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Es gibt leider viele Patienten, die denken, sie wüssten alles besser oder die zu großer Dramatik neigen. Trotzdem sollte man deswegen nicht aus den Augen verlieren, dass jeder Patient anders ist und so auch du. Wenn dir ein Arzt oder Sanitäter nicht einmal zuhört, finde ich das sehr bedauerlich. So wie bei übergewichtigen Menschen sämtliche Beschwerden mit dem Gewicht begründet werden, ist es bei psychisch Kranken der Kopf.
Sollte sich mein Verdacht bestätigen, wäre es bei dir zwar auch der Kopf, trotzdem sollte man sein Gegenüber ernst nehmen und ihm zuhören. Allein das hilft zu Beginn einer eventuellen Behandlung, den Patienten zu beruhigen.
Du kannst dir auch immer eine zweite Meinung eines anderen Arztes einholen. Dein Schlüsselbein könntest du einem Arzt zeigen und deine Befürchtungen äußern. Dir sollte zugehört werden.
Wenn man Angst hat oder nicht weiß, was mit einem, in einem und dem eigenen Körper geschieht, ist es schwer, Ruhe zu bewahren, einen klaren Gedanken zu fassen oder immer die richtigen Worte zu finden. Auch dafür sollte man Verständnis aufbringen.
Ganz wichtig finde ich, dass ein Arzt immer irren kann und man auch gegen jedes Vorurteil und jede Vermutung bei einem Patienten genau hinsehen sollte, denn es besteht immer die Möglichkeit, dass etwas von Bedeutung nicht erkannt wird.
Dass eine psychiatrische Einrichtung im Internet keine guten Bewertungen erhält, ist leider nicht unüblich. Patienten, denen die Behandlung half, denken nicht mehr an eine lobende Erwähnung, weil sie ihr Wohlbefinden genießen. Außerdem ist vielen auch die Anonymität wichtig, weil man zu meinem Unverständnis nach wie vor verurteilt wird, wenn man sich offen zu mentalen Problemen bekennt. Die Patienten, denen die Behandlung nicht geholfen haben, machen dafür hingegen gerne den Arzt oder die Klinik verantwortlich, was sich in schlechten Bewertungen äußert. Deswegen ist es nicht selten, dass Klinik oder Ärzte im Bereich der psychischen Gesundheit schlechtere Bewertungen im Internet erhalten.
Ich denke, man sollte eigene Erfahrungen machen.
Zu Schulzeiten gab es manchen Lehrer, von dem nicht gut gesprochen wurde, ich aber kam sehr gut mit ihm zurecht. Ich habe nämlich nicht auf die anderen gehört, weil es mir wichtig war, mir selbst ein Bild von der Person machen zu können. Bei manchem Lehrer teilte ich die Meinung der anderen Schüler, bei anderen wiederum nicht.
Neben einem stationären Aufenthalt in einer Klinik könnte dir vielleicht auch eine Tagesklinik guttun. Du würdest nicht ganz deinen Alltag verlieren und hättest trotzdem Struktur und eine psychiatrische Betretung. Was dir am besten helfen könnte, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen.
Bei Medikamenten würde ich dir immer raten, zum einen auf dich und zum anderen auf eine ärztliche Meinung zu hören. Wenn du anfällig für Nebenwirkungen bist oder diese sehr stark sind, ist es verständlich, dass du die Tabletten nicht nehmen möchtest. Hinzu kommt deine eigene Überzeugung. Wenn du grundsätzlich gegen Medikamente bist, obliegt es deiner eigenen Entscheidung, dich für oder gegen sie zu entscheiden. Ich finde, man sollte jemanden nicht zu einer Medikation zwingen. (In Ausnahmefällen ist dies selbstverständlich angebracht oder notwendig.)
Ich kann dir zu Atemtechniken raten, diese helfen auch mir immer wieder. Hast du für dich denn Hilfen, die du anwenden kannst, wenn die innere Unruhe und Anspannung zu groß wird und du Schmerzen verspürst?