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Hallo zusammen!
Ich hatte vor 2 Wochen eine Campylobacter-Infektion (bakterielle Durchfallerkrankung). Nachdem ich die ersten 2 Tage leichtes Fieber und dann auch extrem Durchfall hatte, ging es nach und nach besser und mittlerweile habe ich eigentlich nur noch ab und an leichte Bauchschmerzen.

Was mich aber sehr beunruhigt, ist Folgendes: Ich gehe seit gestern wieder arbeiten (Bürojob) und habe direkt gemerkt, dass mich kleinste Tätigkeiten schon unglaublich anstrengen. Sei es der (sehr langsame) Gang zum Zug oder auch nur das Sitzen auf meinem Bürostuhl. Ich habe das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können, und mein Herzschlag, der sonst bei maximal 60, eher 55 liegt, ist konstant bei 75. Ich weiß, dass das kein "Herzrasen" im eigentlichen Sinne ist, aber für mich, die eben zu einem sehr niedrigen Puls neigt, fühlt es sich schon ziemlich schnell an. Treppensteigen sorgt für spontane Schweißausbrüche.

Ich habe jetzt Angst, dass dieses Bakterium irgendwie doch aufs Herz geschlagen ist - sei es dadurch, dass ich eine Herzmuskelentzündung entwickelt habe. Wobei ich mich während des Infekts schon geschont habe, allerdings musste ich ja zum Arzt auch irgendwie kommen und bin da eben ca. 1 km hin und zurück zu Fuß gelaufen, mit leichtem Fieber (natürlich langsam, aber trotzdem. ).
Oder, wie ich gelesen habe, gibt es wohl auch einen bestimmten Campylobacter-Stamm, der zu Infektionen des Herzens führen kann. Ob ich den habe, wurde natürlich nicht bestimmt, sondern nur die generelle Art. Ich hatte den Arzt zwar auch gefragt, ob das Bakterium um sich greifen kann, aber er sagte, nein, das würde nur den Darm betreffen. Allerdings hatte er auch gesagt, es könne durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, was, wie mir das Gesundheitsamt mitteilte, wohl auch nicht stimmte. Das stärkt natürlich wieder wahnsinnig mein Vertrauen in Ärzte.

Ich habe zwar ohnehin vor, zum Arzt zu gehen, das wird aber erst morgen möglich sein, da mich heute keiner mehr annimmt (zumindest kein Internist/Kardiologe und mein Hausarzt, würde mich aus o.g. Gründen leider nicht beruhigen und könnte mit seinen Gerätschaften auch maximal abhören und Puls/Blutdruck kontrollieren. ).
Bin schon völlig in Panik, dass es bis morgen so schlimm sein könnte, dass ich ins Krankenhaus muss.

Sage mir aber gleichzeitig immer wieder, dass es auch sein könnte, dass ich von dem Infekt noch so schlapp bin. Dann irritiert es mich aber wiederum, dass ich vor 5 Tagen, als der Infekt eigentlich noch schlimmer war, weniger Atemnot-Probleme hatte.

Achso, bevor jemand fragt: Ich mache seit März eine Psychotherapie und bislang ging es mir auch wirklich besser, aber dieser Infekt hat mich jetzt wieder meilenweit zurückgeworfen. Meine Therapeutin ist gerade für 2 Wochen im Urlaub, von daher kann ich da auch nichts machen.

Ich brauche einfach etwas Austausch und Meinungen/Erfahrungswerte. Kennt jemand von euch sich mit Campylobacter-Infektionen und/oder Herzerkrankungen aus? Was könnte meine Probleme auslösen?

DANKE schon mal und liebe Grüße!

