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Giftzwerg

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Hallo zusammen,

ich weiß das es hier im Forum einige gibt die sich sehr gut mit Angst Panik Gefühle auskennen und ihre Situation sich daher schon um einiges verbessert hat, was mich sehr freut!!! Jedoch Frage ich mich warum ihr euer Wissen nicht an uns weiter gebt oder besser gesagt, uns mit ein paar Tipps zur Seite steht? Mich macht es traurig wenn ich lese das ihr schreibt, wir flüchten vor unsere Gefühle Richtung Fernseher, Facebook usw, wir uns gegenseitig bemitleiden, unsere Symtome aufzählen ungvm. Wir flüchten, JA und alles andere tun wir auch aber ihr lieben, habt ihr euch mal gefragt warum wir das tun?

Bitte fühlt euch mit diesem Treat nicht angegriffen sondern helft uns !

GL
Gifti

20.02.2013 #1


64 Antworten ↓
HeikoEN

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Zitat von novemberrain:
@HeikoEN,

das wäre auch meine Frage gewesen:

Wieso trifft diese Angststörung auch Menschen, die eine super Kindheit hatten, wo die Ursache NICHT in der Kindheit zu finden ist?

Du traust Dir also wirklich zu, Deine eigene Kindheit beurteilen zu können?

Wie will ein Blinder, einen Vortrag über Farben halten?

Und ich spreche nicht ab, dass eine Kindheit "von außen" betrachtet schön war.

Zoobesuche, Kindergeburtstage und die Eltern haben am Wochenende so viel gemacht...

Alles gut und schön, aber darum geht es nicht.

Nach welchen Kriterien beurteilst Du eine Kindheit?

Was muss erfüllt sein, was nicht?

Was muss erlebt worden sein, was darf nicht?

[...]

Zitat von novemberrain:
UND:

Was passiert mit den Angsthasen, die eine schwere Kindheit hatten, sich aber mit den Eltern ausgesprochen und versöhnt haben? Die, die jetzt wissen, dass sie doch geliebt wurden, obwohl sie es nie so empfunden haben?

Nichts passiert mit denen.

Weil es darum schlichtweg nicht geht.

Die Gefühle und deren Bestätigung erlangen sie dadurch ja nicht zurück.

Situationen wie "aussprechen" oder "Versöhnung" sind kognitive Leistungen, die ggf. Eltern WEITER NUTZEN, um IHR BILD und IHR VERSTÄNDNIS von Erziehung, Leben, Kinder, Werte usw. auf das Kind zu projezieren.

Klar, oder?

Eltern tun IMMER das und IMMER mit voller Liebe und sind trotzdem NICHT frei!

Ein Beispiel dazu:
Stellen wir uns unsere Eltern vor, die den ganzen Tag arbeiten, um Geld zurückzulegen, um uns einen Lebensstil zu ermöglichen, der nach ihren Vorstellungen, gut ist. Sie wollen das Beste für ihr Kind, sie tun es aus Liebe. Sie mühen sich für das Kind ab.

Wenn das Kind aber nun sagt: "Papa, ich möchte mit Dir spielen!" passiert was?

Mama wird antworten: "Papa hat keine Zeit, er muss arbeiten, damit es uns gut geht. Das weißt Du doch."

Im Erwachsenenalter wird das Kind sagen, meine Eltern haben alles für mich getan, mein Vater hat so viel gearbeitet. Ich hätte mir zwar so sehnlichst gewünscht ihn zu sehen, mit ihm zu spielen, aber es ging einfach nicht anders.

Hier stellt der Vater sein Schicksal, seine Einstellung, sein Verständnis des Lebens und seine dazugehörigen Gefühle über die des Kindes. Damit verbietet er dem Kind und das Kind selber, einen Zugang zu seinen eigenen Gefühlen zu finden. Es kann sich schlichtweg nicht entwickeln.

Daher ist es so wichtig, die Eltern zu trennen vom eigenen Leben, den eigenen Sichtweisen und Gefühlen.

Denn nur die eigenen Gefühle führen zu der Sehnsucht nach dem Papa, dem Wunsch seine Nähe spüren zu dürfen, dem Schmerz das es nicht sein durfte, die Einsamkeit, mit diesen Gefühlen allein zu sein und nicht darüber sprechen zu dürfen.

Wenn wir diese intensiven und echten Gefühle, weil es unsere eigenen sind, leugnen und verbieten, fühlen wir uns nicht mehr in Ordnung und können damit auch nicht mehr spüren, wer wir wirklich sind. Immer fehlt uns etwas, immer fühlen wir etwas in uns, das keine Berechtigung hat, da zu sein.

Das ist eine der Hauptgründe für die Probleme mit unseren Eltern, dass genau diese Gefühle keine Anerkennung finden und nicht da sein dürfen.

Anders formuliert: Wenn wir unseren Eltern begegnen, müssen wir unser inneres Kind verleugnen.
Das macht uns wütend, aber die Wut steht nur stellvertretend dafür. Sie schützt uns in Wirklichkeit davor, das zu fühlen, was wirklich darunterliegt.

Unter der Wut liegt eine unendliche Einsamkeit!

Genau die Einsamkeit, des kleinen Kindes in uns, die in der Gegenwart der Eltern getriggert wird und gegen die wir uns mit aller Macht wehren.

Es ist auch genau die Einsamkeit, die uns erfasst und übermannt, wenn uns ein Partner verlässt, an den wir gebunden sind. Diese Einsamkeit, die dann ans Licht kommt, schmerz so sehr, dass wir glauben, wir müssten sterben. Das passiert, weil wir genau in dem Moment wieder zu dem kleinen Kind werden, das wir einmal waren und zum Teil immer noch sind. Ein kleines Kind, das völlig alleingelassen wird und das fürchtet, sein Leben sei bedroht.

