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Hallo zusammen,
ich bin neu hier im Forum, auch wenn ich mich schon das ein oder andere Mal "inkognito" hier herumgetrieben habe, und brauche eure Hilfe.
Ich bin 32 und habe mich vor wenigen Wochen von meinem Mann getrennt. Wir haben zwei gemeinsame Kinder (2,4), die wir beide zu gleichen Teilen betreuen.
Schon seitdem ich ein Kind war, leide ich phasenweise an Panikattacken, die ich mal mehr mal weniger deutlich spüre. Seit einigen Monaten nun ist die Angst wieder da, stärker als zuvor. Nachdem ich mich zur Trennung entschieden habe, ging es relativ bald los; seitdem mein Mann ausgezogen ist, ist es besonders schlimm. Ich schlafe sehr schlecht, schlafe kurz ein, schrecke dann mit Herzrasen hoch und liege oft mehrere Stunden wach. Dabei ist mir abwechselnd heiß und kalt, ich habe Angst, einen Herzinfarkt zu bekommen. Dazu kommt, dass ich manchmal auch tagsüber Herzrasen bekomme, dadurch Angst... ein ewiger Kreislauf. Vor drei Monaten wurden zwei unterschiedliche EKGs sowie ein Herzsono gemacht, alles o.B. Dennoch ist mein Blutdruck oft leicht erhöht, ebenso mein Puls. Ich habe ständig Angst, dass ich eine schwere Erkrankung des Herzens habe, die lediglich noch nicht erkannt wurde - auch wenn ich weiß, dass das auf Grund der Untersuchungen das ziemlich ausgeschlossen ist.
Dem ganzen zu Grunde liegt wahrscheinlich eine Angst vor dem Alleinsein, vor der ganzen Verantwortung, die ich nun für mich, meine Kinder, unser Leben trage - das ist mir alles klar, doch es ändert einfach nichts an dieser ständigen Angst... Wenn ich arbeite, habe ich keinerlei Symptome, ebenso wenn ich abgelenkt bin durch Freunde, etc.
Ergeht es euch ähnlich?
Danke schonmal für eure Rückmeldungen!

24.10.2015 11:44 • 24.10.2015 #1


5 Antworten ↓


Atalja
Hallo warrior of light.
Ich denke, deine Herzbeschwerden sind psychischer Natur. Organisch war ja alles in Ordnung. Vielleicht solltest du dir Hilfe bei einem guten Psychologen holen. Du befindest dich gerade in einer sehr schwierigen, neuen Lebenssituation und fühlst dich überforderst. Doch ich denke, die Symptome sind von vorübergehender Natur. Ich wünsche dir viel Kraft, dass du die in dein neues Leben gut hineinwächst.

24.10.2015 12:11 • #2



Große Angst nach Trennung

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Hallo

Ich wünsche dir erstmal alles Liebe und viel Kraft für diese Herausforderung!

Ich denke auch, dass deine "Beschwerden" ihren Ursprung in einer anderen Angst haben. Ich kenne es von mir, dass mir die Angst vor dem Alleinsein und auch die Angst vor Veränderungen sehr stark zusetzen und ich bekomme dann auch immer Herzrasen und Stechen in der Brust.
Deine Untersuchungen waren ja ohne Befund, versuche dir das immer wieder klar zu machen. Wenn etwas gewesen wäre, hätte man das gesehen.
Ein Besuch bei einem Psychologen wäre auch in Betracht zu ziehen, vielleicht hilft dir das "darüber reden".
Du schaffst das!

24.10.2015 12:16 • #3


Hotin
Hallo warrior_of_light,

Es tut mir Leid, dass du Dich von Deinem Mann trennen musstest.
War das mehr Deine, oder mehr seine Entscheidung?

Bis zu einem gewissen Punkt scheinen Deine derzeitigen Ängste ziemlich
normal zu sein. Ich würde das aber nicht so, wie Du es nennst, bezeichnen.
Du hast einfach Existenzangst. Und Dich kann vermutlich nur jemand verstehen, der schon mal
Existenzangst gehabt hat.
Deine Situation ist gar nicht einfach.

Dem ganzen zu Grunde liegt wahrscheinlich eine Angst vor dem Alleinsein, vor der ganzen Verantwortung,
die ich nun für mich, meine Kinder, unser Leben trage - das ist mir alles klar, doch es ändert einfach
nichts an dieser ständigen Angst...

Toll erkannt. Und warum redest Du dann immer von einer Angst vor einer Krankheit?
Was Du schreibst kann eventuell ein sehr gutes Beispiel dafür sein, wie Hypochondrie entsteht.
Wünsche Dir viel Kraft und wenig Angst vor Deiner Angst. Du wirst das schon schaffen.
Manchmal muss man durch sehr schwierige Phasen gehen.

Viele Grüße

Hotin

24.10.2015 12:30 • #4


Hallo Ihr Lieben,
danke für eure Antworten. Es tut schon einfach unheimlich gut, mal über dieses Thema "reden" zu können...
Hotin, ich glaube du hast den blöden Nagel so ziemlich auf den Kopf getroffen! Wenn ich an die letzten Jahre zurück denke, hatte ich vor allem immer dann erhöhte Angst vor Krankheiten, wenn ich seelisch belastet war, sei es durch Prüfungen, familiäre Situationen o.ä.
Ich leider zwar tatsächlich unter einer chronischen Erkrankung (systematischer Lupus erythematodes), aber die ist gut eingestellt und macht mir keine Probleme. Doch sobald ich in eine psychische Ausnahmesituation komme, reagiere ich mich Angst vor Krankheiten - auch wenn das natürlich nur eine Stellvertreter-Angst meiner eigentlichen Existenzängste o.ä. ist.
Ich habe mich von meinem Mann getrennt und bin mir auch sehr sicher, dass diese Entscheidung die richtige war. Aber dennoch sehe ich mich natürlich plötzlich mit Problemen konfrontiert - Zukunftsängste, finanzielle Sorgen, große Verantwortung, all das prasselt gerade auf mich ein. Ich nehme es mir sehr "zu Herzen" - im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.
Indigo und Atalja, ich habe schon ein paar Mal halbherzig über das Thema Psychologe nachgedacht, und es dann doch immer wieder verworfen. Ihr habt aber Recht und ich werde mich in den nächsten Tagen mal informieren, an wen ich mich hier in der Gegend wenden kann.
Vielen Dank für eure Hilfe und vielleicht "sehen" wir uns ja ab jetzt häufiger mal im Forum.

24.10.2015 13:18 • x 1 #5


Hotin
Hallo warrior_of_light,

super Antwort und vielen Dank an Dich.

Mit Deiner klaren Einstellung wirst Du da wieder raus kommen.

Nicht leicht, aber Du schaffst das.
Alles Gute für Dich.

Hotin

24.10.2015 13:43 • #6




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