13.08.2019 12:18 • 14.08.2019 #1


9 Antworten ↓


vioma
Hallo Junebug,
also für mich klingt das alles eher danach, dass es die Angst ist, die dein Herz schneller schlagen lässt. Dass du nach einem Infekt schnell k.o. ist, ist völlig normal. Das würde jedem so gehen, der einige Tage außer Gefecht gesetzt war. Campylobaktern sorgen ja auch dafür, dass der Darm einiges an wichtigen Mineralien verliert, durch die häufigen Durchfälle. Das wieder aufzubauen, dauert nun mal. Und natürlich kann es an einem Tag mit dem Kreislauf besser sein und dann scheinbar wieder schlechter, das muss nichts bedeuten.
Wenn du nun erschöpft bist, hat dein Herz mehr zu pumpen und braucht auch länger, bis sich der Puls wieder normalisiert. Das macht verständlicherweise erst mal Angst, wenn man es nicht kennt und diese Angst führt dann wiederum erstrecht dazu, dass sich der Körper nicht verhält, wie er sollte.
Solange du keine starken Schmerzen in der Herzregion hast, halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass sich die Infektion bis zum Herzen ausgebreitet hat.
Es schadet natürlich nicht, trotz allem zum Arzt zu gehen, kann ja auch ganz andere (harmlose) Ursachen haben. Aber bis dahin kann ich dir nur empfehlen ruhig zu bleiben und der Angst nicht zu viel Raum zu geben.

13.08.2019 15:09 • x 1 #2



Atemnot nach Campylobacter-Infektion - Herz?

x 3


Also du kannst auch zu einer kassenärztlichen Notfallpraxis gehen und um ein ekg bitten . Danach weißt du was Sache ist. Schweißausbrüche wegen Treppen steigen finde ich nicht in Ordnung.
Puls 75 ist absolut ok ...
natürlich kann ein Infekt einen schlapp machen doch da ich dich nicht kenne , kann ich dir auch nicht raten , alles auf die Angst zu schieben . Dein bakterieller Infekt war vor 2 Wochen und du bist schlapp . Da finde ich , solltest du beim Arzt auf ein Blutbild (elektrolyte u crp) bestehen . Somit hast du Sicherheit , dass alles in Ordnung ist . Wenn ich Ärzten kritiklos vertrauen würde dass schon alles in Ordnung ist (ohne irgendeine Diagnostik ) wäre ich schon längst weg.

13.08.2019 19:07 • #3


med
Zitat von blue1979:
Also du kannst auch zu einer kassenärztlichen Notfallpraxis gehen und um ein ekg bitten . Danach weißt du was Sache ist.


Es wäre zu schön, wenn man eine Myokarditis alleine mit einem EKG diagnostizieren könnte.
Eine MK ist sehr schwer zu diagnostizieren ( mit Sicherheit überhaupt nur mit einer Biopsie ) und wird i.d.R meist als Folge eines viralen Infektes (meist der oberen Atemwege ) ausgelöst. Bakterielle Infektionen sind eher selten.
Wenn die Atemnot nicht weg geht, dann würde ich auch nochmal einen Kardio drauf schauen lassen.
Insgesamt halte ich es aber für eher unwahrscheinlich.

Leider ist auch die Aussage - Solange du keine starken Schmerzen in der Herzregion hast, halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass sich die Infektion bis zum Herzen ausgebreitet hat.- nicht richtig.
Schmerzen sind nicht das Leitsymptom und treten nur in ca. 20% der Fälle auf. Aber wie gesagt, ich gehe auch nicht von einer Myokarditis aus ( allerdings aus anderen Gründen )


Nachtrag: Ich habe gerade mal im Netz gesucht, ob da etwas über die Wahrscheinlichkeit einer Myokarditis bei Bakterieninfektion steht.

Hier aus Wikipedia:

Bakterielle Erreger, unter anderem Brucellen, Campylobacter-Arten, Chlamydophila pneumoniae und Chlamydophila psittaci, Clostridien, Corynebacterium diphtheriae, Coxiella burnetii, Ehrlichia, Legionellen, Listeria monocytogenes, Mycobacterium tuberculosis, Mycoplasma pneumoniae, Neisseria meningitidis, Pneumokokken, Salmonellen, Shigella-Arten, Staphylokokken, Streptococcus pyogenes, Tropheryma whipplei und Vibrio cholerae, sind bei Patienten mit intaktem Immunsystem selten.

