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R

Raphaela
Gast

Hallo,

Anfang des Jahres ging es mir sehr gut. Ich fühlte mich richtig lebendig, meine Angst war zwar noch da, aber eher im Hintergrund.

Dann hatte ich einen Arzttermin, der mich erst mal ziemlich in Angst versetzt hat. Das hat sich zwar geklärt, aber seitdem geht es mir wieder nur noch schlecht.

Meine ständigen Abtastzwänge sind wieder da, mein Magen spinnt, ich habe gar keinen Antrieb.

Gestern habe ich mit meiner Heilpraktikerin telefoniert. Das hat mir gut getan und ich hoffe, sie kann mir helfen.

Dann werde ich auf die Suche nach einem neuen Therapeuten gehen, aber das dauert ja auch.

Wie kommt man aus so einem Tief wieder heraus. Schafft ihr das?

Rapaela

26.03.2009 #1


26 Antworten ↓
S

sonne32
Mitglied

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Guten Abend,
aber wahrscheinlich ist die Reaktion deines Partners auf deine HA gar nicht sooo schlecht. Schlimmer wäre es glaube ich, wenn der Partner auf die Krankheiten anspringen würde, man das Gefühl hätte, dass er auch glaubt, man könnte doch etwas Schlimmes haben, so nach dem Motto "Oh nein, was hast du nur?". Dann wäre es bei mir völlig aus und ich würde mich noch mehr reinsteigern.

