Hallo Polly,
ich habe leider auch langjährige Therapieerfahrungen, darunter richtige Behandlungsfehler. D.h., über das, was schief laufen kann, weiß ich echt gut Bescheid...
Zitat von Polly57:weiß auch, dass man immer wieder üben muss und keine Rückzieher einlegen, wenn es nicht klappt.
Das ist so 'ne Sache. Natürlich soll man vor der Angst nicht davon laufen. Man soll sie in der angstbesetzten Situation überwinden. Wenn das aber aus irgendeinem Grund nicht klappt, ist Dir mit Todesverachtung und einfach Weiterüben nicht gedient. Das kann nach hinten losgehen und die Angst verschlimmern. Du machst ja dann immer wieder die Erfahrung, Angst zu haben und sie eben nicht loszuwerden.
Zitat von Polly57:Nun ich habe einen Freund, der sehr viel mit mir spazieren gegangen ist und auch Fahrrad gefahren ist und das fast täglich, aber bei mir ist es nicht besser geworden. Je mehr ich gegangen bin, um so schlechter ging es mir...
Hast Du denn eine Idee, woran Du scheiterst? Kannst Du Dich nicht beruhigen, wenn Du Angst bekommst? Steigerst Du Dich rein? Versuchst Du vielleicht klammheimlich, bei den Konfrontationen doch die Angst zu vermeiden, und wertest es als Erfolg, wenn Du gar keine Angst hattest? Oder liegt es daran, dass Du Deine Aktivitäten gar nicht als eigenständigen Erfolg sehen kannst, weil Du immer in Begleitung bist und auf diese Weise auch nicht konfrontiert wirst? Es gibt meiner Erfahrung nach trotz scheinbarer Konfrontationsübungen immer noch viele Möglichkeiten der Vermeidung, und die hält letzten Endes die Angst aufrecht. Ich würde jedenfalls mal sehr kritisch hinterfragen, ob die Anwendung dessen, was in der Therapie erlernt wurde, wirklich so ist, wie es sein soll, oder ob Du das eine oder andere Hintertürchen gefunden hast...
Liebe Grüße
Christina