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Ich schreib ja nicht sehr viel, zum einen aus Zeitgründen und zum anderen aus dem "damitwerdichdochalleinfertig"- Grund. Aber jetzt kann ich nicht mehr und ich hab keinen Menschen, dem ich mich anvertrauen kann- weil es entweder keiner versteht oder weil ich die Ratschläge schon kenne.
Also- ich muss leider etwas ausholen:

Mich plagen diese Krankheitsängste inzwischen schon mehr als mein halbes Leben udn ich werde sie nicht los. Sie sind mal weniger, mal mehr- aber immer da. Vom Kopf her weiß ich alles, aber ich kann es nicht umsetzen. Und dabei vergeht Jahr um Jahr und es ist noch nicht ein was Schlimmes passiert.
Aber es gibt fortwährend "Kann- Situationen", mit denen ich nicht umgehen kann.
Und so eine hab ich seit Dezember 09.

Ich hab mein letztes Kind vor fast 3 Jahren abgestillt, hab aber immer noch Milch in den verschiedensten Farben. Im Oktober hat der FA in der linken Brust eine kleine harmlose Zyste fetsgestellt- für mich wieder so eine "Prüfungssituation".
Im Dez. kam nun aus der linken Brust neben der Milch auch so eine grüngraugelbe Flüssigkeit raus. Genau unterhalb der Zyste. Ich wollte es aushalten bis zum nächsten Kontrolltermin im Januar- habs aber nicht geschafft und bin am nächsten Tag zum FA- am 21.12. Der meinte, er fände das nicht weiter besorgniserregend, hat Ultraschall gemacht ( Zyste noch unverändert da) und schlug mir eine Galaktographie vor. Also saß ich am 22.12 beim Radiologen in der Praxis. genau so eine Situation, die man sich als Hypochonder erträumt. Es kommt Weihnachten und du schließt quasi mit dem Leben ab . Las ich doch noch bei FA von einer Frau, die wie ich kurz vor Weihnachten wegen was Kleinem in der Brust... blablabla- könnt euch vorstellen, was dann kam.
Der Radiologe machte gleich ne Mammographie, weil die letzte schon ziemlich lange zurücklag. Die war in Ordnung. Die Galaktographie konnte er nicht machen, weil ums Verrecken nichts mehr kam
Im Mai muss ich eh zur Routine zum FA. Am liebsten hätt ich mich heute durchchecken lassen. Am liebsten würde ich in ein Brustzentrum, oder mir noch eine Meinung bei einem anderen FA einholen. Aber mein Kopf sagt eigentlich "nein". Was sollen die mir sagen? Eine Galaktographie ist nicht möglich, weil so wenig kommt, Mammo war ok. Und ich weiß genau, die Erleichterung würde eh nur kurze Zeit anhalten und dann hätt ich was anderes. Kann mir jemand einfach sagen, was ich tun soll?

07.04.2010 14:21 • 09.04.2010 #1


18 Antworten ↓


Hallo Agathe,

Brustkrebs ist auch mein Thema, vor dem ich ständig Angst habe. Es gibt Phasen, da taste ich mehrmals täglich.
War ich dann beim FA, geht es eine Zeitlang, dann fängt es wieder an.
Es ist so sch....

Kann es sein, dass aus deiner Brust mittlerweile Flüssigkeit kommt, weil du ständig drückst? Das hatte ich nämlich auch schon mal.

Der Radiologe meinte damals, ab und zu käme das auch vor, wenn bei der Mammographie die Brust so gequetscht wird.

Wenn bei der Mammo alles ok war, würde ich mich entspannen.

Aber ich kann dir deine Gedanken nachfühlen. Bei anderen kann ich das leicht sagen, bei mir selbst klappt das auch nie:-((

Ich wünsch dir alles Gute
Nuki

07.04.2010 15:56 • #2



Brauch mal konkrete Tipps ( Angst vor Brustkrebs)