Wie ich damit umgehe? Eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist, mir fallen schon wieder zahlreiche Situationen oder Gedankengänge ein, die aber wahrscheinlich hier den Rahmen sprengen würden. Ich versuche es kurz zu machen !
Dass mit dem googeln habe ich mir strikt verboten. Ich weiß, dass ich dort unzählige Krankheiten für all meine Symptome finden würde und dass mir das nicht gut tun würde, im Gegenteil. Zum Glück schaffe ich es, mich daran zu halten. Mittlerweile denke ich sogar noch nicht einmal daran, dort nachzuschauen.
Meine Reaktionen und Aktionen auf die HA hängen häufig von dem jeweiligen Symptom ab, welches mich plagt. Unterscheiden ob es psychisch oder körperlich ist kann ich meistens so gut wie gar nicht. Angefangen haben meine HA mit Herzsymptomen wie Herzrasen, Atemprobleme, sogar Schmerzen im linken Arm. Nach einigen Wochen bin ich dann zum EKG, Ultraschall. Diese Untersuchungen gehen schnell, sind fast in jeder Praxis vorhanden und vor allem das Ergebnis bekommt man sofort. Also, man kann relativ schnell feststellen, ob dort etwas ist. Dies habe ich dann auch des öfteren wiederholt (Ich glaube, so viele EKG's wie ich, hat keine 80jährige Frau bei ihrem Arzt vorliegen)! Mir ist es dann auch nicht peinlich, öfter zum Arzt zu gehen, weil einfach das Glücksgefühl, wenn man gesund aus der Praxis geht, höher ist als der Peinlichkeitsfaktor.
Habe ich allerdings Symptome, die zur völligen Abklärung eine ausführlichere Diagnostik brauchen, sieht es anders aus. Dann quäle ich mich wirklich über Wochen, Monate, versuche die Symptome zu ignorieren, lenke mich bewusst ab (wie schon geschrieben, mal an manchen Tagen erfolgreich, mal erfolglos mit PA und allem was dazu gehört). Habe ich dann einige Wochen hinter mir und die Symptome sind nicht weg, versuche ich den Gedanken zu halten "Wenn es etwas Schwerwiegendes wäre, hättest du jetzt bestimmt schon weitere Anzeichen." Hin und wieder schaffe ich es, diesen Gedanken zu verinnerlichen, manchmal kommt es aber auch vor, dass jetzt aufgrund des vorherigen Gedankens ein neues Symptom auftaucht. Wenn das dann geschieht, gehe ich zum Arzt. So wurde bei mir schon ein CT vom Kopf gemacht, nach wochenlanger Angst, ich hätte ein Gehirntumor oder einige Röntgenaufnahmen der Lunge aufgrund der Panik, dass ich an Lungenkrebs leide (bin Raucherin, aber etwas Gutes haben die HA noch nicht geschafft - dass ich das Rauchen aufhöre ).
Bei mir hängt wirklich viel von der Art der Symptome ab. Beklemmungen, "Herzprobleme" oder Schwindel sind für mich viel schlimmer zu ertragen (zum einen beeinflussen sie extrem das alltägliche Leben und zum anderen betreffen sie lebenswichtige Organe, die bei Nichtfunktionieren den sofortigen Tod bedeuten würden) als beispielsweise ein ausschließliches Ziehen in den Beinen, was ich letzten Sommer extrem hatte. Dieses Symptom ließ sich bei mir eher wegdenken als die vorherigen. Allerdings hat dieses Ziehen in den Beinen auch lange angehalten und letztendlich hat es mich auch verrückt gemacht. Vor allem weil auch der Arzt mir nicht helfen konnte. Ich habe es dann irgendwann erfolgreich auf den Ischias geschoben und jetzt habe ich es auch nur noch ganz selten.
Ich habe in der letzten Zeit relativ schnell hintereinander zwei Erkältungen bekommen und sofort spielt sich in meinem Kopf ab "Dein Körper hat mit einem wirklichen Problem in deinem Körper zu kämpfen, deshalb geht die Erkältung nicht weg." Zudem überkommt mich hin und wieder ein Schwindelgefühl, nicht richtig doll, aber ich spüre einen leichten Druck und fühlte mich wackelig auf den Beinen. Dies hat mich in den letzten Tagen sehr belastet. Heute geht es mir von der Erkältung her schon viel besser und dem Schwindel versuche ich keine Bedeutung zu schenken. Heute hat es super geklappt und ich bin ein "normaler" Mensch. Ich hoffe, dass weitere gute Tage folgen und ich auch mal wieder dieses Symptom als Sieger bekämpft habe. Echt schlimm, wenn in diesen Situationen dein Körper dein größter Feind ist!
Achso, eine Sache will ich noch gerne erzählen... Vor etwa 4 Jahren (hatte meine HA/PA relativ gut im Griff) habe ich dann auch noch richtiges Herzstolpern bekommen und man glaubt es kaum, sie waren als Extrasystolen im EKG zu sehen, zwar laut Ärzten (war natürlich auch bei einem Kardiologen) nichts gefährliches, aber dies hat mich natürlich richtig zurückgeworfen und ich habe mich gefragt "Warum tut dir dein Körper jetzt das auch noch an?" Naja, die Herzstolper habe ich dann jetzt auch noch, monatelang spüre ich sie nicht und dann kommen wieder Phasen, in denen ich mit Stolperer aufstehe und zu Bett gehe. Liegen die Untersuchungen dann schon länger her, machen sie mich auch wieder verrückt, bis ich sie erneut abgeklärt habe.
Kennst du es auch, dass du ängstlich auf Veränderungen reagierst? Beispielsweise wenn meine Eltern in Urlaub fahren, denke ich automatisch daran, was ihnen zustoßen könnte oder kurz vor einem schönen oder wichtigen Ereignis stelle ich mir häufig die Frage, was vorher noch alles passieren könnte oder geht der Krankenwagen, überlege ich, wer von meinen Liebsten unterwegs sein könnte oder, oder, oder... ECHT VERRÜCKT!
Aber nun mal zu deinen anderen Fragen. In deiner derzeitigen Situation (Sterbe- und Krankheitsfälle) ist es für Menschen wie uns ganz klar, dass wir auf solche Nachrichten mit entsprechenden Symptomen reagieren, dies ist eine zusätzliche Belastung, mit der Du Dich auseinandersetzen musst. Deshalb glaube ich ganz bestimmt, dass deine Symptome nur psychisch sind, dass Wetter begünstigt vielleicht diese noch. Dir wird ja jetzt das, wovor du am meisten Angst hast direkt vor Augen geführt und wir bekommen das Gefühl, dass wir mit unserer Angst ganz richtig liegen (WAS NATÜRLICH NICHT SO IST), wir werden quasi darin bestätigt und bestärkt. Demnach wirst du noch mehr belastet. In dieser "besonderen" Situation würde ich Möglichkeiten suchen, die mir helfen, mich nicht mehr in meinen Gedanken hoch zu schaukeln. Und eine Möglichkeit wäre für mich, mir eine Bestätigung meiner Gesundheit zu holen. Wenn Dir danach ist, geh zum Arzt, lass Dich durchchecken, Du wirst sehen, dass du gesund bist und dann kannst du versuchen Dich damit zu beruhigen und Deine Symptome werden wahrscheinlich bald darauf verschwinden. Mach dir keine Gedanken darüber, was der Arzt von dir denken könnte. Es geht hier ausschließlich um Dich und um das Ziel, dass es Dir besser geht. Wenn Du aus der Arztpraxis gehst hat er bereits einen neuen Patienten da sitzen, denkt nicht mehr an Dich, aber Du hast Dir wahrscheinlich durch diesen Termin eine Menge angstvoller Gedanken erspart. Ich finde einen Arztbesuch auf jeden Fall besser als Medikamente zu nehmen! Allerdings kann ich nur von mir sprechen, so würde ich handeln.
Jetzt habe ich mal wieder geschrieben, geschrieben, geschrieben... Gibt es hier eine Begrenzung der Seitenzahl ?
Ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen Einblick in mein Leben und in meinen Umgang mit den HA/PA geben. Über die Reaktionen im Einzelnen und über Möglichkeiten bei konkreten Symptomen können wir uns ja noch einmal austauschen !
Übrigens, habe hier auf der Seite einen Eintrag von einem Mann gefunden
(Andre-Acer, unter "Meine Geschichte mit Bitte um eure Meinung", Seite 2), der letztes Jahr hier von seinen HA erzählt und nun seine Erfolgsgeschichte dargestellt hat. Ich finde, dass er ganz gute Tipps gibt und auf jeden Fall Mut macht, irgendwann durchgängig ohne die übertriebene Angst leben zu können.
Ich schicke uns ein kleines Stück Hoffnung, dass es uns auch gelingt.

Freu mich auf Antwort
Liebe Grüße
Sonne

25.03.2009 23:45 • #25


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A


Kennt ihr solche Zeiten, in denen nur noch Angst da ist?

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A

alxis
Mitglied

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Mitglied seit:
Guten Morgen Sonne,

Kennst du es auch, dass du ängstlich auf Veränderungen reagierst? Beispielsweise wenn meine Eltern in Urlaub fahren, denke ich automatisch daran, was ihnen zustoßen könnte oder kurz vor einem schönen oder wichtigen Ereignis stelle ich mir häufig die Frage, was vorher noch alles passieren könnte oder geht der Krankenwagen, überlege ich, wer von meinen Liebsten unterwegs sein könnte oder, oder, oder... ECHT VERRÜCKT!


Bingo!!! Genauso gehts mir auch!
Egal,ob meine Eltern unterwegs sind, meine Tochter, mein Freund....,sobald ich die Sirenen höre, denke ich sofort an etwas Schlimmes!!
Und hoffe, daß nichts passiert ist!

