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whitefire
Liebe Leidensgenossen!

Nun möchte ich auch meine Geschichte erzählen.

Als Vorwort muss ich sagen, dass ich schon immer ein ängstlicher Mensch war.
BSE (vor 20 Jahren) oder Lungenkrebs (man hat ja lange Zeit geraucht) waren immer irgendwo ein Thema, aber kein ständiger Begleiter - so wie heute.

Am 08. Mai hatte ich den ersten "Herzanfall" - morgens einen Puls von über 200, sofort zum Hausarzt.
Der hat ein EKG geschrieben, mir ein Beruhigungsmittel (Diazepam) und Betablocker verschrieben. Von diesem Tag an nahm die Krankheit Fahrt auf.

14 Tage später hatte ich die erste Panikattacke - das volle Programm. Herzrasen, Zittern, das Gefühl, zu ersticken, Unruhe, Todesangst.
Ich sofort wieder zum Arzt, ich wusste da ja noch nicht, was mit mir passiert.
Diagnose: Panikattacken. Nichts lebensbedrohliches. Aha. Nun gut.

Ich dachte, diese Attacken wären einmalig - kann ja mal vorkommen. Denkste!
Es wiederholte sich, Tag für Tag. Jeden Morgen das gleiche Spiel. Attacke, Diazepam, danach Ruhe.

Dann, von einem Tag auf den anderen, kamen die schrecklichen Krebsängste.

Angefangen hat es mit Lungenkrebs, man hat zu diesem Zeitpunkt ja geraucht.
Die Symptome stellten sich dann auch ein, Atemprobleme (aber nie Atemnot), Schmerzen beim Atmen, Husten (ich habe niemals Husten
gehabt in meiner Raucherzeit und danach auch nicht).
Mal wieder zum Arzt. Der hat mich abgehört, verschiedene Fragen gestellt. "Ich bin mir sicher, dass sie nichts mit der Lunge haben!"
Für ein Röntgenbild habe ich zuviel Angst (noch heute). Es ist das letzte Organ, dass ich untersuchen lassen würde.....
Aber verschiedene Ärzte haben mir bestätigt, dass Lungenkrebssymptome ganz anders sind, als das, was ich habe.
Sogar 3 Ärzte in der Notaufnahme.

Diese Lungenkrebsangst hielt sich eine ganze Zeit, bis Anfang Juli.
Bis dahin war ich fast jede Woche 2x bei meinem Hausarzt wegen verschiedener Symptome, die sich nach und nach einstellten.

Schwindel (diffuser Schwindel, kein Dreh oder Schwankschwindel), Übelkeit, zittrig, weiche Knie, innere Unruhe, und das Schlimmste:
nach und nach die Überzeugung, schwer krank zu sein.
Der Arzt war irgendwann genervt (verständlich) und ordnete einen Bluttest an.
Nix.
Ich weiss nicht, warum, aber da war die Lungenkrebsangst auf einmal besser.

Aber so einfach lässt sich eine Hypochondrie auch nicht austricksen (ich wusste damals noch nicht, dass ich an einer hypochondrischen Störung
leide).

Neues Organ - neues Glück! Das Herzchen muss herhalten!

Seit August 2015 kann ich mich auch bei den Herzphobikern einreihen.
Am 02. August habe ich mit dem Rauchen aufgehört. 4 Tage später hatte ich einen Termin bei einem Kardiologen in Lüneburg.
Es wurde gemacht: EKG, Ultraschall, Herzecho.
Alles in Ordnung.
Nur: woher kam das permanente Herzrasen, die Stolperer und die feste Überzeugung, eine Herzkrankheit zu haben?
Ich bildete mir die Symptome ja nicht ein!?
Laut Arzt: herzgesund, die ganzen Symptome sind psychisch....
Nun denn.

Mich begleitete die Herzphobie jeden Tag. Ich kann zu jeder Zeit mein Herz schlagen hören und spüren. Der Körperscanner läuft permanent mit.
Am 15. November dann der Supergau. Heftiges Herzrasen, dass ich nicht mal mit Diazepam stoppen konnte. Todesängste. Zittern.
Notaufnahme.
Dort wurde sofort ein EKG gemacht, Bluttest (gross), Herzwerte.
2 Ärtze versuchten mir klarzumachen, dass ich herzgesund bin und ich an einer Herzneurose leide.

