Himmelsfeder

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Mir ist aufgefallen das mich mehr und mehr depressive Verstimmungen einholen, besonders dann wenn eine Pa einigermaßen 'überstanden' ist und ich dann irgendwie alleine bin...dann zieht es mich in ein solches Loch..

Besonders wenn man vorher dachte, man würde sich gut entwickeln und das es besser wird, dann zieht einen das so heftig runter..

Ich merk für mich auf jeden Fall das ich schon Richtung Depression tendiere..mir macht nichts mehr spaß, ich fühl mich nur noch leer und wenn ich mal aus diesem tief 'rausschau' dann ist da gleich die pure Angst..

Ich frage mich dann immer wozu kämpfst du überhaupt? Ich hab total das Vertrauen in meinen Körper verloren, er kommt mir vor wie ein wildes Tier das unberechenbar ist und das mich richtet, ohne das ich etwa tun kann..und diese Ohnmacht reisst mich so runter..

kennt jemand dieses Gefühl?

09.06.2011 23:25 • 14.06.2011 #1


7 Antworten ↓


psydo


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Hi Himmelsfeder,

aus meiner Erfahrung gehen Depression und Angst Hand in Hand.
Ich mußte mir nur irgendwann mal eingestehen, daß meine Angst die Folge unverarbeiteter Gefühle ist.
Ich spüre es allerdings nicht immer so direkt nacheinander. Mein Fehler ist, daß ich es immer allen Recht machen möchte und nicht anecken.
Wenn ich dann mal was sage, weichen alle erschrocken vor mir zurück und nehmen Abstand. Ich weiß nicht, warum ich gefühlsmäßig nichts geregelt kriege. Es war schon immer so, auch als Kind. Leider muß ich morgen auf meine gesamte Familie treffen, die mich meiner Meinung nach krank gemacht hat.
Aber ich möchte mich schon seit langem gerne beherrschen und keine Gefühle darüber zeigen.
Das hat die letzten Tage fast ununterbrochen körperliche Symptome ausgelöst. Ich glaube, der Körper möchte uns zeigen, wenn der Geist bestimmte Gefühle nicht mehr ertragen kann.
Was machst du über Pfingsten?

lg psydo

10.06.2011 16:48 • #2


Eulalia


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@psydo: kennst du das Buch von Alice Miller 'Die Revolte des Körpers' ? Ein tolles Buch, dass dir sicher ein Stück weiterhelfen wird

10.06.2011 17:18 • #3


Lou2508


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Halli Eulalia,

toller Buchtipp von Alice Miller, habe ich mir gleich bestellt - mit dem Buch von Roger Baker " Wenn die Angst plötzlich kommt", hatte auch eine Teilnehmerin hier empfohlen.

Alles Liebe,

Charly

11.06.2011 11:23 • #4


MiniMaus


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Hallo Himmelsfeder,

kenne diese Phasen der Depression auch und empfinde diese schlimmer als die Angst selber!
Einfach nur schrecklich so hilfslos zu sein und nichts gegen diese Gefühle tun zu können.

Aus Erfahrung kann ich Dir jedoch versichern, dass diese depressiven Phasen vorbeigehen. Das ist der Unterschied zu einer richtig schweren Depression! Es sind "nur" Phasen die von alleine kommen und auch von alleine wieder verschwinden!

Auch wenn es sehr, sehr schwierig ist, lasse diese Gefühle zu und akzeptiere sie als einen vorübergehenden, unerwünschten Gast, der bald auch wieder verswindet

Das wichtigste ist, sich nicht aufzugeben und an sich zu glauben!

11.06.2011 11:44 • #5


sweetjune86

sweetjune86


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Hello,

da sagst du was, an sich zu glauben. Aber das ist manchmal gar nicht so einfach. Was ist, wenn diese Gefühle einen so übermannen? Ich habe sowas früher niemals gespürt.. es ist manchmal echt heftig und ich frage mich so oft, ob es einen Weg aus diesem Teufelskreis gibt. Sicherlich, irgendwann. Aber ich habe oft gar keine Geduld.
Das schlimmste ist, dass mein Freund das überhaupt nicht nachvollziehen kann, dass ich "ohne ersichtlichen Grund" einfach nichts mehr möchte und auch kann.. jeder Tag zur Qual wird.. das ist doch nicht schön. Er ist halt immer positiv und wer sowas noch nie hatte, kann eben nicht so mitfühlen.

Ich wünsche allen viel Kraft.

Viele Grüße
sweetjune86

13.06.2011 23:28 • #6


LorenzaBAWÜ


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Hallo,
ich kenne das gefühl aucfh und ich stimme euch anderen zu. Die phasen sind schrecklich un intensiv. Manchmal stärker manchmal schwächer.... Bei mir ist dann auch die antriebslosigkeit sehr schlimm und ich bin dann sehr weinerlich. ich denkev Depression und Angst gehören zusammen. durch angst fühlen wir uns gelähmt sie lässt uns dinge denken die nicht gut für uns sind und die "phase" der depression kommt dann weil wir denken wir haben versagt und die angst nicht bekämpft!
LG

14.06.2011 00:26 • #7


crazy030


Ja, Angst und Depression gehören oft zusammen. Früher oder später kommt häufig eins zum anderen. Und das Allgemeinbild ändert sich auch oft, verschiebt sich. Am Anfang, vor 2,5 Jahren, hatte ich so etwa 8-10 Monate einige starke Panikattacken im Monat, aber die Tage dazwischen ging es mir ganz gut, quasi auch keine körperlichen Beschwerden. Dann wurden die Panikattacken weniger und verschwanden dann fast ganz, aber dafür traten immer mehr körperliche Symptome auf. Erst vereinzelt, dann fast täglich.

Und eben auch allen voran das Kernsymptom jeder Depression, nämlich "Das Gefühl, auch von dem überfordert zu sein, was man sonst problemlos bewältigt".
Also auch schnelle Erschöpfung. Und das geht wirklich los bei Tätigkeiten, die sonst nie ein Problem waren, z.B. Kaufhausbesuche. Nach kurzer Zeit in irgendwelchen Einkaufstempeln plötzlich starke Kopfschmerzen, Unwohlsein, körperliche Symptome. Und da denkt man natürlich an seine Angststörung und kommt auf die komischsten Ideen, hab ich vielleicht eine Sozialphobie etc.? Nein, es ist nichts weiter als typisch für Depression. Und vielen Leuten ist das nicht bewusst, weil sie sich unter Depression was anderes vorstellen.

14.06.2011 08:07 • #8



Prof. Dr. Heuser-Collier