Deine Aussage "Angst vor Veränderungen" trifft wohl den Nagel auf den Kopf!!
Ja, ich habe Angst davor!! Obwohl ich schon viel Veränderungen hab mitmachen müssen. Ich bin ein Mensch, der sehr an alten Dingen hängt.
Ich tue mich schwer mit Neuem und schwelge lange Zeit in der Vergangenheit!
Ich habe auch sehr lange gebraucht, mich an einen neuen Partner zu gewöhnen, ich hatte Zeiten, in denen ich glaubte, ich könne nie mehr mit jemanden zusammen sein.
Nun, das Thema hab ich durch, mittlerweile wohnen wir auch zusammen.
Aber generell hab ich immer Schiss, es könnte eine gravierende Veränderung in meinem Leben eintreten.
Wie schon angesprochen hatte ich schon einige, Verluste durch Sterbefälle,Scheidung, Umzüge..., das hat mich sehr geprägt!
Und jedesmal habe ich sehr lange gebraucht, mich innerlich von jedem dieser Vorfälle zu lösen. Ich musste so schnell wie möglich versuchen umzudenken, sonst wäre ich daran kaputtgegangen.

Warum das so ist? Hmm, laut Aussage eines Therapeuten bin ich hypersensibel und der Hund liegt wohl schon in meiner Kindheit begraben.
Das mag vielleicht schon stimmen, doch im Grunde genommen hatte ich eigentlich eine "normale" Kindheit".Hypersensibel bin ich, obwohl mir das keiner anmerkt, denn ich hab eigentlich nach aussen hin eine sehr grosse Klappe!
Was widerum mein Freund als reinen Selbstschutz bei mir bezeichnet, womit er auch recht haben mag.
Somit versuche ich, nichts an mich rankommen zu lassen, was mir leider nicht gelingt.
Ich nehme mir trotzdem alles zu Herzen.

Bei mir hängt es übrigens auch von den Symptomen ab die ich habe, ob ich Panik kriege oder nicht!
Auch ich hatte 2 schlimme Erkältungen im Februar nacheinander gehabt, die einfach nicht richtig ausheilen wollten!
Da schrillten wieder alle Alarmglocken bei mir!! Sofort dachte ich, das kann nicht normal sein, dass es dich so umhaut! Und gleich zweimal hintereinander!
Und es ging mir echt nicht besonders. Ich war wie benommen und hatte das Gefühl irgendwas genommen zu haben! Ich war so dermassen am A..., ich dachte wirklich ich erhole mich überhaupt nicht mehr!
Dabei ist es nicht unnormal, dass man mehrer Infekte hintereinander bekommt, zumal ich sie auch nie richtig auskuriere.
Ich mache nicht wochenlang krank, und wenn ich nach 2-3 Tagen wieder ins Geschäft gehe, kanns halt sein, dass ich mich gleich wieder anstecke.
Denn bei uns haben alle rumgeschnupft die letzten Monate, und gestresste Menschen (der ich nun manchmal halt bin), die fangen sich gerne den nächsten Infekt gleich wieder ein.
Meine Tochter lag auch dreimal flach wegen ner Grippe, das kenne ich an der auch nicht so, denn eigentlich ist sie, was Krankheiten angeht, nie empfindlich gewesen. Auch da dachte ich gleich, hmm, das könnte was Schlimmeres sein... , was aber auch nicht der Fall war!
Aber ich hab mich mal wieder mit meinem Kopfkino, in dem Horrorfantasien vom Feinsten liefen, verrückt gemacht!!

Wenn du Angst vor Veränderungen hast, nehm ich mal an, du hast auch schon welche durchgemacht?
Vielleicht schon mehrere....
Übrigens, das mit dem Rauchen..., ich rauche auch, trotz Angst vor irgendwelchen Krankheiten, habs noch nicht geschafft damit aufzuhören.
Ach, ich hoffe, dass die Hoffnung gleich bei mir anklopft, damit wir ein wenig angstfreier leben können.
Ich schau gleich mal nach, und wünsche uns einen stress-und vorallem angstfreien Tag!!
Bis dann und lieben Gruss,
Alex

26.03.2009 08:15 • #26


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S
die Tiefs kommen und gehen,
ich versuch nich viel darüber nachzudenken und konfrontiere mich mit Angstsituationen, klar diese sind im Moment schrecklich aber danach fühl ich mich immer guti.

#2


R
wie konfrontierst du dich denn mit den Situationen?

#3


S
die tiefs kommen meistens wenn ich versagt hab, die angst größer ist als mein wille und ich mal wieder irgendwas vermieden hab.
dagegen steuere ich an indem ich den unangenehmen situationen nich mehr ausweiche, danach fühlt man sich wie schon gesagt sehr gut und man hat ein wunderschönes glücksgefühl.
was auch hilft sind freunde um sich zu haben , sich mit kleinigkeiten belohnen und auch mal einfach alles rauslassn und weinen.
ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen. kopf hoch!

#4


Linus42
Hallo Raphaela!

Ach Mensch, es geht ja wieder richtig los bei Dir, mit der Abtasterei, was? Soll ich Dir was sagen? Wir können uns die Hände reichen - ich stecke auch wieder tiiiiiiiiief im Kontroll-Zwang! Nachdem es ein BISCHEN "besser" wurde, fange ich wieder an, ALLES und STÄNDIG zu kontrollieren..... Ich werde bekloppt.

Heute hatte ich wieder meine Gesichts-Haut unter der "Lupe". Ist da was? Sehe ich da was? Das ist doch kein Pickel, das kann nur ein bösartiger Ausschlag sein. Krebs? Schon habe ich daran herumgedrückt und - klar - nun ist alles rot und dick.

Raphaela, ich kann Deine Angst nachvollziehen. Ich WEISS, wie das ist und wie SCHLIMM vor allem! Wie kommen wir da wieder raus? Langsam habe ich echt Schiss, daß ich da NIE wieder rauskomme! Raphaela, ich bin NUR NOCH AM GRÜBELN! DEN GANZEN TAG! Vor allem morgens nach dem Aufstehen.... Ich SUCHE und ich finde IMMER was! JEDEN TAG!