Für 2 Tage war ich beruhigt. Aber es ging leider weiter.

Ich schonte mich, mehr und mehr, und bei der kleinsten Anstrengung war ich sofort ausser Atem und das Herz raste, mit heftigen Stolperern.
Teilweise ging das Stolpern den ganzen Tag.
Wenn ich saß und mich nach vorne beugte - Stolpern.
Wenn ich tief einatmete - Stolpern (das habe ich aber heute noch).
Mein ganzer Focus lag auf dem Herzen. Ich dachte daran 24h. Ich wachte nachts sogar mit Herzrasen auf, konnte nicht durchschlafen.
Eine Qual.

Dann bekam ich eine nette Sinusitis, die sich ca. eine Woche hielt.
Symptome: Schwindel, Kopfdruck, Kopfschmerzen, überall Missempfindungen.

Hey - ich habe einen Gehirntumor! Google angeworfen - na klar, alles deutet auf einen Tumor hin! Super! Deine Tage sind gezählt!
Wieder schaukelten sich Symptome und das Kopfkino hoch.

Am 25. Dezember wieder eine nette Attacke, die mich in die Notaufnahme führte.
Dort wieder: Bluttest (gross), EKG, (hatte so ein Teil am Finger), neurologische Tests.
Ich teilte der Ärztin meine Befürchtungen mit, an einem Hirntumor zu leiden, ebenso ein schwerkrankes Herz zu haben und dass mehrere Organe von
Krebs befallen sind.
Diagnose: schwere Hypochondrie.....
Die Ärtzin litt selbst 3 Jahre lang an einer Panikstörung und konnte mich verstehen.
Sie sagte, ich wäre gesund und es würde nichts auf Krebs, einer Herzkrankheit oder einem Hirntumor hindeuten.
Sollte ich das glauben? Die Symptome waren ja da!

Anfang Januar 2016 wurde meine Herzneurose besser. Von heute auf morgen.
Ich dachte immer an die Untersuchungsergebnisse und dass da nichts sein KANN. Es funktionierte tatsächlich, dass die Neurose besser wurde.
Für eine gewisse Zeit allerdings nur.

In dieser Zeit lag mein Hauptaugenmerk dann auf dem Gehirntumor.
Ich war der festen Überzeugung, einen zu haben. Alle Symptome sprachen dafür - und Dr. Google tat seinen Senf natürlich auch dazu....

Dann, von heute auf morgen, wurde der Schwindel besser. Ich konnte wieder klarer sehen. Der Kopfdruck und die Schmerzen waren weg.
Yeahhhhhhhhhhhhhhhh!

Aber die Hypochondrie schläft nicht.

Morgens auf Klo: Der St**l "zweifarbig" und ein bissel dunkel. Dazu hatte ich immer Unterleibsschmerzen, über 4 Wochen permanent (lt. Arzt heftige
Verspannungen) anhielten.

Hey - ich hatte Darmkrebs! Und weils so schön ist - nehmen wir gleich Magen und Eierstockkrebs dazu!

Jeden Tag den St**l anschauen, sehe ich Blut? Nee. Alles normal. Hab auch ne gute Verdauung.
Der Körperscanner läuft mit: die Bauchweh, wo sind sie? Aha - da kommen sie!
Das Spiel lief bis letzte Woche Mittwoch.

Morgens hatte ich ultraheftige Seitenstiche, konnte mich kaum bewegen. Ständiges Rülpsen und mega Blähungen.
Aber dass es etwas harmloses sein kann, daran denkt meine Krankheit nicht.
Am nächsten Tag ab zum Arzt. Freitag Ultraschall der Bauchorgane (Nieren und so). Nichts bei rausgekommen.....
Diagnose: festgesetzte Luft durch Verpannungen und die Krankheit.

Nun ist mein Papi seit Sonntag im Krankenhaus, es ist 82 und hat ein schwaches Herz.
Seitdem hat sich meine Herzneurose zurückgemeldet.
Seit Sonntag habe ich wieder Herzrasen, ständiges Stolpern. Als wenn einem jemand den Hals zudrückt, dann kommt der Adrenalinschub aus dem
Magen und der Stolperer.
Ich hab dazu auch noch Schüttelfrost und Zittern. Muss aber dazu sagen, dass ich erkältet bin seit Samstag, Hals tut weh.