Das innere Kind in uns ist ca. 3-4 Jahre alt. Davor sind wir als Kind noch authentisch gegenüber unseren eigenen Gefühlen. Wir werfen uns auf den Boden, strampeln mit den Füßen, schreien und lassen niemanden an uns heran. Wir weinen wenn wir traurig sind, egal wo wir gerade sind. Genauso ist es mit Freude, die wir durch unseren ganzen Körper zeigen. Wir überlegen nicht, sondern wir zeigen unmittelbar, ohne unsere eigenen Gedanken und Gefühle zu kontrollieren.

Um zu wachsen müssen wir jedoch diese Phase, in der Erleben und zugehöriger Ausdruck eins sind, verlassen. Wir müssen lernen, unser Verhalten an die Erfordernisse unsere Umwelt anzupassen. Dafür sind unsere Eltern da und können es auf eine liebevolle oder lieblose Weise tun.

Liebevolle Eltern sind offen für die schwierigen Prozesse, die im Kind ablaufen. Sie bestätigen die Gefühle des Kindes. Sie lehnen heftige Gefühle des Kindes nicht ab, sondern versuchen, diese zu kanalisieren.

Beispiel:

"Du bist wütend?"

"Dann lasse die Wut heraus, hier ist ein Kissen und was möchtest Du jetzt am liebsten mit dem Kissen tun?"

"Gut so, dem Kissen hast Du es richtig gegeben, aber was es eigentlich, was Dich so wütend gemacht hat?"

Das geliebte Kind lernt, dass die eigenen Gefühle, die es erlebt, sein dürfen und gelebt werden können.

Es lernt, dass es so sein darf, wie es ist und dafür nicht verurteilt wird. Es lernt, dass Wut, Traurigkeit usw. gelebt und ausgedrückt werden dürfen. Dadurch bleibt es in Verbindung mit seinem Körper. DAS ist entscheidend, insb. in Bezug auf Angst, da Angsthasen gerne den Kontakt zu ihrem Körper verlieren und die Symptome falsch deuten!

Später wird dieses Kind seinen Körper nicht suchen müssen, weil es ihn schon hat. Es besitzt Selbst-wahr-nehmung und damit Selbst-ver-trauen und Selbst-bewusst-sein.

Es ist in der Lage, sich auf ganz natürliche Weise abgrenzen zu können, in dem es ausdrückt, wenn es wütend ist oder verletzt wird. Und es wird sich mit seinen Gefühlen anderen hingeben können.

Bedingt liebende Eltern sind mit sich selber beschäftigt. Sie haben Angst und stehen unter einem großen Leistungsdruck es nicht zu schaffen. Sie glaube, sie seien selber nicht gut genug. Sie fühlen sich ohnmächtig und hilflos, gestehen es sich selber aber nicht ein.

Sie sind stetig bestrebt, dass alles in Ordnung sei. Sie sind nicht offen für die Gefühle ihrer Kinder, weil sie die Verbindung zu ihrem eigenen Körper verloren haben. Stattdessen leben sie einem Idealbild hinterher, wie Eltern zu sein haben. Wichtiger als die Gefühle der Kinder sind die Dinge, die es braucht, damit scheinbar das Bild der Eltern entsteht, die alles richtig machen. Diese Eltern lehnen ihre Kinder, die intensive Gefühle zeigen, konsequent ab. Sie signalisieren ihm, dass etwas mit ihm nicht stimmt und das es nicht in Ordnung ist, so zu empfinden und das auch noch auszudrücken. Wenn das Kind wütend ist, drohen sie im Strafen ab, schimpfen es aus oder schlagen sogar zu.

Andere Eltern schreien niemals, weinen niemals und ihnen ist die Fassade wichtiger, als die eigenen Gefühle. Scheinbar sind sie mit dem was sie sagen beim Kind, aber wie sie es sagen und dazu Körper, Mimik und Stimme, drücken etwas völlig anderes aus.
Da ein Kind ganz und gar auf seine Eltern bezogen ist und sich selber nicht kritisch betrachten kann, glaube es, dass es selbst nicht in Ordnung ist, so wie es ist.

Deine Versöhnung würde ich also zu den "bedingt liebenden Eltern" zählen.

11.02.2013 16:46 • #50


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A


An den Panikern denen es schon besser geht.

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HeikoEN

HeikoEN
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Also ich glaube nicht daran, dass Aktivität in Bezug auf die eigene Angst der Schlüssel zum Erfolg ist.

Wie schon oben angedeutet, sind für mich die eigenen Eltern der Ursprung des eigentlichen Problems.

Die meisten Menschen, insb. mit psychischen Problemen, suchen ihr Leben lang nach der Liebe ihrer eigenen Eltern.

Sie suchen nach der liebevollen Mutter und dem liebevollen Vater, den sie als Kind so gebraucht hätten und um deren Liebe sie so gerungen haben.

Was uns innerlich zu dieser Suche antreibt, ist unser inneres Kind, welches in jedem Menschen steckt und welches die Liebe, wenn sie diese bekommen hätte, erlöst und befreit hätte.

Diese Erkenntnis und dieses Zulassen des inneren Kindes ist schwierig, da es mit einer Vielzahl von Gefühlen einhergeht, die subjektiv betrachtet, große Angst machen, da sie uns konfrontieren mit der fehlenden Liebe der Eltern. Die Anerkennung des inneren Kindes begleitet uns unser Leben lang und in allen Lebenslagen. Mit allem was wir tun, suchen wir danach, in jeder Beziehung, in jedem Job sind wir nur auf der Suche nach Anerkennung dieses kleinen Kindes.

Wir hoffen unterbewusst darauf, dass wir irgendwie und irgendwann unsere Eltern doch noch so ändern könnten, dass wir endlich die erhoffte Liebe bekommen und damit die Annahme unseres inneren Kindes.

Äußere Umstände in unserem Leben, können uns nicht den Frieden, die Akzeptanz des inneren Kindes geben, den wir so herbeisehnen. Die Freude über etwas erreichte im Leben hält nur kurz an, denn die unterschwellige Unruhe in uns, die eine pure Angst und getrieben ist vom Gefühl, dass wir alles wieder verlieren könnten, treibt uns erneut an zur Suche nach Liebe und Anerkennung des inneren Kindes. Wir glauben, dass wir nur mit Erfolg, diese fehlende Liebe füllen könnten, aber erfahren immer wieder erneut, dass das Erfolgsgefühl nur von kurzer Dauer ist.