Deine Abtast-Zwänge sind also wieder da! Mein Therapeut würde nun sagen: FINGER WEG! ALLES VERMEIDEN, WAS EINEN ZUM KONTROLLIEREN BRINGT! Ja, Danke auch für den schlauen Rat! Da wäre ich ja nie von alleine drauf gekommen. Nur renne ich IMMER WIEDER vor den Spiegel und sehe nach. Neuerdings nun auch wieder hinter den Ohren, weil ich da letztens eine Art "Unebenheit" erfühlte. Und PROMPT finde ich da eine Art "Verdickung"? Ist doch nur noch total PSYCHO!

Raphaela, so doof das klingen mag. Weißte, wie ich mich abends nun zur Ruhe bringe? Ich trinke mir zwei Fläschchen B.. NEIN, ICH SAUFE NICHT!!! Aber diese 2 Fläschchen B. - die Hefe darin - ENTSPANNEN ungemein! Eine Kollegin, die EBENSO leidet, gab mir den Rat. Sie trinkt sich ein Gläschen Rotwein und dann wird sie ruhiger in der Nacht. Okay, NICHT verwechseln, ich rede hier NICHT vom SAUFEN! Aber ein Glas Rotwein am Tag soll ja eh gesund sein....

Nee, nee, Raphaela. Ich kann Deine Zeilen wieder voll unterschreiben! Meine letzte Panik-Attacke war am vergangenen Donnerstag und auch am Freitag. Die ANGST ist JEDEN TAG da und diese GRÜBELEI ebenso. Ich habe mich zuuuuu sehr auf LEUKÄMIE eingeschworen und habe NATÜRLICH auch "fast" die "Symptome". Ich kotze bald und ertrage diese dauernde Schei...Angst nicht mehr. Ja, dieses Smiley hier links paßt! Soooooo fühle ich mich JEDEN Tag. NUR IN ALARMZUSTAND!

Raphaela, laß Dich mal drücken!

Ich denke so oft an Euch alle hier im Forum, wenn es mir mal wieder saumäßig geht. Also JEDEN TAG!

Viele liebe Grüße
Linus42

(Oh, ich war schon 5 Minuten nicht mehr vor dem Spiegel. Nun wirds aber wieder Zeit!)

#5


D
Hallo Ihr Lieben,

ich bin neu hier und erkenne mich hier genau wieder. Man, ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. Ich kenne das nur zu gut. Jeden Tag konzentriere ich mich auf was anderes. Es ist so belastend. Wenn es nicht so ätzend wäre, könnte man ja über sich lachen. Bei mir hat alles vor ca. 14 Jahren mit Panik angefangen. Heute habe ich eine generalisierte Angststörung und Hypochondrie. Ich muss dazu sagen, das meine Mutter 10 mal am Tag am Telefon über Zipperleien stöhnt - also kein Wunder das man das auch hat.

Liebe Grüsse
Duttchen

#6


D
Und noch was,

ich freue mich, dieses Forum gefunden zu haben. Ich dachte immer, dass ich schon verückt bin, weil ich alle paar Minuten irgendwas kontrolliere - immer und immer wieder - wie ein Zwang -. Nach aussen bin ich die Lustige und aufgeweckte und Starke, die immer zum Scherzen aufgelegt ist. Wie passt das zusammen? Ich bin übrigens weiblich und 43 Jahre alt.

Gruss
Duttchen

#7


Linus42
Hallo Duttchen!

Dann mal HERZLICH WILLKOMMEN hier in diesem Forum! Siehste, dann kennste ja alle "unsere" Probleme hier. Woran leidest Du denn nun ganz besonders?

Wir beide sind ungefähr im gleichen Alter, ich bin männlich - und leide an dieser schei...Angst seit etwa 2 Jahren. Diese Kontrollen machen einen wahnsinnig, ich weiß. Vor allem findet man ja IMMER was! Was aber ganz "auf den Magen" schlagen kann, sind diese Suchereien bei GOOGLE. Das habe ich mir aber nun strikt verboten. Ich habe mich durch Google nämlich schon total IRRE machen lassen!

Ich mache mich dann dermaßen verrückt, so daß der Tag für mich eigentlich völlig gelaufen ist! Auf gut deutsch: IM Ar. IST!

Duttchen, wie VERARBEITEST Du denn Deine Angst und Panik? Denn ich bin auch (wie Du) nach AUSSEN hin der STARKE, der LUSTIGE, der STRAHLEMANN und das AUSHÄNGESCHILD im Job.

Ich wünsche Dir nun erstmal einen schönen Sonntag. Auch wieder so ein Tag, an dem ich NUR grübel. Viiiiiiiiiel Zeit - viiiiiiiiiiiiel grübeln am Wochenende.

Viele liebe Grüße
Linus42

#8


S
Hallo Linus !

Seit dem ich nicht mehr Google geht es mir viel besser und ich horche jetzt nicht mehr so viel in meinen Körper rein.....wenn mir jetzt mal ein bisschen was weh tut am Tag, nehme ich es als gegeben hin und der Schmerz verschwindet wieder. Mir kommt es so vor......um so mehr man Grübelt und in seinen Körper reinhört, um so mehr Phantomschmerzen hat man und man fängt noch mehr an zu Grübeln und zu suchen. Zur Zeit geht's mir gut und ich hoffe das die beschissenen Panikatacken jetzt vorbei sind.Das komische ist, das ich dasselbe genau vor einem Jahr auch hatte.....nach 4 Wochen wars dann wieder vorbei.

Gruß Bernd

#9


Linus42
Hallo Bernd!

Ja, das mit dem Googeln lasse ich nun auch sein. Das Gegrübel läßt bei mir aber scheinbar nicht nach ! Ich habe soooo die Schnauze voll davon.

