns angesteckt haben könnten. Ich als Hypochonder mache mir natürlich wieder mal extreme Gedanken. Ich habe zwar kaum mit ihm zu tun gehabt, aber er saß in den Pausen mir ab und zu gegenüber. Ich kann mich nicht erinnern, aber was, wenn er dabei mein Essen mal mit Husten oder Niesen kontaminiert hat ?
In einigen Wochen können wir auf freiwilliger Basis zum Gesundheitsamt und eine Blutuntersuchung machen, weil es dann wohl erst nachweisbar sein soll. Wieso schon wieder was, ich habe gerade erst mit Extrasystolen zu kämpfen, jetzt ein neuer Schock. Das gib es doch nicht ! Hat jemand Erfahrung damit, ich meine mit Tuberkulose ? Hättet ihr auch solche Angst ?

09.11.2016 14:32 • 12.11.2016 #1


30 Antworten ↓


laribum
Es ist ja so das bei der Ansteckung das Immunsystem des Gegenüber auch eine Rolle spielt. D.h. selbst wenn er dir ins Essen hustet bedeutet das nicht das du dich angesteckt hast...

09.11.2016 15:26 • x 1 #2



Kollege hat offene Tuberkulose - Angst vor Ansteckung

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Zitat von laribum:
Es ist ja so das bei der Ansteckung das Immunsystem des Gegenüber auch eine Rolle spielt. D.h. selbst wenn er dir ins Essen hustet bedeutet das nicht das du dich angesteckt hast...

OK, ich kann es mir zwar auch nicht vorstellen, dass ich mich angesteckt haben könnte, aber eben dieses Restriskiko macht mich wahnsinnig, zumal ich psychisch doch sehr labil bin, gerade was Krankheiten angeht. Trotzdem danke für deine Beruhigung !

09.11.2016 15:52 • #3


Schlaflose
Tuberkulose ist heutzutage doch kein Todesurteil mehr.

09.11.2016 16:36 • #4


july1986
Kann deine Angst nachvollziehen.
Meine Eltern und auch meine Geschwister hatten Tuberkulose.
Ich finde die Krankheit sehr schlimm.

09.11.2016 16:46 • #5


Zitat von Schlaflose:
Tuberkulose ist heutzutage doch kein Todesurteil mehr.

In einigen Fällen kann man die Krankheit aber trotz Medikamente nicht heilen. Außerdem haben die Medikamente starke Nebenwirkungen, gerade bei Leuten über 50 können Leberschäden entstehen. Ich habe Angst davor. Ich dachte immer, dass alle Flüchtlinge hier ärztlich untersucht werden, das scheint wohl doch nicht der Fall zu sein. Wer weiß was noch für Krankheiten hier nach Deutschland eingeschleppt werden.

09.11.2016 17:12 • #6


Zitat von july1986:
Kann deine Angst nachvollziehen.
Meine Eltern und auch meine Geschwister hatten Tuberkulose.
Ich finde die Krankheit sehr schlimm.

Oh Gott, wie haben sie sich denn infiziert und wie lange dauerte die Genesung ?

09.11.2016 17:13 • #7


july1986
Das ist etwa 30 Jahre her weiss also nicht wo oder wie sie sich angesteckt haben.

Meine Mutter lag auf jedendall über ein Jahr im Krankenhaus und meine Geschwister und mein Vater glaube ich nen halbes Jahr .

09.11.2016 17:15 • #8


Zitat von july1986:
Das ist etwa 30 Jahre her weiss also nicht wo oder wie sie sich angesteckt haben.

Meine Mutter lag auf jedendall über ein Jahr im Krankenhaus und meine Geschwister und mein Vater glaube ich nen halbes Jahr .

Wie hast du es denn geschafft, dass du dich nicht angesteckt hast. Ich sag ja, so harmlos ist Tuberkulose nicht, aber vielleicht sind die Medikamente und Therapien ja in der Zwischenzeit viel besser geworden !

09.11.2016 17:26 • #9


july1986
Als meine Familie tuberkulose hatte war meine Mama als sie bereits nicht mehr ansteckend war mit mir schwanger gewesen .
Diese fiel wohl erst im 5.Monat auf und als ich dann zur Welt kam erhielt ich direkt eine Impfung gegen Tuberkulose.
Meine Geschwister waren wohl auch geimpft hatten sich aber trotzdem angesteckt.
Ich als einzige jedoch nicht .