13.08.2019 21:07 • x 1 #4


Danke für die Info , dachte dass bakterielle Infektionen eher zu einer Herzmuskelentzündung führen können .

13.08.2019 21:58 • #5


Erst einmal danke für die Antworten.
Ich war heute bei einer Kardiologin und die hat mir nur Blut abgenommen. Sie vermutet, dass die Darmerkrankung mir Mineralstoffe entzogen hat und ich deshalb jetzt so schlapp bin. Ich weiß zwar nicht, woher dann die Atemnot kommen soll, aber nunja... Sie hat mir diverse Mineralien aufgeschrieben, die ich jetzt hochdosiert für 5 Tage nehmen soll und im Blut wird nach Entzündungswerten, Leber- und Nierenwerten und eben Mineralstoffen geschaut...
Sie wollte mich sogar krank schreiben, aber da ich gerade erst 2 Wochen wegen des Infekts krank geschrieben war, wollte ich das nicht. Dann sagte sie "Ihre Entscheidung", was mich natürlich gleich wieder geängstigt hat. Dachte direkt, sie geht von einer HME aus und will mich deshalb schonen...
Ich habe mich dann sogar getraut, nochmal nachzuhaken, ob nicht was am Herzen sein könnte, aber sie meinte, das glaubt sie nicht.

Daraufhin meinte ich, dass ich ja bloß darauf komme, weil Bakterien ja theoretisch sich auch ausbreiten können. Die sehr beruhigende Antwort: "Ja, das kann theoretisch passieren". Super.
Ich versuche, darauf zu vertrauen, dass sie als Kardiologin sich gut auskennt und bei einem erhärten Verdacht sicher ein EKG, Ultraschall oder sonstwas gemacht hätte, aber so wirklich beruhigt bin ich leider nicht...

14.08.2019 09:11 • #6


Das wird schon alles gut gehen, da bin ich mir sicher. Es wird vom Darm kommen. Der Darm muss aufgebaut werden.
Erstaunlich wie schnell die meisten hier Termine beim Facharzt bekommen. Mein Termin beim Kardiologen ist im Januar 2020..

14.08.2019 09:19 • x 1 #7


med
Zitat von junebug:
"Ja, das kann theoretisch passieren". Super.
Ich versuche, darauf zu vertrauen, dass sie als Kardiologin sich gut auskennt und bei einem erhärten Verdacht sicher ein EKG, Ultraschall oder sonstwas gemacht hätte, aber so wirklich beruhigt bin ich leider nicht...


Ich habe Dir ja schon geschrieben, dass es sehr selten ist, dass Bakterien sich auf das Herz 'ausbreiten'.
Das Du nicht beruhigt bist, ist ein eben ein Problem bei Angstpatienten. Die einfache Antwort - nein, da können sie beruhigt sein. Das kann niemals bei ihnen passieren- bekommt man eben fast nie. Es kann immer alles passieren, aber so ist das Leben nun mal. 100-ige Sicherheit gibt es nicht.

Das Problem bei Angstpatienten ist im Prinzip, die ständige Überdiagnostiziererei. Wird dem einen Arzt nicht geglaubt bzw. der Aussage nicht ausreichend vertraut, geht man zum nächsten , dann werden dort wieder Untersuchungen gemacht, die zu weiteren Ängsten und zu neuen Untersuchungen führen.
Im Prinzip hätte Dein Hausarzt hier auch eine Labordiagnostik und einen Darmaufbau machen können. Es ist eigentlich logisch, dass nach längerer Durchfallerkrankung Nährstoffe fehlen und dass man geschwächt ist.

Nur weißt Du jetzt eben immer noch nicht, woher Deine Atemnot kommt.
Aber mal zur Beruhigung. Auch wenn es im Extremfall eine Myokarditis wäre, so heilt die bei den meisten Menschen von alleine wieder aus.