Viele Menschen können ihre Eltern nur schwer ertragen. Der Grund liegt in der Kindheit, in der es uns unsere Eltern nicht erlaubt haben, so zu sein, wie wir wirklich sind. Zumeist mit guter Absicht haben sie es uns sogar durch zahlreiche Erziehungsstrategien und -maßnahmen verboten, unsere Gefühle zu leben und sogar dafür gesorgt, dass wir im Erwachsenenalter, genau diese Gefühle nicht mehr zeigen können.

Wenn wir nun im Erwachsenenalter unseren Eltern im Leben begegnen, wird dieser tiefe Schmerz ausgelöst.

Wir fühlen ihre Erwartungen, ihre Regeln und ihre Ängste. Und immer noch ist es uns verboten, so zu sein, wie wir wirklich sind.

Stattdessen fühlen wir die Vorstellungen unseren Eltern, wie wir zu sein haben, wie wir zu leben haben. Verhalten wir uns so, wie es unsere Eltern von uns verlangen, fühlen wir uns schlecht. Verhalten wir uns nicht so, wie sie es verlangen, fühlen wir uns ebenfalls schlecht. Allerdings geht es dann auch unseren Eltern schlecht und wir machen uns selber schuldig dafür, verurteilen uns, da wir glauben, wir seien die Verursacher für das schlechte Gefühl. Diese Schuld hindert uns daran, frei zu sein, behindert uns in unserem Verhalten, im Denken, im Fühlen.

Eigentlich ziemlich logisch, oder?

Dieser Ablauf und Zusammenhang wiederholt sich, stetig und ein Leben lang, denn unsere Eltern konfrontieren uns nicht nur mit unserem Schmerz sondern auch mit unserer Ohnmacht. Es scheint so, als könnten wir nichts dagegen tun, wir können dem nicht entfliehen und oftmals reichen wenige Momente mit unseren Eltern aus, vielleicht ein Satz, eine Situation, um uns wütend, gereizt zu machen. Wir spüren dabei unsere Unfreiheit, da wir mit unseren Eltern verwunden sind, wir sind immer noch die Kinder, die sich sehnlichst nach der Liebe ihrer Eltern sehen.

Im heutigen Erwachsenenalter versuchen wir, diese verlorene Liebe bei unseren Eltern nachzuholen oder bei unserem Beziehungspartner, Chef, Freunden oder bei vielen anderen Menschen, die uns in unserem Leben begleiten (Schaue mal hier im Forum, wie VIELE Threads gestartet werden über Beziehungsprobleme).

Diese stetige Suche kann uns das Lebensglück, unsere Freiheit kosten, denn keine Partnerschaft, kein Job, kein Beruf kann die Sehnsucht stillen, die uns in unserem Inneren antreibt und nichts anderes ist, als der Schmerz des Verlassenseins unseres inneren Kindes.

Wir tun alles dafür, uns im Leben nicht damit zu konfrontieren und laufen praktisch davon. Wir glauben durch Erfolg und Verwirklichung, dem Schmerz der Einsamkeit davonlaufen zu können.

Wir sind Getriebene, denn uns begleiten unsere verinnerlichten Eltern und fühlen das unendliche Bedürfnis, nach ihrer Liebe und Anerkennung.
Dadurch, dass wir unsere Eltern ablehnen, schützen wir uns vor der Ohnmacht und unserem Schmerz. Wir missbilligen was sie tun und wie sie leben, wir wollen niemals so sein wie unsere Eltern!

Aber genau damit binden wir uns an unsere Eltern und schaffen so unterbewusst sogar die Voraussetzung dafür, dass wir nicht unser eigenes Leben leben, sondern das unserer Eltern. Es mag ein wenig paradox erscheinen, dass wir das Leben unserer Eltern leben, aber entscheidend ist der Punkt, dass wir auf unsere Eltern schauen und nicht auf unser eigenes Leben. Egal ob wir sie dabei verachten oder idealisieren, solange wir zu ihnen schauen, bleiben wir gefesselt an sie.

Unsere Gefühle von Ablehnung, Wut auf unsere Eltern, Reizbarkeit, Schuld usw. schützen uns. Sie schützen uns davor, diesen unfassbaren tiefen Schmerz wahrzunehmen, der unglaublich große Angst macht und wir tun alles dafür, das zu vermeiden.

Aber unsere Eltern sind die Menschen, die diesen Schmerz am gezieltesten auslösen!

Haben unsere Eltern nicht alles getan, was sie tun konnten?

Sie wollten doch nur das Beste für uns, sie wollten, dass es uns besser geht als ihnen.

Sicher haben sie das. Und sicher waren auch die Verhältnisse damals andere als heute. Vielleicht haben sie viel gearbeitet, um uns eine gute Startposition ins Leben zu ermöglichen, weil sie dachten, dass die Zeiten ungewiss werden und die Voraussetzungen schwerer würden.

Nur ist dass das Problem unserer Eltern, nicht unseres!

Um uns von unseren Eltern zu lösen, unser inneres Kind annehmen zu können ist es Voraussetzung, dieses klar zu trennen.

Für eine unabhängige Betrachtungsweise muss man einen Standpunkt einnehmen, der es erlaubt, unsere Eltern und deren Leben zurückzustellen, abseits von unserem eigenen Leben. Es geht dabei nicht um Schuldzuweisung, Verurteilung oder Lob, sondern schlichtweg darum, dass sonst kein freies Fühlen möglich ist. Dieses Fühlen ist aber Voraussetzung dafür, zu den Gefühlen zu kommen, die wir als Kind hatten und die uns heute immer noch wesentlich in unserem Verhalten bestimmen.

Und genau darum geht es! Die wirklichen eigenen Gefühle, die eine solche unglaubliche Angst machen, in der viele hier gefangen sind.

