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Ich glaube sehr viele von uns hängen häufiger am Internet und lesen über alle möglichen Symptome nach. Das dürfte nichts Neues sein...

Aber glaubt ihr nicht, dass das die Angst nur zusätzlich aufrecht hällt?
Bzw hat schonmal jemand positive Erfahrungen damit gemacht bwusst mit dem googeln aufzuhören?



[Falls es dazu schon eine Thema gibt tut es mir leid. Durch die Suchmaschine hab ich nichts gefunden]

13.09.2009 00:56 • 14.09.2009 #1


8 Antworten ↓


Hallo,
ich habe ein ähnliches Problem, klar ist, dass du deine Angst damit zusätzlich fütterst. Ich bin das Thema gerade mit meinem Therapeuten durchgegangen. Ziel ist es, es ganz zu lassen und ein Schritt dahin ist viell.: Setzt dir einen Zeitrahmen (z.B 1Stunde), wo du aushältst nicht nach Krankheiten oder Symptomen zu google .
Gruß Johanna

13.09.2009 07:03 • #2



Gefährliches Halbwissen Nahrung für die Angst?

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keine Ahnung obs was bringt oder nicht...die Angst wird auf JEDEN Fall größer. Aber ich kann einfach nicht anders, ich muss das alles raussuchen, vllt. hilfts mir ja mal jetzt...habe einfach Angst, denn ganz ehrlich, die Ärzte reißen sich nicht darum, dich zu untersuchen, man muss die selbst zu bestimmten Untersuchungen drängen...so kommts mir jedenfalls öfters vor.
Habe auch keine Lust auf den Ärztemarathon, den ich gehen muss, aber ich kann nicht anders...Neurologe, HNO, Radiologe, Kardiologe, werde alles durchgehen...erst wenn alles abgeklärt ist kann ich mich mit der psychosomatischen Diagnose anfreunden. Ich glaube nachwievor fest an eine Krankheit.

13.09.2009 08:55 • #3


Jup, ich schließe mich hypochonder an, die Ärzte brauchen einfach nur Massen an Pazienten, damit die ihre Kosten decken können, helfen tun nur die wenigsten.

Ich würde euch aber auch raten nicht einfach nur zu googeln, sondern auf lizensierten/empfolenen Seiten zu forschen, denn oft wird einfach nur das falsch verstandene nieder geschrieben, damit mehr Besucher kommen oder um Inhalt auf der Seite zu haben.

Es hilft auch nichts, wenn man nach seinem Symptom sucht und wenn man es findet, glaubt, dass man die Krankheit hat.
zB. [b]können[\b] Kopfschmerzen auf einen Gehirntumor hinweisen, wenn aber nicht alle Symptome passen oder wenigstens die meißten, dann hat man das mit größer Wahrscheinlichkeit nicht.

Oder die Schweinegrippe, bei uns machen sogar die Hausärzte Panick und schütteln nichtmal mehr die Hand. Hab ich mal nachgefragt, ob ich die Schweinegrippe haben könnte, weil ich momentan etwas erkältet bin.
Die Frau (Hausärztin) meinte tatsächlich "kein Fieber, keine Schweinegrippe"
Also kann man doch schon zuhause gucken, ob man Fieber hat. Fieber ist übrigens ab 37,5 und mehr, alles was darunter ist, zählt nicht.

Fazid: Nach Infos im Internet suchen kann helfen, aber nur wenn man nicht allem glaubt und sich wirklich informiert.

MfG ichnicht

13.09.2009 10:39 • #4


Zitat von ichnicht:
Jup, ich schließe mich hypochonder an, die Ärzte brauchen einfach nur Massen an Pazienten, damit die ihre Kosten decken können, helfen tun nur die wenigsten.



