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Zitat von derhimmelmusswarten:Nein. Aber vielleicht wieder ein Pilz oder Hormone?
Pilze sind nur dann ein Problem, wenn die Darmflora gestört ist. Die notwendige Untersuchung ist daher nicht die Suche nach Pilzen (die können auch beim Gesunden erhöht sein), sondern unbedingt und v.a. die Untersuchung der Darmflora auf ihre Zusammensetzung. Wenn die nicht stimmt
und erhöhte Pilzwerte vorliegen, dann ist eine Therapie angezeigt.
Bei den Hormonen würde ich mir nach meinen eigenen Erfahrungen unbedingt alle Befunde und Laborwerte aushändigen lassen (mache ich sowieso immer) und nachschauen, wo in der Norm die normalen Blutwerte liegen. Bei der Schilddrüse ist es nämlich so, dass der über weitere Untersuchungen entscheidende Wert TSH von den meisten Laboren und Ärzten bis 4,5 als normal gilt, während von Seiten der Forschung empfohlen wird, bei einem Wert über 2 in Verbindung mit Symptomen noch mal intensiv weiter zu untersuchen (freie Werte, Autoantikörper, Sono beim Fachmann). Evtl. kann man auch mittels 24h-Urin mal schauen, wie die Organe in Echtzeit so drauf sind und überprüfen, ob der Körper z.B. genügend Cortisol produziert.
Zitat von derhimmelmusswarten:Warum ist man denn immer so müde? Und wovon ist einem dauerhaft schwindelig? Das ist in unserem Alter doch nicht normal. Und das sind doch dann auch keine reinen Panikattacken. Was genau ist das denn??
Doch, die Panik ist Panik und nichts anderes und gehört psychotherapiert. Nicht-Angstpatienten machen sich angesichts ungeklärter und dauerhafter Symptome auch Sorgen bzw. haben Ängste, aber nicht so überzogen und ohne die massiv übersteigerte Angst vor Ohnmacht oder Unterzucker. Nicht-Angstpatienten beklagen sich vielleicht darüber, dass sie sich schlecht fühlen, und gehen deshalb ungern raus, aber sie haben keine Angst rauszugehen.
Zitat von derhimmelmusswarten:Aber meinst du, nem kleinen blöden Kassenpatienten kommt eine wirklich gute Therapieform zu?
Da mach' dir mal keine Sorgen, die Scharlatane leben von Selbstzahlern. Verhaltenstherapie ist die effektivste Behandlung von Angststörungen, damit bekommst du als Kassenpatientin die beste bekannte Therapieform. Hypnose ist bei Angststörungen nicht von den Kassen zugelassen, weil die Nachweise für ihre Wirksamkeit bei Angststörungen nicht erbracht werden konnten.
Zitat von derhimmelmusswarten:Meinst du, wenn man da einmal die Woch hin dackelt, geht es einem wieder besser?
Vom Hindackeln sicher nicht. VT lebt vom Üben und Erfahren. D.h., nachdem deine Therapeutin ein paar Gespräche auf die Anamnese verwendet hat, wird sie dir erklären, dass du früher oder später ohne Hilfsmittel raus musst, um dich der Angst zu stellen. Sie wird dich vielleicht begleiten, dir die genauen körperlichen Abläufe erklären und wie du die Angst besser aushalten kannst, aber es wird auf Konfrontation hinauslaufen. Und wenn du im Laufe der Therapie keine Bereitschaft entwickelst, das auch zu tun, kannst du es dir eigentlich gleich sparen.
Zitat von derhimmelmusswarten:Und man denkt trotzdem immer wieder: Ich habe doch was. Ich spüre es doch. Aber niemand weiß, was es ist. Bzw. es interessiert doch auch keinen.
Hm, das ist "Wasch mich, aber mach' mich nicht nass." Dir wurde eine Lumbalpunktion angeboten (die übrigens nicht zur Querschnittlähmung führen kann, vermutlich ist aufgrund irgend eines Wortes auf dem Zettel die Angstphantasie mit dir durchgegangen), du hast dich nicht getraut. Verständlich, aber alles, was eine Lumbalpunktion hätte aufdecken oder ausschließen können, erfährst du dann natürlich nicht. Im Arztbrief steht drin, dass die Patientin die Untersuchung abgelehnt hat, und die Behandler denken, wer nicht will, der hat schon. So schlimm kann's dann wohl nicht sein. Ein Ganzkörper-MRT würde bestenfalls Hinweise bringen, aber noch genug übersehen können, so dass es nicht angemessen ist. BTW kostet ein MRT von Kopf und HWS um die 800 Euro, rechne das mal hoch... Fast alle intensiven Untersuchungen sind auch invasiv, damit unangenehm und mit gewissen Risiken verbunden. Deine Symptome treten z.B. auch bei Zöliakie auf. Dann müsste man eine erweiterte Magenspiegelung mit Dünndarmbiopsie machen. Wenn der Darm rumspinnt, auch noch eine Darmspiegelung. Aber ich habe den Eindruck, dass du - falls ein Arzt sie dir vorschlagen würde - diese Untersuchungen nicht auf dich nehmen würdest.
Wenn du den Verdacht hast, es könnte um Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehen, kannst du eine Eliminationsdiät machen. Es gibt dafür kein anderes Diagnoseverfahren. Um den Verdacht zu erhärten und zu wissen, in welche Richtung es geht, solltest du vorher ein zweiwöchiges Ernährungsprotokoll führen (was, wie viel, wann, Symptome). Laktoseintoleranz lässt sich beim Arzt mittels Atemtest untersuchen. Du musst dich dahinterklemmen und was tun, dann kannst du mit konkreten Ideen und Wünschen zum Arzt gehen statt dem die Komplettverantwortung zu übertragen und dich zu beschweren, dass der nicht gleich loswirbelt, als ginge es bei dir um Leben und Tod.
Liebe Grüße
Christina