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Hallo !

Obwohl ich schon so oft an mir selber herumanalysiert habe und eigentlich weiß, wo genau die Ursache für meine Krankheitsängste zu finden ist, schaffe ich es einfach nicht, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Meine Vorgeschichte in kurzen Worten:
Ich hatte keine schöne Kindheit und lebte in ständiger Angst vor meinem gewaltbereiten Vater.
Ich litt an einer chronischen Nierenbeckenentzündung und habe viele Wochen meiner Kindheit im Krankenhaus verbracht.

Mein Vater ist seit Jahren tot und von meiner Nierenerkrankung ist lediglich eine vernarbte linke Niere zurückgeblieben.
Ich bin gesund.
Eigentlich geht es mir gut.
Dennoch hat mich meine Kindheit so sehr geprägt, dass ich mir selbst und meinem Körper nicht über den Weg traue.

In Bezug auf meinen Vater habe ich damals die Erfahrung gemacht, dass es am klügsten ist, alles über sich ergehen zu lassen.
"Andernfalls schüre ich seine Wut nur noch mehr und er schlägt noch kräftiger zu."

In meinem gegenwärtigen Leben mache ich mich durch diese erlernte Überlebensstrategie oft selber zum Opfer, denn es gibt immer wieder Situationen, in denen meine "Waschlappigkeit" von anderen ausgenutzt wird.

An mir kann man ruhig seinen Frust ablassen und mir alles an den Kopf knallen.
Anstatt einfach mal klar zu äußern, dass ich die eine oder andere Beleidigung unverschämt finde, verliere ich mich in Begründungen und Erklärungen und mache mich dadurch nur noch kleiner und verletzlicher.

Ich habe regelrecht Angst zu widersprechen oder Grenzen zu setzen - schließlich will ich mich nicht unbeliebt machen.

Dieses nicht vorhandene Selbstwertgefühl wirkt sich auch sehr stark auf meine Krankheitsängste aus.
Ich traue mir einfach nicht zu, gesund zu bleiben und rechne jeden Tag mit einer Diagnose, die mein Leben für immer erschüttert.

So sieht`s in mir aus.

Nichtsdestotrotz bin ich nach außen hin ein Mensch, der mit beiden Beinen im Leben steht und soweit alles bestens "auf die Reihe" gekriegt hat.

Falls jemand sich in meinem Text wiederfindet oder mir Tipps geben möchte, wäre ich für Antworten sehr dankbar.

09.10.2017 17:03 • 12.10.2017 #1


39 Antworten ↓


koenig
Hallo,

ein bißchen finde ich mich wieder. Das A und O ist dein Selbstwertgefühl zu stärken! Was machst du dafür?

09.10.2017 17:12 • #2



Fehlendes Selbstvertrauen, deshalb ständig neue Ängste

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Zitat von koenig:
Hallo,

ein bißchen finde ich mich wieder. Das A und O ist dein Selbstwertgefühl zu stärken! Was machst du dafür?


Ich beginne jedes Mal, mich zu rechtfertigen, wenn ich zum Beispiel beleidigt oder anderweitig angegriffen werde.
Eigentlich sollte es reichen, dem Gegenüber klar und deutlich zu sagen, dass man auf dieser beleidigenden Ebene das Gespräch nicht weiterführen will.

Jedenfalls versuche ich, mein Verhalten zu ändern, um weniger Angriffsfläche zu bieten.

09.10.2017 17:15 • #3


koenig
Du bist es dir einfach wert, dich nicht beleidigen zu lassen oder unsachlich angegriffen zu werden.

Bist du in Therapie?
Hast du Bücher über das Aufbauen des Selbstwertgefühls gelesen?
Machst du Sport?
Was tust du dir Gutes?
Wie denkst über dich?

09.10.2017 17:19 • #4


Zitat von koenig:
Du bist es dir einfach wert, dich nicht beleidigen zu lassen oder unsachlich angegriffen zu werden.

