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Guten Morgen,

ich melde mich aus Hamburg.

Bin seit Wochen in dissuziativen Empfindungsstörungen, die mich sehr viel Kraft kosten. Die Zustände halten oft stundenlang an, manchmal auch den ganzen Tag. Es fühlt sich alles so unwirklich an und sieht auch so aus, habe Angst verrückt zu werden. Als würden Wellen voller Unruhe durch meinen Körper strömen, bin völlig angespannt im Kopf und habe starke Verspannungen vom Hinterkopf links bis runter über Hals-Nacken-Rücken, mit einem Gefühl, als säße mir eine Verhärtung im Rücken. Wenn das Wetter wechselt, gehts mir jedes Mal schlechter.
Es fing an mit einer Erschöpfung und Verspannung ich bekam vorerst Mass., dann eine Cranio Sacrale Anwendung, wonach mir eiskalt wurde und mein ganzer Körper wie elektrisiert kribbelte. An diesem Abend habe ich den Notdienst angerufen, es wurde lediglich ein erhöhter Blutdruck festgestellt. Nunmehr, bis zur Therapie halte ich mich mit Neurexan über Wasser, einmal habe ich Atosil genommen, mochte die Wirkung aber nicht. Ich sitzte jeden Abend mit Wärmflasche, mache warme Fussbäder, reibe und massiere mich, manchmal möchte ich ins Krankenhaus, dann will ich wieder zu Hause bleiben. Oft denke ich, dass ich eine Krankheit im Rücken oder an der Halswirbelsäule habe, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das alles nur von meiner Angst und vom vegetativen Nervensystem allein kommt. Ich hatte zuvor starke Belastungen, im Laufe der Zeit hat sich eine enorme Angst gegen zahnärztliche Behandlung entwickelt, auch vor Nebenwirkungen von Medikamenten, vor Enge und Wasser.

Danke fürs Lesen Dagmar R.

08.10.2011 09:33 • 15.10.2011 #1


7 Antworten ↓


hallo Dagmar,
ich habe eben gerade auch einen neuen beitrag verfasst, weil ich wieder mal an zienlich vielen verschiedenen symptomen leide. bei der suche nach dem wort neurexan bin ich auf deinen beitrag gestoßen. diese unwirklichkeitsgefühle kenne ich bei mir nur zu gut. in letzter zeit halten sie ständig an, ich fühle mich eigentlich fast nie "nicht unwirklich". schon komisch, als ob man immer so neben sich steht. ich weiß nicht genau wie das uasgelöst wird und wie das gefühl entsteht. ich wollte es nun auch mal mit neurexan versuchen, wie hilft es dir?
naja...da ich seitdem ich 18 bin (nun 28) an diesen unwirklichkeitsgefühlen leide und eben seitdem keine erkrankung festgestellt wurde, führe ich es schon auf meine angststörung zurück. es muss damit zutun haben.
Viele Grüße

13.10.2011 22:36 • #2



Angst, Unwirklichkeitsgefühle, Kribbeln

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Hallo ihr zwei,

ich reihe mich gleich mal bei euch ein. Ich leide in den letzten Tagen auch wieder stark unter Unwirklichkeitsgefühlen und Kribbeln im Nacken- und Rückenbereich. Ich bekomme dann auch immer ganz kalte Hände und Füße. Manchmal herrscht dann in meinem Kopf eine absolute Leere. Ich hasse diese Gefühle. Vor allem denke ich dann ständig, ich wäre unterzuckert (hab Diabetes).
Wenn ich mich anstrenge und über irgendwas nachdenke oder mich körperlich aktiviere ( ), dann wird es manchmal besser.
Bin auch an Erfahrungen zu Neurexan interessiert.

Ich kann mir das auch kaum vorstellen, dass diese Gefühle allein durch Einbildung entstehen.

13.10.2011 23:09 • #3


Hallo Ihr Beide,

danke für Eure Antworten,

mir ging es von Sonntag bis Dienstag besser, dann ab Mittwoch wieder diese Benommenheit, ich brachte es mit dem Hochdruckwetter in Verbindung, weil ich häufiger die Erfahrung machte, dass sich meine Beschwerden bei Wetterwechsel verschlechtern, Therapeuten dagegen meinen, dass es nicht von außen kommt, sondern meine Gedanken dazu sind, ich hatte aber erst die Benommenheit, bevor ich erfuhr dass das Wetter sich ändert! Die Verspannungen im Hals-Nacken-Bereich sind auch wieder stark, habe mich einmal zum Rückensport aufgerafft, seit dem habe ich Muskelkater und bin wieder sehr verspannt. Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf, ob mit meiner Halswirbelsäule was nicht stimmt oder ob gar meine Amalgamfüllungen meine Zustände mit auslösen, dazu fiel mir ein, dass vor längerer Zeit mir mal im Schlafzimmer ein Quecksilberthermometer herunter gefallen ist. Oder ob ich womöglich unterzuckert bin, weil ich häufig Appetit auf Süßes verspüre. Meine letzte Gesundheitsprüfung war Anfang d.J., zum Hausarzt mag ich auch schon nicht mehr gehen, komme mir vor wie ein Hypochonder, obwohl ich denke, ich sollte noch mal gründlich untersucht werden, womöglich ist etwas nicht gefunden worden. All das gehört aber zur Angsterkrankung, von daher ist es schwierig herauszufinden, was ist nun womöglich organisch oder ist tatsächlich alles rein psychisch. Aber warum geht es mir an manchen Tagen besser - dann habe ich wieder Hoffnung durch zu sein - und dann spüre ich schon morgens im Bett, wie sich alles wieder verschlechtert. In diesen Zuständen ist auch mein Gesicht völlig angespannt und mein Blick anders, meine Augen leuchten dann nicht. Gerade nehme ich gar nichts ein und versuche meine Gefühle mal zu fühlen. Eine Wärmflasche im Rücken tut gut und einen Schal mal stramm um den Kopf binden, das gibt Halt. Mir hat in schlimmeren Situationen tatsächlich Neurexan geholfen, zudem hatte ich Avena sativa comp. Tropfen genommen, ähnlich in der Zusammensetzung wie Neurexan, die Tropfen haben zusätzlich noch Hopfen drin. Meine Zustände sind aber insgesamt nicht mehr so schlimm, wie sie einst waren, da hatte ich Zeiten nachts, dass ich wie verwirrt durch die Wohnung geisterte und kurz davor war, einen Krankenwagen anzurufen. Hilfreich ist auch, ein Angstbuch zur Verfügung zu haben, wo man nachlesen kann, wie man sich bei einem massiven Angstschub verhalten kann. Und hilfreich ist auch, dass man damit nicht allein da steht, sondern es Anderen auch so geht.