Die letzten Nächte waren nett. Immer wieder wach wegen dem Rasen und bei jedem tiefen Atmen stolpert das Herz.
Man ist drauf und dran, wieder in die Notaufnahme zu fahren, aber ich kenne den Ausgang: es wird wieder nichts bei rauskommen.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ich mich wieder zu sehr auf das Herz fokussiere und es nichts ist. Ich hatte ja ein paar Wochen
lang Ruhe. Aber so leicht ist ja leider nicht.

Jetzt noch einen Überblick, bei welchen Ärtzen ich bisher war:

- Hausarzt (unzählige Male), davon bei 3 verschiedenen Allgemeinärtzen ("zweite Meinung einholen")
- HNO - Ärztin (seit Juli 2015 4x)
- Kardiologe (2x)
- Orthopäde
- Notaufnahme Krankenhaus (2x)

Untersuchungen seit Juli 2015:

3 Bluttests innerhalb von 5 Monaten = alles ohne Ergebnis (die Ärztin im KH meinte: Ihre Blutwerte möchte ich haben! Das ist top!)
Ultraschall Schilddrüse = eine ganz kleine Zyste, sonst alles in Ordnung
Ultraschall Herz, Herzecho, EKGS (mehrere), Herzwerte (Blut), 2x = alles in Ordnung
Ultraschall Bauch = bis auf festgesetzte Luft alles in Ordnung
im Krankenhaus neurologische Tests = alles in Orndung
Ultraschall Nasennebenhöhlen und Stirnhöhle = chronische Sinusitis, aber noch nicht behandlungsbedüftig, Gleichgewichtstest in Ordnung,
Nase in Ordnung, Rachen in Ordnung (war damals gereizt durchs Rauchen, heute aber in Ordnung)
mehrmals abhorchen (kein Husten, während des Rauchens nicht und danach auch nicht)

Ich wollte noch zu folgenden Ärzten:

Augenarzt
nochmal Kardiologe (meine Mutter rollt schon mit den Augen - tut nicht nötig....och Mann, Recht hat sie ja, aber was will man machen)
nochmal Orthopäde, hab totale Verpsannungen, kann den Kopf kaum drehen)
vllt CT, MRT vom Kopf, mein HA sagt, tut nicht nötig, es gibt keinerlei Verdacht auf was Neurologisches....

Meine Symptome:

diffuser Schwindel (wie besöpen)
teilweise nicht richtig schauen können
Herzrasen
Herzstolpern
innere Unruhe
zittrig, tollpatschig
Vergesslichkeit
Konzentrationsstörungen
Schlafstörungen
komplett verspannt (Rücken, Schultern, HWS - alles steinhart)
Luft im Bauch (ständiges Rülpsen und Blähungen)

Diese Krankheiten hatte ich schon:

Lungenkrebs
Wirbelsäulenkrebs
Knochenkrebs
Lymphdrüsenkrebs
Magenkrebs
Darmkrebs
Unterleibskrebs
Gehirntumor
koronare Herzkrankheit
unentdeckter Herzfehler

Medis:

Kytta Sedativum
bei Bedarf Diazepam (sehr selten)
Bachblüten
harte ADs lehne ich ab

Therapie:

geplant ist ein Tagesklinikaufenthalt im PKL Lüneburg

Die Symptome wechseln sich ab, es sind nicht immer alle zur gleichen Zeit da.
Gibt auch Tage, wo ich beschwerdefrei bin (aber diese Tage sind selten).

Man denkt von morgens bis abends nur an irgendwelche Krankheiten, achtet auf jedes Zwicken...
obwohl der Verstand sagt: hey, du hast soviele Ärtze besucht, irgendeiner hätte deinen Krebsverdacht schon bestätigt....hmpf....

So, das ist so im Groben, was mich seit Mai 2015 quält.
Ich hoffe, dass das irgendwann wieder weggeht, denn das ist ja so kein Leben....

Der Text ist länger, danke, dass Ihr bis zum Ende durchgehalten habt, aber es tut gut, sich die ganze Rotze mal von der Seele zu schreiben...

