Hallo allerseits!
Nach einigem Mitlesen melde ich mich hier nun auch mal an und sage Hallo.
Ich bin 30 Jahre alt, männlich.
Mein Leidensweg beginnt im Juni 2012.
Während einer Bahnfahrt zu meiner Freundin wurde mir urplötzlich schlecht ohne Ende und ich hatte ein Beklommenheitsgefühl. War kurz davor aus dem Zug auszusteigen aus Angst, ich müsste mich übergeben. Habs dann aber durchgezogen und siehe da kaum war ich raus aus dem Zug ging es mir wieder gut. Also nichts weiter dabei gedacht.
Ein paar Tage später in einer Besprechung in der Firma dann heftige Beklommenheit, Übelkeit und Druck auf der Brust verspürt. Also zum Betriebs-Sani, der mich dann nach Blutdruck Messung erstmal heimgeschickt hat und gemeint hat ich soll doch mal beim Arzt vorbeischaun. Kaum war ich aus der Besprechung raus gings mir dann auch gleich besser.
Beim arzt gabs dann Bluttest und EKG. Beides in Ordnung. Er hat mich dann zu jeder Menge Ärzten geschickt. Magen-Darm, Herz, Neurologe, Lungenarzt, Orthopäde. Ergebnis könnt ihr euch denken: Alles bestens. Lediglich eine minimale Magenschleimhautentzündung. Aber der Neurologe/Psychiater hat mich auf den Trichter gebracht: Panikstörung, Agoraphobie.
Und so ging es dann weiter. Alle Situationen die für mich "auswegslos" waren, also Feste, Kino, Besprechungen uswusw wo ein plötzliches Verschwinden quasi peinlich wäre, waren für mich heftig und lösten meist eine Panikattacke aus. Der Psychiater hatte mir Opipramol verschrieben, die ich jedoch nie genommen habe da ich nur im äußersten Notfall zu Medikamenten greife. Außerdem hatte er gesagt, ich muss mich den Situationen stellen, darf nichts vermeiden. Das tat ich auch unter größten Ängsten und Panikattacken. Und es wurde besser und besser je öfter ich mich dem stellte. Bis dann Ende 2012 die Agoraphobie nur noch eine kleinere Rolle spielte
Leider entwickelte sich aber aus dem ganzen auch eine heftige Herzphobie mit der ich bis heute kämpfe.
Ich war dann 20 Stunden in Psychotherapeutischer Behandlung und wurde hypnotisiert. Die Wirkung hiervon war wirklich gut.
Ich konnte auch wieder besser durchschlafen.
Leider kam dann der Schlag, mein Vater hatte im Mai einen Herzinfarkt. Ursache Bluthochdruck, Stress. Meine grade ausklingende Herzphobie wurde wieder befeuert. Ich habe ihn selbst ins KH gebracht da er über Brennen in der Brust klagte. Und dann stand ich da und hatte die heftigste Panikattacke überhaupt seit das alles begonnen hat.
Er hat es zum Glück fast unbeschadet überstanden.
Für mich aber hat es fast alles zurückgebracht. Leider war grade da die Therapie zu Ende.
Aber ich sagte mir, ich kenne den Weg ich schaffe es auch alleine da raus (ganz alleine bin nich ja nicht, meine Freundin unterstützt mich super, auch wenn sie etwas verzweifelt, da sie ja leider nicht viel helfen kann).
Ich mache wieder regelmäßiger Sport, gehe an meine Belastbarkeitsgrenzen. Wenn man eine Weile mit Puls von 150-170 einen Berg hochradelt gibt das ein Stück Vertrauen in den Körper zurück. Wäre irgendwas mit dem Herz hätte es da schon längst aufgegeben.
Außerdem mache ich Yoga.
Leider trotz allem habe ich immer noch fast permanent Gefühle in der Brustgegend die ich als Bedrohung empfinde, immer wieder auch kleine Attacken von Angst, dass es jetzt soweit ist.
Aber die kleinen Schritte vorwärts machen mir trotzdem Mut. Leider sind es immer 2 Schritte vor, einer zurück. Die Tendenz ist aber eher positiv.
Ich kämpfe weiter!
Falls ihr noch Tipps für mich habt immer raus damit.
LG