Bist du in Therapie?
Hast du Bücher über das Aufbauen des Selbstwertgefühls gelesen?
Machst du Sport?
Was tust du dir Gutes?
Wie denkst über dich?


Ich bin in Therapie.
Dort wird in erster Linie über meine Kindheit, insbesondere über die Misshandlungen, gesprochen.
Ich mache keinen Sport, bin aber viel in Bewegung.
Ich tue mir Gutes, indem ich viel lese - Selbsthilfebücher hatte ich auch schon in der Hand.
Außerdem habe ich eine sehr liebe "beste" Freundin.
Ich denke wahrscheinlich nicht besonders wertschätzend über mich selbst.
Das ist wohl der Knackpunkt.

09.10.2017 17:27 • #5


koenig
Das kannst du lernen!ich

09.10.2017 18:02 • #6


Hallo Lianna,

habe nun auch schon so oft gelesen, daß ein geringes Selbswertgefühl eine Ursache für übersteigerte Krankheitsängste sein soll. Konnte am Anfang nichts damit anfangen. Aber mache mir seitdem täglich Gedanken darüber...
Bin zu dem Schluß gekommen,daß es geringer ist, als von mir gedacht.

Zwar wehre ich mich...gegen Ungerechtigkeit..stehe aber nicht hinter mir...laufe dann trotzdem geduckt..und frage mich..und zweifle..ob ich wirklich das Recht hatte, mich zu wehren.

Meiner Mutter hatte ich zu gehorchen..da durfte ich keine eigene Meinung haben....Widerrede wurde bestraft..und Schläge angedroht..oder anderweitig Schuld eingeredet. Am ekelhaftesten war " sag mal..für wen hältst Du dich eigentlich?"

Verbale K.o.Schläge..und das als Kind.

Meinem Vater wollte ich um jeden Preis gefallen..da lief ich nur geduckt rum.

Sich nicht wehren können....wie du..aus Angst " in Ungnade zu fallen " ... ...Angst..fallengelassen zu werden...weil du dich abhängig von deiner Umwelt fühlst?

Gibt es gerade bei dir ein konkretes Beispiel aus deinem Leben ? Vielleicht könnte ich es anhand dessen konkret nachverfolgen.

09.10.2017 18:41 • #7


Zitat von lechatnoir:
Gibt es gerade bei dir ein konkretes Beispiel aus deinem Leben ? Vielleicht könnte ich es anhand dessen konkret nachverfolgen.


Ich habe mich gerade sehr massiv über eine langjährige Freundin geärgert, die mir immer irgendwelche Seitenhiebe verpasst.

Zwei kleine Beispiele:

Ich erzähle ihr, dass meine Tochter an der Uni durch eine Geschichtsklausur gefallen ist, weil sie irgendwelche Quellenangaben nicht korrekt gemacht hat.
Ihre Antwort: " Wie blöd ist die denn, dass ihr solche Fehler passieren ? Quellenangaben sind doch ganz einfach... "

Und sofort fühle ich mich angegriffen und beginne zu erklären und zu rechtfertigen.

Oder ich erzähle ihr, dass meine Tochter nachmittags zum Kaffee kommt.
Ihre Erwiderung: "Hat die keine Freunde oder warum hängt die ständig bei euch rum."

Ja, und wieder meine ich erklären zu müssen, dass meine Tochter sehr wohl Freunde hat, aber trotzdem gern ihre Eltern besucht.

Ich ärgere mich jedes Mal über mich selbst, weil ich ihr nicht einfach Grenzen setze und ihr sage, dass ich auf dieser negativen Ebene nicht mit ihr reden will.

09.10.2017 21:17 • #8


Hört sich für mich nach Neid an.....bei deiner Freundin...kann das sein?

Vielleicht hast du ja Angst,daß die Freundin sich abwendet von dir,wenn du ihr die Meinung sagst?