14.08.2019 09:51 • x 2 #8


Zitat von Lara1204:
Das wird schon alles gut gehen, da bin ich mir sicher. Es wird vom Darm kommen. Der Darm muss aufgebaut werden. Erstaunlich wie schnell die meisten hier Termine beim Facharzt bekommen. Mein Termin beim Kardiologen ist im Januar 2020..


Liebe Lara, danke für deine Antwort. Tatsächlich habe ich auch extreme Probleme mit Terminen bei Fachärzten - früher, als ich noch privat versichert war, hat man den Unterschied auf jeden Fall gemerkt.
In diesem Fall ging es so schnell, da die Kardiologin auch hausärztlich tätig ist und deshalb eine Akutsprechstunde hat. EKG macht sie auch kostenfrei, aber den Herzultraschall müsste man, anders als beim "richtigen" Kardiologen bezahlen, da sie das privatärztlich macht.
Ich habe auch mal in einer Kardiologie einen Termin am selben Tag bekommen, aber das lag daran, dass ich da sehr akute Probleme hatte und der Arzt sagte "Wenn man uns das so schildert, können wir nicht Nein sagen". Ich denke, da war aber viel Kulanz dabei, weil ich eine neue Patientin war. Wenn ich da jetzt jedes mal hinrennen würde, ginge es sicher nicht immer so schnell.
Allerdings ist es bei den meisten Fachärzten so, dass es über den Hausarzt schneller geht. Ich mache das auch ungerne, aber einmal hatte ich z. B. nach einer Flugreise geschwollene Beine und eben Verdacht auf eine Thrombose - Termin beim Facharzt unmöglich, also war ich beim Hausarzt und der hat dann einfach beim nächstgelegenen Facharzt angerufen und zack, konnte ich sofort vorbeikommen.
Damit meine ich nur, wenn es sehr akut ist, gibt es immer irgendwie Möglichkeiten, aber ich kann verstehen, dass man nicht ständig wegen allem zum Arzt rennen will.

14.08.2019 10:32 • #9


Zitat von junebug:
Liebe Lara, danke für deine Antwort. Tatsächlich habe ich auch extreme Probleme mit Terminen bei Fachärzten - früher, als ich noch privat versichert war, hat man den Unterschied auf jeden Fall gemerkt.In diesem Fall ging es so schnell, da die Kardiologin auch hausärztlich tätig ist und deshalb eine Akutsprechstunde hat. EKG macht sie auch kostenfrei, aber den Herzultraschall müsste man, anders als beim "richtigen" Kardiologen bezahlen, da sie das privatärztlich macht.Ich habe auch mal in einer Kardiologie einen Termin am selben Tag bekommen, aber das lag daran, dass ich da sehr akute Probleme hatte und der Arzt sagte "Wenn man uns das so schildert, können wir nicht Nein sagen". Ich denke, da war aber viel Kulanz dabei, weil ich eine neue Patientin war. Wenn ich da jetzt jedes mal hinrennen würde, ginge es sicher nicht immer so schnell.Allerdings ist es bei den meisten Fachärzten so, dass es über den Hausarzt schneller geht. Ich mache das auch ungerne, aber einmal hatte ich z. B. nach einer Flugreise geschwollene Beine und eben Verdacht auf eine Thrombose - Termin beim Facharzt unmöglich, also war ich beim Hausarzt und der hat dann einfach beim nächstgelegenen Facharzt angerufen und zack, konnte ich sofort vorbeikommen.Damit meine ich nur, wenn es sehr akut ist, gibt es immer irgendwie Möglichkeiten, aber ich kann verstehen, dass man nicht ständig wegen allem zum Arzt rennen will.

Da ich eine Thrombose hatte, kann ich immer zum Gefäßchirugen wenn was komisch ist. Gott sei Dank. Mir MRT Terminen hatte ich auch noch nie Probleme.
Zum Kardiologen gehe ich nur zur Kontrolle. Habe ein leicht erhöhten Wert. Der Genbedingt ist.

14.08.2019 10:37 • #10



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