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227

L
@RK1986
2 Jahre

x 2 #41


kadisha
Zitat von Kruemel_68:
Ja, ich bin komplett AD frei. Habe ca. 2 Jahre Mirtazapin 22.5 mg genommen.

Hattest du starke Absetzsymptome? Wie lange hielte diese ?

x 1 #42


A


Beschwerden, die nicht mehr auszuhalten sind

x 3


kadisha
Zitat von luciana:
@RK1986 2 Jahre

Deine Absetzysmptome waren zwei Jahre so stark?

x 1 #43


RK1986
@luciana gleich stark oder gute Besserungen ?
Übelst. Ich weise genau wie sich das anfühlt

x 1 #44


L
Zitat von kadisha:
Deine Absetzysmptome waren zwei Jahre so stark?

Ja.

x 1 #45


L
Zitat von RK1986:
@luciana gleich stark oder gute Besserungen ? Übelst. Ich weise genau wie sich das anfühlt

Gleich stark. Wünsche ich keinem.

x 1 #46


Kruemel_68
Zitat von kadisha:
Hattest du starke Absetzsymptome? Wie lange hielte diese ?

Ziemlich starke. Bei jedem Reduktionsschritt halt. Dann habe ich gewartet bis es besser ist und dann den nächsten Schritt reduziert.

x 2 #47


sandracookie
Was ich mich Frage:
Wie soll man das denn unterscheiden, was noch Absetzsymptome sind und was Symptome der eigentlichen Erkrankung nach so langer Zeit?
Zumindest bei mir ist's ja so, dass zuerst meine Erkrankung vorlag und dass ich sowohl ohne, als auch mit AD schon gute als auch schlechte Zeiten hatte und der ganze Pool an Symptomen sich teilweise extrem überschneidet 🥴

x 2 #48


L
Glaube mir, Absetzsymptome sind um ein Vielfaches schlimmer als die Grunderkrankung.
Man kommt vom Regen in die Traufe.
Ich war niemals vorher oder nachher so krank.
Ich hatte 3 Gehirntumoroperationen, aber die und die Zeit danach waren ein Spaziergang im Vergleich zum protrahierten Absetzsyndrom.
Diese 2 Jahre und die langsamen Erholungsjahre danach haben mich zutiefst traumatisiert. Das vergißt man ein Lebtag lang nicht.
Das ist jetzt 11 Jahre her, und ich knabbere in Wellen noch immer daran. Nur jemand, der das selbst erlebt hat, kann das nachvollziehen.

x 6 #49


sandracookie
@luciana
Das tut mir leid, dass das bei dir so heftig war.
Ich denke, dann hatte ich Glück mit meinen Absetzversuchen - Fluoxetin ging mit langsam ausschleichen super, bei Doluxetin (von 30 mg auf null Ende August 25) hab ich es mehr mitbekommen und hatte auch Brainzaps, Schwindel und ähnliche klassische Symptome, aber nach 4-6 Wochen hat's aufgehört. Im Herbst/Winter darauf hatte ich zwar nochmal ein ziemliches Tief, aber da hab ich in der Tagesklinik auch sehr an den Ursachen gearbeitet und es wurde einiges aufgewühlt. Dann war ich Anfang des Jahres recht stabil, bis ca. Juni, seit dem strauchel ich wieder, wo aber auch wieder äußere Umstände die Ursache haben. Ich war nur beim aktuellen wieder Auflammen erstaunt wie ähnlich tatsächlich manche Symptome sind/waren, die ich eigentlich auf Nebenwirkungen vom Duloxetin geschoben hatte.

#50


L
Absetzsymptome verlaufen in Wellen. Auch noch lange nach Null. Es können immer wieder Tiefs kommen, die man dann als Aufflammen deutet.
Viele haben ja Glück und es geht glimpflich aus.

x 2 #51


kadisha
Zitat von luciana:
Ja.

Doofe Frage. Aber wie überlebt man das? Hattest du Familie, Freunde die dich unterstützt haben?
Gibt es etwas was dir in der Zeit geholfen hat ?

#52


kadisha
@Kruemel_68 welches Medikament hast du abgesetzt und wie sahen deine Reduktionsschritte aus ?

#53


L
Zitat von kadisha:
Doofe Frage. Aber wie überlebt man das? Hattest du Familie, Freunde die dich unterstützt haben? Gibt es etwas was dir in der Zeit geholfen hat ? ...

Ich hatte mit dem Leben schon abgeschlossen. Das war nur mehr ein Vegetieren. Ich hatte keine Kraft mehr mich allein zu waschen, oder auf Toilette zu gehen. Ich habe mich 20 x am Tag minimum übergeben. Mein Mann hat mich gepflegt.
Ich habe jeden Tag gebetet dass ich sterben darf.
MEine Mama hat immer geweint wenn sie mich gesehen hat.
Ärzte haben mir nur andere Medikamente verschrieben, die ich nicht mehr vertragen konnte. Im KH hat man mir unterstellt, dass ich nicht essen will. Ich konnte nicht mal Wasser bei mir behalten.
Könnte ein Buch über diese Zeit schreiben. Schmerzen, Krämpfe, plötzlich Psoriasis am ganzen Körper, Zähne verloren, Haare ausgefallen, Ängste, Panik, Unruhe, und und und.

x 2 #54


Kruemel_68
Zitat von kadisha:
@Kruemel_68 welches Medikament hast du abgesetzt und wie sahen deine Reduktionsschritte aus ?

Liest du auch mall was man antwortet?

Zitat von Kruemel_68:
Ja, ich bin komplett AD frei. Habe ca. 2 Jahre Mirtazapin 22.5 mg genommen.