Du schreibst, daß Du nicht mehr in Dich reinhörst. Das ist eine sehr gute Idee. Sollte ich auch machen. Und wenn man meint, "etwas" stimmt da wieder mal nicht - dann ist es eben so und nicht mehr drüber nachdenken. Ob ich das schaffe? Aber ist ja auch klar, je mehr man sucht, desto mehr FINDET man.

Boah nee, heute morgen hatte ich mal wieder eine Panik-Attacke, weil ich extremst GESUCHT habe - und eine "Unebenheit" in der Haut gefunden habe. Wie bescheuert ist das denn? Einfach nur noch Panne. Ja, eigentlich sollte man drüber lachen....

Viele Grüße
Linus42

#10


S
Ich muss morgen zum Frauenarzt und wette mit euch das ich davor total Magenschmerzen bekomme und Übelkeit habe!
Morgens Termine einhalten und dann noch zu nem Arzt... oh weia da fängt meiner Körper wieder an rumzuspielen...
Aber ich werds versuchn einfach durchzuziehen, nich drann zu denken an die Sympthome (die Idee is gut) und was noch hilft (hab ich vor lurzem herausgefunden), ich fang an zu meckern, schimpfe diese blöde Angst weg. Das gibt Adrenalin

#11


S
Hallo Leidensgenossen,
immer mal wieder habe ich hier vorbei geschaut und gelesen - in den Phasen, in denen ich mal wieder mit meiner Angst, meinem Körper gekämpft habe. Vor kurzem habe ich dann einfach gedacht, auch mal was zu schreiben... und jetzt bin ich da ...
Eure Beiträge hätte ich fast schreiben können, beängstigend aber irgendwie auch beruhigend, dass sich wirklich so viele Menschen damit herum plagen.
Ich bin auch eher ein lebenslustiger, offener und humorvoller Mensch und nach außen wirke ich auch eher stark. Wenn ich anderen das erste Mal von meiner Angst erzähle, sind sie immer total verwundert und würden mir so etwas gar nicht zutrauen. Aber gut, was nutzt mir das...
Angefangen hat es bei mir vor etwa 10 Jahren mit Panikattacken, fühlte ich mich nicht sicher, war ich auf mich alleine gestellt oder befand ich mich in Situationen, die ich nicht direkt verlassen konnte, ging es los! Herzrasen, Beklemmungen, Atemnot, Zittern, usw.
Irgendwann wurden die Panikattacken etwas weniger, aber dann überkam mich die Hypochondrie. Dass mit dem Abtasten habe ich nicht so stark, bei mir treten irgendwelche Symptome auf (alles was der Körper so her gibt). Eine gewisse Zeit gehe ich damit um wie ein "normaler" Mensch, aber dauern sie länger an, fahren meine Gedanken Achterbahn. Ich denke nun immer an das Schlimmste, fühle wie ein Mensch, der gerade wirklich eine schlimme Diagnose bekommen hat und diese Gedanken lassen mich den ganzen Tag nicht los. Daraus entstehen dann auch gerne mal wieder Panikattacken. In diesen Phasen brauche ich die Bestätigung eines Arztes bzw. die Ergebnisse, dass ich gesund bin. Für eine gewisse Zeit geht es dann gut, aber dann tauchen wieder neue unheimliche Symptome auf und alles geht von vorne los ! Erst habe ich gedacht, "Ok, irgendwann hast du alle Organe und Krankheiten durch, dann wird's wohl aufhören. Aber Pustekuchen, zum einen gibt es ja wirkliche tausende von Stellen am Körper, die auffallen können und zum anderen fange ich auch zwischendurch wieder mit Symptomen an, die ich schon einmal hatte." Verstärkt werden meine Angstgefühle auch immer wieder durch Krankheiten und Todesfälle in der Umgebung. Wenn ich beispielsweise in der Zeitung lese oder von Bekannten erfahre, dass ein relativ junger Mensch gestoben ist, steigen bei mir sofort die negativen Gedanken auf ("Wann wird es dich treffen?", "Es kann wirklich so schnell gehen."). Kennt ihr das auch?
Ich merke übrigens, dass es gut tut, seine Gedanken und Erfahrungen mal in die Tasten zu hauen! Freue mich auf Antwort!

Wünsche Euch allen eine angstfreie Woche!
Liebe Grüße
Sonne

#12


A
Guten Morgen sonne32,

und wie ich das alles kenne!!!
Auch ich untersuche mich immer selbst und achte auf irgendwelche,seltsamen Symptome, die dann sofort eine schlimme Krankheit bedeuten.
Dann renne ich wieder zum Arzt und muss mir bestätigen lassen, dass ich gesund bin.
Es ist wirklich zum verzweifeln.......
Eine Arbeitskollegin ist mit 27 an krebs erkrankt, seit einer Woche wissen wir das....,es ist schrecklich, denn ich projeziere wieder gleich alles auf mich!
Dabei betrifft es mich gar nicht!!
Kaum hör ich von Krankheiten, hab ich irgendwas!
Oder ich les was in der Zeitung,oder,oder.........!!

Was tust du gegen deine Hypochondrie?Hast du mal eine Therapie gemacht?
Ich hab schon 2 hinter mir, leide schon seit 16 Jahren PA`s....
Lg,alxis