Dabei sind es, wir ich immer betone, NUR Gefühle

11.02.2013 12:02 • #43


Zum Beitrag im Thema ↓


D
Das ist sehr individuell zu beantworten.
Ok, kurz zu meiner Geschichte:
Angefangen hat es mit einer Panikstörung + Symptome, Depression, Krankheitsängste. Ich bin kaum noch vor die Türe, bekam Panikattacken und und und.

Ich denke, es gehört einfach dazu, sich seiner Ängste bewusst zu machen. Sich mit der Sache zu beschäftigen und seinen eigenen Weg finden. Ich habe eine kognitive Verhaltenstherapie gemacht, die sehr gut angeschlagen hat. Heute habe ich so gut wie keine Pa's mehr, betreibe Ausdauersport und habe meine Lebensweise geändert. Es gehört viel dazu, auch sehr viel Unbequemes aber es hat sich für mich gelohnt.
Die Antwort ist vielleicht etwas oberflächlich formuliert aber eine genaue Beschreibung würde den Rahmen sprengen. Angst annehmen, die Bereitschaft Angst und Symptome zu empfinden und nicht bekämpfen wollen.

Von Pillen, Betäubungen, Heilpraktiker und Co. wird es nicht besser, wenn überhaupt schiebt man das auf die lange Bank aber geholfen ist keinem.

#2


Giftzwerg
Zuerst einmal ganz lieben Dank deni1985,

Zitat von Giftzwerg:
Angst annehmen, die Bereitschaft Angst und Symptome zu empfinden und nicht bekämpfen wollen.


Das erfordert großen Mut und Selbstvertrauen.

Zitat von Giftzwerg:
Von Pillen, Betäubungen, Heilpraktiker und Co. wird es nicht besser, wenn überhaupt schiebt man das auf die lange Bank aber geholfen ist keinem.


Das ist wohl wahr und dennoch nehme ich die Medis

#3


D
Medis in bestimmten Situationen sind auch ok, nur sind die kein Allheilmittel. Nachdem Absetzen ist es meist genau wie vorher oder schlimmer.
Die Angst annehmen erfordert zwar vielleicht Selbstvertrauen, paradoxerweise bekommt man dadurch erst Selbstvertrauen. Nichts ist schlimmer als durch die Angst handlungsunfähig zu werden.

Jemand sagte mal, mit Panik verhält es sich so: Man sitzt im Kino und schaut jedesmal den gleichen Film: Die Panik. Ein wesentlicher Bestandteil für mich war es, sich bewusst zu machen, dass es nur ein Film ist den ich gerade schaue und ich jedesmal gleich reagiere. Man muss manchmal Abstand zu seinen Gedanken bekommen, das ganze einfach mal Beobachten. Man erkennt dann mehr oder weniger, dass man zwar Ängste und negative Gedanken hat aber es sich nur auf der Leinwand abspielt, ich jedoch sitze im Raum und schaue nur zu.

Es gibt viele Dinge, die man machen kann: Abstand zu Gedanken, erfahren wie das Gehirn "tickt", Achtsamkeitsübungen, Sport, Entspannungsübungen etc.
Wichtig ist nur, die Auseinandersetzung mit dem Ganzen. Hier kann ein guter Therapeut helfen, der ein paar Hinweisschilder aufstellt oder dich in die eine oder andere Richtung schubst.

Geholfen haben mir auch 2 Bücher:

Ängste verstehen und überwinden von Doris Wolf (Was aber zu wenig Tiefgang hatte, aber für allgemeine Infos ganz nützlich).

Das Leben annehmen (Akzeptanz- und Commitmenttherapie) von Matthias Wengenroth (sehr gutes Buch mit vielen Infos, Erkenntnissen, Übungen (zum Selbststudium geeignet)).

Ich hoffe, dir damit bisschen geholfen zu haben. LG

#4


A
Sorry, dass ich ein bisschen Lachen musste. Du glaubst doch nicht, dass hier irgendein User ist, der "den Stein der Weisen" in der Tasche stecken hat. Hier ist niemand, der dir darauf eine Antwort geben kann.
Ganz einfach deshalb, weil hier keiner ist, der es komplett los geworden ist. Oder glaubst du allen Ernstes, dann würde sich derjenige noch in einem Forum wie diesem herum treiben? Warum denn? Es würde keinerlei Veranlassung dafür geben!

Ich war meine Panikstörung los. Komplett. Für mindestens sechs Jahre am Stück. Und ich habe in der Zeit kein einziges Mal ein Forum aufgesucht. Warum hätte ich das tun sollen?

Lass dich hier und anderswo bitte nicht verunsichern. Es gibt immer Schlauberger, die viel schreiben und denken, sie könnten sich über andere erheben. Das ist nicht gerade förderlich. Wenn du mal genauer liest, wirst du merken, dass diese User dann doch plötzlich selbst Fragen stellen oder eingestehen, dass sie es auch wieder haben. Oder du findest sie im Forum für Medikamente.

Ich habe eine spezielle Phobie und ich weiß, dass ich sie nur los werden kann, wenn ich das, was passieren könnte bzw. was meine Befürchtung ist, akzeptiere und in Kauf nehme. Und das fällt mir verdammt schwer. Ich habe es schon mal geschafft und ich habe trotzdem kein Patentrezept. Weil es einfach wieder so schlimm ist. Und mit schlimm meine ich die Symptome, die man aushalten muss.

Es gibt Spontanheilungen, es gibt Leute, bei denen Medikamente eine Zeit lang geholfen haben oder welche, die meinen, es wäre nach der Lektüre eines Ratgebers verschwunden. Es gibt hundert verschiedene Ansätze und Methoden.

Ich kann dazu nur eins sagen: Der Glaube kann Berge versetzen.

Aber eigentlich kann man sich den Kauf von wie vielen Büchern oder Mittelchen sparen. Das Geld kann man auch anderweitig ausgeben. Die Heilung muss aus einem selbst heraus kommen. Sie muss von einem selbst ausgehen. Alle Mittelchen, Bücher, Therapien und Therapeuten, Medikamente usw. können nur eine Stütze sein. Das eigentliche Problem musst du selbst angehen und lösen!