Das kann durchaus passieren,wenn du dein Verhalten änderst, dir nicht mehr alles gefallen lässt, wie bisher.

Aber dann ist es eben so...und vielleicht öffnet das Türen für neue Freundschaften, Menschen, mit denen du dein Glück teilen kannst, die dich nicht runtermachen, aus Neid.

09.10.2017 21:52 • #9


Zitat von lechatnoir:
Hört sich für mich nach Neid an.....bei deiner Freundin...kann das sein?

Vielleicht hast du ja Angst,daß die Freundin sich abwendet von dir,wenn du ihr die Meinung sagst?

Das kann durchaus passieren,wenn du dein Verhalten änderst, dir nicht mehr alles gefallen lässt, wie bisher.

Aber dann ist es eben so...und vielleicht öffnet das Türen für neue Freundschaften, Menschen, mit denen du dein Glück teilen kannst, die dich nicht runtermachen, aus Neid.


Ja, ich bin sicher, dass bei Verena (ich nenne sie hier mal so) ein gewisses Maß an Neid mit reinspielt.

Zur Zeit ist es immer meine Tochter, auf die sie sofort anspringt, sobald ich ihr etwas erzähle.
Da kann es wirklich Neid sein.
Ihr eigener Sohn hat das Abi nicht gepackt.

Verena war schon immer sehr dominant.
Sie nimmt sich und ihre Meinung so wichtig, dass sie gar nicht auf die Idee kommt, andere könnten eine andere Sichtweise haben.

Ich kenne sie seit über 20 Jahren und seitdem hat sie durch ihre herrische Art so manchen Nachbarn und so manche Freundin in die Flucht geschlagen - nur ich bin ihr sozusagen immer treu geblieben.

Vor 2 Wochen hatte ich mit ihr eine Auseinandersetzung über WhatsApp.
Wieder ging es um meine Tochter.
Diesmal schrieb ich ihr, dass ich keine Lust mehr auf ihre negative Sicht der Dinge habe und deshalb das Gespräch beenden möchte.
Sie antwortete: "Ich kann doch wohl noch meine Meinung sagen. Da musst du dich nicht gleich angegriffen fühlen."

Danach war 10 Tage Sendepause - bis ich wieder auf sie zugekommen bin.

Mein Problem dabei ist, dass ich es immer wieder mit mir machen lasse.
Ich signalisiere: "Mich kannst du niedermachen, um deinen Frust abzulassen."

Ganz aufgeben möchte ich diese Freundschaft nicht.
Uns verbinden so viele gemeinsame Jahre und Erlebnisse.
Außerdem wohnt sie in der Nachbarschaft, so dass wir uns immer wieder über den Weg laufen würden.

Ich kann sie nicht ändern, sondern muss unbedingt an mir arbeiten, damit ich in der Lage bin, ganz klar und deutlich Grenzen zu setzten.

10.10.2017 08:34 • #10


Vermutlich hast du natürlich auch einen Gewinn aus dieser Verbindung. " Alle laufen dir weg..aber ich bin dir treu !"

Mit "Meinung sagen" haben solche Äußerungen nichts zu tun..sondern sie knallt dir unverblümt ihr Unzufriedenheit und ihren Neid um die Ohren.

Klar kann man das analysieren und entschuldigen..irgendwie..aber wenn es an die eigenen Kinder geht, da ist ganz klar eine unentschuldbare Grenze.Zumindest für mich.

Das ist kränkend .

Vielleicht kannst du den Kontakt minimieren, und ihr sagen,daß es dich kränkt?

Verstehe das mit der Nachbarschaft, schwer auszuhalten,wenn man der Person dauernd über den Weg laufen müsste....

Ist ja schonmal gut, daß du ihr eine Grenze gezogen hast..die sie offenbar nicht respektiert...das liegt aber einzig allein an IHR.

