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Hallo ich würde gerne mal einen der Psychologen hier sprechen, ich habe eine Frage zum Amoklauf ist das möglich?

19.03.2009 11:26 • 30.03.2009 #1


5 Antworten ↓


Hallo noelas,

das kann ich Dir erst beantworten, wenn Du Deine Frage oder Dein Anliegen genauer geschildert hast. Dann muß ich für mich entscheiden, ob ich Dir in diesem Rahmen antworten kann und will.

Gruß

Bernd Remelius

19.03.2009 17:08 • #2



Psychologe

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ich stelle mir dauernd die Frage warum das passiert ist. Ich frage mich halt was einem Menschen passiert sein muss damit er sowas macht? Welche Faktoren da zusammen spielen. Ich will es einfach verstehen.
Deshalb wollte ich mal einen Psychologen fragen, was muss einem Menschen passiert sein in seinem Leben das er sowas macht, wie kommt man auf so eine Idee und wie kommt man dazu es dann auch wirklich zu machen.
Könnten Sie mir das beantworten?
Das beschäftigt mich sehr.

20.03.2009 11:26 • #3


Hallo noelas,

das Thema gehört zwar nicht ganz hier in unser Forum, beschäftigt aber im Moment viele Menschen. Ich kann darauf hier natürlich nur knapp antworten und meine Meinung dazu sagen. Ich bin kein Spezialist für Amokverhalten.

Mit diesen Einschränkungen ist meine Meinung dazu, dass es solche extremen Verhaltensmuster schon immer gab und auch zukünftig nie ganz zu verhindern sein werden. Menschen können ihr fantastisches Gehirn zu großen Taten, aber auch zu extremen Verhaltensmustern wie einem Amoklauf nutzen. Das gehört einfach zu unserer Spezies dazu.

Entscheidend dafür sind für mich folgende Faktoren, damit es zu einer Amoktat kommen kann:

- Menschen müssen in einer inneren (emotionalen) Ausnahmesituation sein, in der besonders das gesamte Selbstwertgefühl, das eigene Vertrauen in sich und ein soziales Netz sowie in die Zukunft brüchig geworden sein muß. Solche Menschen schwanken sich "sich aufgeben" und aggressiv andere für den eignen Zustand verantwortlich machen.
- sie haben nicht gelernt, mit solchen Situationen adäquat umzugehen (ihnen fehlen also entscheidende Verhaltensmuster)
- eine Übergangssituation, wie z.B. die Pubertät oder der Übergang ins Erwachsenenleben, der Verlust von Arbeit u.ä. verunsichert zusätzlich
- die verstärkte männliche Neigung zu aggressiven Problemlösungen (m.E. auch hormonbedingt wie im Jugendalter) erhöht die Gefahr zusätzlich
- falsche Vorbilder (das können Medien, Computerspiele, aber auch andere Personen sein) erleichtern aggressive Handlungsmuster; Imitationslernen ist ein wichtiger Faktor !
- keine ausreichende Offenheit und keine Möglichkeit, um soziale Unterstützung und Hilfe zu bitten, ist vorhanden, so daß wenig Handlungsalternativen gesehehen werden

Das sind derzeit meine eigenen Gedanken, solche Taten zu erklären oder zumindest der Versuch, ein solches Verhalten zu verstehen. Wenn man in die Geschichte der Menschheit zurückschaut oder auch heute auf andere Kontinente schaut, sieht man sehr deutlich, zu was Menschen alles fähig sind - im Positiven, aber besonders auch im Negativen. Das ist kein Phänomen unserer heutigen Zeit.

Gruß

Bernd Remelius

23.03.2009 18:14 • #4


Hallo,
vielen Dank das Sie mir darauf geantwortet haben. Ich weiss das es nicht hierher gehört, aber ich wusste halt nicht wo ich sonst einen Psychologen fragen sollte.
Noch eine letzte Frage ich bin zwar nicht persönlich mit der Tat betroffen, aber irgendwie komme ich damit nicht klar. Mit wem könnte ich darüber reden?

24.03.2009 13:35 • #5


Hallo noelas,

da bin ich kein Spezialist, aber ich würde Dir entweder raten, Dich direkt an die Polizei zu wenden. Die machen da inzwischen auch gute Beratungsarbeit. Oder wenn es mehr um die persönliche psychische Seite geht, wäre eventuell eine sog. Lebensberatungsstelle o.ä. (meist von kirchlichen Trägern wie Diakonie oder Caritas) sinnvoll. Schau doch unter Beratung mal im Branchen-Telefonbuch nach.

Gruß

Bernd Remelius

30.03.2009 11:20 • #6




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