Das halte ich für eine böse Unterstellung.
Ein Arzt, ein normaler Facharzt für Allgemeinmedizin, studiert in der Regel 13 Semester, die meisten noch viel länger, die Regelstudienzeit schafft fast keiner. Das sind mindestens 7 Jahre Studium!
Und in dieser Zeit pauken die Studenten nicht nur, sie blechen auch.
Hier in Bayern etwa kostet ein Semester 542€ Studiengebühren, dazu kommt evtl noch Geld für ne Wohnung (130€-250€ pro Monat), Fahrkarten (mindestens 100€ im Semester), Bücher, Materialien, etc.
Das heißt, ein Semester kostet den Studenten, wenn man davon aus geht, dass er Daheim wohnt und keine Miete zahlen muss (was selten ist), sondern nur Fahrkarten und Bücher braucht, mindestens 700€.
Und das zahlt der Student, das kriegt er nicht.
Auch mit Gafög ist es ganz schwer, über die Runden zu kommen.
Und wenn man dann bedenkt, dass man 13 Semester mindestens studiert, kommt man auf die stolze Summe von 9,100€ allein für das Studium und die Fahrkarte und Materialien und Bücher. Vermutlich ist es aber viel viel mehr.
Und wenn man Facharzt werden will, kommen nochmal gut 3-5 Jahre dazu!
Kein Mensch der Welt verplant die nächsten 7-8 Jahre (mindstens!) und über 9.000€ einfach so. Deswegen gibt es ja auch immer weniger Ärzte -weil man es sich als junger Mensch wohl überlegt, ob man Medizin studieren will oder nicht. Und die meisten wollen es nicht.
Ergo sind die, die bereit sind, das auf sich nehmen, solche Menschen, die wirklich hinter ihrem zukünftigen Beruf stehen.
Denn wer das nicht wirklich machen will, der hält diese lange Zeit und diese große Belastung auch nicht durch.
Würden die Ärzte, wie ihr sagt, bloß an Geld denken, dann würden die Studenten das Thema Medizinstudium von Vorneherein lassen -einfach, weil es schweineteuer, anstrengend, kräftezehrend, und sehr zeitintensiv ist.

Bitte, ihr Beiden, überlegt euch das mal, bevor ihr das nächste Mal über die Ärzte schimpft.
Aus meinem Abiturjahrgang haben von fast 90 Schülern übrigens nur ZWEI beschlossen, ein Medizinstudium auf sich zu nehmen.
Eben, weil da sehr viel Mut und Entschlossenheit dazu gehört.


Und zum Thema Googlen: Google im Sinne von Krankheiten sollte verboten werden. Allein schon aus folgendem Grund: Google listet die Treffer in der Reihenfolge der Häufigkeit der Aufrufe, und wenn jemand ein Symptom eintippt, und dann die erste Seite der Treffer sieht, dann klicken die meisten Menschen das an, was am Schlimmsten klingt. Ergo sind dann auch die häufogsten Treffer die, die am Schlimmsten klingen.
Das Internet an sich ist im Berzug auf Gesundheit und Krankheit nur mit Vorsicht zu genießen. Denn meistens findet man auch in Foren o.ä. genau solche Leute, die mit etwas unzufrieden sind oder Probleme haben mit z.B. Medikamenten. Die, denen es gut geht, die haben keinen Grund, das Anderen mitzuteilen -die freuen sich ihres Lebens und genießen es ohne Nebenwirkungen. So kommt es auch dazu, dass es über Verhütungsmittel z.B. diese Horror-Geschichten im Internet gibt und Viele dann sagen: "Darüber hab ich NUR Schlechtes gehört!" Klar, weil Gutes macht kaum einer publik.

Im Endeffekt kann kaum jemand Diagnosen auf sich selber beziehen, indem er sich Wissen aus dem Internet aneignet. Das klappt vielleicht bei GANZ Wenigen, die schon laaange Zeit an einer Krankheit leiden, und die ihren Körper dadurch sehr gut einschätzen können. Ich hab selber meine autoimmunerkrankung seit dem 6ten Lebensjahr. Irgendwann hab ich einfach gewusst, dass ich keine Tabletten mehr brauch, mit den Ärzten gemeinsam abgesetzt -und es hat geklappt, nach 15 Jahren Abhängigkeit von Pillen bin ich jetzt seit über einem Jahr frei von allen Medikamenten.
Wenn ich merke, dass ich mir nen grippalen Infekt eingefangen hab, geh ich meistens nicht zum Arzt (weil ich mich da bei den andren Kranken nicht auch noch anstecken will bzw. ich die nicht anstecken will), sondern hol mir nen Hustensaft aus der Apotheke, trink Tee, lutsch Bonbons, und verbring 3 Tage im Bett. Dann geht's wieder. Für sowas brauch ich keinen Arzt.

