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miles

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Guten Morgen,

ich würde gerne wissen, ob sich hier mehr Menschen aufhalten, deren Ängste sich auf Zwischenmenschliches erstrecken, sodass bei jeder kleinsten zwischenmenschlichen Herausforderung gleich Ängste und negative Gedanken aufkommen, WENN denn sexuelle Anziehung dabei mit eine Rolle spielt.

Wann immer ich eine neue, interessante Person kennenlerne, kommen auch gleich diese negativen Gedanken und Ängste auf.
Beispiele:
-Die Person meldet sich nicht oder spät oder zeigt wenig Interesse -> Ängste und Sorgen kommen auf / man starrt auf das Handy und hofft auf Nachrichten
-Die Person geht bspw. aus auf Partys etc. und man hat gleich negative Gedanken, dass dabei sonst etwas passieren könnte
-etc. pp

Ich denke es sind Verlustängste, die in Verbindung mit der eigenen Angststörung, die sich bei mir auf Berufliches und den hier genannten Bereich auswirkt, gewaltig werden, sodass die Gedanken nur noch darum kreisen und mir sehr unwohl wird. (Unruhe, Herzrasen etc.)

Mir scheint es so, als könnte ich nur noch eine Beziehung mit jemandem führen, der vielleicht irgendwann mit sehr viel Verständnis für meine Störung um die Ecke kommt. Aber wie wahrscheinlich ist das?
Die Vernunft sagt mir, dass diese Ängste Einbildung sind. Aber die Ängste lähmen mich dennoch und machen mich natürlich auch irgendwo unattraktiv für die andere Person.

Ich habe laange keine Beziehung mehr gehabt, weil ich mich aus diesen Gründen schön fern gehalten habe. Aber eine Dauerlösung kann das ja auch nicht sein.
Nun lerne ich wieder jemanden kennen und merke wieder, wie diese Sorgen aufkommen.

Geht es noch jemandem so? Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

05.04.2019 08:20 • 08.04.2019 #1


4 Antworten ↓


BBrecht

BBrecht


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Hallo und guten Tag, Miles.

Ja, willkommen im Club. Ich bin genau so, obwohl ich eine intakte Beziehung führe. Du kannst das in meinem Thread durchlesen, was bei mir los ist. ("Flashback Gefühle...). Das ist auch für mich ein Problem, es erstreckt sich jetzt nicht auf "fremdgehen" etc, sondern auf Abwesenheit der Familie --meine Frau und meine Tochter sind für Wochen derzeit 11000km von mir entfernt und das macht mich irre.
einsamkeit-forum-f37/april2019-auf-mich-wartet-erneut-die-hoelle-t93865.html

Nicht, dass ich befürchte, sie gänge dort fremd, sondern, dass ihnen da was zustößt. das ist ganz extrem bei mir. Als sie gestern hier in den ICE Richtung Flughafen stiegen, sah ich mich anschließend nicht mehr in der Lage, arbeiten zu gehen.
Dass ich heute wieder los war (ich arbeite als Lehrer in einer Grundschule) und das fast so wie immer lief, lag nur daran, dass ich heute früh um 6 ein Video bekam, dass sie zuhause dort angekommen sind. Jetzt hier zuhaiuse grüble ich wieder, sehe Krankheiten, Unfälle oder einfaches "Verschwinden" vor mir, dass sie Niemand mehr findet.

Aber ich denke, die Gefühle des Nichtbeherrschenkönnens der Situation sind ähnlich. Auch ich starre gebannt auf den Facebookmessenger, damit ich immer sehe, wann von Beiden jemand online ist -- dass sie also noch "leben", sozusagen.

Diese Verlustängste sind bei mir sehr stark nd gehen auf persönliche Ereignisse in füheren zeiten zurück, das ist mir schon klar.

Eine Lösung kann ich Dir nicht anbieten -- das wäre nicht "echt", denn für mich habe ich keine gefunden, wohl aber Verständnis, weil ich weiss, wie sich das anfühlt.

Im Akutfall nehme ich abends vor dem shlafengehen eine Tablette oder trinke Whiskey -- das hilft nicht bei der Lösung, entspannt aber kurzzeitig, dass man überhaupt schlafen kann.

Ja, so sitzen wir quasi in einem Boot. Aber das gegenseitige Verstehen ist auch wichtig, selbst, wenn es keine Lösung gibt.

05.04.2019 14:03 • x 1 #2


Cathy79

Cathy79


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Hier!

Ich hasse es wenn jemand für den ich was empfinde weit weg verreist. Z. B. jetzt grade in Ägypten. Überhaupt Flugreisen.

Und wenn dann noch whatsapp ausfällt und man keine Kontrolle mehr hat, furchtbar.

Und ich habe Panik davor dass meiner Mutter was passieren könnte. Sie ist schon über 70.

Ich war als Kind oft und viel allein in Krankenhäusern. Denke daher habe ich ein Trauma.

07.04.2019 09:16 • x 2 #3


BBrecht

BBrecht


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Wo ist jetzt der Threadstarter geblieben?

07.04.2019 17:43 • #4


miles

miles


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Zitat von BBrecht:
Wo ist jetzt der Threadstarter geblieben?


Ich bin hier.

Es scheint so, als würden sich eure Verlustängste auf das "Ableben/den Verlust geliebter Menschen" beziehen, wobei es bei mir wohl eher das "nicht mehr geliebt/gemocht werden" ist, aus welchem Grund auch immer.

@bbrecht: Du hast recht, zumindest die Reaktion auf die Gedanken ist ähnlich: Wir sind wohl innerlich währenddessen sehr angespannt und erwarten jede Sekunde eine Antwort, leben in diesen Momenten quasi gar nicht mehr richtig für uns, sondern haben eine Wartehaltung eingenommen und können uns sonst auf nichts anderes mehr wirklich konzentrieren.

Auch ich habe keine Lösung hierfür, außer dass ich gerne meditiere. Das hilft mir wirklich sehr. Ich kann dir da die App "Headspace" wärmstens empfehlen. Da kann man einige Sitzungen erst einmal kostenlos probieren und es hilft mir persönlich schon. Aber langfristig muss man da evtl mit prof. Hilfe ran..

Wenn es richtig schlimm ist, greife ich persönlich nicht zu Alk. aber zu Canna., was meine Ängste extrem entspannt und wodurch ich wieder "funktioniere". Wohlgemerkt nur Abends, nach der Arbeit. Das sind beides (Whisk./Canna.) jedoch wohl eher Notlösungen, als Lösungen auf Dauer.

08.04.2019 08:38 • #5



Dr. Christina Wiesemann


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