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Ich war auch wahnsinnig erleichtert, dass die Mammo in Ordnung war. Aber ich hätte halt gern noch eine Galaktographie gehabt, um ein Papillom auszuschließen, was eben auch zu so Flüssigkeitabsonderungen führt und zu 15% bösartig werden kann.
Allerdings kommt dafür zu wenig Sekret, was auch laut FA einen Gegendiagnose zu einem Papillom ist. Ich befürchte fast, dass ich mir die diese kleine Blutung, die ja dann zu der komischen Farbe führte selbst zuzuschreiben habe. So wie ich meine Brust abtaste . Viel Fett hab ich nicht und da blutet es schneller mal- meinte auch der Radiologe. Ich frag mich auch, ob das was ich für die Zyste halte nicht einfach ein Muskelstrang oder irgendwas in der Art ist, weil es genau über der Rippe ist und stärker zu tasten ist, wenn ich die Muskel anspanne und wie weg ist, wenn ich locker lasse. Saublöd das alles. Am liebsten hätte ich eine Ultraschallgerät oder einen Arzt als Mann...

07.04.2010 16:14 • #3


Agathe, einen Arzt wünsche ich mir auch oft:-) Aber wahrscheinlich wäre der von uns schon genervt.

Ich habe auch schon so oft getastet, dass mir die ganze Brust weh tut.

Kennst du das, man tastet und es ist alles in Ordnung und trotzdem glaubt man es nicht und muss noch mal und nochmal nachsehen?


Ich habe mir auch schon oft einbebildet, da ist etwas und dann war es Muskel oder Drüsengewebe.

Mein Fa meint immer, bei einer kleinen Brust könne man eben alles tasten. Na super:-(

Nuki

07.04.2010 16:25 • #4


Zitat von Nuki:

Kennst du das, man tastet und es ist alles in Ordnung und trotzdem glaubt man es nicht und muss noch mal und nochmal nachsehen?




Natürlich kenn ich das!
Wie der Mann mit dem Ofen oder dem Lichtschalter. Man muss ständig kontrollieren.
Und blöderweise hab ich am meisten Angst vor solchen Krebsarten, wo man selber überprüfen kann, ob was nicht stimmt: Leukämie, Brustkrebs, Hautkrebs, Darmkrebs
Was es sonst noch in meinem Körper gibt, lässt mich meistens kalt- zumindest etwas. Ich kanns nicht kontrollieren, also mach ich mich nicht so verrückt.
Aber prinzipiell macht mir alles Angst und jede Unstimmigkeit ist erstmal Krebs.

07.04.2010 16:39 • #5


Agathe
worher willste wissen das man leukämie und andere krebserkrankungen erkennen kann..

finde ich spannend , wie du darauf kommst

07.04.2010 16:45 • #6


Agathe, genau, du hast Recht- wie beim Herd. Da schau ich auch immer, ob er aus ist und muss dann doch noch mal kontrollieren.

Wenn ich nur den Schalter finden würde, wie man das abstellt
Nuki

07.04.2010 17:44 • #7


Ich glaube, da gibt es zwei Schalter.
Der eine heißt: Vertrauen in die Ärzte und in mich selber finden
Der andere heißt: Erkennen, dass nicht der nicht vorhandene Krebs das Problem ist -denn daran kann grundsätzlich jeder von uns erkranken- sondern die Tatsache, dass man sich ohne ersichtlichen Grund ständig mit einer Krankheit beschäftigt, die man gar nicht hat.
(Siehe auch: https://www.psychic.de/angst-vor-krankheiten.php)

Solche Ängste vor Krankheiten kann man mit einer Verhaltenstherapie sehr gut behandeln.
Seid ihr in Therapie? Wenn nein, wäre es vielleicht eine Überlegung wert

07.04.2010 17:51 • #8


finde ich auch spannend das du angst vor krebs hast den man selber feststellen könnte (z.B. Hautkrebs, Brustkrebs) ich habe zwar auch schon fast alle Krebsarten "gehabt" aber am meisten habe ich schiss vor solchen sachen die einem nicht so "auffallen würden" ganz großes ding ist ja gehirntumor, hirnschlag bei mir.

07.04.2010 19:29 • #9


Zitat von rockshaver1975:
Agathe
worher willste wissen das man leukämie und andere krebserkrankungen erkennen kann..

finde ich spannend , wie du darauf kommst


Ich hatte mal geschwollene Lymphknoten, Fieber, kleine Hautblutungen, Nachtschweiß... - da spuckt Dr. Google sofort Leukämie, Morbus Hodgin aus. Blut im Stuhl ist auch herrlich vielversprechend, Muttermale hab ich en masse- da brauch ich nur lange genug zu suchen und find eins das auffällig ist. Brustkrebs kann man eh ertasten- sagt man. Natürlich hab ich vor allem Angst, auch Hirnschlag, Hirntumor, Magenkrebs...
Aber da kann ich nicht selber kontrollieren und muss damit leben. Meine Haut inspizieren, meine Brust abtasten, mein Lymphknoten kontrollieren- all das kann ich.