10.10.2017 08:54 • #11


Zitat von lechatnoir:
Vermutlich hast du natürlich auch einen Gewinn aus dieser Verbindung. " Alle laufen dir weg..aber ich bin dir treu !"


Sie ist eigentlich eine gute Freundin, auf die man sich verlassen kann und die durchaus gute Seiten hat.
Aber das mit der "Treue" kommt hin.
Ich kann schlecht loslassen.
Ich hab mit meiner Therapeutin über Verena gesprochen.
Sie kann nicht verstehen, warum ich die Freundschaft nicht einfach beende, da die Nachteile ganz offensichtlich überwiegen.

Zitat von lechatnoir:
Mit "Meinung sagen" haben solche Äußerungen nichts zu tun..sondern sie knallt dir unverblümt ihr Unzufriedenheit und ihren Neid um die Ohren.

Vor allem hab ich sie nicht um ihre Meinung gebeten - aber sie muss zu allem ihren abwertenden Senf dazu geben.
Zitat von lechatnoir:
Klar kann man das analysieren und entschuldigen..irgendwie..aber wenn es an die eigenen Kinder geht, da ist ganz klar eine unentschuldbare Grenze.Zumindest für mich.

Das ist kränkend .

Sie hat meine Tochter zwar aufwachsen sehen, weil sie in der Nachbarschaft wohnt, aber die beiden kennen sich quasi kaum.
Eine persönliche Antipathie kann also nicht vorliegen.
Es sind höchstwahrscheinlich Neid und Unzufriedenheit, die Verena dazu treiben, mir ständig einen reinzuwürgen.
Mein Fehler ist es, dass ich immer wieder versuche zu begründen und zu verteidigen, wenn Verena mir irgendwelche Frechheiten um die Ohren haut.
Ein "Stopp! Das wird mir jetzt zu blöd." würde reichen.
Eigentlich hab ich es auf dieser unverschämten Ebene gar nicht nötig, irgendetwas zu erklären.

Zitat von lechatnoir:
Vielleicht kannst du den Kontakt minimieren, und ihr sagen,daß es dich kränkt?

Ich hab den Kontakt schon etwas minimiert.
Um mit ihr Klartext zu reden, bin ich leider zu feige.
Aber ich arbeite dran.

Danke für deine hilfreichen Worte, Lechatnoir

10.10.2017 10:45 • #12


Ich hatte auch mal solch eine "Freundin" in der Nachbarschaft. Ganz ähnliches Muster wie bei dir und Verena. Sie war ein Betonklotz und immer nur auf ihren Vorteil bedacht. Ich brauchte sie,weil es mir in dieser Zeit Halt gab, und ich jederzeit willkommen war. Die wenigsten konnten sie wegen ihrer plumpen Art leiden, aber wenn man sich die Mühe machte, weiterzuschauen, merkte man, daß sie ein sehr herzlicher Mensch war

Als mich ein sehr schwerer Schicksalschlag traf, brauchte ich ihre Hilfe, sie sollte den einen Nachmittag auf mein Kind aufpassen..da hat sie mich einfach stehenlassen. In größerer Not hätte ich mich da nicht befinden können.

Das hat mich sehr geschockt damals,weil ich ihr immer half, wenn sie Probleme hatte.

Das ist ein Dilemna..eine Freundin, die viele gute Seiten hat, aber über die man sich so häufig ärgert.

100 % sind wir alle nicht...man muß nur schauen, ob man damit leben kann...mit den doofen Seiten.

Vielleicht sollte man eine andere Methode probieren...wenn sie wieder sagt " hat deine Tochter kein zuhause.."

" Verena, bist du traurig,daß dein Sohn weniger zu Besuch kommt? Hättest du dir für ihn auch Abitur gewünscht?"

Das nimmt Wind aus den Segeln...und trifft den Punkt.