Aber wenn ich irgendwas Komisches an mir bemerke, das nicht von Alleine besser wird, dann geht mein erster Gang zum Arzt, weil ich weiß, dass der mindestens 7 Jahre seines jungen Lebens an der Uni verbracht hat, und das der eben einfach weiß, wovon er redet.

Denn bei Diagnosen muss man Vieles mit einbeziehen, wie ein Detektiv arbeiten, ein Puzzle aus diversen Symptomen zusammen setzen.
Das kann man als Laie und Kranker und gerade als Hypochonder im Normalfall nicht. Einfach, weil einem die unabhängige Sicht auf die Dinge fehlt. Denn als Patient kann man den eigenen Körper kaum objektiv bewerten. Da ist man einfach, gezwungenermaßen eben, subjektiv.

Und in der Zeit, wo ich selber dachte, dass ich an was ganz Schlimmen leide, hab ich mich einfach selber gefragt: Okay, willst du jetzt 2 Stunden beim Arzt verbringen, oder diese 2 Stunden SINNVOLL nutzen?
Und dann hab ich lieber was Schönes gemacht.
Und hab mein Leben umgekrempelt und eine neue sicht auf die Dinge und eine aktivere und gesündere Lebenseinstellung angenommen.
Und seitdem sind alle meine Symptome wie weg geblasen.
Achja, und das Googlen hab ich mir direkt am Anfang selber verboten.
Denn es ist ein Fass ohne Boden, das man eh niemals ganz ausschöpfen wird können, egal, wie oft man sich damit beschäftigt.

In dem Sinne:
Ich wünsche euch alles Gute und eine notwendige Erkenntnis.
Und etwas mehr Respekt gegenüber den Ärzten.
Denn (die meisten) haben ihn sehr wohl verdient.

13.09.2009 12:24 • #5


Gegen die Medizinstudenten sage ich ja nichts, mein Onkel ist Arzt und ich habe sein Studium teilweise mitbekommen und meine Cousine hat jetzt auch ein Medizinstudium begonnen. Es stimmt, dass viel Geld und Zeit drauf gehen.

Die "frischen" Ärzte sind bestimmt alle guter Dinge und so, aber wenn die dann feststellen, dass die von der Krankenkasse pro Patient im Quartal nur 30€ bekommen, dann müssen die gut überlegen, ob die nun auf Masse setzen und ihre Praxis halten können oder ob sie sich wirklich Zeit für jeden Patienten nehmen und in kürzester Zeit schließen und arbeitslos sind.

Ich will den Ärzten (zumindest den meisten) nichts böses unterstellen, aber es fehlt einfach die Zeit und das Geld, um die Patienten vernünftig behandeln zu können.

Bei google würde ich aufpassen, muß mich schon selber immer zurück halten, denn google zu beschuldigen grenzt an rufmord, denn es ist ja nicht die einzige Suchmaschine. Alle Suchmaschinen finden Foren, Blogs und was weis ich nicht was. Da schließe ich mich auch an, dass man über Suchmaschinen lieber nicht nach Symptomen forscht, ich weis nicht, ob das bei dem letzten Beitrag richtig rüber kam.

Allerdings finde ich es hilfreich, wenn man Seiten, die von erfahrenen Leuten oder sogar Ärzten betrieben besucht, um sich über sein Symptom zu informieren. Wie ich schon vorher gesagt habe, kann man seine Panik gut runter schrauben, wenn man sieht, dass zu der Krankheit weit mehr gehört, als nur das Wehwehchen, dass man gerade hat.