Lieben Gruß Dagmar R.

14.10.2011 09:33 • #4


Hallo!
Bin auf deinen Beitrag gestoßen, wegen der Unwirklichlichkeitsgefühle. Mir geht es zur zeit auch so. Das Schwierige finde ich auch, diesen zustand anderen zu beschreiben, da sie es oft nicht verstehen können. Aber in dieser Situation zu sein ist schon übel, weil man sich ja auch auf sich selber nicht mehr verlassen kann, wenn man sich nur noch "verkehrt" wahrnimmt.Liebe Grüße
Komme auch aus dem eher hohen Norden.

15.10.2011 15:54 • #5


Hallo,

da kann ich mich auch einreihen. Bei mir ist es oft abhängig mit welchem Menschen ich zu tun habe - bei manchen treten die Unwirklichkeitsgefühle stärker auf, und bei anderen nicht. Wenn ich mit einer bestimmten Person zusammen bin dann treten diese Gefühle sehr stark auf und ich bekomme das beklemmende Gefühl gleich zu sterben oder in Ohnmacht zu fallen. Das überfällt mich dann fast.
Ich meide diese Person daher in letzter Zeit, obwohl ich sie eigentlich gerne mag.

Das tut mir dann weh!

Liebe Grüße,
Alva

15.10.2011 16:50 • #6


Hallo ihr Lieben, hab das auch immer mol wieder, alklerdings macht es mir inzwischen keine große Angst mehr (ich hab es aber auch gott sei dank nie so lange). Was glaub ich ganz wichtig ist, ist was du schreibst von "die Gefühle mal richtig fühlen". Das ist genau das, was mein Thera immer zu mir sagt. Er sagt, dass die Angstsymptome alle nur unterdrückte Gefühle sind....

LG Eure Püppi

15.10.2011 18:57 • #7


Hallo,

danke für Eure Antworten. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, wenn Andere damit nichts anfangen können. Ich nenne sie immer Unwirklichkeitsgefühle, wobei neben der Unwirklichkeit und Benommenheit so eine Schwere im Kopf ist und alles so unreal wirkt. Manchmal schlägt es auf die Augen, dann ist das Sehen eingeschränkt, auch die Ohren sind mal belegt, Geruchssinn verstärkt, und manchmal wirkte es so, als ob ein Tier vorbeifliegt. Mir wurde es so erklärt, dass es durch Stress und starke Belastungen entsteht und das vegative Nervensystem durcheinander bringt, daraus folgen psychovegative Irritationen, auch dissuziative Empfindungsstörungen genannt. Als ich den Zusammenhang nicht wusste, hat mir das enorme Angst gemacht, glaubte verrückt zu werden und in die nächste Psychiatrie zu müssen. Dann stellte ich fest, dass gewisse Menschen mich beruhigen können und mir meine Angst nehmen, und Andere, in deren Gegenwart ich mich nicht wohl und verunsichert fühle oder mich nerven und anstrengend sind , dass dann diese Gefühle stärker werden. Habe heute mit der Trainerin beim Sport gesprochen, wir machten Feldenkrais, was mir gut tat. Meine Beschwerden sind erstmals nach einer Cranio Sacrale Behandlung aufgetreten, bisher habe ich nur gehört, dass es hilft und gut tut, und dass es keine Nebenwirkungen hat. Die Trainerin glaubte mir, sie hatte selbst mal so eine Anwendung und anschließend eine Zeit lang eine steife Hand. Es kann schon mal vorkommen, dass Übersensible bei feinstofflichen Behandlungen extrem überreagieren, bzw. dass Unterschwelliges aktiviert wird, wenn dann durch diese fremden Gefühle eine enorme Angst hinzukommt, steigert man sich selbst noch tiefer hinein. Sie hat mich auch insofern beruhigen können, dass der Körper sich nach einer gewissen Zeit selbst wieder regeneriert. Durch diese Gefühle wird man auch zur Ruhe gezwungen, obwohl innerlich alles aktiv ist und vibriert. Und sich selbst fühlen ist wichtig, auch alles, was man bisher als negativ bewertet und unterdrückt hat. Ich konnte mich immer gut in Andere hineinfühlen, selbst mochte ich vor Anderen nicht weinen, nicht meine Trauer und nicht meine Wut zeigen und aussprechen. Sicher ist es so eingerichtet, dass diese massiven, unangenehmen Gefühle mich nun zwingen, mich selbst zu fühlen und dort, wo ich bisher unwirklich war, nun wirklich und authentisch zu sein. Scheint was dran zu sein am Sprichwort, wer nicht hören will, muss fühlen. Und natürlich soll noch herausgefunden werden, wo die Quelle meiner Ängste liegt und wie ich sie wieder verlernen kann.

Lieben Gruß Dagmar R.

15.10.2011 23:14 • #8




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