10.10.2017 10:57 • #13


Zitat von lechatnoir:
Ich hatte auch mal solch eine "Freundin" in der Nachbarschaft. Ganz ähnliches Muster wie bei dir und Verena. Sie war ein Betonklotz und immer nur auf ihren Vorteil bedacht. Ich brauchte sie,weil es mir in dieser Zeit Halt gab, und ich jederzeit willkommen war.

Als mich ein sehr schwerer Schicksalschlag traf, brauchte ich ihre Hilfe, sie sollte den einen Nachmittag auf mein Kind aufpassen..da hat sie mich einfach stehenlassen. In größerer Not hätte ich mich da nicht befinden können.

Das hat mich sehr geschockt damals,weil ich ihr immer half, wenn sie Probleme hatte.

Das ist ein Dilemna..eine Freundin, die viele gute Seiten hat, aber über die man sich so häufig ärgert.

100 % sind wir alle nicht...man muß nur schauen, ob man damit leben kann...mit den doofen Seiten.

Vielleicht sollte man eine andere Methode probieren...wenn sie wieder sagt " hat deine Tochter kein zuhause.."

" Verena, bist du traurig,daß dein Sohn weniger zu Besuch kommt? Hättest du dir für ihn auch Abitur gewünscht?"

Das nimmt Wind aus den Segeln...und trifft den Punkt.


Die von dir beschriebene Freundin aus deiner Nachbarschaft hat tatsächlich Ähnlichkeit mit meiner Verena.
Sie ist ebenfalls sehr um ihren Vorteil bedacht, vor allen in materiellen Dingen, wie übertragbare Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel oder Bücher:
Ich kaufe, sie will ständig ausleihen.
Da gab es kürzlich gerade ein Problem mit meiner Monatskarte, die wirklich teuer ist und die Verena jeden Mittwoch Abend leihen wollte, um selbst kostenlos zu ihrem Verein zu fahren.

Verenas Kommentare kommen immer so aus dem Nichts heraus, dass ich in dem Moment völlig sprachlos bin.
Ich sage: "Marie kommt heute Nachmittag zum Kaffee zu uns."
Verena antwortet: "Ist Marie so unbeliebt, dass sie keine Freunde hat oder warum kommt die ständig zu euch?"
Verenas Kommentar ist so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass mir dazu erstmal gar nichts mehr einfällt.
Vielleicht sollte ich mal sagen: "Ich wollte dir lediglich erzählen, dass Marie uns heute besucht. Wo liegt hier nun dein persönliches Probelm, das dich zu solch einer Erwiderung veranlasst?"

10.10.2017 11:11 • #14




Lianna..reden wir etwa von derselben Person?



Genauso solche materielle Vorteile waren es damals auch..

Generell wAren wir mit meinem Auto unterwegs..sie berechnete exakt die Benzinkosten ..was es SIE kosten würde..mit ihrem Auto...usw...

Monatskarte war dasselbe....

Telefonflat...sie wollte bei mir dann immer telefonieren kommen..
Sie schimpfte oft ganz plump über mich...habe es mir auch gefallen lassen, weil ich sie brauchte, und sie ja auch gute Seiten hatte.

Die Freundschaft hat sich aber erledigt....nicht nur, weil sie weggezogen ist.

Es war eine Zweckgemeinschaft. Das sind glaube ich viele Freundschaften..diese Erfahrung musste ich machen..leider.

10.10.2017 11:23 • #15


@Lianna

ich hatte auch ein paar solcher "Freundinnen" und habe mich von ihnen
distanziert. Es besteht noch ein loser , oberfächlicher Kontakt.
Gefragt hat bisher keine warum das so ist und ich hatte auch noch
nicht den Mut Klartext zu reden. Aber ich fühle mich besser und nicht
mehr so ausgenutzt , denn einseitig war die Freundschaft von Anfang an.

Verena tut dir nicht gut und du wirst ihr sagen müssen , dass sie sich
sehr oft im Ton vergreift und dich verletzt , oder du gehst auf Abstand.