#5


Giftzwerg
Hi Aladin,
Zitat von Aladin:
Du glaubst doch nicht, dass hier irgendein User ist, der "den Stein der Weisen" in der Tasche stecken hat. Hier ist niemand, der dir darauf eine Antwort geben kann.
Ganz einfach deshalb, weil hier keiner ist, der es komplett los geworden ist. Oder glaubst du allen Ernstes, dann würde sich derjenige noch in einem Forum wie diesem herum treiben? Warum denn? Es würde keinerlei Veranlassung dafür geben!


Ich habe nie gesagt das hier jemand ist, der seine Ängste komplett losgeworden ist sondern

Zitat von Giftzwerg:
ich weiß das es hier im Forum einige gibt die sich sehr gut mit Angst Panik Gefühle auskennen und ihre Situation sich daher schon um einiges verbessert hat


Nein ich Glaube nicht das jemand dem es wieder gut geht, sich in so einem Forum aufhalten würde. Es fasziniert mich einfach wie einige es geschafft haben umzudenken und es ihnen daher um einiges besser geht. Daher habe ich mir gedacht, ein paar kleine Tipps könnten vieleicht sehr hilfreich sein, was sie auch sind aber an der Umsetzung hänge ich fest, genau wie du.

Zitat von Aladin:
Ich habe eine spezielle Phobie und ich weiß, dass ich sie nur los werden kann, wenn ich das, was passieren könnte bzw. was meine Befürchtung ist, akzeptiere und in Kauf nehme. Und das fällt mir verdammt schwer. Ich habe es schon mal geschafft und ich habe trotzdem kein Patentrezept. Weil es einfach wieder so schlimm ist. Und mit schlimm meine ich die Symptome, die man aushalten muss.


Ich war 12 Jahre lang soweit Angstfrei und nun einen Rückfall erlitten, der mir schwer zu schaffen macht. Auch ich habe den Weg aus der Angst schon einmal geschafft und weiß daher das es möglich ist, wenn man seine Gefühle zu lässt. Jedoch ist es wie du auch sagst, wirklich verdammt schwer gerade was die Symtome und das Aushalten betrifft.

Weißt du, meine Ärztin und Therapeutin sagen immer ich wüßte wie ich aus der Angst wieder rauskomme, was zutun ist und sie fragen sich warum ich es nicht tue aber mein Kopf ist leer was das anbelangt, es fällt mir nicht mehr ein was ich getan habe um aus der Spirale zufinden. Daher suche ich verzweifelt nach Anhaltspunkten und Tipps.

#6


Giftzwerg
Hi deni1985, das mit dem Kino ist ein guter Vergleich, genau so empfinde ich es und ja am Selbstvertrauen muß ich echt Arbeiten, genauso wie ständig gedanklich nur bei meiner Symtomatik zusein.

Ganz lieben Dank und sonnige Grüße
Gifti

#7


P
Hallo,

ich glaube, wir haben einiges gemeinsam: auch ich war für einige Jahre von der Panik "geheilt" - habe mir Wunder was darauf eigeblidet und geprahlt wie einfach das denn wäre, so eine Angststörung zu bewältigen - alles im Kopf. Ganz einfach... und dann KRABUMM ... fing es wieder langsam an. Zuerst schnell aus dem Supermarkt gerannt, weil ich dachte, ich falle gleich um (- das "Supermarktproblem" bin ich übrigens auch in meinen Panikfreienzeiten nie GANZ losgeworden, es war immer ein komisches Gefühl, aber ich habe es geschafft mich nicht reinzusteigern, und genau das ist JETZT gerade mein Problem), und dann eben das totale Reinsteigern und wieder die erste richtige Panikattacke und gleichzeitig sich selbst davon überzeugen wollen - es ist körperlich, nein, es kann nicht sein, und sich dann eingestehen - doch es ist wieder da. Na super.

Ja, und jetzt geht es mir wie euch. Symptome bekämpfen. Nach Ursachen suchen. In der Kindheit kramen. Sich WIEDER mit dem ganzen schei. beschäftigen (das hängt mir echt zum Hals raus - den Film PANIK will ich nicht mehr sehen, echt nicht) _ gestern ging es wieder einigermaßen gut, weil ich wenige Symptome hatte - heute gerade den Gang zum Gemüsestand "überlebt".

Ich muss zugeben, dass ich mir noch kein einziges Buch gekauft habe zum Thema - ich glaube aus protest, weil meine Mutter (die seit jeher an Depressionen, und vielen anderen Krankheiten leidet + gegen den Kummer mit "Sorge dich nicht lebe Literatur", Tabletten + Alk angekämpft hat bzw. weiterhin ankämpft. Vielleicht bestelle ich mir das "Das Leben annehmen Buch" - wer noch Vorschläge hat - ich bin dankbar.

Übrigens war ich auch noch nie in einem Forum wie diesem - ich glaube, ich war bisher der totale Anhänger der Verdrängung bzw. Flucht. Habe noch nie länger als 2 Jahre an einem Ort gewohnt (seit dem ich von zu Hause weg bin). Aber wenn es dann wieder so weit ist, frage ich mich, wie sonst bringe ich mich aus der schei. Lage raus - wie sonst - außer mit Ablenkung. Ich kann mich doch nicht den ganzen Tag nur um mich kümmern - den ganzen Tag auf meinen Herzschlag hören - den ganzen Tag drauf achten ob ich mich grad wohl fühle oder nicht. Ich komm mir dabei so vedammt egoistisch vor....

alles liebe + alles gute euch

#8


D
Kurz zu Aladin's Beitrag:
Das hier ist eine Kommunikationsplattform für diejenigen, die schon einmal das zweifelhafte Vergnügen gehabt haben mit Angst und Co. zu tun zu haben.

