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Anxietygirl97

Anxietygirl97
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Hallo zusammen,
ich hoffe sehr, hier Menschen zu finden, die Ähnliches erlebt haben oder mir ihre Einschätzung teilen können.

Ich habe vor einigen Wochen Escitalopram in sehr niedriger Dosierung eingenommen (erst 1 mg, dann 2 mg, dann 3 mg). Mit der ersten Einnahme von 3 mg haben bei mir plötzlich starke körperliche Symptome begonnen, die ich so vorher nie hatte.

Zuerst waren es extrem heiße, rote Hände, sichtbare Adern, starkes Schwitzen und innere Unruhe. Ich habe das Medikament noch etwa eine Woche weitergenommen, dann kam es zu einer massiven Attacke mit starkem Hitzegefühl im ganzen Körper (wie innerlich brennend), Puls bis ca. 160, Panik und dem Gefühl, gleich zusammenzubrechen. Am nächsten Tag nochmal ähnlich. Ich habe das Medikament daraufhin abgesetzt.

Seitdem (jetzt mehrere Wochen später) sind die Symptome nicht verschwunden, sondern haben sich verändert:
– weiterhin Hitze- und Gefäßreaktionen
– starkes Schwitzen schon bei kurzem Stehen oder minimaler Bewegung
– Zittern, Schwäche, Atemnotgefühl
– Panik als Reaktion auf diese körperlichen Zustände
– inzwischen auch extrem heiße, rote Füße, teilweise nur einseitig, mit Ziehen/Kribbeln
– im Liegen oft besser, beim Aufstehen sofort wieder schlimmer
– abends teilweise etwas besser

Ich war beim Hausarzt (Innere Medizin). Sie meint, es könnte vom Escitalopram bzw. vom Nervensystem kommen, hat aber keine weiteren Untersuchungen gemacht außer den Blutdruck zu messen und meine Hände anzuschauen und hat gesagt, ich solle das beim Psychiater/Neurologen ansprechen. Das verunsichert mich sehr, weil sich die Symptome für mich wie ein körperlicher Notfall anfühlen, auch wenn bisher „nichts gefunden“ wurde.

Ich habe große Angst, dass es etwas Ernstes ist (Herz, Gefäße, Nervensystem), gleichzeitig sagen viele, es könne eine vegetative Fehlregulation / Überreaktion des Nervensystems sein – evtl. getriggert durch das Medikament.

Meine Fragen an euch:

Hat jemand nach SSRI (v. a. Escitalopram) ähnliche Hitze-, Schwitz- oder Gefäßsymptome bekommen?
Kennt jemand dieses Wandern der Symptome (erst Hände, dann Füße)?
Wie lange hat es bei euch gedauert, bis sich das Nervensystem beruhigt hat?
Was hat euch konkret geholfen?


Ich fühle mich gerade sehr allein und verunsichert damit und würde mich wirklich über Erfahrungen freuen.
Danke fürs Lesen 🤍

02.02.2026 #1


6 Antworten ↓


SilentRoG
Zitat von Anxietygirl97:
Hallo zusammen, ich hoffe sehr, hier Menschen zu finden, die Ähnliches erlebt haben oder mir ihre Einschätzung teilen können. Ich habe vor einigen ...

Moin,
wenn du deine Hände mit leichtem Druck auf die Augen legst, hast du dann „Feuerwerk“ vor Augen?
das zeigt z.B. ganz gut, ob dein Nervensystem gerade stark reagiert und du könntest mit entsprechenden Übungen das ganze aktiv entspannen.

x 1 #2


A


Heiße rote Hände und Füße

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C
@Anxietygirl97 guten Morgen, ich habe nicht dieses Medikament genommen, aber ich war in einer ähnlichen Situation.

Als damals bei mir alles anfing, habe ich mich extrem auf meine Hände fokussiert. Mein Nervensystem war total überlastet, und meine Psyche auch. Ich erinnere mich, meine Gefäße sahen erweitert aus und meine Hände oft knallrot. Meine Füße haben sich manchmal, gerade beim liegen sehr seltsam angefüllt und waren sehr warm, manchmal verspürte ich leichte Schmerzen.

Ich bin mir relativ sicher, dass es vom Medikament bzw. Nervensystem kommt. Deshalb meinte die Ärztin ja auch, dass Psychiater/Neurologe die richtige Anlaufstelle ist.

Das ist doch eine schöne Nachricht;)

Ist es gerade eine schwierige Zeit mit Stress und Ängsten?

x 1 #3


Anxietygirl97
@Clown Ja genau, die werden immer wieder knallrot und glühen richtig. Wann hat es bei dir aufgehört?

Ja es ist eine schwierige Phase. Ich habe viel zu viel gearbeitet und dann fing es an mit Schwindel. Der hat dann meine Ängste wieder hochgeholt, deswegen dann das Escitalopram und seit dem get gar nichts mehr. Ich konnte gerade Jahre wieder arbeiten, nachdem es mir damals schon so schlecht ging. Und jetzt bin ich wieder krankgeschrieben… und fühle mich einfach nur krank und hoffnungslos…

#4


C
@Anxietygirl97 ich persönlich hätte nicht direkt Medikamente eingenommen, aber das ist bei jedem anders.

Bei mir wurde es besser, als ich mich entschlossen habe dagegen anzukämpfen. Dann haben die Symptome wieder nachgelassen.

x 2 #5


Anxietygirl97
@Clown Ich habe diese Ängste seit 10 Jahren und habe mich so lange dagegen gewehrt. Immer wieder so schlechte Phasen. Und dieses Mal haben alle gesagt ich soll es einfach mit den Medikamenten versuchen. traurig Und ich wusste mir anders nicht zu helfen.

Ich wäre dir sehr dankbar für Tipps und danke dir schon jetzt für deine Nachrichten und deine Zeit! Du lebst heute also ohne übertrieben Ängste ?

#6


C
@Anxietygirl97 ok das ist der Unterschied. Bei mir war das noch sehr neu. Ich bin generell etwas vorsichtig und hatte immer wieder Ängste, aber ich würde mal behaupten es waren noch normale Ängste, die alle haben. Und nach einer heftigen Phase, also wirklich heftig, habe ich es geschafft wieder so zu leben wie davor.

Man muss sich immer bewusst sein, dass viele Menschen Ängste haben. Erst wenn die Ängste sehr irrational oder überhaupt nicht begründet sind und auch deinen Alltag sehr stark belasten, würde ich von Angststörung sprechen.

Klar, Therapie und Medikamente sind wichtig und für manche unerlässlich. Aber ich weiß, und ich bin der Beweis weil ich es getan habe, dass man selbst auch viel bewirken kann und muss. Therapie und Medikamente alleine helfen nur bedingt, wenn man sonst nichts weiter unternimmt. Und ich weiß, man kann es schaffen.

#7





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