10.10.2017 12:26 • #16


Zitat von evelinchen:
@Lianna

ich hatte auch ein paar solcher "Freundinnen" und habe mich von ihnen
distanziert. Es besteht noch ein loser , oberfächlicher Kontakt.
Gefragt hat bisher keine warum das so ist und ich hatte auch noch
nicht den Mut Klartext zu reden. Aber ich fühle mich besser und nicht
mehr so ausgenutzt , denn einseitig war die Freundschaft von Anfang an.

Verena tut dir nicht gut und du wirst ihr sagen müssen , dass sie sich
sehr oft im Ton vergreift und dich verletzt , oder du gehst auf Abstand.


Wahrscheinlich sind wir für diese Art von Freundin prädestiniert.

Was Verena betrifft, habe ich mir fest vorgenommen, Klartext zu reden, wenn ich das nächste Mal einen dummen Spruch von ihr zu hören bekomme.
Mal sehen, ob ich das hinkriege.
Auf Distanz gehen werde ich wohl auf jeden Fall.

10.10.2017 17:40 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von Lianna:

Wahrscheinlich sind wir für diese Art von Freundin prädestiniert.

Was Verena betrifft, habe ich mir fest vorgenommen, Klartext zu reden, wenn ich das nächste Mal einen dummen Spruch von ihr zu hören bekomme.
Mal sehen, ob ich das hinkriege.
Auf Distanz gehen werde ich wohl auf jeden Fall.


Einen Versuch ist es wert.

Eine Freundschaft zu beenden ist um einiges schwieriger , das
war auch für mich nicht einfach.

Wie muss ich mir eure Freundschaft denn vorstellen?
Ist Verena für dich da , kann sie dich trösten , wenn es dir
schlecht geht. Kannst du ihr bedingungslos vertrauen?

10.10.2017 18:30 • #18


Frozen93
Hallo mir ergeht es so ähnlich. Ich habe null Vertrauen zu mir und kenne mich überhaupt nicht und habe deshalb auch immer wieder Ängste. Wenn du dich privat austauschen möchtest schreib mir einfach als Nachricht
Liebe Grüße
Anna

10.10.2017 19:55 • #19


Zitat von Frozen93:
Hallo mir ergeht es so ähnlich. Ich habe null Vertrauen zu mir und kenne mich überhaupt nicht und habe deshalb auch immer wieder Ängste. Wenn du dich privat austauschen möchtest schreib mir einfach als Nachricht
Liebe Grüße
Anna


Liebe Anna,
vielen Dank für deine Worte.
Du bist noch sehr jung und deshalb hoffe und glaube ich, dass es dir gelingen kann, mehr Vertrauen zu dir selber aufzubauen, um letztendlich von diesen Ängsten loszukommen.


Zitat von evelinchen:

Einen Versuch ist es wert.

Eine Freundschaft zu beenden ist um einiges schwieriger , das
war auch für mich nicht einfach.

Wie muss ich mir eure Freundschaft denn vorstellen?
Ist Verena für dich da , kann sie dich trösten , wenn es dir
schlecht geht. Kannst du ihr bedingungslos vertrauen?


Verena und ich sind sehr unterschiedlich.
Während ich eher der emotionale, zurückhaltende Typ bin, ist sie sehr selbstbewusst und sagt zu allem und jedem ihre unverblümte Meinung.

Meine Tochter und ihr Sohn sind exakt im gleichen Alter. Wir lernten uns damals über die Kinder kennen.

Angangs mochte ich sie überhaupt nicht, weil sie besonders im Umgang mit ihrem Sohn sehr herrisch und gefühlskalt wirkte.

Sie hat bis heute ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihrem Sohn.
Über sich selbst sagte sie mal, dass ihr einfach das "Muttergen" fehle.

Im Laufe der Zeit stellte ich trotzdem fest, dass wir uns in gewisser Weise ganz gut ergänzen.
Wir haben so manche Krise gemeinsam gemeistert.
Meine Art, emotional an Probleme heranzugehen und ihre rationale Denkweise sind eigentlich eine gute Kombination.

