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F
Hallo,
ich schrieb schon in meinem Eingangsposting, dass ich unter Ängsten leide.
Manche davon sind "harmlos", aber trotzdem quälend, wie die Angst ein Versager oder unmännlich zu sein.
Manche sind schlimmer, wie die Angst zu sterben. Ich habe dabei ganz bestimmte Todesängste, wie die Angst von einer Männergruppen totgeschlagen zu werden. Angst Opfer eines Anschlages wie der von Hanau zu werden.
Angst vor Darmkrebs.
Ich leide auch unter der Angst einfach so zu sterben. Diese Angst führt dazu, dass ich Angst habe einzuschlafen, weil ich Angst habe nicht mehr aufzuwachen.

19.11.2021 13:13 • 20.11.2021 #1


11 Antworten ↓


Steinchen
Ja das kenne ich wirklich gut.... Angst vor schlimmen Krankheiten und daran zu sterben oder Angst bei einem Autounfall zu sterben...

19.11.2021 14:15 • x 1 #2


A


Angst durch Gewalt, Krankheit oder "einfach so" zu sterben

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F
Wie gehst du mit diesen Ängsten um?

19.11.2021 14:17 • #3


Steinchen
Das ist mal besser und mal schlechter irgendwie... Grade beim Autofahren hab ich oft Probleme und Angst. Ich hab aber nie damit aufgehört. Ganz zu Beginn meiner Erkrankung habe ich genau die selben Ängste wegen des einschlafens gehabt und überlege gerade , wie ich das damals in den Griff bekommen habe. Wie lange leidest du schon darunter?

19.11.2021 14:21 • x 1 #4


Steinchen
Also mir hat es z.B immer sehr geholfen, dass ich liebe Menschen in meinem Leben hatte , die mich an die Hand genommen haben und mich nicht allein gelassen haben. Ist in deinem Leben denn irgendetwas passiert in letzter Zeit, weswegen sich diese Ängste eingestellt haben könnten?

19.11.2021 14:28 • x 1 #5


F
Das ist ganz schwer zu sagen. Ich hatte schon als Kind manchmal Angst zu sterben. Danach jahrelang nicht mehr.
Dann wurde ich Opfer von Gewalt. Ich musste ins Krankenhaus und ich musste dort natürlich auch die Nächte verbringen. Die Nächte dort waren schlimm. Der Typ, der mit mir im Zimmer war, hatte mir erzählt, dass der Mann, der vorher in meinem Bett gewesen war, sich plötzlich verschlechtert hatte. Er musste auf die Intensivstation. Es hat mir große Ängste ausgelöst.

Für mich war es schlimm, die Nächte dort allein verbringen zu müssen. Mit keinem, den ich kenne, um mich. Ich hatte Angst, dass die Gewalttäter ins Krankenhaus kommen und mich im Schlaf totschlagen.
Danach hat mich diese Angst nicht mehr wieder los gelassen. Vor allem, wenn ich nicht todmüde bin, ist das schlimm. Ich versuche todmüde zu sein durch Sport und so weiter.

Leider kann ich jetzt gerade nicht so viel Sport machen.

Zu viel Zeit zum nachdenken macht es auch schlimm.

Ich bin mit einer sehr lieben Frau zusammen sie weiß nichts von diesen Ängsten und auch meine Familie und Freunde noch nicht. Nicht mal mein Therapeut bis jetzt.
Aber das werde ich noch erzählen.

19.11.2021 14:33 • #6


F
Deine Ängste sind verständlich und normal. Dein Therapeut ist Dein Vertrauensmensch. Wenn er ein guter Therapeut mit Erfahrung ist, wird er dich verstehen, halten und Du kannst Dich ihm mitteilen (er ist, wie Du sicher weißt, zur Verschwiegenheit verpflichtet, es bleibt alles unter euch). Was ist männlich? Männlichkeit ist nicht etwas in Stein gemeißeltes. Gute Männlichkeit ist starke Menschlichkeit. In der Menschlichkeit treffen sich Männer und Frauen. Sie sind gleich und doch verschieden. Frauen haben auch männliche Teile, oft sind sie extrem stark. Männer haben auch weibliche Teile, sie können auch sehr gefühlvoll sein. Die Frage ist: darf man das zulassen und zeigen, oder unterdrückt man es. Je mehr etwas ganz bestimmtes von Männlichkeit verlangt wird, desto unfreier wird der Mensch. Hier spielen Kultur, Religion und Tradition die Hauptrolle, denn sie prägen uns früh. Wer das Spiel mitspielt schränkt sich selbst ein. Wer es nicht mitspielt sondern seinen eigenen Weg geht, wird freier sein, aber der Weg ist schwerer, es ist leichter, mitzuschwimmen . . .

19.11.2021 15:29 • x 1 #7


F
Genau das ist auch eine meiner Ängste. Angst, dass ich innerlich so wertlos bin, dass der Therapeut, meine Freunde, meine Familie oder alle, die von meinen wahren Gefühlen wissen, mich verachten und weg stoßen und ich dann allein auf der Welt bin.

19.11.2021 17:41 • #8


Icefalki
Zitat von Frittensauce:
Genau das ist auch eine meiner Ängste. Angst, dass ich innerlich so wertlos bin, dass der Therapeut, meine Freunde, meine Familie oder alle, die von meinen wahren Gefühlen wissen, mich verachten und weg stoßen und ich dann allein auf der Welt bin.