Ich habe z.B. schon seit 7 Jahren einen kleinen Knoten in der Schilddrüse. Als ihn der Arzt zufällig entdeckte konnte mir keiner sagen, ob das nicht ein Mikrokarzinom ist. Es stand im Raum und ich musste 3 Monate erstmal damit leben. Das war nicht einfach, aber ich MUSSTE abwarten, ich konnte selbst nicht kontrollieren. Nach 3 Monaten gab der Arzt leichte Entwarnung und ich geh immer noch jedes Jahr zur Kontrolle. Hab mich inzwischen dran gewöhnt. Wenn ich das Ding tasten könnte, hätte ich mich wahrscheinlich ziemlich verrückt gemacht.

07.04.2010 19:58 • #10


Hallo Agathe,

so geht es mir auch. Alles, was ich kontrollieren kann, belastet mich. Alles andere kann ich ganz gut wegschieben.

Weißt du, wie oft ich heute schon kontrolliert habe? Ich schüttel ja über mich selbst den Kopf

07.04.2010 20:21 • #11


Googelst du immer noch regelmäßig oder hast du es dir mittlerweile abgewöhnt?
Google ist nämlich Gift hoch Zehn für Angstpatienten. Denn bei Google werden die Suchergebnisse in der Reihenfolge der häufigsten Aufrufe angezeigt. Und weil wir alle in Wahrheit kleine Schisser sind, klicken wir alle immer gleich das Schlimmste an. Das führt dann dazu, dass bei Kopfschmerzen unter den ersten Links gleich einer ist, der von Hirntumoren spricht. Weil tausende Leute dachten: "Oh Gott, das wär ja schlimm!" - und angeklickt haben. Die weniger schlimmen Diagnosen wandern so immer weiter nach unten. Darum ist Google auch ein absolutes No-Go.
Ich hab es mir strikt verboten, ich hatte nämlich auch Angst vor einer Hirnblutung oder einem Herzinfarkt. Und je mehr ich mich beobachtete, desto mehr komisches fand ich und je mehr ich dann gegooglet hab desto größer wurde die Angst.
Den Teufelskreis darf man gar nicht erst zulassen, sondern muss ihn unterbrechen, wenn man die Möglichkeit dazu hat: Indem man gar nicht erst zu googlen anfängt.

07.04.2010 20:30 • #12


Pilongo, natürlich google ich
Vor 18 Jahren, als meine Ängste anfingen, gabs ja nur die schlichten Gesundheitsbücher. Die waren sozusagen meine Bettlektüre. Ich wollte ursprünglich mal Medizin studiern und mich hat das alles magisch angezogen. Alles was mit Krankheiten zu tun hat, konnt ich mir schon immer auf Anhieb merken. Lag mit meinen Diagnosen auch oft richtig. Allerdings nur mit den harmlosen. Als ich dann gemerkt habe, dass mir die Bücher nicht gut tun, hab ich sie mutig in den Container gekippt. Tja- und dann kam das I-net .
Ich google nicht immer, aber wenn, dann ist es so wie du sagst. Es wird nur schlimmer.

Mein letztes Kind hatte eine Nackenfalte mit 2,5mm. Mein FA meinte, das passt. Ich googelte und verstand die Welt nicht mehr. Da wurde Frauen eine Fruchtwasseruntersuchung bei meinem Wert empfohlen. Fakt ist, dass ich diese Angst noch 7 Monate mit mir rumgetragen habe und mein Kind kerngesund war.

Vieles hätte ich mir durch Nichtgoogeln erspart. Weil das, was man liest, kriegt man nicht mehr los. Und dabei hatte ich doch sogar mal ein Lied drüber geschrieben...