Ich habe immer max 10 % der aktuellen Dosis reduziert.

x 3 #55


kadisha
Zitat von luciana:
Ich hatte mit dem Leben schon abgeschlossen. Das war nur mehr ein Vegetieren. Ich hatte keine Kraft mehr mich allein zu waschen, oder auf Toilette zu ...

Einfach schrecklich 😢

x 1 #56


kadisha
Zitat von Kruemel_68:
Liest du auch mall was man antwortet? Ich habe immer max 10 % der aktuellen Dosis reduziert.

Sorry! Aber ich muss es wohl überlesen habe sonst hätte ich nicht noch mal gefragt

x 1 #57

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Johannesschraub
Zitat von sandracookie:
Was ich mich Frage: Wie soll man das denn unterscheiden, was noch Absetzsymptome sind und was Symptome der eigentlichen Erkrankung nach so langer Zeit? Zumindest bei mir ist's ja so, dass zuerst meine Erkrankung vorlag und dass ich sowohl ohne, als auch mit AD schon gute als auch schlechte Zeiten hatte und der ganze ...

„Hallo!

Deine Frage trifft genau den wundesten Punkt der gesamten Psychiatrie. Es ist verdammt schwer zu unterscheiden, und genau deshalb stehen auch so viele Ärzte vor einem riesigen Rätsel.

Vorab das Wichtigste: Das sind keine allgemeingültigen Gesetze. Jeder Körper, jede Psyche und jedes Nervensystem reagiert absolut individuell. Es gibt hier kein Schema F, das auf jeden Menschen zu 100 Prozent passt. Aber die Erfahrung und die neueste Forschung zeigen uns Muster, wie es sich am häufigsten unterscheidet:

Am besten lässt sich das an drei großen Unterschieden festmachen, die man im Alltag bei sich selbst beobachten kann:

1. Das Muster der „guten und schlechten Zeiten“ (Wellen vs. Dauerzustand)
Du schreibst, dass du mit und ohne Medikament schon gute und schlechte Phasen hattest. Das ist bei einer Grunderkrankung völlig normal. Aber achte mal auf das Tempo:
Prolongierte (verlängerte, anhaltende oder verzögerte) Absetzsymptome kommen oft völlig unvorhersehbar in extremen, tages- oder stundenweisen Zacken (das sogenannte „Wave-and-Window“-Muster). Du hast ein paar Tage, an denen du denkst, du hast es geschafft („Fenster“), und am nächsten Morgen haut es dich aus dem Nichts und ohne psychischen Auslöser komplett um („Welle“).
Ein Wiederaufflammen der Erkrankung schleicht sich eher langsam, konstant und linear über Wochen an. Es gibt dabei selten diese plötzlichen, tageweisen Wechsel von „völlig gesund“ zu „schwer krank“ und zurück.


2. Der Typ der Symptome (Körper/Nerven vs. Psyche)
Bei Absetzsymptomen rebelliert das Zentralnervensystem, weil ihm der gewohnte Stoff fehlt. Das zeigt sich am häufigsten durch körperlich-neurologische Phänomene, die du vor deiner allerersten Tablette nie hattest: extreme Reizempfindlichkeit (Lärm oder Licht tun fast weh), plötzliche Muskelzuckungen, ein Gefühl von innerem Vibrieren, Magen-Darm-Rebellion oder die typischen Brain Zaps (elektrische Schläge im Kopf bei Augenbewegungen).
Wenn die Grunderkrankung zurückkehrt, betrifft das meistens rein die emotionale und gedankliche Ebene: die bekannte bleierne Schwere, absolute Freudlosigkeit (Anhedonie) oder tiefe Zukunftsängste, ohne diese typische körperliche Überreizung.


3. Das Phänomen der „Symptom-Metamorphose“
Beim Absetzen verändern die Symptome oft chamäleonartig ihr Gesicht. In Monat 1 hast du vielleicht Schwindel und Übelkeit, in Monat 3 ist das weg, aber dafür hast du plötzlich heftige, unbegründete Panikattacken, und in Monat 5 leidest du unter extremem „Brain Fog“ (Denkblockaden). Bei einem Rückfall der ursprünglichen Erkrankung erlebst du in der Regel exakt denselben, konstanten Ablauf und dieselbe Gefühlslandschaft wie bei deinen früheren Episoden.



Es ist ein unfassbar zäher Prozess, weil das Nervensystem nach dem Absetzen oft Monate braucht, um sich ohne die chemische Krücke neu einzupendeln. Genau deshalb ist eine enge biologische Begleitung so wichtig – damit man diese Entzugswellen abfedert und sie nicht fälschlicherweise als Rückfall deutet, nur um dann doch wieder zur nächsten Pille zu greifen.

x 3 #58


Kruemel_68
Zitat von Johannesschraub:
„Hallo! Deine Frage trifft genau den wundesten Punkt der gesamten Psychiatrie. Es ist verdammt schwer zu unterscheiden, und genau deshalb stehen ...

Wow, super erklärt 👍 Schade, dass das die Pychiater nicht lesen.

x 2 #59


L
Zitat von Johannesschraub:
„Hallo! Deine Frage trifft genau den wundesten Punkt der gesamten Psychiatrie. Es ist verdammt schwer zu unterscheiden, und genau deshalb stehen ...

Das sollte man mal jedem Arzt in die Hand drücken, der meint Absetzsymptome gibt es nicht, oder wenn dann sind sie in 2 Wochen weg.
Ganz wichtig erscheint mir auch zu erwähnen, dass Entzugssymptome nicht durch andere PP gedeckelt werden können. Man verschlechtert die Situation nur.
Das wird ja sehr gerne von den Ärzten gemacht, und dadurch das Gehirnchaos noch vergrößert.
Wenn überhaupt, dann hilft nur eine Winzdosis des abgesetzten Wirkstoffs wieder eindosieren.

x 2 #60


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