Zu dem Infekt. Da würde ich schon aufpassen, die Schweinegrippe-Todesfälle sind meines Wissens durch das verschleppen entstanden. Wenn du hohes Fieber hast und dich ansonsten ziemlich mies fühlst, dann hilft dir 3 Tage Bett garantiert nicht.
Deswegen, wenn Fieber, dann auf jeden Fall zum Arzt, habe ich aber schon vorher erwähnt.

MfG ichnicht

13.09.2009 18:05 • #6


Ich persönlich habe mein Vertrauen in Ärzte nicht verloren. Es sind zwar auch nur Menschen und natürlich gibt es bessere und schlechtere, aber immerhin steht es mir jederzeit frei zu wechseln.

Zum Google-Thema: Ein schlechter, unmotivierter Arzt der sich kaum Zeit nimmt und meine Symptome nur kurz anhört, kann damit immernoch 50 Mal mehr anfangen als ich vor google!
Von daher verstehe ich die Idee einem Arzt "auf die Spünge helfen zu wollen" auch wieder nur als Ausdruck der Angst das doch etwas bzw etwas Schlimmeres sein könnte.

Was ich an Google ganz besonders gefährlich finde ist, dass (wie schon ein Vorschreiber meinte) man meistens nur auf die allerschlimmsten Krankheiten verwiesen wird.
Die letzten Wochen habe ich unabhängig voneinander Muskelzittern, Nackenschmerzen, Augenrauschen und Brustschmerzen gegoogelt.
Wieso lese ich bei jeder dritten Seite etwas über MS wenn es doch hunderte leichtere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen gibt?

Ich schätze mit google sollte ich wirklich aufhören. Das Wissen das ich mir dadurch angeeignet hab reicht thematisch bestimmt schon um in 5-6 Semestern Medizin durchzufallen...

14.09.2009 08:05 • #7


Zitat von Pilongo:
Und zum Thema Googlen: Google im Sinne von Krankheiten sollte verboten werden. Allein schon aus folgendem Grund: Google listet die Treffer in der Reihenfolge der Häufigkeit der Aufrufe, und wenn jemand ein Symptom eintippt, und dann die erste Seite der Treffer sieht, dann klicken die meisten Menschen das an, was am Schlimmsten klingt. Ergo sind dann auch die häufogsten Treffer die, die am Schlimmsten klingen.


Da ist schon was wahres dran. Schlimmer finde ich aber die Qualität von so manchen "medizinischen" Seiten. Dafür kann Google erstmal nichts. Da wird entweder voneinander hemmungslos abgeschrieben. Das fällt dann auf, wenn man auf unterschiedlichen Seiten haargenau dieselben Formulierungen findet.

Und dann werden ohne Gewichtung Symptome in Stichworten aufgelistet. Der Angstpatient sucht sich dann den schlimmsten Fall raus. Ich frage mich schon, ob die Verfasser dieser Seiten überhaupt ahnen, was sie damit anrichten. Zum Thema Herzinfarkt habe ich Seiten gefunden, da wurden Symptome aufgelistet und am Ende gesagt, wenn eines davon zutrifft, sollte man sofort den Notarzt anrufen. Mit anderen Worten, wenn jemand zum ersten Mal Sodbrennen bekommen hätte, mit Stechen und Brennen hinterm Brustbein, hätte er den Krankenwagen wegen Verdacht auf Herzinfarkt anrufen müssen. *kopfschüttel*

MfG
Raj

14.09.2009 17:42 • #8


mein Reden. Ich forsche trotzdem permanent nach. Auch in Krankheitsforen. Bei mir hat es sich fast schon als Hobby entwickelt. Rede permanent über Krankheiten und sonstige Gebrechen. Kann n Referat über MS, ALS, Hirntumore, Borrelliose, EBV, Endomyokarditis, Angina Pectoris, Vitamin B12 Mangel und keine Ahnung was nicht noch alles halten.
Un d wirklich ausführliche. Symptome, diagnostische Methoden, Therapie, Heilungschancen usw.
Trotz allem war ich heute wieder bei 3 Ärzten und werde in den nächsten Tagen auch noch mehr besuchen. Nachwievor glaube ich nicht an einen psychischen Zusammenhang.

14.09.2009 20:08 • #9





Prof. Dr. Heuser-Collier