07.04.2010 20:53 • #13


Ach du warst das!
Druck dir das Lied doch mal aus und häng es über den Schreibtisch. Vielleicht hilft es
Oder hau dir selber auf die finger, wenn du Google.de aufrufen willst.
Oder halte kurz inne und frag dich ernsthaft: "Will ich mir das jetzt echt antun? Ich weiß ja, dass es nur die Angst verschlimmert!"
Du hast dir angewöhnt, zu googlen, wahrscheinlich weil das kurzfristig die Leere und quälende Ungewissheit über den Ursprung von etwas "Komischem" das du beobachtet hast mindert. Aber dann bekommst du nur noch mehr Angst durch die ganzen Horror-Geschichten, die dort stehen. Die kurzzeitige Linderung durch Wissen hält nicht lange an, die Angst die danach kommt bleibt aber.
Versuch es dir wieder abzugewöhnen.

07.04.2010 21:39 • #14


Agathe Agathe

lasse einfach dieses Googeln , du schriebst mit den lymphknoten nachtschweiss usw. googelst und was stand da Morbus Hodgkin oder Leukämie, hätte eigentlich noch NON Hodgkin stehen müssen.

Ich hatte ein Non Hodgkin und hatte nichts an sypthomen , rein garnichts, Blut war in Ordnung hatte im Hals einen Knoten der durch eine Infektion grösser war , der wurde wieder kleiner. also alles vollkommen normal.

Das einzigste was ich Hatte war ein Kleiner erbsengrosser pickel an der rechten schläfe , am Haaransatz der ging einfach nicht weg und schmerzte.sah aus wie eine Haarwurzelentzündung.
da ich sehr eitel bin , habe ich mir diesen pickel dann entfernen Lassen.

dieser pickel war ein Lymphom


wie du siehst Googel bringt garnichts und krebs kann man nicht selber feststellen , niemals , wenn dein Arzt sagt es ist alles in Ordnung dann ist es so..


vertrauen den ärzten den sie haben studiert und nicht Doktor Googel.


Anja


PS laut doktor Googel wäre ich schon Tot , dafür lebe ich aber schon 8 jahre ohne Krebs, gelte als geheilt.

08.04.2010 15:07 • #15


Danke Anja!
Obwohl... eigentlich schrecklich, oder? Man denkt, man hat 'nen Pickel und dann das .
Aber du klingst so, als ob du gut damit fertig geworden bist. Ich hatte mit 26 ein Muttermal, was sich als fast bösartig heraus gestellt hat. Seitdem hab ich das Vertrauen in meinen Körper verloren. Er hat da ohne meine Erlaubnis was "produziert". Hatte damals 2 Kinder ( 2 Jahre, ein Baby) und war mitten im Referendariat. Das war wie ein Schuss vorn Bug. Obwohl es ja eigentlich noch rechtzeitig entfernt wurde, hab ich meine Muttermale ab da wie meine schlimmsten Feinde betrachtet. Kam mir vor wie auf einem Pulverfass. Eine liebe Freundin hat mich dann immer beruhigt. Ich hab sie so beneidet, dass sie nicht so gefährdet ist wie ich. Dacht ich damals. Vor fast 2 Jahren wurde ihr ein Melanom entfernt .

08.04.2010 19:24 • #16


Liebe Agathe

ja ich bin nach dem ersten schock recht gut damit klar gekommen ,ist halt eine einstellungssache.
Bin damals sogar wärend der chemotherapie arbeiten gegangen , mit glatze ohne perücke und das in einem schuladen und habe die kinderabteilung betreut.

da ich alle 3 wochen zur therapie musste hatte ich dann mittwoch , donerstag und freitag frei und den samstag haben sie mir zusätzlich frei gegeben , bin montags dann ganz normal arbeiten gegangen. so hatte ich auch keine zeit darüber nachzudenken , was könnte passieren.

was ich acuh noch sagen wollte , ich fand mich nie wieder ero. und fitter und ohne angst als damals

09.04.2010 15:08 • #17

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Zitat von rockshaver1975:
was ich acuh noch sagen wollte , ich fand mich nie wieder ero. und *beep* und ohne angst als damals


Ohne Angst- wahrscheinlich weil der Feind dann konkret war und du nicht mehr vor allem Möglichen Angst haben musstest. Denk ich mir jedenfalls.

09.04.2010 15:15 • #18


da könntest Du durchaus recht haben, aber wie du siehst auch krebs ist heilbar.

lasse bitte bitte bitte , das Googeln, macht idch nur wahnsennig

09.04.2010 15:25 • #19



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