Ich denke, dass du vielleicht diese Erfahrung ganz unbewusst schon als Kind durchleben musstest. Diese Erkennis, oder auch nur dieses Gefühl, dass man immer auf der Hut sein muss, weil andere einen ständig beurteilen, und man ganz schön Probleme bekommt, wenn man zulässt, dass man irgendeine Schwäche zeigt.

Wenn du dieses Gefühl schon länger heimlich mit der rumschleppst und oberflächlich sogar der Meinung warst, ein Indianer kennt keinen Schmerz, dann brauchst du dich nicht wundern, dass du jetzt nach dieser Gewalterfahrung solche Probleme bekommst.

Nennt sich Trigger und bei dir ist der natürlich der absolute und hammerharte Trigger. Aber trotzdem ,
zu allem logischen nachvollziehbaren Ängsten , kommt jetzt ein Thema zur Sprache, das ganz tief in dir nie ans Tageslicht kommen sollte:

Du verabscheust Schwäche. Ein Mann /Mensch ist nix wert, wenn er Schwäche zeigt, wenn er sich unmännlich verhält, fühlt und ist.

Ich habe es dir schon geraten, löse dieses Muster ganz schnell auf. Sprich darüber und Du feststellen, dass manche innere Überzeugungen oder vorgelebte Wahrheiten schlicht und ergreifend Blödsinn sind .

Du hattest echt Eier in der Hose als du für deine Schwestern eingestanden bist. Dass dir das jetzt auf die Füsse fällt , nennt sich Trauma. Ersthelfer haben damit zu tun, wenn wir bei deinem Beispiel bleiben. Bedeutet, dieses Trauma soll nun bearbeitet werden, und dazu bist du bitte ehrlich. Wirst sehen, dein Therapeut versteht das voll und ganz.

19.11.2021 18:16 • x 1 #9


F
Zitat von Frittensauce:
Genau das ist auch eine meiner Ängste. Angst, dass ich innerlich so wertlos bin, dass der Therapeut, meine Freunde, meine Familie oder alle, die von meinen wahren Gefühlen wissen, mich verachten und weg stoßen und ich dann allein auf der Welt bin.

Nein, das werden andere Menschen nicht tun. Du bist nie allein. Es gibt immer Menschen für Dich, immer.

19.11.2021 18:45 • x 1 #10


F
Zitat von Icefalki:
Ich denke, dass du vielleicht diese Erfahrung ganz unbewusst schon als Kind durchleben musstest. Diese Erkennis, oder auch nur dieses Gefühl, dass man immer auf der Hut sein muss, weil andere einen ständig beurteilen, und man ganz schön Probleme bekommt, wenn man zulässt, dass man irgendeine Schwäche zeigt. Wenn ...


Ich hatte als Kind schon Angst ausgestoßen zu werden und auch Angst meine Familie zu verlieren. Auch das Ängste, über die ich nicht sprechen konnte.
Ich hatte Angst vor eine Situation wie bei "Kevin - allein zu Haus", Angst im Urlaub verloren zu gehen und so weiter.
Ich hatte Angst aus meiner Familie ausgestoßen zu werden, obwohl das nie passiert ist. Wir verstehen uns alle gut, auch die verschiedenen Teile der Familie. Es war auch nie ein Familienmitglied gemein zu mir.

Ich weiß nicht woher diese Angst kommt. Meine Eltern haben mir als Kind fast alles durchgehen lassen und mich fast nie bestraft, Geschenke gemacht, ein teures Hobby finanziert.

Alle in der Familie wollten, dass ich mehr esse. Für mich war das nicht schön. Davon jedoch abgesehen, weiß ich nicht worüber ich mich beklagen soll.

Ich verabscheue Schwäche nicht.
Noch nie ging es mir darum möglichst maskulin und stark zu sein. Ich bin ein Mann, der gerne Spaß hat, tanzt, singt, lacht, Musik hört, was erlebt. Ich mache gerne das beste aus meinem Aussehen. Ich mag Mode und Herrendüfte.
Ich bin emotional.

Ich bin nicht das Klischee von einem toughen Mann, wie ihr seht.
Trotzdem ist da dieser Gedanke, dass ein echter Mann sich wehren können muss und schützen können muss und wenn er das nicht kann nichts taugt und wenn er Angst hat nichts taugt.

20.11.2021 14:34 • x 2 #11


F
Zitat von Frittensauce:
Ich hatte als Kind schon Angst ausgestoßen zu werden und auch Angst meine Familie zu verlieren. Auch das Ängste, über die ich nicht sprechen konnte. Ich hatte Angst vor eine Situation wie bei Kevin - allein zu Haus, Angst im Urlaub verloren zu gehen und so weiter. Ich hatte Angst aus meiner Familie ausgestoßen ...

Ich würde mal sagen: Du bist klasse! Und diese tiefen Ängste vor dem Alleingelassenwerden sind normal - es ist eine tiefe Urangst im Menschen - Du fühlst sie anscheinend viel stärker als andere. Lass dich davon nicht beeindrucken und lebe Dein Leben.

20.11.2021 16:14 • x 1 #12


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