Hypochondrische Grüsse,

Nancy

10.02.2016 11:55 • 14.02.2016 #1


51 Antworten ↓


Angstmaus29
Da haben wur ja genau den gleichen Leidensweg ich leide auch an einer schweren Hypochondrie welche im KH 2012 diagnostiziert wurde und vor zwei Wochen noch eine Angstörung
Symptome hab ich genug die sich auch immer mal wechseln und schon hat man mehrere Krankheiten mit einmal
Bei mir hat es angefangen mit

Blindarm
Brustkrebs
Gebärmutterhalskrebs
Leukämie
Thrombose
Knochenkrebs
Hirntumor
ALS Nevenkrankheit
Schlaganfall
Herzinfarkt

Zur Zeit mein größtes Problem das Herz und Kopf das dort etwas nicht stimmt... Symptomfrei war ich mal 3 Jahre dann ging es von vorn los

10.02.2016 12:10 • #2



Hypochondrie - schön ist es nicht

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whitefire
Hi Angstmaus,

danke für deine Antwort, na da haben wir ja viele Parallelen bei unseren Krankheiten....

Drei Jahre hast du das schon? Oje....

Ich hoffe, dass es mir nach der Therapie besser gehen wird...

Nimmst du ADs? Ich nicht.....will mich halt net zudröhnen. Ich will es so schaffen....

LG,
Nancy

10.02.2016 12:18 • #3


Angstmaus29
Nein ich nehme keine Medikamente hatte vor zwei Wochen mal ein Beruhigungsmittel vom Kh bekommen weil ich so fertig war aber ansonsten nichts...
Ich habe es damals auch geschafft kurzzeitig mal wieder raus zu kommen aber eine Hypochondrie gibt ja keine Ruhe so das es jetzt wieder richtig schlimm ist ich google auch sehr viel was das ganze nicht besser macht eher schlimmer hatte anfangs erst leichte Symptome da hab ich mich so reingesteigert das es immer schlimmer wurde renne wieder von Arzt zu Arzt von Klinik zu Klinik:-/

10.02.2016 12:25 • #4


petrus57
Moin, Moin whitefire und herzlich willkommen im Club. Deinen Leidensweg werden wohl viele hier als den Ihrigen erkennen.

Die ES, die beim Bücken und Luftholen entstehen kommen wohl davon, dass vielleicht der Magen oder ein anderes Organ aufs Herz drückt.


Petrus

10.02.2016 12:27 • #5


whitefire
Hi petrus,

danke fürs nette Willkommen

Ja, ich habe Unmengen Luft im Bauch.
Früher hatte ich keinerlei Probleme mit ES, erst seit der Angsterkrankung....mein Verstand sagt mir, dass es da einen Zusammenhang gibt und ich
gesund bin.

Aber Theorie und Praxis sind ja leider immer zwei verschiedene Paar Schuhe.....

Gruss,
Nancy

10.02.2016 12:32 • #6


Maurice2609
Hallo zusammen,
Ich finde mich komplett wieder, Nancy. Aktuell ist es echt schlimm und ich bin total fertig. Hast du schon mit einer Psychotherapie angefangen? Ich würde so gerne, aber leider finde ich keinen Platz.

Liebe Grüße
Maurice

10.02.2016 12:34 • #7


Angstmaus29
Warum findest du keinen Platz?

10.02.2016 12:35 • #8


Maurice2609
Ich habe bestimmt schon 30-40 Therapeuten angerufen. Leider immer nur Absagen oder Anrufbeantworter. Habe bisher noch keine Rückmeldungen erhalten. War dann zwischen Weihnachten und Neujahr in der ambulanten Klinik und die haben mir nur mit Medikamenten weitergeholfen.

10.02.2016 12:37 • #9


Angstmaus29
Und wenn du dich für einen Platz in der Tagesklinik anmeldest

10.02.2016 12:39 • #10


Maurice2609
Da weiß ich leider noch nichts drüber, aber werde mich jetzt mal informieren. Danke für den Tipp

10.02.2016 12:41 • #11


Angstmaus29
Bitte

10.02.2016 12:44 • #12


Maurice2609
Danke

10.02.2016 12:45 • #13


whitefire
Hi Maurice,

ja, das ist nicht leicht mit einem Therapieplatz.
Absagen oder AB - die Erfahrungen musste ich auch machen.

Ich könnte mir ja auch was in HH suchen - ist ja schließlich eine Weltstadt.
Aber wer soll die Fahrten dahin bezahlen, ich bekomme nur ein paar Euro Krankengeld und ab Juli rutsche ich ab in Hartz4 - da ist
nix zu machen.