Andere um Rat zu fragen ist doch in Ordnung. Was denkst du denn, für was so ein Forum da ist? Richtig, zum Informationsaustausch, nicht mehr und nicht weniger. Wenn ein Tipp oder Methode irgendwie helfen kann ist doch ok, wenn nicht, dann eben nicht.
Das hat nichts mit Schlauberger, Verunsicherungen oder sonst etwas zu tun. Ich selbst schaue nicht jeden Tag hier ins Forum, aber wenn ich glaube zu einer Sache etwas konstruktives beitragen zu können, dann schreibe ich auch etwas.
Ich kann über sehr vieles hier schmunzeln: Lasea, Heilpraktiker und Co., aber es muss jeder selbst wissen.
Vielleicht sollte man einfach mal Ansichten, Meinungen und Methoden so stehen lassen ohne gleich mit der Besserwisser-Keule zu kommen, nur weil man selbst nicht die Erfahrungen machen konnte.
Anderen geht es vielleicht besser und wollen die Erfahrungen weitergeben, dafür ist so ein Forum auch da. Es wird keiner gezwungen etwas zu lesen oder zu kommentieren.

LG

#9


Giftzwerg
Hallo panisch,

dein Wohnverhalten kommt mir sehr bekannt vor. Ich habe auch immer nur solange an einem Ort gewohnt, bis mir die Angst wieder die Hand gab. Umgezogen bin ich 17x bis ich mir überlegte das es ja keinen Sinn macht wegzulaufen, man kann nicht vor sich selbst und seinen gefühlen weglaufen. Da habe ich dann ein dickes Stop gemacht und habe mir Hilfe gesucht wo ich heraus fand, das ich mit meine Umzüge vor meinem Elternhaus weggelaufen bin. Solange ich nichts von meiner Mutter hörte, fühlte ich mich sicher aber sobald sie irgendwann mal wieder anrief, hatte ich den starken Drang (Angst) schnell aus der neuen Stadt weg zu müssen. Meine Mutter war förmlich besessen von Alk., Depris und Hypochondrie, damit aufzuwachsen, ständig mit Krankheiten konfrontiert zu werden, logisch das man nur noch flüchten will, wie die 3 Affen *nichts sehen,nichts hören, nichts fühlen*.

Zitat von panisch001:
Ich kann mich doch nicht den ganzen Tag nur um mich kümmern - den ganzen Tag auf meinen Herzschlag hören - den ganzen Tag drauf achten ob ich mich grad wohl fühle oder nicht. Ich komm mir dabei so vedammt egoistisch vor....


Genauso ergeht es mir, nur das ich mich nicht traue mich abzulenken, mich zu bewegen. Jeder meckert rum, nur ich wäre mir selbst der nächste, was gar nicht stimmt und das belastet zusätzlich aber ist das alles egoistisch? Ich finde nein, was macht man denn wenn man sich nicht wohlfühlt? Man legt sich hin. Wir sind einfach zu sehr auf unsere Symtomatik fixiert, horchen ständig in uns hinein anstatt das Hauptproblem anzugehen, unsere Gefühle.
Was möchte ich? Wie möchte ich Leben, Was möchte ich erreichen? usw. Solange wir unsere Gefühle nicht zulassen und immer wieder flüchten, werden wir aus der Spirale nicht herausfinden.

#10


HeikoEN
Also mir ist relativ schnell klargeworden, dass nur die stetige Auseinandersetzung mit meinem eigenen Tun und Handeln zur weiteren Angstfreiheit führen wird.

Nur wenn ich das für mich reflektiere, was ich da so mir zumute in Sachen Stresslevel & Co, dann bemerke ich viel eher, wenn etwas ins Ungleichgewicht läuft.

Das ist mit der Grund, warum ich z.B. hier in diesem Forum aktiv bin, eine eigene Selbsthilfegruppe mehr oder weniger leite, eine Webseite betreibe und mich gerne mit anderen Angsthasen austausche, auch im direkten persönlichen Kontakt.

Das ist aber die Frage, wie jeder seine Erkrankung hier für sich nimmt. Mir ist sonnenklar, dass das eben NICHT wie eine Grippe ist, die einfach wieder verschwinden wird, wenn man lange genug wartet.

Angst könnte man als ein Zuviel an Energie verstehen, welche "raus" muss...es entsteht ein Ungleichgewicht und man muss dafür sorgen, dass das Gleichgewicht wieder hergestellt wird.

Die o.g. Dinge führen bei mir dazu, da ich mich damit auseinandersetze.

Bislang fahre ich damit ziemlich gut, da das Thema frisch und präsent in meinem Kopf bleibt und so nicht wieder alte Denk- und Verhaltensmuster Einzug halten in mein Leben, mit wenig körperlicher Bewegung und absolutem Vollstress im Job usw.

#11


Giftzwerg
Heiko, sendest du mir bitte mal den link deiner Webseite, Danke vorab Wo leitest du deine Selbsthilfegruppe? Ich komme hin, wenn es nicht zu weit weg ist von mir.

Wenn ich dich richtig verstehe, sollten wir zb Fahrradfahren, Laufen, Garten umgraben usw. um das Körpergefühl sprich Stresslevel zu finden und somit erfahren, das unsere Symtome wirklich nur aus unseren Gefühlen, Angst und Gedanken besteht, meinst du das so?

Ich bin bereit mich mit meinem Sein und meinen Gefühlen auseinanderzusetzen, denn wenn nicht jetzt wann dann?

#12


A
So war mein Beitrag auch nicht gemeint. Es hörte sich bei der Fragestellung so an, als würde Giftzwerg vermuten, dass einige User noch was in der "Hinterhand" haben und ihr Wissen nur nicht mit den anderen teilen. Und das glaube ich eben nicht.

Ich lese hier schon wieder vom schwierigen Verhältnis zur Mutter. Ich lerne hier immer wieder User kennen, die mir davon berichten und auch bei mir ist es so.
Auch das, fällt dann wohl unter "Kindheit". Man bleibt ja irgendwie immer ein Kind.