09.11.2016 17:35 • #10


Zitat von july1986:
Als meine Familie tuberkulose hatte war meine Mama als sie bereits nicht mehr ansteckend war mit mir schwanger gewesen .
Diese fiel wohl erst im 5.Monat auf und als ich dann zur Welt kam erhielt ich direkt eine Impfung gegen Tuberkulose.
Meine Geschwister waren wohl auch geimpft hatten sich aber trotzdem angesteckt.
Ich als einzige jedoch nicht .

Na, da hast du ja wirklich Glück gehabt. Unser Praktikant muss auch monatelang im Krankenhaus bleiben. Bwi den Kollegen wird in 8 Wochen eine Blutuntersuchung gemacht, weil es dann nachweisbar ist. Hoffentlich hat sich keiner angesteckt.

10.11.2016 08:56 • #11


Hallo und guten Morgen, ich habe jetzt auf die schnelle nicht alles erlesen, habe aber eine Frage. Ist es nicht so bei Tuberkulose das alles Betroffenen zur Untersuchung müssen, es ist doch eine meldepflichtige Erkrankung und das Gesundheitsamt wird doch eingeschaltet?

10.11.2016 09:13 • #12


Zitat von minos:
Hallo und guten Morgen, ich habe jetzt auf die schnelle nicht alles erlesen, habe aber eine Frage. Ist es nicht so bei Tuberkulose das alles Betroffenen zur Untersuchung müssen, es ist doch eine meldepflichtige Erkrankung und das Gesundheitsamt wird doch eingeschaltet?

Ja, du hast Recht. Das Gesundheitsamt ist eingeschaltet worden. Trotzdem ist es so dass es allen Mitarbeitern selber freigestellt ist, eine Blutuntersuchung zu machen. Das geht aber wohl erst frühestens 8 Wochen, nachdem der infizierte Flüchtlings-Praktikant zuletzt bei uns gewesen ist. ich werde mich auf alle Fälle untersuchen lassen, auch wenn ich kaum direkten Kontakt zu ihm hatte. Ich dachte auch, dass es Tuberkulose in Deutschland nicht mehr geben würde, aber durch die ganzen Flüchtlinge aus Drittländern ist doch gar nicht abzusehen, was hier noch für Seuchen auftreten werden. Ich finde das sehr verantwortungslose von unserer Regierung. Frau Merkel scheint sich nicht im Klaren darüber zu sein, welch tickende Zeitbomben hier gezündet werden.

10.11.2016 09:39 • #13


Nun ja, viel bedrohlicher empfinde ich das die Behandlung immer schwerer werden wird. Ich denke mal man muss bestimmte Antibiotika einnehmen, und da fängt dass Problem an. Es sind momentan noch ganze zwei Medikamente auf dem Markt die gegen resistente Stämme wirken, alle anderen sind bereits Wirkungslos dank unserm Umgang damit. Tonnenweise Medis prophylaktisch in Futtermittel und schon mal verschrieben bei Erkältungskrankheiten. In wenigen Jahren werden wir diese Art von Medikamente nichts mehr nutzen können weil sie nicht mehr wirken. Hatte es gestern schon angemerkt, große Bestandsteile im Trinkwasser das nun ab kommenden Jahr aufwendiger gereinigt werden muss was zu höheren (30%) Kosten führen wird. Ich selber mag mir nicht vorstellen wenn Antibiotika (Penizillin) nicht mehr zur Behandlung eingesetzt werden kann, da werden unzählige Menschen sterben.

10.11.2016 09:52 • #14


Da hast du leider Recht. ich mag mir gar nicht vorstellen, was in den nächsten Jahrzehnten noch für Krankheiten auftreten werden, gegen die keine Antibiotika mehr helfen werden. Die Menschheit macht sich selber kaputt. Wenn man den Lauf der Geschichte verfolgt, dann hat es immer mal wieder von Zeit zu Zeit große Epidemien gegeben, die große Teile der Bevölkerung dahin gerafft haben. Als wenn die Natur sich dadurch selbst gereinigt hätte. Ich habe große Angst davor, das sowas wieder passieren wird.