Die Fahrten zur Tagesklinik bekomme ich aber von der Kasse bezahlt....

Also mit medis bin ich mehr als vorsichtig...ganz zu Anfang habe ich das mal ausprobiert - 4 Tage dachte ich, ich muss sterben, so heftig
waren die Nebenwirkungen. Und das Absetzen soll ja auch grausam sein.
Nee, nee, davon lass ich lieber die Finger. Ich habe gerade vor 6 monaten mit dem Rauchen aufgehört und werde mich nicht wieder einer
Dro. aussetzen.

Wenn nun gar nichts mehr gehen würde, man Suizid als einzigen Ausweg sieht, dann vielleicht - aber dann auch nur unter ärztlicher Aufsicht
auf der Intensivstation.

Gruss, Nancy

10.02.2016 12:54 • #14


petrus57
@Nancy

Welche Tabletten hast du denn ausprobiert und hast du vorher den Beipackzettel gelesen oder gegoogelt?

Petrus

10.02.2016 13:02 • #15


Ivagrace28
Hallo zusammen...
Bin durch Zufall gerade auf dieses Forum aufmerksam geworden.
Ich leide seit 2009 an einer Angststörung,die sich durch Krankheitsängste auszeichnet. Es fing bei mir auch mit einer Panikattacke an und daraus folgte eine 1 1/2 jährige Odyssee bei allen erdenklichen Ärzten um alle Symptome,die sich nach und nach einstellen,abzuklären. Eine Höllenzeit,denn ich fühlte mich oft nicht ernst genommen und kam mir echt blöd vor. Alle sagten ich bin gesund,aber niemand,dass es psychosomatisch sei. Als dann ein Homöopath mich darauf brachte,glaubte ich ihm erst nicht,denn ich konnte die Zusammenhänge nicht verstehen. Wollte nicht begreifen wie mächtig die Psyche ist und was sie mit mir macht.
Es folgte meine 1.Therapie: erfolglos,da der Ansatz völlig falsch war. Vergeudete Zeit. In meinem Privatleben und im Freundeskreis zog ich mich immer mehr zurück,da ich mich zu krank zu allem fühlte und mich nirgends mehr sicher fühlte. Es gab dann eine Zeit,in der ich nur noch schlafen wollte um nichts zu spüren. Der Leidensdruck enorm hoch-auch für meinen Mann-der übrigens alles super auffängt.
Dann suchte ich auch lange nach einem neuen Therapeuten-nicht einfach,wenn man dann schon voll in der depressiven Phase ist-aber ich fand einen. Chemie stimmte und ich weiß nun wie die Angststörung funktioniert. Was löst der Körper aus und was macht die Psyche und welcher Teufelskreis entsteht. Das war eine wichtige Erkenntniss. Es gab Zeiten,da läuft es gut (meistens Symptomfrei oder wenige Symptome) und dann habe ich wie jetzt einen totalen Rückfall und verbringe 1 Woche lang nur bei Ärzten und in der Notaufnahme,weil ich es nicht schaffe meine erlernten Strategien anzuwenden.
Ich war 2014 für 5 Wochen zur psychosomatischen Kur-das hat gut geholfen- hatte 1 1/2 Jahre fast Ruhe. Aber es werfen mich immer wieder Alltagssituationen aus der Bahn und meine persönliche "Dramaqueen " kann so richtig wüten und mir Lebensbedrohliche Krankheiten einreden.
In der Therapie habe ich lernen müssen,dass eine Angststörung meistens ein Leben lang bleibt ( kommt auf die Ursache drauf an) und man Wege finden muss damit zu leben und umzugehen!
Es ist echt ein Fluch!
Habe ich gute Zeiten,dann bin ich fast komplett Angstfrei!

P.s. Die Krankenkassen helfen auch bei der Suche nach einem Therapeuten!
Gruß

10.02.2016 13:08 • #16


whitefire
@petrus:

Ich weiss nicht mehr, wie das hiess, irgendwas mit "Flu....", ich hab das ganze Teufelszeug weggeworfen.
Nein, geggogelt und den Beipackzettel habe ich nicht gelesen, ich wollte objektiv an die Sache herangehen.
Nun will ich nix mehr ausprobieren - schon gar keine harten ADs. Es geht auch so.