Bei mir ist es so, dass es mir gut geht, wenn jemand da ist. In der Nähe ist.Dann fühle ich mich sicher. Obwohl ich aktuell eine Lungenentzündung habe, ging es mir gut von der Psyche her. Weil mein Mann rund um die Uhr zu Hause war. Heute musste er wieder arbeiten und schon letzte Nacht wurde ich immer wieder mit Unruhe wach. Weil ich wusste, dass ich heute wieder allein sein werde.

Mein psychisches Problem wäre weg, wenn ich ab sofort nie wieder alleine wäre. Dann hätte ich nichts mehr zu befürchten. Wenn mich überall hin jemand begleiten würde und ich auch daheim nie alleine wäre, dann könnte ich das komplett damit eindämmen. Aber dazu kommt es ja leider nicht. Auch ein Arzt hat mir das übrigens bestätigt.

Ich brauche immer einen Notfallplan. Einen Rettungsanker. Und der war meine Mutter. Habe ich aber nur gedacht. Und nun muss ich auch noch die Gewissheit ertragen, dass mein Rettungsanker, an den ich mich seit 1,5 Jahren klammere, gar keiner ist und nie einer war.

So wie ihr immer umgezogen seid, so bin ich an meine Mutter ran gezogen, die sich schon als Kind nie um mich gekümmert hat. Aber ich dachte, dass sie sich ändern wird. Nun wo meine Oma tot ist, die immer für mich da war. Als Kind hofft man immer, dass die Eltern sich ändern und sich alles zum Guten wendet.

Denkt ihr nicht auch, dass eure Mütter Schuld an eurem Zustand sind? Mir wird das immer klarer. Und ich danke Heiko für seine Ausführungen hier.

#13


A
Ist jetzt schon wieder jemand hier, der einzelne, zusammenhanglose Sätze kopiert? Das nervt.

#14


HeikoEN
Zitat von Giftzwerg:
Wenn ich dich richtig verstehe, sollten wir zb Fahrradfahren, Laufen, Garten umgraben usw. um das Körpergefühl sprich Stresslevel zu finden und somit erfahren, das unsere Symtome wirklich nur aus unseren Gefühlen, Angst und Gedanken besteht, meinst du das so?

Jein.
Das von Dir genannte wäre gut, um die Symptomatik in den Griff zu bekommen.

Und ich kenne Leute und das ist kein Scherz, die sich seit Jahren selber so therapieren! Ausschließlich über Sport!

Kognitive Verhaltenstherapie hast Du hinter Dir?

Wenn ja, dann sagt Dir der Begriff Angstkurve sicher etwas. Denke mal daran. Sobald die Angst eine gewisse Schwelle überschreitet, kommt es zur Panik. Die von genannten Dinge dienen dazu, die Angstkurve herunterzufahren.

Man muss sich das relativ einfache Zusammenspiel von Nervensystem und Angst verdeutlichen:
Dein Nervensystem steuert die Dinge, die maßgeblich für Deine Symptome verantwortlich sind. Atmung mit Atemnot, Puls und Herzfrequenz bei Herzrasen und -stolpern usw.

Direkt Einfluß nehmen auf das Nervensystem, welches gerade im Gefühl Angst steckt, kann man nicht.

Aber indirekt!

Man kann die "Signale" des Nervensystems verstehen und deuten lernen, z.B. kalte Hände und Füße!

Was tut man?

Wärmflasche und Decke raus.

15-20 Minuten reichen und die Angst ist weg. Funktionierte bei mir zu 90% immer.

Wenn Du ganz mutig bist, Jacke und Schuhe an und losmarschieren!

Auch bei Schwindel usw., der ja REIN psychogen und vegetativ ist...egal, weiter marschieren.

Denn was passiert mit dem Nervensystem? Man ZWINGT es praktisch damit, etwas anderes zu fühlen. Die ersten Minuten sind ggf. die Hölle, aber spätestens nach 5 Minuten strammen Laufen (und 5 Minuten sind lang), geht die Angst.

Und natürlich sind die Syptome maßgeblich von den eigenen Gefühlen und diese wiederum von den Gedanken abhängig.

Die Symptome sind aber auch KEINE Einbildung!
Herzrasen ist messbar und jeder Schulmediziner nimmt Dich gerne auf in sein Krankenhaus, wenn Du da mit Ruhepuls von 120 hingehst.
Tachykardie in Reinstform
Spätestens nach dem 1. EKG weiss er aber, dass es jetzt nur ums reine Geldverdienen geht, weil er sieht, Du bist kerngesund

Will also damit sagen, Angst ist NUR (!) ein Gefühl.

Setze Dich mal ans Fenster und lasse diesen letzten Satz nachklingen...wirklich ran an Dich. Und denke dann daran, was wir/Du/ich im letzten Thread besprochen hatten. Ein Gefühl ist für etwas da, es hat einen Sinn....davon gibt es ganz ganz viele.

Sie kommen und gehen und möchten nur einmal kurz "gesehen" werden und *schwupps* ist es wieder weg...das nächste Gefühl steht schon in den Startlöchern.

WARUM das Gefühl prinzipiell aufkommt, ist eine andere Frage...deren Ursache man versuchen kann herauszufinden, wenn man den Mut und die Energie hat.

#15


HeikoEN
Würde ich so nicht sagen, denn eine Verbesserung der Symptomatik kann dazu führen, dass der Angsthase erstmal in der Lage ist, sich z.B. Gedanken dazu zu machen, warum das so ist usw.

Genau D A S ist der Grund, warum Antidepressiva verschrieben werden bei Angst!
Mit den Medis kann der Betroffene ggf. überhaupt der eigentlichen Therapie folgen!

Und individueller als beim Heilpraktiker, kann man NICHT bedient/versorgt/behandelt werden. SO habe ich noch NIE einen Schulmediziner erlebt und ich habe EINIGE erlebt.

Von daher würde ich nicht so ein hartes Urteil fällen.

Oder wie sind Deine Erfahrungen?

#16


A
Also bei mir ist es so, dass ich mich im Falle einer Attacke gar nix mehr traue. Ich würde mich NIEEEE im Leben trauen, dann raus zu gehen. Denn meine Angst ist ja, dass mir so schwindelig wird, dass ich nicht mehr heim komme. Ich wünschte, ich könnte den Mut aufbringen.