#13


S
Hallo alxis,
ich habe vor einigen Jahren mal eine Therapie begonnen. Da die Wartezeiten ja sehr lange sind, habe ich den Termin in einer "Angstphase" gemacht und als es dann endlich soweit war, ging es mir gut. Supiii! Ich habe zwar alles erzählt, aber mit dem richtigen Ernst konnte ich nicht an die Sache gehen. Wieso auch, mir ging es ja gut. Ha, Ha. Jedenfalls habe ich damals gedacht, ich helfe eher dem Psychologen als der mir und bin dann auch nicht mehr hingegangen. Ich versuche mich irgendwie selbst zu therapieren. Manchmal erfolgreich ! Allerdings habe ich einige gute Freunde, mit denen ich sehr gut darüber sprechen kann. Ich verstehe nur nicht den Grund, manchmal kann ich wirklich mit irgendwelchen Symptomen ganz normal umgehen und an anderen Tag laufen meine Gedanken zu Höchstform auf. Häufig fühle ich dann wirkliche Todesangst und alle logischen Erklärungen, dass es mir doch gut geht und dass ich nicht sterbe, akzeptiere ich nicht! Es kann aber auch gut sein, dass im nächsten Moment (meist wenn ich mich erfolgreich abgelenkt habe) die Gedanken wieder herunterfahren und alles ist gut. Richtige Angst habe ich davor, dass ich irgendwann mal in diesen negativen Gedanken hängen bleibe! Einen richtigen Grund scheint es für meine Angst nicht zu geben, nicht auf den ersten, zweiten, dritten,... Blick. Ich habe schon so oft darüber nachgedacht, woran liegt das nur, aber zu einer richtigen Ursache bin ich nicht gekommen. Ich bin 32 Jahre, habe eine glückliche Kindheit gehabt, führe nun ein zufriedenes, ausgefülltes Leben im privaten sowie im beruflichen Bereich, mich plagen keine finanziellen Sorgen, habe einen großen Freundeskreis, bin eigentlich ein lebenslustiger Mensch und so weiter und so fort... Manchmal denke ich, dass ich vielleicht ein zu glückliches Leben führe - nach dem Motto "Soviel Glück hat keiner verdient, jetzt wird es auch für dich mal schwierig".
Spürst du denn auch die Symptome real? Beispielsweise Herzstolpern, Atemnot, Schwindel, seltsame Kopfschmerzen, Kloß im Hals, Schluckbeschwerden, Ziehen an irgendwelchen Körperstellen... (ich will jetzt nicht das Maß sprengen und alle aufzählen . Echt verrückt! Wenn ich so schreibe klingt das alles irgenwie lustig, aber wenn man es tatsächlich hat, ist es der Wahnsinn!
Andererseits kann ich nicht verstehen, dass sich andere Leute keine Gedanken machen. Man hört so oft, dass jemand mit einem Wehwehchen zum Arzt ist und mit einer schlimmen Diagnose raus geht. Ich weiß, dass ist jetzt nicht unbedingt förderlich, dass ich so etwas schreibe, da es den ein oder anderen wieder zu Angstgedanken bringt. Aber ich denke, dies bekommt man ja auch im alltäglichen Leben mit und auch das macht mich wahnsinnig. Ich hoffe, du kannst mich verstehen.
Bis bald

#14


A
Hallo sonne,

und wie ich dich verstehen kann!!!

Tja,das mit der Therapie ist ähnlich bei mir. Vor 5 Jahren hatte ich die letzte, und nach einigen Monaten bin ich auch nicht mehr hingegangen, weil die Trennung mit meinem Mann dazwischen kam.
Allerdings erzählte mir der Therapeut damals auch Dinge, die ich schon wusste, denn woher die Angststörung herrührt, weiss ich ja!
Und so helf ich mir auch selbst wieder, aber eben, wie du schon schriebst, mal erfolgreich, mal weniger erfolgreich.
Nun plagt mich die Angst aber wieder seit einiger Zeit aufs Neue ziemlich heftig. An manchen Tagen ist es so schimm, dass ich am liebsten gar nicht aus dem Haus gehen würde.
Muss ich aber, weil berufstätig.Ok, ich hab natürlich schon einiges der Therapien mitgenommen, auch, dass man sich nicht vergraben sollte zuhause, was ja auch gar nicht geht, wenn man arbeitet.Und krankgeschrieben war ich wegen den PA`s noch nie.Meistens werden sie im laufe des Tages besser, wenn ich abgelenkt bin.
Was halt nervt, ist diese ewige Angst vor den Krankheiten.Das macht mich noch verrückt!
Und gerade weil das mit meiner Kollegin nun ist, bin ich wieder völlig unruhig geworden!!
So wie du schreibst, manche haben ne Kleinigkeit und kommen mit ner schrecklichen Diagnose wieder raus!
Und warum solls nur andren so gehen? Warum nicht mir auch?
So denke ich oft, ich hab die Symptome genauso real wie du.
Und ich kann die Liste noch verlängern.......
Ich wünschte, dass endlich mal in den Griff bekommen zu können und mal wieder ein normales,gesundes Gespür für meinen Körper zu entwickeln, ohne gleich an Schreckensdiagnosen denken zu müssen!

Übrigens kümmer ich mich gerade um einen Therapieplatz.
Alles hoffnungslos überfüllt mit Wartezeiten bis zu 2Jahren!!!
Ausserdem muss ich das alles zeitlich mit meinen Arbeitszeiten unter einen Hut bekommen.
Aber wie gesagt, noch hats nicht geklappt......
Lg,
alxis