@ivagrace:
das hört sich nicht gut an, dass die Angststörung nie wieder weggeht. Ich möchte irgendwann mal wieder arbeiten, in meinem
Haus wohnen, was ich vermieten musste (ich wohne derzeit wegen Geldmangel bei meinen Eltern), das ist doch kein Leben...
Aber sooooo lange habe ich die Störung ja noch nicht und ich hoffe, dass die Prognose der Heilung gut sind....
Ich mache bald eine Therapie in einer Tagesklinik und vllt können die Therapeuten da ja vermitteln, dass ich keinen Krebs und keine
unentdeckte Herzkrankheit habe.
Denn derzeit kann ich das noch nicht so recht glauben (trotz zahlreicher Untersuchungen)....

Gruss, Nancy

10.02.2016 13:15 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Ivagrace28
@ Nancy
Jeder Mensch ist ja zum Glück individuell zu betrachten und hat andere Ursachen weshalb er eine Angststörung entwickelt. Somit sind die Verbesserungschancen auch individuell.
Ich habe leider die Erfahrung machen müssen und mache sie ja immer noch, dass es bei mir ein Leben lang mein Begleiter sein wird. Mein Therapeut sagt, dass es bei mir keine Heilung gibt- nur gute Phasen und schlechte. Und die schlechten Phasen heißt es auszuhalten. Leicht gesagt, wenn man keine Angsstörung hat.
Nee Lebenswert ist diese Form der Erkrankung nicht. Und auch alle sachlichen Erklärungen und Aufklärungen helfen bei mir nur kurzweilig. Bin ich erstmal in meinem Angstkreis drin, dann kann dieser erst mal nicht gestoppt werden. Da können mir hundert Ärzte sagen, dass ich gesund bin, ich fühle was anderes und habe die Symptome, die nicht weg gehen. Und da hast du recht: Das ist kein Leben.
Ich kann nur in den guten Phasen mein Leben so kostbar wie möglich machen und es genießen. In der anderen Zeit heißt es stark sein und kämpfen.

10.02.2016 13:49 • #18


whitefire
Ja, ich hoffe - für alle hier - dass es besser werden wird.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass eine psychische Krankheit oft missverstanden wird. Man kann sie nicht anfassen....

Aber trotzdem bin ich guter Dinge, da wieder rauszukommen. Ich werde nicht akzeptieren, dass diese Schei**** mein Leben zerstört....

10.02.2016 18:55 • #19


Zazazu
Hallo hier bei uns nun hat es noch einen weiteren erwischt. Schöne schiete... als ich deinen Beitrag las musste ich ein wenig schmunzeln weil ich mich so dermaßen wieder erkannt habe. Auch ich habe eine Odyssey an Arztbesuchen hinter mir. Gehabt habe ich schon:

Gebärmutterhalskrebs
Blasenkrebs
Nierenkrebs
Hautkrebs
Hirntumor
Lymphknotenkrebs
Lungenkrebs
Knochenkrebs
Magenkrebs
Bauchspeicheldrüsenkrebs

Meine täglichen Symptome seit Wochen sind:

Benommenheit
Sehe alles wie durch Glas
Dumpfer Schwindel
Herzrasen
Unruhe
Teilweise kribbeln und taubheitsgefühl an Kopf und Gesicht

Ich habe diese Angststörung seit Juni 15. Versucht habe ich anfangs alles was homöopathisch oder pflanzlich ist. Leider ohne grossen Erfolg. Nun nehme ich seit 6 tagen Antidepressiva mit eins zwei Nebenwirkungen mit denen ich ganz gut klarkomme. Die größte davon ist absolute Schlaflosigkeit. Sprich man ist KO. Ich hoffe dass sich das legt und die Dro. das tut wofür sie gedacht ist. Zig Vorgespräche bei Therapeuten gehabt und stehe überall auf Wartelisten. Habe aber gehört dass man seine Krankenkasse hinzuziehen kann und die auch einen privaten Therapeuten bezahlen würden wenn es dringend ist undman selbst auf der suche gescheitert ist.
Ich hoffe auch dass ich eines Tages aus diesem Sumpf raus komme und diesen Fluch los werde. Das ist für mich auf Dauer kein zustand und vor allem keine Lebensqualität.

10.02.2016 20:14 • #20



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