Zitat von helpless1: Und kann mir jemand eventuell Zusammenhänge erklären
Ja.
Mein Therapeut hat es mir Mal so erklärt, ich hoffe ich gebe es verständlich wieder:
Jeder Mensch hat einen Stresspegel. Stell es dir wie eine Kurve vor. Er steigt bei aufregenden und anstrengenden Sachen, sinkt in Ruhephasen aber auch wieder ab.
Bei Menschen mit einer Panikstörung ist es so, dass die Kurve generell höher liegt als bei "normalen" Menschen. Sprich wir haben uns empfinden mehr Stress. Die Auslöser werden dann meistens in der Therapie gesucht (bei mir waren es viele stressige Ereignisse, sodass mein Körper gar nicht die Möglichkeit hatte sich zu erholen). Wenn auf das eh schon hohe Stresslevel kleine bis große Ereignisse (Besuch bei Freunden, Konzertbesuche, ja manchmal sogar nur einkaufen) hinzukommen, merkt man das auf Grund der hohen Stresskurve um so mehr. Eine Panikattacke ist im Prinzip nix anderes, als das unser persönliches Stresslimit überstiegen wurde und der Körper einem mitteilen möchte "So, es reicht". "Normale" Menschen würden beim Einkaufen keine Panik bekommen, da sie ein niedrigeres Stresslevel haben und solche Ausschläge gar nicht mitbekommen.
Und um beim gleichen Beispiel zu bleiben: Du hast einen grundsätzlich erhöhten Stresspegel. Auf Dauer schlägt sich das auch körperlich nieder, wenn du das Mal logisch weiter spinnst. Menschen reagieren bei Stress teilweise mit:
- Reizbarkeit
- Vergesslichkeit
- Auch Lichtempfindlichkeit
- sowas wie Zähneknirschen oder sonstiger Anspannung oder Verkrampfung im Körper. Das führt je nach Region dann zu Verspannungen, schmerzen, taubheitsgefühlen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, und allem, was Verspannung auslösen kann.
Auch Schwindel im Liegen ist normal. Du bist nervös, angespannt, unruhig. Und legst dich hin und verordnest deinem Körper Ruhe. Da ist das klar, dass du die Anspannung spürst.
Zitat von helpless1: Hatte das jemand schon so gehabt bzw kennt gute Tipps ?
Sport ist ein wirklicher Gamechanger. Glaub mir. Am besten sowas wie Ausdauersport. Joggen. Joggen senkt das Stresslevel. Ich habe mich zu Anfang gezwungen, aber es tat wirklich nachhaltig gut.
Auch heute drehe ich noch täglich Fahrradrunden mit dem Hund.
Zusätzlich gibt es noch allgemeine Tipps, die gut helfen können:
- Beruhigung wie zB Mal ein Entspannungsbad. Meditation. Yoga. Ein gutes Buch lesen. Alles das, was dich beruhigt.
- in welchen Situationen tritt die Panik auf? Ich hatte es zB Mal beim Einkaufen. Stellte sich in der Therapie heraus, dass ich auf nüchternen Magen einkaufte und mein Blutzucker im Keller war. Also vielleicht beim nächsten Mal einen Apfel essen.
- kein Koffein. Das fördert Angst und Panik.
- weniger Nikotin, solltest du rauchen. Gleiches wie Koffein. Aber nicht unbedingt aufhören, denn das bedeutet auch Stress für den Körper.
Und das wichtigste: weitermachen. Lass dir von der Panik nicht vorschreiben, was du zu tun oder zu lassen hast (natürlich im normalen Rahmen). Panik beim Einkaufen? Trotzdem machen. Der Körper lernt mit der Zeit, dass es keinen Grund gibt Panik zu bekommen.
Heißt andererseits aber nicht, dass du jetzt jedes Wochenende auf Konzerte gehen sollst. Bezieht sich auf die alltäglichen Dinge. Einkaufen. Raus gehen. Spazieren. Mach das ruhig weiter.
Und was ich dir versprechen kann: es wird's besser werden. Wurde es bei mir auch.
Bei Fragen gerne melden.
Liebe Grüße
Alex