#15


S
Hallo Alxis,
Zurzeit bin ich auch wieder mittendrin . Aus dem Haus traue ich mich, aber ich vermeide häufig Situationen, in denen ich auf mich alleine gestellt bin oder bei denen es länger dauert, bis ich wieder in meiner gewohnten Umgebung bin. Demnach fällt mir es beispielsweise schwer alleine durch den Wald zu gehen (habe einen Hund, der mich jedoch zum Glück immer wieder auffordert) oder lange Autostrecken (obwohl ich so gerne Auto fahre). Wenn ich es dann doch geschafft habe, bin ich der glücklichste Menschen. Ich denke, man muss sich immer wieder dazu zwingen, sich diesen Situationen auszusetzen. Je öfter man es dann schafft, desto weniger wird die Angst. Sei froh, dass Du Arbeiten musst, so kannst du nicht zurück und musst dadurch. Das ist bei mir auch so! Ich glaube, wenn das auch nicht so wäre, würden wir uns vergraben. Empfohlen wird ja auch bei PA sich der Angst zu stellen, sie zuzulassen. Aber das schaffe ich noch nicht, ich kämpfe immer wieder dagegen an und ich glaube, dann werden sie nur noch schlimmer.
Ich kann total nachvollziehen, dass Dich das mit deiner Kollegin beschäftigt und dass dies einen unruhig macht. Ging mir absolut genauso, vor allem weil sie ja auch noch so jung ist. Dann kann man die Ausrede "Ich bin ja eigentlich auch noch viel zu jung um schwer krank zu werden" auch nicht mehr gelten lassen. Im eigenen Umfeld wird einem dann auf solch eine schlimme Weise das Gegenteil vor Augen geführt. Deine Fragen "Und warum soll es nur anderen so gehen? Warum nicht mir auch?" kann ich so unterschreiben! Aber doch irgendwie verrückt, dass wir uns selbst so viel Leid antun, obwohl wir zurzeit BESTIMMT gesund sind. Warum machen wir uns nicht erst Gedanken, wenn es dann so wäre?! Ich denke doch jetzt auch nicht darüber nach, was passieren würde und wie es mir ergehen würde, wenn ich beispielsweise hohe Schulden hätte. Die habe ich jetzt nicht, also werden sich dazu auch keine Gedanken gemacht. Wahrscheinlich weil einem der Körper bzw. die Krankheiten keine 100% Sicherheit liefern, den Kontostand kann man schwarz auf weiß überprüfen. Vielleicht ist das ja der Schlüssel...wir müssen immer alles sicher haben und uns in Sicherheit fühlen.
Ich glaube auch, so wie du schon geschrieben hast, dass wir Symptome viel intensiver empfinden als andere. Ich denke immer, wenn andere das alles mal so wahrnehmen würden wie ich, würden sie sich bestimmt auch
Gedanken machen. Noch dazu, steigern wir uns immer mehr hinein
Ich bin noch nicht allzu lange hier. Ich denke, dass ich deswegen immer so viel schreibe, es tut einfach gut, sich mal alles von der Seele schreiben zu können und zu wissen, dass dies jemand liest, der einen absolut versteht.
Du hast geschrieben, dass du weißt, woher deine Angststörung kommt. Darf ich fragen, woher?

Liebe Grüße
Sonne

#16


A
Guten Morgen,

mein Schwager ist 1986, da war ich 16, mit 42 am plötzlichen Herztod gestorben. Hab das live an dem Abend miterlebt!
1993 bin ich bei der Geburt meiner Tochter fast gestorben, warum kann ich dir gerne mal per PN schreiben, möcht ich hier nicht so erläutern.
Und dann hat meine Mutter seit sie jung ist eine Angststörung, d.h. es ist auch defenitiv vererbbar!!

1994 fing das dann bei mir an. Es ging mir einfach nur noch schlecht.
Hatte alle Symptome, die es gibt! Von der Angst vorm Herzinfarkt bis zur Angst vor einem Hirntumor.
Ärztemarathon monatelang, keiner hat was gefunden, wurde schon als arme Irre abgestempelt!
Bis ich dann zu meinem heutigen Hausarzt kam, der als einziger die Diagnose "generalisierte Angtsstörung" stellte.
Ich bekam Medikamente und da gings mir dann auch besser.
Plötzlich waren alle Krankheiten wie weggeblasen und da ich keine Symptome mehr hatte, war auch die Angst weg!!
Ich machte 2 Therapien und dann gings mir eine Weile auch ganz gut.

Aber, es ging wieder los, bedingt durch privaten und beruflichen Stress, fingen die PA`s wieder an.Manchmal nahm ich Medis, manchmal nicht.
Im Moment nehme ich keine, ich will mich einfach nicht davon abhängig machen.Und wie ich ja schon schrieb, hab ich ne Überweisung für eine Therapie, aber leider noch keinen Therapieplatz wegen langer Wartezeiten!

Es gäbe noch so viel zu erzählen, ich schreibe genauso gerne wie du!
Zumal ich auch nicht unbedingt jemand habe, der versteht, was im Moment der Angst in mir vorgeht.
Mein Freund hat schon Verständnis dafür, aber bedingt!
Wenn jemand das nicht hat, kann er es nicht so gut verstehen.Was ich widerum auch verstehen kann!

Die Arbeit ruft!Freue mich über Rückmeldung!!
Bis dann und Lg,
Alex

#17

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I
liebe alex,

vllt. steht es mir gar nicht zu dir zu antworten, da ich erst 22 bin ich kenne mich also mit dem "erwachsenen-stress" gar nicht so richtig aus, d.h. ich muss kein geld verdienen, um meine wohnung oder um mein essen bezahlen zu können (meine eltern bezahlen alles für mich, da ich im ausland 2 studienfächer studiere)...

aber auch im studium gibt es fast jede zweite woche einen extremen stress, da forschungsarbeiten geschrieben werden müssen, hausaufgaben, papers, essays... und am schlimmsten sind die klausurphasen. in einer klausurphase muss ich jeden tag auf eine bestimmte prüfung extrem gut vorbereitet sein.

du bist, wenn ich richtig verstanden habe, eine mutter, arbeitest und lebst in einer festen partnerschaft.
solltest du zudem noch eine sensible person sein, dann ist das natürlich eine form von druck für dich, da von dir überall bestimmte leistungen und qualitäten gefordert werden. zudem hast du diese erfahrung mit dem tod schon sehr früh gemacht; würde jetzt war nicht von einem traumatischen erlebnis sprechen, aber es war ja immerhin ein sehr einschneidendes erlebnis.
sag, haben damals deine eltern oder verwandten mit dir über den tod ausführlich geredet? das hätte den schock vllt. abfedern können.