Ich empfinde es auch nicht so, dass es mir gut geht und dann ab und an ne Panikattacke kommt. Es ist eher so, dass ich in Dauerangst lebe (vor den Symptomen und dass es mal wieder richtig schlimm kommt) und das dann obendrauf noch Attacken kommen.

Ich werde nachts wach und denke: Du bist bald ganz alleine. Wenn dir dann was passiert...
Dann werde ich immer wieder wach, schaue auf die Uhr. Stehe total gerädert auf.
Oder ich denke: Du hast einen Termin. Du musst da und da hin. Wenn dir dann was passiert. Keiner ist da.

Ich höre keine Stimmen. Aber ich beschreibe es immer gern als kleines Männchen, das in meinem Kopf sitzt und mir dauernd Sachen einflüstert wie:

- du bist ganz allein
- niemand kommt heim
- wenn dir was passiert findet dich keiner
- heute wird es passieren
- irgendwann wird dir so schwindelig, dass du nicht mehr laufen kannst
- diesmal fällst du einfach beim Einkaufen um
- diesmal bemerkt jemand etwas und dann redet man über dich
- bloß schnell heim, schnell, schnell, schnell

Ich wünschte, ich könnte diesem kleinen Männchen den Hals rum drehen!
Das hat sich total verselbstständigt. Es kommt schon automatisch. Und ich habe keine Ahnung, wie ich das durchbrechen soll.

Wenn jemand da ist oder ich zu Hause bin, schaffe ich das noch. Aber unterwegs? Pure Panik! Einfach nur pure Panik. Scham. Sich verstecken wollen. Weg wollen.

HEIKO: reese ist wieder einer, der Sätze kopiert und zusammenhanglos postet.

#17

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Giftzwerg
Damals habe ich meiner Mutter alle Schuld der Welt zugesprochen an meiner Misere. Jedoch weiß ich heute das sie Krank war und gar nichts für ihre Handlungen konnte. Sicherlich hat mich meine Kindheit stark geprägt und traumatisiert so das ich ihre Ängste vor Krankheiten vor 26 Jahren unbewusst übernommen habe. Irgendwie klar, wenn man als Kind nur mit Krankheiten konfrontiert wird Ich möchte nicht so Leben wie meine Mutter gelebt hat, denn das ist furchtbar grausam einfach Horror. Leben das ist das was ich möchte ohne Angst und ständige Angst um meine Gesundheit und dafür gebe ich alles. Wie gesagt, ich habe die Angst schon einmal besiegt und ich werde es wieder schaffen, denn ich glaube an mich.

#18


A
Wenn deine Mutter selbst krank war, kann sie natürlich nichts dafür.
Meine Mutter ist nicht krank. Meine Mutter ist einfach hinterhältig und erfreut sich daran, wenn es anderen schlecht geht. Meine Mutter ist der egoistischste Mensch, den ich je gesehen habe. Hauptsache, ihr geht es gut. Sie interessiert sich für nichts und niemanden, außer für sich selbst. Sie will dauernd Hilfe bei irgendwas. Soll sie mal helfen, sieht sie das nicht ein. Und ihr geht es nur um Geld. Geld steht über allem. Und es gibt auch kein anderes Thema außer Geld. Wie man am Besten ran kommt und wie man es möglichst schnell unter die Leute bringt.

Und ich lese hier wie gesagt so oft von den schwierigen Verhältnissen zu Müttern. Manchmal sind es auch die Väter. Aber die Probleme, die viele User mit ihren Müttern haben, sind weitaus öfter vertreten.

Heiko hat mich erst so richtig darauf gebracht. Ich hatte immer nur die Kindheit an sich gesehen. Quasi den Verlauf und nicht die Personen, die mich umgeben haben. Es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, dass ich immer jemanden gesucht habe. Gebraucht habe. Der mir Sicherheit gibt und an den ich mich halten kann. Und dass ich Angst habe, verlassen zu werden. Niemand ist gerne allein. Und allein mit einer Angsterkrankung ist noch schlimmer. Da klammert man sich sogar an eine Mutter, die keine ist.

Mir hat es schier den Boden unter den Füßen weg gerissen als ich vor ein paar Tagen gemerkt habe, dass mein Rettungsanker keiner ist. Dass ich all die Jahre umsonst gehofft habe. Umsonst geholfen habe. Nur ausgenutzt und fallen gelassen wurde. Das gibt der Sicht auf meine Angsterkrankung eine ganz andere Perspektive.
Ich werde mich nun noch mehr damit auseinander setzen müssen. Mit mir selbst auseinander setzen müssen.

#19


L
ja mir geht es genauso,alles hat mit meiner mutter zu tun!
habe seit vielen jahren panikattacken,war sie aber auch mal für 2jahre los.
leider sind sie wieder so schlimm da das ich kaum das haus verlassen kann.
habe so viel therapie durch und dachte auch das ich alles aufgearbeitet habe.

leider stecke ich jetzt so fest wie bei ersten mal,obwohl ich wissen müste wie es geht!

bin grad in therapie bei einer heilpraktikerin.
und jetzt erst ist mir was klar geworden.....
1. vertraue mir leider selber nicht mehr....weiß nie ist das ne pa oder habe ich wirklich was----weil es schon vorgekommen ist das ich alles auf die pa schiebe aber wirklich was nicht gestimmt hat
2. in meiner kindheit konnte mir keiner helfen,keiner hat sich getraut und ich konnte mir auch nicht selber helfen------und so ist es jetzt mit den panikattacken---da kann mir keiner helfen...keine medis helfen---ich muß es einfach alles aushalten und ertragen wie als kind auch------also das heißt ich muß lernen mir selber zu helfen,aber wie wenn ich mir,meinem körper nicht vertrauen---aber wie baue ich vertrauen auf---nur noch??
das schlimme ist wenn ich ne pa habe sind die symtome sooo stark das ich gar nicht dahinterkomme was da für ein gefühl steckt!

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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