Dadurch, dass wir maximal eine halbe Gehminute voneinander entfernt wohnen, war es immer sehr praktisch.
Ging es einer von uns nicht gut, reichte oft ein kurzes "Komm rüber" und schon hatte man jemanden zum Reden und Ausheulen.

Wenn es zum Beispiel um meine Krankheitsängste geht, tut sie mir eigentlich ganz gut, weil sie mir den Wind aus den Segeln nimmt, indem sie meine Befürchtugen ohne großes Gerede vom Tisch fegt und für Unsinn erklärt.
Ich rede mit ihr allerdings eher selten über meine Hypochondrie.

Verena ist seit ungefähr 10 Jahren geschieden und seitdem akribisch auf der Suche nach einem neuen Partner.
Sie lernt auch immer mal wieder Männer kennen, aber es stellt sich jedes Mal nach wenigen Wochen oder manchmal sogar Tagen heraus, dass das doch nicht das Wahre war.

Ich habe oft das Gefühl, dass sie sich selbst als "Carrie Bradshaw" und mich als unscheinbares, hässliches Entlein sieht.

Sie ist sehr sparsam und sehr darauf bedacht, möglichst wenig Geld auszugeben.
Deshalb kennt sie keine Hemmungen, wenn es darum geht, sich regelmäßig meine Monatskarte, Bücher oder DVD´s auszuleihen.
Ich zahle - sie profitiert. Das ist kein gegenseitiges Geben und Nehmen.
Außerdem habe ich immer das Gefühl, sie ist auch noch stolz drauf, wenn sie mal wieder kostenlos davon gekommen ist, während die "dumme Lianna" alles zahlt.

Dazu kommt, dass sie ihr Konsumverhalten für das einzig Wahre hält.
Sie kauft ihre Kleidung und Schuhe bei KIK und Deichmann.
Ich kaufe teurere Sachen und achte dabei ein bisschen darauf, dass sie möglichst fair produziert wurden.
Ich finde, jeder soll es so handhaben, wie er möchte.
Verena hält mir jedoch ständig Vorträge, wenn ich mal wieder etwas gekauft habe, das es bei KIK für einen Spottpreis gegeben hätte.

Egal worum es geht, sie denkt, ihre Ansicht ist die einzig richtige und vor allem hält sie es für überaus wichtig, allen ihre Meinung unterzujubeln - und sei sie auch noch so verletzend und unangebracht.

Vor kurzem hatte sie einen Streit mit ihrer Nachbarin.
Verena hat sich wegen einiger Äste, die vom Nachbargarten über ihren Zaun wachsen, beschwert und die Nachbarin ist ausgerastet und hat sie angeschrien: "Es geht nicht immer nach deiner Pfeife."

Kurz darauf schrieb Verena mich über WhatsApp an, ob ich rüberkommen könne.
Sie weinte heftig und konnte es gar nicht verstehen, dass ihre Nachbarin so überzogen reagiert hat.
Austeilen kann Verena gut. Aber wenn es ums Einstecken geht, ist sie extrem empfindlich.


Trotzdem mag ich sie in gewisser Weise, weil ich weiß, dass sich hinter ihrer harten Fassade eingentlich ein sehr verletzlicher Mensch verbirgt.

Dass sie mir immer wieder irgendwelche blöden Kommentare an den Latz knallt, ist wahrscheinlich wirklich ein Zeichen von Neid und Unzufriedenheit.

Wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen, dass ich diese Freundschaft nach und nach reduziere.
Wünschen würde ich mir aber, dass ich bei nächster Gelegenheit endlich mal den Mut aufbringe, Klartext mit ihr zu reden.

Ich glaube, wenn ich das schaffen würde, würde es letztendlich meinem Selbstwertgefühl sehr gut tun.

11.10.2017 09:01 • #20



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