ich kann gut nachfühlen was du durchmachst, da ich seit 3 jahren (trotz anderer lebensbiographie) permanent auf meinen körper und auf etwaige krankheiten fixiert bin. da alles mit dem studium begonnen hat, führe ich es eben auf diese neue lebenssituation zurück. ich bin unfähig eine beziehung zu führen, da ich menschl. nähe direkt mit möglichen krankheitserregern in verbindung bringe oder einer möglichen seelischen verletzung.
ich bin trotz früh diagnostizierter hochbegabung eine lebensunfähige person, fühle mich wie geistig behindert, da ich viele eindrücke aus der umwelt nicht adäquat gedanklich umsetzen kann, d.h. halsschmerzen oder schwindelgefühle sind sofort eine durch unerklärliche gründe zu mir durchgedrungene lebensbedrohliche infektion, ein schmerzendes (wahrscheinlich durch venenschwäche hervorgerufenes) bein ist direkt ein anlass um über eine mögliche beinamputation + visionen über ein leben mit nur einem bein nachzudenken.
sollte ich im internet etwas über eine HIV infektion oder eine krebsdiagnose einer person lesen (ich suche auch gezielt danach) projiziere ich das geschehene direkt auf mich selbst..

bin zwar noch keine fertig ausgebildete psychologin, aber von benzodiazepinen tabletten (sagt man das so?) würde ich rein aus subj. sicht abraten...

nehmen wir ein beispiel: einer person mit akuten o. chronischen angstzuständen wird lorazepam verschrieben und diese person nimmt diese dann 2-3 wochen. diese person ist nach dieser, aus meiner sicht, bereits langen einnahmezeit nicht nur vllt. abhängig von diesem medikament, sie wird sich beim plötzlichen abbruch immer nach diesem medikament zurücksehnen, da diese künstliche zufriedenheit und ruhe durch den normalzustand eines angstpatienten nicht mehr aufrecht zu erhalten ist.
ein antidepressivum halte ich da (in relation zu einem beruhigungsmittel) für ungefährlich, da es nicht zu einer abhängigkeit führt und man sein leben normal weiterleben kann.

ist jetzt nicht auf dich speziell bezogen (habe auch nicht alle beiträge gelesen), aber es schockiert mich wie viele mediziner beruhigungsmittel verschreiben und wie wenig verhaltenstherapeuten es gibt.
es kann nicht sein, dass es in deutschland so viele menschen mit angststörungen, depressiven verstimmungen und anderen psych. problemen gibt, die wartelisten der therapeuten aber dermaßen lang sind, dass ein mensch, dem vielleicht eine 6-monatige therapie abhilfe verschaffen würde, auf beruhigungsmittel ausweichen muss, weil einfach nicht für ihn gesorgt werden muss.

so muss ich mir bei jeder panikattacke, jeder "mein-herz-bleibt-stehen"-angst, bei jeder eingebildeten infektion, permanent einreden, dass das nach 3-4 wochen wieder von alleine weggeht. in diesem 3-4 wochen gehe ich aber, so wie du und andere angstpatienten wahrscheinlich auch, durch die hölle.

ich wünsche dir auf diesem wege (und allen anderen lesern auch) viel kraft und ich bin sehr davon überzeugt, dass eine weitere therapie dir helfen kann.

#18


I
"auf beruhigungsmittel ausweichen muss, weil einfach nicht für ihn gesorgt werden muss. "


muss = kann

#19


S
Hallo alex,
das sind natürlich Ereignisse in deinem Leben gewesen, die nur sehr schwer zu verarbeiten sind und die vieles erklären.
In meiner Familie haben auch einige mit PA zu tun, zwar in unterschiedlichen Formen, aber sie sind da. Habe während meines Studiums zu diesem Thema mehrere Vorlesungen besucht und da wurde auch gesagt, dass PA vererbbar sind.
Ich denke auch, dass es besser ist auf Medikamente zu verzichten. Habe bis jetzt noch keine genommen, höchstens mal eine Johanniskraut-Kur, aber selbst bei dieser Einnahme habe ich lange gezögert (haben übrigens letztendlich eh nicht geholfen). Medikamente und insbesondere die härteren haben ja sämtliche Nebenwirkungen. Und das würde heißen, dass ich diese bestimmt mal wieder alle durchlaufen und noch dazu neue mir einbilden würde . Zudem finde ich, dass man seine Angst nur unterdrücken würde und dann wäre bei mir bestimmt die Sorge vor der Abhängigkeit und dem Absetzen da. Naja, aber es gibt auch bestimmt Situationen oder Lebenslagen, wo es einfach nicht anders geht!
Dass es bei euch so lange Wartezeiten gibt, ist ja echt der Hammer! Eine entfernte Bekannte hat ähnliche Probleme wie wir und hat nach nur drei Wochen mit der Therapie anfangen können. Du möchtest doch auch eine ambulante Therapie, oder?
Es tut wirklich gut, sich hier austauschen zu können. Ich rede halt sonst mit meinen Freundinnen, die mich auch wirklich immer gut beruhigen, indem sie zur bestimmten Zeit das richtige sagen (mittlerweile wissen sie was ich in diesen Situationen hören muss ), aber du hast schon recht, sie können es halt nicht nachvollziehen. Manchmal wünschte ich, sie hätten es auch EINMAL (natürlich nicht öfter, diesen Zustand wünscht man ja nun wirklich keinem!), damit sie wissen, wovon ich rede!
Mit Männern ist das so eine Sache, hatte bis jetzt auch Freunde, die zwar darauf Rücksicht genommen haben, aber richtig verstanden haben sie mich nicht. Ich glaube für Männer ist dies auch noch schwieriger zu verstehen als für Frauen! Sie sind halt meist sehr realistisch und damit hat unsere "Sache" ja nun gar nichts gemeinsam!
Was meinst du mit PN ?
Freue mich auf Antwort!
Liebe Grüße und einen schönen Feierabend
Sonne

#20


A


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