10.11.2016 10:02 • #15


Jetzt schreibst du..du hättest kaum direkten Kontakt zu dem Praktikanten gehabt....hinten hieß es,du hättest ihm beim essen paarmal gegenüber gesessen.....?

10.11.2016 10:03 • #16


Zitat von lechatnoir:
Jetzt schreibst du..du hättest kaum direkten Kontakt zu dem Praktikanten gehabt....hinten hieß es,du hättest ihm beim essen paarmal gegenüber gesessen.....?

Ja, es waren ein paar Mal in den Pausen, aIch weiß auch nicht ab wann so etwas ansteckend ist, weil er schon ein paar Monate lang bei uns gewesen ist. Mir selber ist nicht aufgefallen, dass er z.B. stark gehustet hat oder so. Die Krankheit muss also erst vor kurzem ausgebrochen sein, sodass er zum Arzt gegangen ist. ich habe auch gelesen, dass der Erreger jahrelang min einem schlummern kann, ohne das die Krankheit ausbricht und erst beim Ausbrechen soll TBC ansteckend sein. Andere Kollegen haben direkt mit ihm zusammen gearbeitet, die sind sicherlich mehr betroffen. Mit kaum meinte ich, dass es bei mir im Verhältnis zu anderen wenig war. Ich versuche mich selber zu beruhigen, verstehst du. Trotzdem ist nicht auszuschließen, dass er am Pausentisch mal geniest oder gehustet hat und möglicherweise Erreger auf mein Essen gelandet sind, oder ? Auf alle Fälle ist es eine ziemlich bedrückend Situation für uns alle hier.

10.11.2016 10:16 • #17

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orsbecker
guten morgen,
ähnliches hab ich letztes jahr im krankenhaus erlebt.
ich lag da 14 tage wegen einem erisepel/wundrose am bein. 2 tage vor meiner entlassung kam ein neuer patient in mein zimmer.
sorry, so typ asi... stank wie ein büffel. er hustete den ganzen tag... spuckte sein blut aus. vorallem, wenn er ins bad ging... war danach alles voll gespritzt mit blut... spiegel, klobrille etc und wenn man ihn drauf angesprochen hat.... nein, er war das nicht.

der witz: die ärtze wussten nicht was er hat... aber deren aussage auf meine bedenken war nur: es ist nicht ansteckend !
ja klar... nicht wissen was es ist, aber es ist nicht ansteckend.
ich hab das boykotiert und bin mit meiner bettdecke auf den flur ausgewandert. lange dumme disskussionen... hab ich dann ein einzelzimmer bekommen für die letzten 1,5 tage...

aber sowas kann auch nicht sein....oder ?

10.11.2016 10:20 • #18


Hallo orsbecker,

hey, das geht ja gar nicht ! Typisch deutsche Krankenhäuser. Die können doch nicht einfach dich mit solch einem Patienten in ein Zimmer stecken, wo gar nicht geklärt ist was der hat. Du hast das einzig richtige gemacht, ich hätte das auch getan. Ich weiß, dass gerade der Hygienestandard in deutschen Krankenhäusern miserabel ist, das ist in Holland z.B. weitaus besser. Es wird überall soviel Geld verpulvert, anstatt es in unser Gesundheitssystem zu stecken. Ich hoffe, dass du damals dich nicht irgendwie angesteckt hast oder so !

10.11.2016 10:28 • #19


orsbecker
moin jimmy,

ich hoffe auch nicht. aber so oft wie ich in den letzten 12 monaten blut abgegeben habe und es auf alles getestet wurde, glaube ich nicht. das krankenhaus da war eh der brüller. klar,haben auch obdachlose krankheiten... aber wenn ich da abends sehe das die Penner sich im raucherhäuschen die nadel setzen... lol... und einen bonnekamp nach dem anderen kippen... einerseits lustig anderes seits auch wieder traurig...
und in meinen entlassungs bericht schreiben sie die für meinen arzt völlig wichtige info rein:
- der patient verlies mehrmals täglich sein zimmer um seinem nikotin abusus zu frönen.

diese info ist natürlich äusserst wichtig für den weiter behandelnden arzt, besonders wenn man nicht bett lägerisch ( komisches wort, sieht komisch aus) da aufgenommen wurde....

10.11.2016 10:35 • #20



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Dr. Matthias Nagel